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HR: Rechte queerer Menschen | Darum kämpft diese Anwältin gegen die Deutsche Bahn

Verfasst: Di 5. Apr 2022, 16:07
von Anne-Mette

Re: HR: Rechte queerer Menschen | Darum kämpft diese Anwältin gegen die Deutsche Bahn

Verfasst: Di 19. Apr 2022, 19:59
von Anne-Mette
Klage einer nicht-binären Person

Entscheidung des Oberlandesgerichtes Frankfurt a.M.:

Bahn darf nicht zur Auswahl von Anrede zwischen Mann und Frau zwingen

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaf ... 62206.html

Re: HR: Rechte queerer Menschen | Darum kämpft diese Anwältin gegen die Deutsche Bahn

Verfasst: Di 19. Apr 2022, 20:14
von Jaddy
Ja, das Urteil ist rechtskräftig. Das OLG Frankfurt hat die Berufung der Bahn zurückgewiesen.

Pressemitteilung der TIN Rechtshilfe: https://tinrechtshilfe.de/2022/04/19/ur ... terlassen/

Pressemitteilung des der hessischen Justiz: https://ordentliche-gerichtsbarkeit.hes ... erns-gegen

Falls die Bahn ihre Software nicht umstellt, muss sie 250.000€ pro Ticketkauf der Person die geklagt hat zahlen (aber an die Staatskasse).
Die Bahn behauptet, 3Mio€ und 1-2 Jahre für die Umstellung zu brauchen? 😲
Also ich kenne auch größerer Software-Landschaften. Auch "legacy systeme" *hüstel*
Aber ich glaube, ich möchte deren Code nicht sehen 🙈
(Aber ich denke eher, dass das eine ziemlich übertriebene Behauptung ist)

Re: HR: Rechte queerer Menschen | Darum kämpft diese Anwältin gegen die Deutsche Bahn

Verfasst: Mi 20. Apr 2022, 08:06
von ExUserIn-2026-04-08
Jaddy hat geschrieben: Di 19. Apr 2022, 20:14 Die Bahn behauptet, 3Mio€ und 1-2 Jahre für die Umstellung zu brauchen?
Klingt nach verantwortungsvollem Umgang mit den ihr anvertrauten Mitteln ...

Der Tagessatz einer externen IT-Firma liegt bei ca. 800 bis 1000 € (zumindest in dem Bereich, in dem ich tätig bin, staatlich, aber hier geht man verantwortungsbewusst mit Mitteln um). Bei einer Tätigkeit über zwei Jahre und einem Kapitaleinsatz von 3 Mio.€ sind das ca. 3000 bis 3500 Arbeitstage. Bei ca. 220 Arbeitstage im Jahr sind das ca. 7 Personen, die Vollzeit zwei Jahre beschäftigt werden, um diesen kleinen Eintrag "Herr/Frau" in der Software zu entfernen ...

Hut ab, das ist eine reife Leistung der IT-Firma, solche Verträge zu verkaufen ...

[/Ironie]

Re: HR: Rechte queerer Menschen | Darum kämpft diese Anwältin gegen die Deutsche Bahn

Verfasst: Mi 20. Apr 2022, 11:49
von Michi
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 08:06
Jaddy hat geschrieben: Di 19. Apr 2022, 20:14 Die Bahn behauptet, 3Mio€ und 1-2 Jahre für die Umstellung zu brauchen?
Klingt nach verantwortungsvollem Umgang mit den ihr anvertrauten Mitteln ...
Erinnert mich an das hier:

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: http://www.spass.net/wp-content/uploads ... 83x648.jpg

Re: HR: Rechte queerer Menschen | Darum kämpft diese Anwältin gegen die Deutsche Bahn

Verfasst: Mi 20. Apr 2022, 13:42
von Sabrina Verena
Nun, was den Wasserkopf in der deutschen Wirtschaft betrifft, so beschränkt der sich nicht auf die Bahn.
Von beteiligten Zeitarbeitsfirmen mal zu schweigen.
Aber was hat Das mit der Anrede von Personen in Bahndukumenten zu tun?
Und müssten da nicht noch viel mehr Unternehmen verklagt werden?
LG Verena
Nachtrag:
Wie würde eigentlich eine genderneutrale Anrede aussehen?
Hau Müller? Frerr Schmidt? * Hunzinger? Divers Hansen?
LG Verena

Re: HR: Rechte queerer Menschen | Darum kämpft diese Anwältin gegen die Deutsche Bahn

Verfasst: Mi 20. Apr 2022, 14:19
von Jaddy
Sabrina Verena hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 13:42 Nun, was den Wasserkopf in der deutschen Wirtschaft betrifft, so beschränkt der sich nicht auf die Bahn.
Von beteiligten Zeitarbeitsfirmen mal zu schweigen.
Aber was hat Das mit der Anrede von Personen in Bahndukumenten zu tun?
Und müssten da nicht noch viel mehr Unternehmen verklagt werden?
Natürlich. Nur sind Klagen nach AGG immer individuelle Sache, d.h. private Klage und das braucht Zeit, Nerven - und Geld. Da stecken nämlich viele Stunden Arbeit von Rechtsfachleuten drin, die sich ausserdem auch noch auskennen müssen. So wie F.Boll. Deshalb macht TIN Rechtshilfe e.V. Musterklagen, am besten gegen solche Boliden wie die Bahn, damit es auch öffentliche Aufmerksamkeit erreicht.

Viele Firmen reagieren aber auch schon auf entsprechende Mails. Ich schreibe davon etliche, quasi bei jeder Bestellung irgendwo. Einige machen dann einfach. Reichelt zum Beispiel. Xing hat's auch irgendwann geschafft. Und die Telekom - nach sanftem Druck. Oh, auch Strato, mit denen ich ja mal Beef hatte. Und Hosteurope.

Aktuell hab ich noch den Fall HUK24 offen. Bei denen stehe ich nämlich als nicht-binär in der Datenbank, aber ihr Webportal erzeugt damit Fehler. Vermutlich weil diese Option dort nicht programmiert ist. Folge: Ich kann aktuell meine Kfz-Versicherungssachen nicht online machen. Das läuft so seit November 21, mit Nachfassen meinerseits. Sie haben versprochen, es bis Juli gelöst zu haben.
Sabrina Verena hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 13:42 Nachtrag:
Wie würde eigentlich eine genderneutrale Anrede aussehen?
Das hatte ich dir schon mal beantwortet: "Guten Tag Verena Hansen". Passt überall. Deshalb ist die richtige dritte Option auch "Ohne Anrede". Wobei die Auswahl, insbesondere die Zwangsauswahl der Anrede mit der Formulierung "Guten Tag Vorname Nachname" eigentlich überflüssig wird. Da muss die IT dann nur streichen.

Amazon, Ebay, Paypal und Ikea haben schon gar keine Gendermarker oder Anreden mehr im Profil. Bringt ja auch keinen Mehrwert, denn interessant ist eher, was eins da anguckt und bestellt.

Re: HR: Rechte queerer Menschen | Darum kämpft diese Anwältin gegen die Deutsche Bahn

Verfasst: Do 21. Apr 2022, 08:59
von Anne-Mette
Auch noch BILD dazu (hier ohne Bild): https://www.bild.de/lgbt/2022/lgbt/wede ... 0524184988