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jetzt.de: "Bildung tut weh, weil sozialer Aufstieg einsam macht“

Verfasst: Sa 12. Mär 2022, 23:54
von Mirjam
Ein Interview mit der Autorin Nadire Biskin über ihren Debütroman "Ein Spiegel für mein Gegenüber". Und wieder mal erkannte ich mich in einigen Aussagen wieder, auch wenn der Zusammenhang bei mir ein anderer ist. In dieser zum Beispiel:
jetzt: Durch deine Protagonistin Huzur, Referendarin und sogenannte Aufsteigerin, ist Bildung durchgängig ein zentrales Thema der Geschichte. An einer Stelle heißt es, Bildung tue weh. Warum?

Nadire Biskin:
Zum Beispiel, weil sozialer Aufstieg auch Entfremdung bedeutet. Für Huzur ist das eine Entfremdung von ihrem Herkunftsmilieu und ihrer Familie. Denn sie haben dadurch weniger gemeinsame Themen. Vieles, was sie erlebt und beschäftigt, erzählt sie ihrer Familie erst gar nicht. Das heißt auch: Bildung tut weh, weil sozialer Aufstieg einsam macht.
Hmm ... ich weiß noch nicht, ob ich wirklich auch auf das Buch neugierig geworden bin. Mal sehen ...

LG, Mirjam (buch)

Re: jetzt.de: "Bildung tut weh, weil sozialer Aufstieg einsam macht“

Verfasst: Mo 14. Mär 2022, 19:30
von gaby37
Hallo

ich tue mich gerade schwer mit diesen Aussagen....

Neue Freundschaften und neue Kontakt zu "gebildeteren" Menschen wird wohl als nicht möglich angesehen, bzw keine Ersatz für die Familie und kein Mittel gegen "Einsamkeit"...???
Und was sollte die Konsequrenz aus diesen Aussagen sein? Ungebildet bleiben?

Eine verwirrte Gaby

Re: jetzt.de: "Bildung tut weh, weil sozialer Aufstieg einsam macht“

Verfasst: Mo 14. Mär 2022, 23:25
von Mirjam
Hallo Gaby,

eigentlich müsstest du ja Nadire Biskin selber fragen ;) Aber ich kann dir zumindest meine Gedanken dazu kurz schreiben:
gaby37 hat geschrieben: Mo 14. Mär 2022, 19:30 Neue Freundschaften und neue Kontakt zu "gebildeteren" Menschen wird wohl als nicht möglich angesehen, bzw keine Ersatz für die Familie und kein Mittel gegen "Einsamkeit"...???
So einfach ist das leider nicht immer neue Freundschaften aufzubauen. Und wenn du jetzt nicht vom Elternhaus aus einen gewissen (Bildungs-)Hintergrund hast, dann fällt dir manches einfach schwer, schwerer jedenfalls als denjenigen, die damit aufgewachsen sind. Bei mir sind es zum Beispiel Kunst oder Literatur, die ich mir erst "erarbeitet" habe, und eben dadurch, dass ich recht spät damit begonnen habe, bewege ich mich darin auch heute noch eher unsicher.
Und Ersatz für die Familie? Hmm ... schwieriges Thema ...
gaby37 hat geschrieben: Mo 14. Mär 2022, 19:30 Und was sollte die Konsequrenz aus diesen Aussagen sein? Ungebildet bleiben?
Nein, definitiv nicht. Und auch ohne das Buch gelesen zu haben glaube ich nicht, dass die Autorin es so gemeint hat. Vielleicht ist es ja auch nur eine Art Beschreibung der Situation, ohne dass diese gleich Konsequenzen haben müsste?

LG, Mirjam