NZZ: Krampf der Geschlechter: Das ist eine Frau! — Nein, ist es nicht!
Verfasst: So 27. Feb 2022, 08:29
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Dem stimme ich mit Einschränkungen zu. Mit Einschränkungen deshalb, weil ich an 2 Stellen im Artikel Fehler (meiner Meinung nach gravierende) wahrnehme.Jaddy hat geschrieben: So 27. Feb 2022, 12:30 Ein für die NZZ erstaunlicher Artikel. Neutral bis positiv. Gutes Beispiel mit Balian Buschbaum und tatsächlich ohne die häufig üblichen Fauxpas.
Richtig. Nicht die Schweiz, und auch das Abendland geht nicht daran zu Grunde, dass ein paar Menschen mit der Biologie abweichender Geschlechtsidentität so sein dürfen, wie sie sind.
Liebe Michi,MichiWell hat geschrieben: So 27. Feb 2022, 15:13
Zum Anderen gleich ein doppelter Fauxpas dort, wo es um Jugendliche geht.
Zitat aus dem Artikel: "Das gilt vor allem, wenn die Wahl zur Geschlechtsänderung schon ab vierzehn Jahren erlaubt werden sollte, wie es bei dem geplanten Gesetz diskutiert wird."
Hallo Lana,
Hallo Karla,
außerdem stört mich die "Garnierung" mit immer wieder "merkwürdigen Floskeln" in ganz vielen Beiträgen, die kaum zum Thema gehören.Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 06:59 bei deinem Telegrammstil wird mir leider einiges nicht ganz klar, wie es gemeint ist
Aber nach der Einführung eines Selbstbestimmungsgesetzes ist das dann auf einmal OK? Oder wie soll ich das hier verstehen:Wally hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 10:55Auch mit meinem weiblichen Ausweis kann ich als Transfrau - als die ich nun mal äußerlich erkennbar bin und bleibe - nicht einfach unsensibel in eine Damenumkleide reintrampeln.
Wird es nicht eher so bleiben wie es heute schon ist, wenn man seine Mitmenschen und ihre Bedürfnisse respektiert?Wally hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 10:55Was aber, wenn nun Ganserer und die Grünen durchsetzen, dass ein geborener Mann eine weibliche Identität im Einwohnermeldeamt TATSÄCHLICH wie einen Rock im Kaufhaus kaufen kann - Antrag ausfüllen, unterschreiben, Gebühr zahlen, und tschüs?
Das sehe ich ganz genauso.Wally hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 10:55Hilfreich ist in solchen Situationen ein umsichtiger, sensibler Umgang mit den cis-Geschlechtsgenossinnen: man muß Frauen diesbezüglich ernstnehmen und um ihr Vertrauen als Geschlechtsgenossinnen werben.
Deine Verlustangst ist unbegründet, weil es dieses Privileg zwar gibt, aber nicht aufgrund deines Pesonenstands, und das weißt du auch:Wally hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 10:55der Vertrauensbonus, auf den ich bisher dank TSG zählen konnte
Vielmehr geht es um Rücksichtnahme, Vertrauen und Respekt.Wally hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 10:55egal, ob rechtlich-amtlich als Frau bestätigt oder nicht
Hast du mit diesen Aussagen von dir auf andere geschlossen oder sind das tatsächliche Beobachtungen? Ich kann die jedenfalls nicht bestätigen. Und wenn es doch mal nicht ganz zu der Erwartung passt, finde ich nicht, dass sich diese Person deshalb verstecken muss. Und da hat Buschbaum recht, wenn er sagt, dass der Kontakt Akzeptanz schafft und nicht die Gesetzeslage alleine.Wally hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 10:55 Die meisten von uns Transfrauen werden aber von der Mehrzahl der Menschen spontan als Männer wahrgenommen, es sei denn, wir treiben extremen Aufwand und halten Kontakte auf Distanz.
.......
Aber in der spontanen Wahrnehmung der meisten Menschen sind und bleiben wir dabei trotzdem "verkleidete Männer"; da sollten wir uns keine Illusionen machen.
Zumal die wenigsten unbedarften Menschen "draussen" wissen, was das TSG ist und wie eine trans Person den amtlichen Zettel bekommt. Die meisten sind eher geschockt, wenn ich ihnen die Prozedur erkläre. Für eingefleischte TERFs etc macht es eh keinen Unterschied und für alle anderen ist es auch keine Sache eines amtlichen Papiers, sondern spontaner, emotionaler Reaktion. Sei es nun auf ein konkretes oder ein imaginiertes Zusammentreffen.Lana hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 12:32 Du befürchtest also ein kleines Privileg ("Vertrauensbonus") zu verlieren, das Du Dir vermeintlich durch den TSG-Prozess verdient hast:Deine Verlustangst ist unbegründet, weil es dieses Privileg zwar gibt, aber nicht aufgrund deines Pesonenstands, und das weißt du auch:Wally hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 10:55der Vertrauensbonus, auf den ich bisher dank TSG zählen konnteVielmehr geht es um Rücksichtnahme, Vertrauen und Respekt.Wally hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 10:55egal, ob rechtlich-amtlich als Frau bestätigt oder nicht
Deine Personenstandsänderung spielt schon heute in all diesen Situationen gar keine Rolle. Warum also sollte sie es in Zukunft tun?
Daher ist es auch völlig egal, auf welche Weise sie zustande gekommen ist.
Na, na... Wenn ich (wie seit einem Jahr eigentlich immer) als Transfrau im Rock oder Kleid unterwegs bin, benütze ich SELBSTVERSTÄNDLICH auch die öffentliche Damentoilette - was denn sonst? Das hat zwar bisher (auch mit männlichem Perso) zum Glück nicht zu irgendwelchen Problemen geführt; es ist aber schon ein beruhigendes Gefühl, jetzt den Ausweis als Frau zu haben, der mich immerhin auch juristisch berechtigt, die Damentoilette zu benützen. Eine TERF kann mich dann natürlich immer noch spontan angiften, mir aber wenigstens keinen weiter reichenden Ärger verursachen. Und in manchen öffentlichen Toiletten sitzt ja auch irgend so ein Zerberus am Eingang, der kassiert und Männlein/Weiblein ihren Weg weist. Bei so einem habe ich mit dem weiblichen Perso im Zweifelsfall auch klar die besseren Karten.Jaddy hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 11:26 1. Bis auf mglw wenige Ausnahmen (von denen mir bisher keine einzige aufgefallen ist), sind trans Frauen eher übersensibel, anderen Frauen zu nahe zu treten und gehen eher gar nicht in gender-segregierte Räume - also bspw lieber gar nicht auf öffentliche Toiletten etc. Viele meiden sogar Schwimmbäder und Saunen. Mit anderen Worten: Das Problem gibt's praktisch nicht.
Rhetorische Gegenfrage: Warum ist es denn dann so wichtig, dass man sie ohne Gutachten kriegt - wenn's doch so "völlig irrelevant" ist, ob man sie überhaupt kriegt?Jaddy hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 11:26 2. Die amtliche Registeränderung im Standesamt ist im realen Alltag völlig irrelevant.
Der "Zettel" legalisiert sehr wohl - und bei einer Vielzahl konkreter Gelegenheiten im Alltag! - den Zugang zu frauenspezifischen Räumen. Das Problem ist nur, dass einem die bloße Legalität eines Zugangs als Frau (worum sonst sollte es denn bei der amtlichen Bestätigung des Geschlechts überhaupt gehen?) manchmal nur wenig nützt, weil z. B. eine TERF in der Damendusche eines öffentlichen Hallenbades mich halt nach ihrem ersten, optischen Eindruck als Mann identifiziert und herumschreit, anstatt nach meinem rechtlichen Geschlechtsstatus zu fragen.Jaddy hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 11:26 Aber da fehlen noch zwei Erkennnis-Schritte: Erstens legalisiert der Zettel nichts, keinen Zugang, keinen Anspruch. Hausrecht gilt. Es hat sich auch noch nie ein Gewalttäter von einem fehlenden amtlichen Zettel abhalten lassen, egal ob mit oder ohne Kleid.
Klar können Gutachter das emotionale Geschlecht einer Person - um das es hier letztlich geht - beim heutigen Wissenstand nicht endgültig und zweifelsfrei beweisen. Sie können (und müssen!) es aber z. B. psychiatrisch von Geisteskrankheiten unterscheiden, die ja auch "transsexuelle" Symptome zeitigen können. Vor allem aber können sie - u. a. allein schon anhand des für das Verfahren in Kauf genommenen Aufwands - ziemlich zuverlässig unterscheiden, ob es sich um ein wirklich tiefes, nicht oder zumindest nur sehr schwer veränderbares, langfristiges Bedürfnis des Betreffenden handelt, oder womöglich bloß um eine momentane Laune, die schon morgen wieder ganz anders aussehen kann. Guck mal in den Beschluss zu Deinem Verfahren: genau DIESE Frage - eben nicht die Frage, ob der Betreffende eine Frau IST - stellt der Richter den Gutachtern, und sie beantworten sie nach bestem Wissen und Gewissen.Jaddy hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 11:26 Zweitens ist auch die "Prüfung", die TSG Gutachten, völliger Kappes. Weil sie eben nichts beweisen kann. Schon gar nicht, ob ein Mensch für andere ungefährlich ist.
Spätestens da wird's ideologisch: wer schon die bloße Idee der Beweisbarkeit eines nicht ausschließlich körperlichen Geschlechts für "Unfug" hält, der negiert damit in letzter Konsequenz die Existenz eines solchen, nicht unmittelbar körperlichen Geschlechts. Ich frage mich dann allerdings schon, warum Du Dich überhaupt mit dieser Frage beschäftigst, warum Du Dich selber auf den transsexuellen Weg begeben hast und warum Du die Politik eines transsexeuellen Bundestagsabgeordnten für so wichtig hältst und sie so vehement unterstützt. Denn wenn es ein psychisches, seelisches (oder wie auch immer) Geschlecht als unabänderliches, wesentliches, persönliches Merkmal gar nicht gibt, dann kann es das loogischerweise erst recht nicht abweichend vom körperlichen Geschlecht geben. Transsexualität und Crossdressing würden sich damit auf bloße, inhaltsleere Kleidungsfragen reduzieren - und das rechtfertigt doch in keiner Weise den ganzen Zores, den wir alle hier und anderswo um diese Thematik machen. Oder?Jaddy hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 11:26 Die Idee eines "objektiv beweisbaren Geschlechts" (im Sinne von sozialem Geschlecht, also Gender) ist schlicht und einfach Unfug.