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GAOP schon vor 18
Verfasst: Sa 19. Feb 2022, 20:14
von Solveig
Hallo zusammen,
in Schweden wird im Moment darüber diskutiert, ob die Geschlechtsangleichende Operations bereits ab dem 16. Geburtstag durchgeführt werden darf,
weil sie hiermit wohl gute Erfahrungen gemacht haben.
In Deutschland ist man strickt auf das Mindestalter von 18 Jahren fixiert. Stattdessen würde man lieber die Zeit zurückdrehen, so dass auch Jugendlichen keine Hormone mehr gegeben werden dürfen.
Dabei fand ich das einen wichtigen Schritt als dies möglich wurde und man die Pubertät schon im richtigen Geschlecht erlebne durfte.
Wie steht ihr dazu?
Fändet ihr es auch in Deutschland gut, wenn bereits die GAOP mit 16 durchgeführt weren dürfte?
Liebe Grüße
Sol
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 10:04
von Momo58
Fändet ihr es auch in Deutschland gut, wenn bereits die GAOP mit 16 durchgeführt werden dürfte?
Interessanter Ansatz den ich mit einem JA/ABER beantworten möchte. JA, für viele Betroffene wäre der Leidensweg zum richtigen Geschlecht sicher kürzer und die weiblichen/männlichen Gesichtszüge wären identischer, ABER da sich einige in der Pubertät falsch entscheiden könnten, würde das bedeuten, dass eine Retransition erforderlich wäre. Aber dann ist z.B. der Penis ab bzw. die Gebärmutter draußen und ein Leben nur noch ohne Fortpflanzungsmöglichkeit gegeben. Das betrifft sicher wenige Fälle, aber trotzdem sollte so die Möglichkeit einer Transition ab 16 diskutiert werden.
LG Manuela
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 11:03
von Solveig
Ja, da bin ich bei Dir, man sollte in der Tat genau hinschauen, um eine Retransition zu vermeiden.
Das sind zwar nur wenige Fälle, aber jeder einzelne ist natürlich zu viel, der eine Retransition anstrebt.
Ich finde es nur in Deutschland kleingeistig, so auf die 18 zu beharren, während andere Länder hier lieberaler sind.
Und selbst wenn sich jemand entschließt, dies im Ausland schon vor dem 18. Geburtstag machen zu lassen, auf eigene Rechnung natürlich,
laufen die Eltern dann Gefahr das Sorgerecht für Ihre Kinder zu verlieren.
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 11:10
von Anne-Mette
Solveig hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 11:03
Ich finde es nur in Deutschland kleingeistig, so auf die 18 zu beharren,
Man könnte es auch verantwortungsbewusst/verantwortungsvoll nennen.
18 ist ein gängiges Alter für "Lebensentscheidungen".
ICh würde keine Verantworung übernehmen für eine GAOP vor 18...
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 11:16
von Momo58
Das ist ja auch Thema beim eventuell zukünftigen Selbstbestimmungsgesetz. Da sind noch sowohl viele Fragen offen, die vom Justizministerium, vom Innenministerium, vom Gesundheitsministerium und vom Familienministerium erst noch geklärt werden müssen.
LG Manuela
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 11:18
von Anne-Mette
Momo58 hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 11:16
Das ist ja auch Thema beim eventuell zukünftigen Selbstbestimmungsgesetz.
Eine GAOP hat mit der amtlichen Änderung des Namens und Geschlechtseintrages (erst einmal) nichts zu tun.
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 11:24
von Momo58
Da stimme ich dir zu. Eine Personenstandsänderung und Vornamensänderung ist ja auch ohne GAOP möglich, weil das gefühlte Geschlecht maßgeblich ist. Das könnte ja durchaus schon mit 14 oder 16 Jahren gemacht werden und die Indikation für eine GAOP könnte dann an die Volljährigkeit gekoppelt werden.
LG Manuela
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 12:09
von Felice
Guten Morgen in die Runde,
ein sehr mutiges Vorhaben der Schweden, welches aber auch etliche Gefahren beinhaltet. Bei den Jungs kann die Pubertät von 10 - 14 Jahr sein, bei den Mädels von 11 - 16. Auch das sind nur theoretische Werte, da kann es natürlich sein das ein junger Mensch gerade etwas später dran ist und in diesem Zustand eine folgenschwere Entscheidung trifft welche er in der Zukunft im Rückblick doch lieber wieder ungeschehen machen würde. Bis zur Volljährigkeit zu warten halte ich hier noch für eine weise Entscheidung, dann kann man selbst über seinen eigene Körper bestimmen. Eine therapeutische Begleitung des gesamten Prozesses sollte obligatorisch sein. Nichts stell ich mir schlimmer vor als wenn später einmal die Eltern vom Nachwuchs mit einer falschen Entscheidung konfrontiert werden das hat schon viele Familien zerbrechen lassen. Natürlich gibt es sicherlich Ausnahmen wo es definitiv der richtige Weg wäre, aber wer kann das mit 100%iger Sicherheit unterschreiben ? Das ist meine Ansicht, will hier niemanden bekehren oder belehren

.
Habt einen schönen Sonntag und liebe Grüße
Felice

Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 12:47
von Laura R
Eine GAOP ist schon im wahrsten Sinne des Wortes eine einschneidene ( abschneidene ) OP, die auch sehr wohl überlegt sein will, denn über eines sind wir uns ja hoffentlich im klaren: ein Zurück gibt es nicht wenn der Schritt erstmal vollbracht ist. Ob jemand mit 16 eine derartige Entscheidung treffen kann? Ich weiß es nicht zumal sich schon Erwachsene mit so einer Entscheidung schwer tun. Mit 16 ist man ja noch nicht volljährig, der oder die Erziehungsberechtigten müssten ja unterschreiben. Unterschreiben für das restliche Leben ihres Kindes? Wird schwer werden für alle Beteiligten.
Nochmals der Hinweis: eine VÄ/PÄ und die HET und GAOP und alles andere was dazugehört sind zwei voneinander unabhängige Verfahren. Es wird gerne als eins verkauft, spült Geld in die Kasse der Pyschos.
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 13:08
von Michi
Momo58 hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 10:04
ABER da sich einige in der Pubertät falsch entscheiden könnten, würde das bedeuten, dass eine Retransition erforderlich wäre. Aber dann ist z.B. der Penis ab bzw. die Gebärmutter draußen und ein Leben nur noch ohne Fortpflanzungsmöglichkeit gegeben. Das betrifft sicher wenige Fälle, aber trotzdem sollte so die Möglichkeit einer Transition ab 16 diskutiert werden.
Wenn sich faktisch immer wieder jemand falsch entscheidet, sollte man dann derartige Entscheidungsmöglichkeiten überhaupt zulassen?!
Vielleicht sollte man Menschen am besten überhaupt keine eigenen Entscheidungen erlauben?! - Wer als Sohn eines Schusters geboren wird, soll eben Schuster werden. Er wird sich schon in sein Los fügen. Sagt der Oberarzt Korte schließlich auch immer wieder (sinngemäß), dass sich die Kinder schon in in ihr Geschlecht fügen werden, wenn sie ihre biologisch vorbestimmte Pubertät durchgemacht haben.
Also: Ein Hoch auf das indische Kasten-Wesen!
[/ZYNISMUS]
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 13:14
von Momo58
Ein Hoch auf deinen Zynismus. Ich stelle mir durchaus auch die Frage, warum wir erwachsenen Menschen überhaupt eine GAOP machen lassen. Nur um die Befindlichkeiten der Gesellschaft nicht zu stören, um uns an gesellschaftliche Regeln und Normen anzupassen? Oder vielleicht doch um mit sich selbst in Frieden zu leben?
LG Manuela
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 13:14
von Michi
Anne-Mette hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 11:10
18 ist ein gängiges Alter für "Lebensentscheidungen".
... in anderen Ländern ist 21 die Zahl der Wahl, und in wieder anderen Ländern ist z.B. 7-10 ein gängiges Alter, um Mädchen verheiraten zu können.
Ich denke, wir sollten uns nicht in jedem Fall bedingungslos an gesellschaftlich etablierte, starre Altersgrenzen klammern, sondern statt dessen einen Rahmen aufmachen, in dem menschenwürdige Einzelfallbetrachtungen möglich sind.
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 13:18
von Michi
Momo58 hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 13:14
... warum wir erwachsenen Menschen überhaupt eine GAOP machen lassen.
vielleicht doch um mit sich selbst in Frieden zu leben?
In Frieden leben zu dürfen, ist also an die Bedingung geknüpft, ein bestimmtes Alter erreicht, und zwingend seine biologisch vorbestimmte Pubertät durchlaufen zu haben?

Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 13:25
von Momo58
Ich denke nicht, dass das Alter eine so große Rolle spielt. Bei minderjährigen spielt in der Pubertät auch die emotionale Reife mit, die in diesem Alter noch nicht voll entwickelt ist. Andererseits ist es durchaus heftig, wenn man/frau die "falsche" Pubertät durchläuft. Die rechtliche Seite ist in Deutschland immer noch unbefriedigend für die Betroffenen Jugendlichen. Was aber spricht z.B. gegen Pubertätsblocker?
LG Manuela
Re: GAOP schon vor 18
Verfasst: So 20. Feb 2022, 13:33
von Michi
Momo58 hat geschrieben: So 20. Feb 2022, 13:25
Was aber spricht z.B. gegen Pubertätsblocker?
Beispielsweise Dr. Alexander Korte, der wohl deswegen bei TERFs und anderen Trans-Gegnern recht angesehen ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass die den dringenden Wunsch haben, dass man insbesondere Mann-zu-Frau-Transsexuellen ihre biologische Herkunft schon von weitem ansieht, und auf die angebliche Gefahr aufmerksam wird, solange "sowas" überhaupt noch erlaubt ist. Schließlich sehen TERFs in trans Frauen nur Perverse, die in Frauenschutzräume eindringen wollen, um dort die Frauen zu vergewaltigen.
Sorry, dass ich heute mit dem Zynismus-Bein zuerst aufgestanden bin. Deswegen lasse ich heute auch die Grußformeln weg, weil ich die (von mir geschrieben) als unehrlich empfinden würde.