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Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 16:35
von Anne-Mette
Moin,

leider ist ohne Bezahlung nur ein Teil zu lesen; aber das reicht sicherlich, um zu erkennen, um was es geht:

https://www.berliner-zeitung.de/politik ... 7?pid=true

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 17:04
von heike65
schwer nachzuvollziehen, aber jedem Menschen das seine

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 17:27
von Lavendellöwin
heike65 hat geschrieben: Mi 16. Feb 2022, 17:04 schwer nachzuvollziehen, aber jedem Menschen das seine
Nein gar nicht...

ich habe mir extra wegen dem, zugegeben kleinen Bericht, das Probeabo
angelegt...

Zitat aus dem Artikel-Anastasia hat sich inzwischen wieder rasiert (smili)

"Diese Entwicklung war also kein Schritt zurück, sondern einer nach vorne: Sie selbst, frei und glücklich zu sein, ohne Rücksicht auf irgendeine Konvention, das sei "einfacher gesagt als getan", tatsächlich aber ein mit Ängsten verbundener Prozess, der einen Menschen innerlich aufwühlt.

Anastasia Biefang ist überzeugt, dass Menschen glücklicher werden, wenn ihnen weniger starre Konventionen aufgezwungen werden. Nicht mehr an vermeintlichen Normen zu zerbrechen, die ohnehin nicht erreichbar sind: So versteht sie ihre Freiheit, glücklich als Frau zu leben."


Und das ist genau was es ausmacht-die Essenz die ich ganz ähnlich sehe.
Von einem ins andere Stereotyp ist eher ein Zwischenschritt zum GanzSein..nicht trans sein.
sondern irgendwann ist die Grenze überschritten und man IST nur noch.

Ich finds toll

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 17:41
von heike65
Nunja, ich finde auch unrasierte Männer schlimm, von daher jedem Menschen das seine, 4 mal am Tag rasieren war für mich auch als Mann minimum

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 17:44
von Lavendellöwin
heike65 hat geschrieben: Mi 16. Feb 2022, 17:41 Nunja, ich finde auch unrasierte Männer schlimm, von daher jedem Menschen das seine, 4 mal am Tag rasieren war für mich auch als Mann minimum
Wow...(wie du sagst jedem das seine)..
da war dann schon was gewachsen bei dir?

Das is krass...

aber tatsächlich gings nicht um den Bart an sich-sondern darum
was in der Entwicklung an dem Punkt passiert ist..

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 17:47
von heike65
ich habe nur den freien Teil konsumiert

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 18:05
von ExuserIn-2023-01-07
heike65 hat geschrieben: Mi 16. Feb 2022, 17:41 Nunja, ich finde auch unrasierte Männer schlimm, von daher jedem Menschen das seine, 4 mal am Tag rasieren war für mich auch als Mann minimum
"Jedem (Menschen) das Seine" ist seit Buchenwald ein Satz, bei dem man zumindest ins Stocken kommen sollte. Auch wenn er in der Antike nicht die zynische und menschenverachtende Bedeutung wie zur Nazizeit hatte, mir kommt der Satz nicht über die Lippen. Und selbst wenn ich ihn mir völlig ahistorisch anschaue, finde ich, dass er in Deinem Zusammenhang ein Abwertung enthält: es ist nicht nachvollziehbar, schlimm etc. Aber man kann ja nix machen, dass manche so verrückt sind. Muss man so hinnehmen.

Überhaupt fällt mir in diesem Forum bei vielen auf, dass einem stereotypen Bild von Weiblichkeit hinterhergerannt wird, das viele emanzipierte CIS-Frauen zum Glück längst hinter sich gelassen haben. Da kann der Rock mitten im Winter nicht kurz genug, die High Heels nicht hoch genug sein, Weiblichkeit definiert sich über Rundungen, zur Not eben dann mit Silikon im BH und Schaumstoff in der Hose.

Jetzt hab ich mich wahrscheinlich komplett unbeliebt gemacht. Ist mit aber egal.

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 18:10
von Lavendellöwin
Juna33 hat geschrieben: Mi 16. Feb 2022, 18:05 Jetzt hab ich mich wahrscheinlich komplett unbeliebt gemacht. Ist mit aber egal.
Bei mir nicht-alles schön!
Juna33 hat geschrieben: Mi 16. Feb 2022, 18:05 seit Buchenwald ein Satz, bei dem man zumindest ins Stocken kommen sollte. Auch wenn er in der Antike nicht die zynische und menschenverachtende Bedeutung wie zur Nazizeit hatte, mir kommt der Satz nicht über die Lippen.
Das wusste ich nicht...ich werde daran denken...

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 18:24
von Jaddy
Beobachtung 1: Dass ausgerechnet Anastasia Biefang sich recht eindrücklich so äussert, die ja nun mal ziemlich öffentlich ist, das auch noch in einem recht "speziellen" Umfeld und auch immer wieder angegriffen wird, finde ich prima. Frau/Mann/nicht-binär ist nicht, wer "so" aussieht, sondern dieses Label will. Eins kann die Anwendung bestimmter Klischees auf sich durch sich selbst und andere auch einfordern und ablehnen, ohne irgendwelchen optischen Idealen zu folgen.

Beobachtung 2: Das gilt auch für über-Klischees. Wer für's eigene Wohlgefühl irgendwelche Accessoires, Maßnahmen, etc wichtig findet: Fein. Das ist meines Erachtens kein legitimer Diskussionspunkt für andere.

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 23:07
von Nicole Fritz
Juna33 hat geschrieben: Mi 16. Feb 2022, 18:05 Überhaupt fällt mir in diesem Forum bei vielen auf, dass einem stereotypen Bild von Weiblichkeit hinterhergerannt wird, das viele emanzipierte CIS-Frauen zum Glück längst hinter sich gelassen haben. Da kann der Rock mitten im Winter nicht kurz genug, die High Heels nicht hoch genug sein, Weiblichkeit definiert sich über Rundungen, zur Not eben dann mit Silikon im BH und Schaumstoff in der Hose.

Jetzt hab ich mich wahrscheinlich komplett unbeliebt gemacht. Ist mit aber egal.
Hallo Juna,

mit komplett unbeliebt machen bin ich hier lange durch. Und mir ist es auch egal. Seit ich beim so genannten gesellschaftlichen Leben überzeugt und konsequent nicht mehr mit mache, halte ich es auch nicht mehr für nötig mich regelmäßig zu rasieren. Vielleicht hat auch hier die Bundeswehr einen gewissen Einfluss. Ich war mal Panzerfahrer. Zum Stoppelbart kommen dann ein schlichtes Kleid und Silikon-Brüste. Barfuß und mit langen ergrauten zotteligen Haaren runde ich das Bild dann ab. Da mir die Reaktion einiger hier noch in Erinnerung ist, zeige ich auch keine aktuellen Fotos.

Will ich einfach nur das sein, was ich bin, oder will ich ein bestimmtes Bild präsentieren und damit Anerkennung bei einem bestimmten Personenkreis erlangen? Ich habe mich hier eine Zeit lang immer wieder mit neuem Kleid, neuen Schuhen, usw. gezeigt - und damit die Anerkennung ein Stück weit bekommen, die ich in der Rolle als Mann nie spürte. Das hat vor C.. bereits nachgelassen. Ich zeigte mich immer mehr nicht-binär, abseits irgendwelcher Klischees. Anfang 2020 zog ich dann radikal einen Schluss-Strich.

Bei mir war es ganz eindeutig der Wunsch auf Anerkennung in der Gruppe, der mich neue Klamotten kaufen, Haare färben, Fingernägel lackieren, mich gründlichst rasieren und Make-Up auflegen ließ. Zum richtig Fühlen für mich selbst brauche ich das nicht. Letztlich ist es eine Frage wie man sich definiert.

Sonst habe ich übrigens den Eindruck, dass ich jetzt mit meiner nicht-binären Erscheinung weniger schräge Blicke auf mich ziehe als am Anfang mit kurzen Rock, Perücke und extra hohen Absätzen.

Liebe Grüße
Nicole (oder Panzer-Nicki)

Re: Berliner Zeitung: Die Frau, die nicht mehr möglichst weiblich sein will

Verfasst: Mi 16. Feb 2022, 23:31
von Blossom
Juna33 hat geschrieben: Mi 16. Feb 2022, 18:05 Jetzt hab ich mich wahrscheinlich komplett unbeliebt gemacht. Ist mit aber egal.
Nö ... warum auch. Ist halt deine Meinung, eine die man aushalten muss.