„Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet
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Anne-Mette
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„Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Hier auch dieses *-Wort, aber immerhin ein Artikel vom Redaktionsnetzwerk Deutschland, der vollständig zu lesen ist:

https://www.rnd.de/wissen/das-ist-jetzt ... N5QWQ.html
Céline
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 2 im Thema

Beitrag von Céline »

Für mich war es ein wirklicher Neuanfang und der hat sich sehr schwer dargestellt. Den Namen den ich ursprünglich wählte obwohl ich mir ihn schon mein Leben lang gewünscht habe"Franziska "konnte ich einfach nicht nehmen weil daraus immer "Der Franzi" wurde.
Da mein alter Name Franz war war es für mein Umfeld irgendwie nicht möglich in ihren Köpfen mich als" Weiblich" zu sehen. Das ganze bereitete mir viele schlaflose Nächte bis ich plötzlich meinen jetzigen Namen im Kopf hatte und wusste das ist der Richtige. Und entgegengesetzt des Berichtes ist Céline ganz und gar nicht passend und entsprechend meiner Generation und meines Alters. Ich habe darüber viel mit meiner Therapeutin gesprochen und sie hat mich oft gefragt ob mir sicher bin einen so auffälligen Namen zu wählen. Und...Ja ich bin mir dessen bewusst und tatsächlich weißt er auch in gewisser Weise auf meine Transidentität hin aber da ich vollkommen offen lebe stehe ich dazu. Aber interessanterweise funktioniert genau dieser Name und hat mir dazu verholfen angekommen zu sein. Und? Ich bin glücklich mit meinem Namen und deshalb ist mein Zweitname jetzt eben Franziska. Und mein" Deadname" Franz? Der fällt ab und zu immer noch aber ich lache heute einfach darüber, weil..... Wer ist Franz? :lol:
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Bibi-Melina
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 3 im Thema

Beitrag von Bibi-Melina »

Ja auch für mich war der Name wichtig ganz am Anfang wars mal Sandra aber dann habe ich sehr schnell festgestellt das auch jemand von der Familie so hieß also konnte ich das begraben aber dann gefiel mir mehr der Name Melanie aber den konnte ich auch ganz schnell begraben so hieß die Tochter einer Bekannten von mir und das passte ihr gar nicht na ja und 3 Wochen Später habe ich meinen jetzigen Namen in einer Serie gesehen und wusste der wirds entweder der oder gar keiner nur woran ich bei der nä/pä nicht gedacht habe an einen doppel Namen und so blieb es bei Melina und Bibi ist mein Spitzname was aber auch noch wichtig ist die nä/pä von meinem alten auf den jetzigen war für mich wie eine 2 Geburt deshalb ist der tag des richter Entscheid auch gleichzeitig mekn 2 Geburtstag mit lieben gruß die Bibi-Melina
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Lana
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 4 im Thema

Beitrag von Lana »

Wer sich für die Details interessiert, kann das E-book mit den Forschungsergebnissen hier kostenlos herunterladen:
https://www.degruyter.com/document/doi/ ... 89402/html

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Patricia_cgn
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 5 im Thema

Beitrag von Patricia_cgn »

Es kann sein, dass ich im Forum bereits beschrieben habe wie ich zu meinen Vornamen kam. Falls ja, so bitte verzeiht es mir :)
Meine Mutter hat mir mein ganzes Leben lang erzählt, dass sie bis zu meiner Geburt überzeugt war ein Mädchen zu bekommen. Die von ihr und meinem ausgesuchten Vornamen waren Patrycja Joanna. Das habe ich schon früh in meiner Kindheit erfahren und mein Leben lang immer wieder gehört. Manchmal frage ich mich, welchen Einfluss das auf meinen Weg, auf meine Entwicklung hatte, aber das ist ein anderes Thema.
Als ich mich etwa 2000 entschied einen weiblichen Vornamen für mich auszusuchen wurde es Jessica. Denn Patrycja konnte ich zu diesem Zeitpunkt irgendwie nicht leiden. Der Name blieb lange Zeit im Hintergrund da ich mich 2001 dafür entschied als Mann an der Seite meiner Ex zu eben. Jessi wurde in der Beziehung zwar anfänglich ausgelebt, aber aus diversen Gründen hörte das ziemlich schnell auf. Doch der Name blieb vorerst.
Im Laufe der Jahre verlor der Name aber für mich an Bedeutung und Patrycja fühlte sich immer mehr als der richtige Vorname für mich. Als ich mich dann 2019 entschieden habe meinen Weg zu gehen, habe ich mich auch dazu entschieden die Namen zu übernehmen die mir meine Eltern eigentlich gegeben haben. Ich entschied mich allerdings für eine kleine Anpassung. Aus Patrycja Joanna wurde Patricia Joanna. Ich wollte aber auch meinen ehemaligen zweiten Vornamen behalten, denn der wurde mir in Erinnerung an meinen Großvater väterlicherseits gegeben. Stefan, nur wurde daraus Stefanie. Da man bei der VäPä bis zu drei Vornamen angeben kann, werde ich, sofern ich je dazu komme, die Vornamen Patricia Joanna Stefanie führen. Mein alter Deadnamne fühlt sich hingegen als total falsch an...Meine Mutter fragte mich mal ob ich nicht evtl. den Vornamen Maria führen möchte, sozusagen als Verbindung zu meinem alten Leben in dem ich Marius hieß, aber nein, danke. Das will ich nicht.
Ich bin nicht Marius, ich bin Patricia!

LG
Patricia
Annette
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 6 im Thema

Beitrag von Annette »

Guten Tag,

richtig, der Wechsel meines Vornamens war für mich ungemein wichtig. Der alte Deadname mitsamt dieser versch... männlichen Identität fühlte sich seit langem wie eine hässliche und hartrtnäckige Krankheit an. Den Antrag zur amtlichen Namens- und Geschlechtsänderung habe ich im Mai 2021 gestellt, Mitte Oktober war es bereits offiziell. Als ich den Brief von der zuständigen Justizbehörde erhalten habe, war dies der bisher schönste und wichtigste Moment meines ganzen Lebens! Was hab ich geheult deswegen, immenser Druck ist von mir abgefallen, habe den Augenblick kredenzt mit Champagner und einem früheren Hit von Carlie Simon. Passte haargenau! Und im Nachhinein habe ich mich gewundert wie schnell und unkompliziert alles gewesen ist. Der Wechsel bei allen anderen Ämtern, Arbeit, usw, usw, war nur noch Formsache.

Nun heisse ich ganz offiziell "Annette Claudia Simone" und bin eine Frau.

Mein Verlangen "Annette" zu heissen trage ich seit meiner Jugend im mir, immer dachte ich, sei ich eine Frau, so würde ich so und nicht anders heissen wollen. Es ist alternativlos und fühlt sich einfach nur richtig an.

Die beiden anderen Vornamen werden kaum benutzt, dennoch ich habe sie mitgenommen, denn "Claudia" ist die weibliche Version meines alten Deadname, und "Simone" würd ich heissen wenn ich damals gleich im richtigen Körper geboren wäre.

Für manch andere schien mein Namenswechsel offenbar bedeutungslos, "sind ja eh nix anderes als Buchstaben auf einem Schriftstück", wurde mir gelegentlich erörtert, doch nein! Es ist meine Identität und beeinflusst in direkter Weise mein persönliches Wohlbefinden. Es ist ungeheuer wichtig! Alle Betroffenen wissen wovon ich rede und verstehen mich. Etwas Falsches in meinem Leben wurde endlich richtiggestellt! Rechtlich bin ich angekommen!

Und bevor ich es vergesse, dies ist ein sehr schöner Thread. Danke, Anne-Mette!

Mit liebsten Grüssen,
Annette Claudia Simone
uferlos
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 7 im Thema

Beitrag von uferlos »

Hallo ihr Lieben,

eure Namens-Geschichten finde ich unheimlich interessant und ich möchte meine eigene beisteuern, damit dieser Thread nicht gleich wieder hinter dem Ereignishorizont verschwindet.
Ich heiße seit letztem Jahr Marit Oliver Edda.

Marit ist mir in einer langen Nacht mit wenig Schlaf in den Sinn gekommen wie eine Eingebung. Eigentlich hatte ich schon öfter an Mara gedacht, doch das war mir zu weich und rund für mein eher kantiges Wesen. Ein verspielter 'überweiblicher' Name sollte es auch nicht sein und viele, die mir gefielen, waren 'verbrannt', weil ich Kerstin, Christine, Iris oder Sabine schon irgendwo in meiner Bekanntschaft oder Vergangenheit hatte. Marit ist einfach auszusprechen, kann nicht zu einem peinlichen Kosenamen verunstaltet werden und wurde überall gerne angenommen.
Oliver hat mich die ersten 57 Jahre begleitet und auch wenn ich vieles an dieser Person abgelegt habe oder mich gar nicht mehr damit identifizieren kann, gehört doch noch einiges von dieser Person zu mir. Außerdem habe ich nicht vor, meine Transidentität zu verstecken - ich bin eben eine Frau mit Vergangenheit. Für meine Partnerin war es auch wichtig, dass nicht alles von der Person verschwindet, die sie mal geheiratet hat.
Edda heißt meine Mutter, der ich viel verdanke. So ist mit einem zweiten nordischen Namen der Bogen zu Marit hergestellt und mein Geschlecht selbst mit dem männlichen Namen in der Mitte klar erkennbar.

Was mich ein wenig stört, ist, dass alle drei Namen auf mehr Briefen erscheinen, als mir lieb ist (Banken, Krankenkasse, Behörden). Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, dass nur der Rufname sichtbar ist, doch nun ist es eben wie es ist.

Liebe Grüße von Marit
Nichts ist für immer.
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 8 im Thema

Beitrag von Aria »

Erstaunlich, dass ihr alle so viele Vornamen habt und auchvfreiwillig wolltet...:o :shock:
Habe ich aber schon öfter bei unsereins gelesen.
Ich bin froh nur einen zu haben aber dafür habe ich ja drei Nachnamen :lol:
¡no lamento nada!
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 9 im Thema

Beitrag von Mary »

Ich bin da ganz bei Dir, Aria. :) Mir reicht ein Vor- und ein Nachname. Aber wenn es für den Träger passt, isses ja gut.
Wenn dir das Leben in den Hintern tritt, nutze den Schwung um vorwärts zu kommen....
Blossom
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 10 im Thema

Beitrag von Blossom »

Aria hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 20:49 Erstaunlich, dass ihr alle so viele Vornamen habt und auchvfreiwillig wolltet...:o :shock:
Habe ich aber schon öfter bei unsereins gelesen.
Verstehe ich als Kompensation der Vergangenheit, da muss es halt einfach ein wenig mehr sein.
Mir jedenfalls reicht einer ... lächel
»Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.«
Billie Jean King (*1943)
Vanessa93
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Re: „Das ist jetzt ein Neuanfang“: Was der Wechsel des Vornamens ... bedeutet

Post 11 im Thema

Beitrag von Vanessa93 »

Hallo Zusammen,

Auch für mich war die VPÄ wie eine Befreiung. Das war der erste Schritt auf meinem Weg den ich eingeleitet habe. Den Antrag dazu stellte ich noch im Dezember 2015. Mein erster Psychologentermin war erst im März. Und so musste ich natürlich einiges erklären und diverse Dokumente nachreichen. Aber was tut Frau nicht alles :lol:

Beim Antrag hatte ich zuerst nur Vanessa als neuen Namen angegeben. Dieser Name war einfach da. Ich hatte lange vorher schon über Namen nachgedacht aber die mir einfielen waren nichts für mich. Sie passten im Klang in meinem Kopf einfach nicht zu mir. Aber dann kam mir da ganz plötzlich Vanessa in den Kopf und der passte perfekt.
Also sollte es Vanessa sein.

Aber so nach einiger Zeit, in der mich auch meine Familie und auch der Psychologe Vanessa nannten. Hatte ich das Gefühl dass dem Namen noch etwas fehlte, also machte ich mich auf in die Weiten des Internet und suchte nach Namen. Da ich aber in etwa so entscheidungsfreudig wie ein Sack Zement bin, stand ich am Ende mit einer Liste von etwa zehn Namen da.
Ich bin mit diesee Liste dann zu meiner Mama und habe zu ihr gesagt sie solle mir einen davon aussuchen. Ich wollte sie damit an meinem neuen Namen beteiligen. Und sie erwählte den Namen Henrikje. Ein friesischer Name. Und das war auch einer meiner Favoriten :mrgreen:

Blöd war nur dass ich in der Zwischenzeit einen Zweitnamen gefunden hatte der mir besser gefiel als alle auf der Liste. Unbestritten hatte ich schon immer ein faible für alles was mit der Germanischen Kultur und Mythologie zu tun hat. Und ich denke das ganz klar davon dabei etwas mitgeschwungen ist. Ich hatte mich in den Namen Feenja verguckt.

Also endschied ich mich letztendlich für drei Namen die ich dann bei Gericht noch nachträglich eingereicht habe. Und seit November 2016 bin ich nun offiziell Vanessa Henrikje Feenja. Und damit bin ich nun auch schon ein paar Jahre mehr als glücklich (he)

VG
Vanessa
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