es hat sich etwas fundamental verändert
Verfasst: Sa 8. Jan 2022, 18:39
Hallo Ihr Lieben,
ich hatte ja schon eine Weile mich zunehmend mit meinem Transgenderdasein arrangiert, so dass ich es mit deutlich mehr Selbstbewusstsein akzeptieren konnte. Die, die mich länger kennen, wissen, dass ich in den letzten Jahren teilweise massive Kämpfe mit mir selber ausgefochten habe. Zweifel, Erklärungsversuche, wieder Zweifel, etwas Akzeptanz, mal mehr Distanz zum Thema, das mich aber immer wieder eingeholt hat. Ich war draußen, war shoppen und im Schwimmbad, habe auch mehrere Urlaube en femme erlebt und hatte generell immer positive Erlebnisse. Auch weiß meine Frau von meinem Hang zum weiblichen, aber positive Signale waren selten oder erst gar nicht von mir wahrgenommen. Mein Leben en femme war ein einsames Leben, das mich auch von meinem Umfeld distanziert hat.
Das ist auch für eine Ehe nicht gut und so habe ich das schon viel zu lange aufgeschobene Gespräch endlich begonnen. Parallel dazu habe ich die letzten Tage im Homeoffice en femme gelebt. Da meine Frau noch Urlaub hatte, hat sie das jetzt persönlich miterlebt. Sie hat das sicherlich nicht toll gefunden, aber nichts negatives gesagt. Sie hat sogar Signale der Öffnung ihrerseits ausgesendet. Dabei hat sich in mir ein Wandel in der inneren Einstellung zu mir selber eingestellt. Ich konnte endlich für mich akzeptieren, dass ich anders "ticke" als andere Menschen. Das klingt trivial, da dies egentlich klar ist, aber die Tiefe, die diese Veränderung bedeutet, ist für mich erstaunlich. Wenn mir danach ist, en femme zu leben, dann mache ich es, ohne das Gefühl zu haben, und sei es nur vor mir selber, mich rechtfertigenzu müssen. Die Scham ist praktisch über Nacht vollkommen verschwunden und es fühlt sich an, als wäre eine positive Spirale in Bewegung gekommen.
Sehr geholfen hat mir die Diskussion um den Autismus viewtopic.php?t=23533. Hierbei wurde mir klar, dass es viele Parallen gibt (unterschiedliche Reizverarbeitung, Stress durch Anpassung an das "normale" Leben etc.). Autisten, wie auch HSPler, haben eine anders ablaufende Reizverarbeitung. Wenn sie diese leben können, ist die Grundlage für ein gutes Leben geschaffen. Mir ist gelungen, genau dieses für mich zu akzeptieren und nach außen zu transportieren. Meine Frau hat diese Öffnung sehr positiv aufgenommen und ich habe das Gefühl, dass sich das noch weiter entwickeln wird. Ob sie mir jemals einen BH schenken wird bleibt zweifelhaft,
aber das ist nicht das Entscheidende. Sie hat mich angenommen, wie ich mich selber erklärt habe. Ein wesentlicher Punkt hierbei war für mich, dass ich nicht mehr wie früher herum gestammelt habe, um mich zu erklären. Ich hatte eine klare Sicht: ich bin wie ich bin und das kann ich geben und das bin ich mir auch wert. Ich habe für mich gelernt, dass die eigene Wertschätzung sich nicht dadurch ausdrückt, dass man sie für sich alleine im Kämmerchen lebt, sondern auch im täglichen Leben nach außen, hier gegenüber meiner Frau, vertreten und dazu stehen kann.
Das sind ein paar persönliche Eindrücke, die ich aktuell erlebe. Trotz der Aufregung um das Neue, ist viel innerer Frieden dabei. Vielleicht kann ja auch die ein oder andere, vielleicht auch Partnerin daraus etwas für sich mitnehmen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht ...
ich hatte ja schon eine Weile mich zunehmend mit meinem Transgenderdasein arrangiert, so dass ich es mit deutlich mehr Selbstbewusstsein akzeptieren konnte. Die, die mich länger kennen, wissen, dass ich in den letzten Jahren teilweise massive Kämpfe mit mir selber ausgefochten habe. Zweifel, Erklärungsversuche, wieder Zweifel, etwas Akzeptanz, mal mehr Distanz zum Thema, das mich aber immer wieder eingeholt hat. Ich war draußen, war shoppen und im Schwimmbad, habe auch mehrere Urlaube en femme erlebt und hatte generell immer positive Erlebnisse. Auch weiß meine Frau von meinem Hang zum weiblichen, aber positive Signale waren selten oder erst gar nicht von mir wahrgenommen. Mein Leben en femme war ein einsames Leben, das mich auch von meinem Umfeld distanziert hat.
Das ist auch für eine Ehe nicht gut und so habe ich das schon viel zu lange aufgeschobene Gespräch endlich begonnen. Parallel dazu habe ich die letzten Tage im Homeoffice en femme gelebt. Da meine Frau noch Urlaub hatte, hat sie das jetzt persönlich miterlebt. Sie hat das sicherlich nicht toll gefunden, aber nichts negatives gesagt. Sie hat sogar Signale der Öffnung ihrerseits ausgesendet. Dabei hat sich in mir ein Wandel in der inneren Einstellung zu mir selber eingestellt. Ich konnte endlich für mich akzeptieren, dass ich anders "ticke" als andere Menschen. Das klingt trivial, da dies egentlich klar ist, aber die Tiefe, die diese Veränderung bedeutet, ist für mich erstaunlich. Wenn mir danach ist, en femme zu leben, dann mache ich es, ohne das Gefühl zu haben, und sei es nur vor mir selber, mich rechtfertigenzu müssen. Die Scham ist praktisch über Nacht vollkommen verschwunden und es fühlt sich an, als wäre eine positive Spirale in Bewegung gekommen.
Sehr geholfen hat mir die Diskussion um den Autismus viewtopic.php?t=23533. Hierbei wurde mir klar, dass es viele Parallen gibt (unterschiedliche Reizverarbeitung, Stress durch Anpassung an das "normale" Leben etc.). Autisten, wie auch HSPler, haben eine anders ablaufende Reizverarbeitung. Wenn sie diese leben können, ist die Grundlage für ein gutes Leben geschaffen. Mir ist gelungen, genau dieses für mich zu akzeptieren und nach außen zu transportieren. Meine Frau hat diese Öffnung sehr positiv aufgenommen und ich habe das Gefühl, dass sich das noch weiter entwickeln wird. Ob sie mir jemals einen BH schenken wird bleibt zweifelhaft,
Das sind ein paar persönliche Eindrücke, die ich aktuell erlebe. Trotz der Aufregung um das Neue, ist viel innerer Frieden dabei. Vielleicht kann ja auch die ein oder andere, vielleicht auch Partnerin daraus etwas für sich mitnehmen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht ...