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Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Mi 5. Jan 2022, 14:55
von Anne-Mette
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Sven Lehmann, ist Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt (Queer-Beauftragter). Das hat das Bundeskabinett in seiner heutigen Sitzung beschlossen.
Zu seiner Ernennung erklärt Sven Lehmann:
"Das neu geschaffene Amt des Queer-Beauftragten zeigt, wie wichtig der Bundesregierung die Akzeptanz von Vielfalt ist. Jeder Mensch soll frei, sicher und gleichberechtigt leben können. Die neue Bundesregierung wird ausgehend vom Leitgedanken der Selbstbestimmung eine progressive Queerpolitik betreiben und auch die Familienpolitik an der gesellschaftlichen Realität unterschiedlicher Familienformen ausrichten. Der Schutz von Menschen aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität muss im Grundgesetz sichergestellt und die Grundrechte von trans-, inter- und nicht binären Menschen müssen endlich vollständig durchgesetzt werden. Wir brauchen zudem eine breit angelegte Strategie zur Bekämpfung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit — darunter explizit der Queerfeindlichkeit. Dazu werde ich gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium einen nationalen Aktionsplan für die Akzeptanz und den Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt auf den Weg bringen. Deutschland soll zum Vorreiter beim Kampf gegen Diskriminierung werden."
Der Beauftragte der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt soll mit den beteiligten Bundesministerien bei Vorhaben der Queerpolitik zusammenwirken. Er koordiniert insbesondere die Erstellung und Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Akzeptanz und Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und die damit verbundene Information der Öffentlichkeit.
Sven Lehmann ist seit 1999 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. 2018 bis 2021 war er Sprecher für Queerpolitik und Sozialpolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2021 ist er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Web-Ansicht:
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/ ... alt-191532
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Mi 5. Jan 2022, 16:53
von Anne-Mette
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Mi 5. Jan 2022, 17:51
von Jasmine
Meine persönliche Meinung, ein gutes Zeichen was die Regierung hier setzen möchte. Wie ich es schon häufiger sagte: Eine Regierung muss sich daran messen lassen wie sie mit Minderheiten umgeht.
Warum hat die Union in der letzten Regierungsperiode die Probleme nicht aufgegriffen? Ich erinnere mich noch sehr gut an den Referentenentwurf und den Versuch der Umsetzung durch Horst Seehofer.
Ich bin mal gespannt wie die sehr vernünftigen Ideen von Herrn Lehmann vom Herrn Söder angenommen werden. Weil Bayern in meinen Augen sehr viel nachzuholen hätte.
Liebe Grüße Jasmine
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Fr 7. Jan 2022, 19:40
von Anne-Mette
Lehmann: "Es gibt gesetzlich einiges zu tun, aber auch gesellschaftlich"
https://www.radioeins.de/programm/sendu ... agten.html
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Sa 8. Jan 2022, 15:56
von Cybill
Die Schaffung der Stelle ist durchaus positiv zu sehen.
Für mich stellt sich die Frage, wie eine einzelne Person drei Fulltimejobs auf einmal machen will? Abgeordneter, Staatssekretär und Bundesbeauftragter.
Sven Lehmann ist sicher ein engagierter Politiker, aber auch ein großer Selbstdarsteller. Darüber hinaus sehe ich es als kritisch an, dass ein schwuler weißer Cis-Mann die Aufgabe wahrnimmt.
Auch Schwule sind in erster Linie Männer!
Schönes Wochenende!
Cybill
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Sa 8. Jan 2022, 17:51
von ExUserIn-2026-04-08
Cybill hat geschrieben: Sa 8. Jan 2022, 15:56
Sven Lehmann ist sicher ein engagierter Politiker, aber auch ein großer Selbstdarsteller.
Das darf er von mir aus auch sein, wenn er den Koalitionsvertrag umsetzt ...
Wir werden das Transsexuellengesetz abschaffen und durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzen. Dazu gehören ein Verfahren beim Standesamt, das Änderungen des Geschlechtseintrags im Personenstand grundsätzlich per Selbstauskunft möglich macht, ein erweitertes und sanktionsbewehrtes Offenbarungsverbot und eine Stärkung der Aufklärungs- und Beratungsangebote.
Daran werde ich ihn messen.
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: So 9. Jan 2022, 10:51
von Anne-Mette
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Mo 10. Jan 2022, 09:03
von Marlene K.
Cybill hat geschrieben: Sa 8. Jan 2022, 15:56
Die Schaffung der Stelle ist durchaus positiv zu sehen.
Für mich stellt sich die Frage, wie eine einzelne Person drei Fulltimejobs auf einmal machen will? Abgeordneter, Staatssekretär und Bundesbeauftragter.
...
Schönes Wochenende!
Cybill
Ich sehe nicht, wo die Rollen sich im Wege stehen. Minister sind Abgeordnete und Ausschussvorsitzende oder ähnliches. So lange sie keine Beraterposten in der Wirtschaft wie vielfach bei SPD, CDU und FDP haben sehe ich keinen Interesesnkonflikt und beurteile Menschn nach ihren Taten. Olaf Scholz ist Kanzler und Abgeordneter.
Menschen in der Politik müssen Netzwerker*Innen und Selbstdartsteller*Innen sein, sonst kommen sie nicht an die entscheidenden Stellen, werden nicht gewählt.
Liegt der Fehler eher in der Tatsache das Sven Lehmann, überzeugter Europäer und queerer Politiker, bei den Grünen und nicht in der SPD ist?
Eine schöne Woche wünscht
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Mo 10. Jan 2022, 21:57
von Cybill
Liebe Marlene,
die Arbeit eines Staatssekretärs, sofern man diese ernst nimmt, bedingt allein eine 60-Stunden-Woche, wenn es denn langt. Die eines Bundesbeauftragten dürfte nicht viel weniger erfordern.
Einen Genossen in derartiger Konstellation hätte ich aktiv versucht zu verhindern, was ja bei Frau Breymayer auch geklappt hat. Unsere Themen sind zu wichtig, als dass sie neben dem Tagesgeschäft behandelt werden können. Daneben gibt es auch einen Wahlkreis in Köln, der vertreten sein - und nicht nur als Stimmvieh wahrgenommen werden will.
Du kennst mich genug, um zu wissen, dass ich hohe Ansprüche an Amtsinhaber stelle.
Im Übrigen waren es die Grünen, die als erste eingeführt haben, dass Amtsträger nur ein Amt ausführen sollen

.
Nur mal so zum Wegmerken.
Liebe Grüße
Cybill
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Mo 10. Jan 2022, 22:32
von Anne-Mette
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Mo 10. Jan 2022, 23:09
von Marielle
Namd,
auch zum wegmerken ist, dass Breymaier in einer Form abgemeiert* wurde, die jeden menschlichen Respekt vermissen lies. Auch durch die SPDqueer.
Die Community und ihre Sprecher*innen haben schon ganz andere Kaliber ruhig gestellt; Barley, Lambrecht, Krings et al. Das haben viele nicht mitgeschnitten, weil sie mit sich selbst oder mit ihren
Titten Körbchengrössen beschäftigt waren. Aber: Persönliche Profilierungen und individuelle Körbchengrößen waren dabei nie zielführend. Ganz im Gegenteil mussten nach solcherlei geäusserten Befindlichkeiten immer erst Scherben aufgekehrt werden, bevor man zum eigentlichen Punkt kommen konnte. Es nervt jedoch, wenn man immer erst Schutt wegräumen muss, bevor man mit dem Bauen beginnen kann.
Sven Lehmann zu diskreditieren ist, im Interesse der trans Community, kein guter Plan. Selbstbestimmte LGR ist nach wie vor kein Selbstgänger. Wir sind noch lange nicht in der Position, anerkannte Alliierte wegen parteipolitischer oder persönlicher Feinheiten verprellen zu können.
Demnächst habe ich mit Frau Breymaier zu reden. Je weniger ich mich dabei für meine eigenen Leute entschuldigen muss, umso mehr Zeit habe ich, ihr den eigenen Irrweg deutlich zu machen.
Habt es gut
Marielle
*)
https://de.wikipedia.org/wiki/Abmeierung
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Di 11. Jan 2022, 10:00
von Anne-Mette
Moin,
Marielle hat geschrieben: Mo 10. Jan 2022, 23:09
Je weniger ich mich dabei für meine eigenen Leute entschuldigen muss, umso mehr Zeit habe ich, ihr den eigenen Irrweg deutlich zu machen.
vielleicht sollte ich einfach meinen Mund halten nach dem Motto "wat geiht mi dat an?", aber ich frage mich doch, wer "die eigenen Leute" sind.
Damit verbunden ist für mich die Frage, wer denn da alles in Berlin mitmischt und teilweise Scherben verursacht und Menschen "ruhig stellt".
Eine weitere Frage ergibt sich daraus: wie kann ich sicherstellen, dass ich von den "richtigen Leuten" (aus der Community oder wo auch immer die herkommen) vertreten werde und warum sich wer berufen fühlt - und wie ich verhindern kann, von "den falschen Leuten" zu vertreten zu werden?
Allerdings meine ich, dass manches Streitgespräch nicht zu verhindern ist - und wer als erfahrene Politikerin wie Frau B. agiert, dafür ausführlich Reklame macht - und auch noch für sich selbst persönliche Sonder-Rechte in Anspruch nimmt, der muss mit Gegenwind rechnen - auch wenn einige Menschen, nur weil ist ihnen in der heutigen Zeit möglich ist, weit über das Ziel einer guten und gepflegten Auseinandersetzung hinausschießen.
Gruß
Anne-Mette
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Di 11. Jan 2022, 14:43
von Inga
Hallo,
Personalangelegenheiten in Berlin: Abgeordneter, Staatsekretär, Bundesbeauftragter - und kommen da womöglich noch Funktionen in seiner Partei dazu?
Wie auch immer, im politischen Betrieb ist da einiges managen und es ist nicht einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht die Orientierung zu verlieren.
Es gibt ja den Spruch, ein Bundestagsabgeordneter ist eh nur so gut, wie die Mitarbeiter im Büro, eh nur so gut wie die Zuarbeit der Mitarbeitenden im Hintergrund in Berlin, im Wahlkreis und sonstwo funktioniert. Ähnlich auch bei den Funktionen als Staatssekretär und Beauftragter. Da hoffe ich, dass Sven Lehmann bei den Personalressourcen ein gutes Händchen und darüber hinaus auch ein offenes Ohr für Ehrenamtliche innerhalb wie auch außerhalb seiner Partei hat.
Liebe Grüße
Inga
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Di 11. Jan 2022, 15:58
von Anne-Mette
Nochmal BILD: In BILD spricht Sven Lehmann (42, Grüne) über seine Ziele ++ Das liebt er privat
https://www.bild.de/regional/koeln/koel ... .bild.html
Re: Bundesregierung beruft Sven Lehmann in neu geschaffenes Amt (Queer„Beauftragter)
Verfasst: Di 11. Jan 2022, 18:56
von Marielle
Namd Anne-Mette,
Damit verbunden ist für mich die Frage, wer denn da alles in Berlin mitmischt und teilweise Scherben verursacht und Menschen "ruhig stellt".
Da 'mischen' viele mit. Unter anderen DGTI, BVT*, IMeV, LSVD, die Queer-Gruppen der Parteien und weitere Vereine und Gruppen. Natürlich die Bundestagsfraktionen bzw. -abgeordneten, deren Mitarbeitende und auch die Ministerien. "Ruhig stellen" war keine glückliche Formulierung von mir, zugegeben. Sie kommt daher, dass für die letzten Jahre prägend war, dass keine eigentlichen Fortschritte erreicht wurden, sondern die 'Erfolge' darin bestanden haben, schlechte Veränderungen an der Rechtslage zu verhindern.
Eine weitere Frage ergibt sich daraus: wie kann ich sicherstellen, dass ich von den "richtigen Leuten" (aus der Community oder wo auch immer die herkommen) vertreten werde und warum sich wer berufen fühlt - und wie ich verhindern kann, von "den falschen Leuten" zu vertreten zu werden?
Es sind weit überwiegend Menschen, die in den o.g. Gruppierungen der Community engagiert sind. Zum Teil sind es direkt deren Vorstände, zum anderen Teil Menschen, die von den Gruppen bzw. deren Vorständen damit betraut wurden, sich um Kontakte und Gespräche zu kümmern, Ideen und Vorschläge zu entwickeln usw.. Der Einfluss darauf, wer 'mitmischt' führt also über die Vereine und Gruppierungen. Die sind sicherlich ansprechbar, wenn für jemanden der Eindruck entsteht schlecht vertreten zu werden.
Allerdings meine ich, dass manches Streitgespräch nicht zu verhindern ist - und wer als erfahrene Politikerin wie Frau B. agiert, dafür ausführlich Reklame macht - und auch noch für sich selbst persönliche Sonder-Rechte in Anspruch nimmt, der muss mit Gegenwind rechnen - auch wenn einige Menschen, nur weil ist ihnen in der heutigen Zeit möglich ist, weit über das Ziel einer guten und gepflegten Auseinandersetzung hinausschießen.
Es geht in keiner Weise darum Streitgespräche zu verhindern. Die gehören ganz normal dazu. Aber was per Twitter, Facebook und einschlägiger Internetangebote öffentlich verbreitet wurde, als L. Breymaier im Mai ihr Posting zum Selbstbestimmungsgesetz verbreitete und als sie diesen Verhandlungsposten bekommen sollte, war in Teilen sehr weit über das Ziel hinaus. Sicher sind Politiker*innen i.d.R. keine ausgeprägten Mimosen, aber auch die entwickeln Verhärtungen, wenn sie beschimpft werden. Es geht selbstverständlich nicht darum, sich ablehnenden Standpunkten anzunähern. Aber ein bisschen 'strategische Freundlichkeit' wäre schon ganz gut.
Ich bin der Ansicht, dass wir uns nicht allzuviel Widerstand gegen selbstbestimmte Geschlechtseinträge, gute medizinische Versorgung, passende Elternschaftsregelungen usw. leisten können. Und wir sollten nicht dazu beitragen, dass sich Widerstände verhärten, neue entstehen oder auch nur Alliierte ein wenig weniger engagiert zu Werke gehen.
Habt es gut
Marielle