Frieda hat geschrieben: Di 28. Dez 2021, 00:07Ich finde den Artikel schlimm...
Liebe Frieda,
es tut mir leid, dass ich Dich mit dem Artikel getriggert habe.
Das war keinesfalls meine Absicht
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 27. Dez 2021, 18:40Bei mir lag (und liegt) in Teilen ein selbstzweifelndes Körpergefühl vor...
Ich hab den Artikel hier im Forum verlinkt, weil ich im Laufe der medizinischen Maßnahmen die Veränderungen meiner 'Körper-Innenansicht' in der begleitenden Therapie immer wieder einmal angesprochen hatte und der Artikel die Gelegenheit ist, dieses Thema hier im Forum zu beleuchten.
Und ich bemerkenswert finde, dass es zum Thema 'sich in seiner Haut wohlfühlen' in der Fachwelt kaum Wissen gibt
Indem sich bei mir mit der Erkenntnis 'transsexuell' zu sein, meine geschlechtliche Zugehörigkeit schlagartig diametral verändert hatte (ich lebte vorher in der Gewissheit 'Mann' zu sein), hat da ersteinmal gar nichts mehr zusammengepasst.
Mit dem Fortschreiten der ersten med. Maßnahmen und den damit einhergehenden körperlichen Veränderungen fand auch eine fortwährender Prozess der Neubewertung des sich Selbst Empfindens statt.
Das war bei mir eine Phase von ca.1,5 - 2 Jahren in der ich für mich selbst weder 'Mandl noch Weibl' war und sich mangels gefestigter Identität /Persönlichkeit auch keinerlei Selbstwertgefühl entwickeln konnte.
Dazu direktproportional tief waren dann auch die 'Durchhänger'
Nach dieser Zeit war ich halbwegs so weit zu wissen, dass ich (nicht nur eigentlich) zur weiblichen Seite des Geschlechterspektrums gehöre, sondern ich konnte mich selbst als (überwiegend) weiblich - ja: als Frau - benennen.
Es hat bei mir bis nach der Korrektur-OP gebraucht, bis das gelegentliche Mäandern der Identitätswahrnehmung in den männlichen Bereich hinein, nach und nach endgültig zum Erliegen kam.
Diese Zeit war (das nehmen andere Betroffene wohl auch so wahr) eine mental sehr zehrende Zeit.
(Ich habe mir hierfür in der Nachbetrachtung ein 'Transitions-BurnOut' diagnostiziert

)
Der 'anstrengende Teil', die Transition, ist für mich mittlerweile vorbei.
Ich bin, meine Frau bestätigt dies, angekommen -> bei 70% weiblich,
Der zuletzt noch beantragte Brustaufbau ist, so er irgendwann vom Kostenträger übernommen wird, das 'Sahnehäubchen' fürs Wohlbefinden.
Noch keineswegs abgeschlossen, so scheint es, ist die Expression der Weiblichkeit.
Ich bin in der letzten Phase der Bart-Epilation und je weiter der Bartschatten verschwindet, desto mehr geht die Tendenz da hin, die Alltagskleidung generell femininer zu wählen.
Es bleibt also auch noch neun Jahre nach 'Der Erkenntnis' kurzweilig
Wer oder was ich in 10 Jahren bin?
Meine Frau findets jedenfalls spannend
