Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?
Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

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uferlos
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Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 1 im Thema

Beitrag von uferlos »

Ihr Lieben,

heute habe ich auch mal eine Frage und hoffe, sie ist im richtigen Unterforum aufgeschlagen. Ich möchte bewusst nur die unter euch ansprechen, die sich gerade in einer Transition zur Frau befinden oder schon dort angekommen sind.

Ich habe mich jahrelang in einem Verein mit dem Thema Yachtsegeln auf See beschäftigt - in Theorie, Praxis und bei Arbeitseinsätzen zum Erhalt unseres Schiffs. Das habe ich in meiner Rolle als Mann begonnen, war mit Begeisterung dabei und habe es dann aus persönlichen Gründen vor zwei Jahren unterbrochen. Jetzt war ich das erste Mal wieder auf einem Törn dabei - als Frau. Nach einem halben Jahr HET habe ich mich sehr in die weibliche Richtung verändert. Die Mitsegler waren alles Männer und haben mich akzeptiert und respektiert wie ich bin - mit meinen Sonderwünschen, den Segelfehlern nach zwei Jahren Auszeit und dem veränderten Outfit zum Landgang. Unterschwellig haben sie aber vermutlich in mir immer noch den Kerl gesehen, doch das kann ich ihnen nach der langen Zeit als Mann nicht verdenken.

Nach einer halben Woche kam ich zu der Erkenntnis, dass das Segeln für mich keinen Sinn mehr macht. Als Frau habe ich mich plötzlich gefragt, warum ich mich in unbequeme und potentiell gefährliche Situationen bringe. Den Jungs hat es Spass gemacht, Abenteuer zu bestehen und abends drüber zu reden und ich hätte mich lieber gemütlich mit Freundinnen über Frauenthemen unterhalten usw. Jedenfalls wurde mir klar, dass diese Segelei am Limit ein Männerding ist, das mir nicht mehr am Herzen liegt. Dazu kommt meine chronische Zeitnot, so dass ich recht schnell beschlossen habe, einen Schlussstrich unter dieses Kapitel zu ziehen. Danach habe ich mich wunderbar erleichtert gefühlt und gemerkt, dass mein Leben wieder etwas geradliniger und ehrlicher geworden ist.

Nun die Frage: hattet ihr ähnliche Erlebnisse und habt beispielsweise den Fussball sausen lassen oder fahrt ihr immer noch bei der Paris-Dakar mit oder klettert den El Capitan rauf?

Auf eure Antworten freut sich Marit
Jasmine
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 2 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Klar gibt es männliche Hobbies, aber warum sollten zum Beispiel Frauen nicht in einem Topteam segeln? https://www.derstandard.de/story/200011 ... aechtigung
https://www.fitforfun.de/shopping/aktiv ... 83956.html
Aber Frauen sind auch in Sportarten erfolgreich. https://de.motorsport.com/nhra/news/0-a ... 3/4593776/
https://automobilrevue.ch/2018/11/19/48781/
Wenn ich so am Regen entlanggehe, sehe ich Frauen beim Angeln. An den Motorradstrecken hier im Landkreis sind auch viele Frauen als Selbstfahrerinnen unterwegs.
Ob mein Hobby (biken, joggen, lesen, Heilsteine) typisch weiblich sind, weiß ich nicht.
Liebe Grüße Jasmine
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uferlos
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 3 im Thema

Beitrag von uferlos »

Jasmine hat geschrieben: Mo 15. Nov 2021, 21:19 Klar gibt es männliche Hobbies, aber warum sollten zum Beispiel Frauen nicht in einem Topteam segeln?
Sicher gibt es viele Frauen, die in 'männlichen' Sportarten fit sind. Das war nicht die Frage.
Noch mal zur Klarstellung: mich interessiert mehr, ob sich durch die Transition bei EUCH konkret etwas geändert hat in Bezug auf Männerhobbies - nicht nur Sport.
Blossom
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 4 im Thema

Beitrag von Blossom »

uferlos hat geschrieben: Mo 15. Nov 2021, 21:39 Noch mal zur Klarstellung: mich interessiert mehr, ob sich durch die Transition bei EUCH konkret etwas geändert hat in Bezug auf Männerhobbies - nicht nur Sport.
Ich will nicht philosophisch werden und hinterfragen, woran Männerhobbies festgemacht werden ... Für mich kann ich sagen: Es hat sich nichts geändert. Aber um im Bild zu bleiben: Es waren wohl schon immer eher Mädchenhobbies.
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 5 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Hi Marit,

Unabhängig von der Transition gibt es meiner Meinung nach keine typisch männlichen oder weiblichen Hobbies. Ich mag solche Geschlechterklischees nicht, sie sind ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert.

Eins ist bei mir genau gleich; ich mag keine typischen Männergespräche über Sport oder Sex. Wenn ich ein Gespräch suche denn rede ich lieber mit Frauen. Da kann ich mich über Kochrezepte austauschen. Bis zum Filet Wellington habe ich es geschafft. Demnächst kommen Fischgerichte dazu. Backen und Kochen war schon immer Bestandteil in meinem Leben. Das hat sich durch die Transition nicht geändert.

Liebe Grüße
Manuela
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 6 im Thema

Beitrag von Jen »

Huhu Marit, (moin)

Das ist nicht leicht zu beantworten. Wie Du auch schon schriebst hängt das viel mit der Psyche in der Transition zusammen. Irgendwie wird alles Männliche als blöd für das Passing empfunden.

Man, zumindest ich, sehe (sah) immer nur das Männliche in gewissen Situationen und fühle mich dabei unwohl. Ich baue z.B. sehr gerne (Möbel, Deko und alles was mit Raumgestaltung zu tun hat). Okay, muss ich gerade auch, da ich am Wohnung renovieren (Kernsanierung) bin. Da habe ich natürlich alte Männersachen an und fühle mich nicht wohl im Dreck und komplett männlich sowohl in der Optik als auch in der Ausführung. Schau ich allerdings zu den Nachbarn rüber, ist da eine Malerin am Werk, welche sogar ihren eigenen Betrieb hat. Wohl fühle ich mich hingegen, wenn so langsam das / die Ergebnisse sichtbar werden. Da ist eine eindeutige feminine Note drinnen und ich meine nicht die Farbe rosa... :wink: :lol: :lol:

Auch habe ich jahrelang Triathlon gemacht. Leider fehlt mir dazu im Augenblick die Zeit... :cry: Aber wenn ich was mache, denke ich gleich... Oje, Liegestütz, dann wird mein Kreuz noch breiter usw... :cry: Aber es gibt ja auch andere Übungen und schon macht´s wieder Laune, obwohl es im Endeffekt das Gleiche ist... :lol: :lol: :lol: Sobald ich die Wohnung fertig habe, werde ich also damit sicherlich wieder beginnen / weitermachen. (he)

Dann kommt neben der Tätigkeit natürlich auch noch das Umfeld hinzu... :wink:
Hatte es neulich zB mit meinem besten Freund davon. Demnächst ist (hoffentlich fällt das nicht schon wieder wegen Corona ins Wasser) das traditionelle Wintergrillen bei ihm. (he) Ist immer ganz klasse. Egal bei was für einem Wetter draußen. Gegen den Durst gibt´s Bier und zum Aufwärmen Glühwein. (Mittlerweile macht auch jeder was, z.B. Spieße usw. Ich "koche" immer Whisky Punch (he) ). Auf jeden Fall hatte ich ihm gesagt, dass ich keine Lust auf so viele Erklärungen hab (viele sehe ich das erste Mal seit zwei Jahren wieder). Da sagte ich, dass ich mich ja nicht outen muss. Da hat man ohnehin nur alte, dicke Sachen an, die nach fünf Minuten nach Rauch miefen. Mütze auf den Kopf und Make Up nur dezent. Meinte er, dass das nicht möglich sei, da man man es mir auch so ansehen würde und spätestens meine Mimik, Gestik und Artikulation den Mannmodus trotz meiner Stimme kaputt machen würde. :roll: (he) (he) (he)
Habe lange überlegt, ob ich, wenn es dann im Dezember so weit ist, hingehen soll.
Mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gekommen: Ja, ich gehe hin, weil mir das immer sehr viel Spaß gemacht hat, obwohl es nicht sehr feminin ist! In den letzten Jahren sind aber auch manche Frauen dazugekommen. Und klar, natürlich werde ich mich auch mit den Frauen unterhalten. Aber das habe ich ja auch schon die Jahre zuvor. Und ja, werden die Themen dort eher männlich sein und nix typisch Weibliches enthalten. Das ertragen die Frauen dort aber auch!!! :wink: und ich habe es auch die Jahre ertragen, auch wenn es nicht meine Themen waren und trotzdem hat es mir immer sehr viel Spaß gemacht, weil die Leute da voll in Ordnung waren / sind. (he)

Lange Rede kurzer Sinn: Ich mache mittlerweile wieder alles, was mir Spaß macht. Egal, ob typisch weiblich oder männlich. Ignoriere (zumindest versuche ich das) den Satz im Hinterkopf, dass das aber nicht sehr feminin ist und versuche einfach Spaß zu haben. (smili) (fwe3)
Ich glaube nämlich nicht, dass sich eine Frau wirklich Gedanken drüber macht, ob das Hobby feminin ist oder nicht... Entweder sie macht es oder nicht! :wink:

Nächtle

Jen (ki)

PS: Ich häkle auch gern, trage lieber Röcke als Hosen, habe einen Sinn für Deko, habe mittlerweile mehr weibliche Freundinnen als männliche, koche gerne und trinke lieber Longdrinks als Bier, usw... :? :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: Nicht, dass Ihr den Eindruck bekommt, ich sei eine Frau mit Dreck unter den Fingernägeln, kann ne Maß auf Ex trinken und danach die Nationalhymne rülpsen... :roll: :lol: :lol: :lol:
Den Vogel erkennt man an seinen Federn.
Den Mensch an seinen Freunden.
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 7 im Thema

Beitrag von EmmiMarie »

Hi Marit...

mein einziges wirkliches Hobby ist nach wie vor das Reisen..und da haben wir
schon viele unkonventionlle Wege genommen, weil meine Liebste nicht die ausgetretenen Pfade mag.
Ich mags zwar gerne entspannter, aber ein Strandurlaub, nein, das ist nichts für mich..

alles was ich sonst mache, würde ich nicht als Hobby bezeichnen..
was völlig unter den Tisch gefallen ist, ist das Gaming..das Interesse an Technik
ist deutlich zurückgegangen-das ist aber eher nicht so gut, weil ich aus der IT komme.
Dafür habe ich jetzt ein Faible für Medizin, Psychologie und Heilkunde an sich..

Aber es ändert sich im Leben schon öfter mal was...
hätte es Corona nicht gegeben hätten wir wohl oben bei uns am Schluchsee den
Segelschein und Funkerschein gemacht letzten Sommer..
achja, Angelschein habe ich auch....hihi...

ich hatte auch mal nen Grossfeuerwerkerkuss und die Falknerei und den Bogenjagdschein
im Auge...aber ja, die liebe Zeit

alles Liebe Marie (flo)
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 8 im Thema

Beitrag von Claudia-67 »

Hallo,

die Transition ist bei mir auch voll in Gang. In drei Monaten geht es endlich mit den Hormonen los. Seit vielen Monaten lebe ich offen als Frau, Outing soweit durch und publiziere auch in den Zeitschriften unter dem neuen Namen.

Die Modellbahnerei und speziell die Elektronik dazu mache ich noch immer. Wobei derzeit läuft da wegen Corona nicht so sehr viel. Wenn kaum Treffen stattfinden, wo man seine Bahnhöfe einsetzen kann, macht es auch keinen Spaß weiter zu bauen.
Da ich damit aber auch Geld verdiene, mache ich schon etwas, das aber mehr mit dem Fokus darauf, als wie früher. Wenn ich Mittwoch für drei Tage zur Messe fahre, dann eher aus beruflichen Gründen. Früher war die Einkaufsliste voll, aber dieses Jahr nicht. Ich habe den Kopf voller Ideen, aber nicht wirklich Lust was zu bauen. Ob es an der Transition oder an Corona liegt oder dass ich das auch beruflich mache, ist eine gute Frage. Frauen bei der Modellbahn muss man auch suchen. Es sind bei uns im Verein extrem wenige cis-Frauen oder es sind Trans-Frauen. Bei den Verlagen im Bereich Modellbahn und Eisenbahn bin ich derzeit die einzige Autorin. Früher gab es mal eine weitere, die aber sicher eine cis-Frau war. Nun gibt es halt eine Frau mehr in der Männerdomäne. (888)

Beim Fotografieren der Züge bin ich noch aktiv. Aber jeder bunten Lok fahre ich nicht mehr hinterher.

In Sachen Museumsbahn lief nicht viel beim Verein, das aber wegen Corona.

Der Gemüseanbau auf dem Balkon lief dagegen dieses Jahr recht umfangreich. Vor allem ist das neue "Hobby" Mode ein nicht unwesentlicher Teil. Früher als unscheinbarer langweilig angezogener Kerl unterwegs, hat sich das total gewandelt. Der Kleiderschrank ist noch nicht von männlich auf weiblich umgeräumt, was aber ansteht. Die Flurgarderobe ist weitgehend fertig und die ist speziell für die Aufbewahrung von den vielen weiblichen Schuhen und anderen Dingen gebaut. Daran hatte ich auch viel Freude. Man muss ja seine nicht kleine Schuhsammlung gut aufbewahren.

Seit August bin ich bei der Trans-Selbsthilfegruppe dabei, habe auch den CSD in Münster mitgemacht. Das sind Dinge, die früher unvorstellbar waren. Es braucht Zeit, macht Spaß und bringt durchaus etwas. So geht es nächsten Samstag nach mehr als zehn Jahren erstmals wieder ins Kino mit den anderen Damen, um den Film "Trans I got life" gemeinsam anzuschauen.


Fazit:
Es gab Änderungen, aber ob es Corona oder die Transition ist, kann ich noch nicht abschließend beurteilen. Aber die Transition hat sicher schon einen nicht unwesentlichen Teil daran. Die Interessen haben sich schon etwas verschoben. Mal schauen, wie das wird, wenn die interessanten Pillen in ein paar Wochen zum Einsatz kommen...

LG
Claudia
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 9 im Thema

Beitrag von Annette »

Hallo Marit,

ich befinde mich zur Zeit in Transtion und bin dem Ziel schon ziemlich nah. Was Freizeit und dergleichen mehr betrifft, sehe ich nicht ein wieso eine "Transperson" auch das ändern müsste. Ich denke, hierbei geht es allein um Spass und persönliche Genugtuung, die man dabei empfindet. Männliche oder weibliche Klischees sind da irrelevant.

Ich selbst habe in dieser Hinsicht nichts ändern müssen. Über 20 Jahre habe ich Volleyball auf höherem Niveau gespielt, wenn meine Kniegelenke nicht so ausgeleiert wären, würde ich das weiter machen, jetzt jedoch in der Damenmannschaft (welch ein Unwort). Desweiteren bin ich seit vielen Jahren Künstlerin (Mosaik-Handwerk), doch in dieser Domäne sind eh vorwiegend Frauen tätig. Also alles klar. Aber wie gesagt, hätte ich noch dazu eine eher männlich geprägte Tätigkeit, so würde ich diese nicht unbedingt gleich aufgeben, sofern der Spassfaktor erhalten bliebe.

Mit liebsten Grüssen
Annette
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 10 im Thema

Beitrag von Aria »

Ich hatte und habe nur ein einziges Hobby und das war auch für 10 Jahre meine Beruf. Ich habe von ´95 bis ´05 in Clubs aufgelegt. Danach nur noch auf privaten Veranstaltungen. Ich würde es auch nicht als typisch männlich oder weiblich ansehen - eher unisex. Wobei es doch schon viel mehr DJ´s als DJane´s gibt.

Von dem her kann ich nicht wirklich sagen ob sich das während der Transition ändert. Was ich aber sagen kann ist - und da kann ich Jen vollkommen verstehen - ist das Verhältnis zwischen den ehemaligen Männerfreundschaften und mir. Das wird immer weniger, manchmal sogar echt schwierig, weil Gefühle dabei sind und man die Leute nicht vor den Kopf stossen mag, wenn man ihnen erklärt, dass man eben nicht mehr die selbe Person wie damals ist. Denn eins ist klar, durch die Transition ändert sich nicht nur äusserlich etwas sondern auch innerlich und das hat die Konsequenz, dass sich unseren Beziehungen zu Freundschaften, Angewohnheiten und Vorlieben ändert.
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 11 im Thema

Beitrag von maxi_8 »

Dies ist keine typische Antwort da die Reise für mich mit Hormonen (wenn alles gut geht) im März beginnt aber ich formulier Sie mal nun zum jetzigen Zeitpunkt und was in einem oder zwei Jahren ist, werde ich Ergänzen.
Hobbys und Interessen (Stand 11/2021):
angefangen Piano zu lernen
Lesen (Thriller und Young Adult - Romane)
Gaming (New World + Forza)
Politik und gesellschaftliche Themen
Informatik
Kochen (leider durch die zu kleine Küche im Studentenheim kaum möglich)

Generell denke ich mal das es keine Geschlechts-bezogenen Hobbys gibt, aber mal sehen was sich so in nächster Zeit verändert.

LG, Maxi
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 12 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Marit,

Bei dem Segeltörn muss ich jetzt an meine Sturmfahrt nach Fehmarn denken. Als nicht binär ohne Transition gehöre ich jedoch nicht zur angesprochenen Gruppe.

Also: Wir hingen wegen des stürmischen Wetters bereits einen Tag in Großenbrode (Schleswig-Holstein, Ostsee) fest. Da gab es nichts als die wenigen Häuser des kleinen Ortes und die schnell abgehakten Ausstellungsräume eines Jacht-Herstellers. Als der Wind etwas nachließ, segelten wir also los und erreichten Fehmarn nur mit Mühe und Not. Mit voller Kraft des Motors schoben wir uns schließlich mit vielleicht ein oder zwei Knoten gegen mächtige Wellen zur Einfahrt des Hafens Burg auf Fehmarn voran. Die Kursänderung in den Hafen hinein funktionierte dann nur noch mittels Ausrollen und Back-Halten der Fock. Das Ruder war wirkungslos.

Heute würde ich mich ganz sicher nicht mehr auf ein solches Abenteuer - oder sollte man es besser Leichtsinn nennen - einlassen. Mit meinem Outing als nicht-binär hat das aber nichts zu tun. Ich bin einfach nur älter und reifer geworden. Wollte ich damals meine nicht wirklich vorhandene Männlichkeit beweisen? - Vielleicht. Sonst habe ich mich aber schon in der Rolle als Mann vom Segeln abgewendet. Mit einer Jolle auf dem Essener Baldeneysee war es nicht mehr interessant, und die langen Fahrten zur Küste nervten immer mehr.

Meine Einschätzung: Der Mensch verändert sich auch ohne Transition. Hier eindeutig einen Zusammenhang erkennen zu wollen, halte ich also für schwierig. Sonst sehe ich hier im Forum, dass ungefährliche Hobbys wie Modellbau oder Modelleisenbahn auch nach der Transition bestehen bleiben. Warum sollen sich damit auch die Vorlieben - abgesehen vom plötzlichen Interesse an Bekleidung und Schuhen für Damen - ändern?

Liebe Grüße
Nicole
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 13 im Thema

Beitrag von Aria »

....was mir gerade noch eingefallen ist....Michelle (ich vermisse dich hier im Forum (ki) ) hat mal gesagt, dass sie es sich nicht mehr vorstellen könnte ihr altes Hobby, was auch Beruf seinerzeit war, weiterhin auszuüben obwohl es Teil ihres Lebens war/ist. Sie war Teil einer international bekannten Band - bin gespannt, wer sie erkennt.... :mrgreen:


Selbst Aufforderungen ihrer ehemaligen Bandkollegen zu einem Gastauftritt hat sie abgelehnt, weil es sich für sie einfach nicht mehr richtig angefühlt hätte, sagte sie.

Ich will damit nur noch mal verdeutlichen, dass es nichts mit geschlechterspezifischen Rollenbilder zu tun hat, wenn sich eine Vorliebe o.ä. während der Transition ändert bzw. entfällt oder neu hinzu kommt. In meinen Augen ist das einfach eine zur Person gehörige Eigenschaft. Ändert sich die Person, kann sich auch die Eigenschaft ändern. Das kann dann dahin tendieren, dass Vorlieben, die eher der weiblichen Natur zugeschrieben werden - oder auch nicht. Das war bei mir allerdings nicht der Fall, wenn ich meinen Fahrstil mit dem von früher vergleiche. Mir konnte es damals schon nicht schnell genug gehen. Heute - Katastrophe :shock: :o :roll:
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 14 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Aria hat geschrieben: Di 16. Nov 2021, 18:46 Ich will damit nur noch mal verdeutlichen, dass es nichts mit geschlechterspezifischen Rollenbilder zu tun hat, wenn sich eine Vorliebe o.ä. während der Transition ändert bzw. entfällt oder neu hinzu kommt.
Ich sehe es anders. Es gibt eine Reihe Videos auf Youtube, wo sich Michelle als Frau mit ihrer E-Gitarre präsentiert. Also hat sie das E-Gitarre Spielen nicht aufgegeben, nur die Musik ist eine andere. Ich habe früher auch in einer Band E-Gitarre gespielt. Heute würde aber auch ich ohne Transition nicht mit einer solchen Hardrock-Band auftreten wollen, wo die männlichen Klischees heraus gekehrt werden. Zudem würde es sich wohl wie "kalten Kaffee aufwärmen" anfühlen.

LG Nicole
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Re: Typisch männliche Hobbies in und nach der Transition?

Post 15 im Thema

Beitrag von EmmiMarie »

Aria hat geschrieben: Di 16. Nov 2021, 18:46 bin gespannt, wer sie erkennt....
Hi Aria...

du weisst aber schon, das das Video verdammt schnell geschnitten ist, oder?
Ich weiss nur, das Michelle an der Gitarre war und 2011 noch eigene lange Haare hatte...
aber wer von beiden an der Gitarre-kopfkratz...

Ja meine liebe Michelle-ich vermisse ich wirklich auch...

@Nicole-Aria hatte geschrieben, Teil des Lebens war/ist, aber aus der Band war sie halt ausgestiegen..


Alles Liebe Marie (flo)
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