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Bei der Arbeit

Verfasst: So 31. Okt 2021, 15:43
von ExuserIn-2021-11-20
Diese Woche habe ich mich getraut,

Privat bin ich seit Ende 2019 ausschließlich weiblich unterwegs, das heißt auch zur Arbeit gehe ich als Frau. Während der Arbeitszeit trage ich zwar auch Kleidung aus der Damenabteilung doch da ich in der Physiotherapie arbeite ist das ganze weitgehend Unisex.
Jetzt habe ich mich nach meinem Urlaub dazu durch gerungen die Mädels mit zur Arbeit zu nehmen.

Die Reaktionen...blieben aus. Auch interessant, wobei, da ich mir im Laufe der Zeit ohne hin abgewöhnt habe all zusehr darauf acht zugeben wie man auf mich Reagiert habe ich es vielleicht auch einfach nicht mitbekommen. Auch in den Therapiegruppen welche ich anleite war kein Problem. Das schöne, obwohl es am Anfang doch recht befremdlich war, fühle ich mich angekommener. Auch eigenständiger. Das Team in dem ich Arbeite hatte schon zu Beginn kein erkennbares Problem mit mir, das ist einfach überhaupt kein Thema. Wenn ich so darüber nach denke kommt es mir fast so vor als ziehe mich meine weibliche Seite zu sich und ins Vertrauen, so werde ich gefragt wie ich angesprochen werden möchte und die Sache mit den Pronomen verliert ihre Merkwürdigkeit, immerhin habe ich über 46 J eindeutig als "er" gelebt.

Ich wollte ein Bild mit reinstellen, doch irgendwie ist mir nicht ganz klar wie ich das anstelle

Laßt uns Mutig sein

Wir haben nur den einen Versuch und mehr als Scheitern können wir auch nicht, und vielleicht läuft es besser als befürchtet

Glückliche Grüsse

Stefanie

Re: Bei der Arbeit

Verfasst: So 31. Okt 2021, 16:29
von Lorelai74
👍👍👍
So sehr schön dass du dich getraut hast und du dich jetzt freier fühlst!

Ja wir haben nur den einen Versuch, und doch sind wir so oft von der Angst gehemmt "¦


VLG
Lori

Re: Bei der Arbeit

Verfasst: So 31. Okt 2021, 16:36
von Annette
Hi Stefanie,

cool, das freut mich sehr zu lesen. Ist ja nicht sooo oft, dass "nicht der Norm entsprechende" Personen auf Anhieb so akzeptiert werden wie sie eben sind. Ich kenne einige ganz andere Fälle, da geht es von unterschwelligem Hohn bis zur bösartigen Diskrimination. Zum Glück ist es mir einst ganz ähnlich wie dir ergangen, ich habe eine leitende Position in einem staatlichen Betrieb, und als ich mich damals geoutet habe, wurde ich auch in der Arbeitswelt bedingungslos anerkannt. Als Frau, als Chefin, als Kollegin. Seit kurzem ist dies auch amtlich, ganz offiziell bin ich nun eine Frau und "Annette" lautet nun mein richtiger Name. All das ist einfach nur schön und richtig. Und es macht mich glücklich wenn ich höre, sehe oder lese, dass solch eine schöne Erfahrung auch anderen widerfährt. Die Gesellschaft scheint reifer geworden...

Glückwunsch und liebste Grüsse,
Annette CS

Re: Bei der Arbeit

Verfasst: So 31. Okt 2021, 16:41
von Blossom
Mir ging es ähnlich. Die Unmöglichsten Dinge gingen mir im Kopf um. Doch schon mein Vorstellungsgespräch lief supi und niemand hat am Arbeitsplatz je Anstoß genommen. Ich erfülle meine Aufgaben und werde von allen als tolle Kollegin angesehen. Ach, hätte ich mich von der Barriere in meinem Kopf nur viel früher befreit.

Re: Bei der Arbeit

Verfasst: So 31. Okt 2021, 18:40
von Claudia-67
Hallo allerseits,
Blossom hat geschrieben: So 31. Okt 2021, 16:41 Ach, hätte ich mich von der Barriere in meinem Kopf nur viel früher befreit.
oh ja. Das denke ich auch immer wieder. Keiner gafft komisch, auch wenn bei mir noch nicht alles perfekt ist. Inzwischen habe ich sogar auf zwei Messen gearbeitet, wo ja nun genug Leute vorbei kommen. Alles kein Problem.

LG
Claudia

Re: Bei der Arbeit

Verfasst: So 31. Okt 2021, 19:12
von Ulrike-Marisa
Moin,

die letzten Jahre bis zur Rente war ich bei der Wasser-und Schiffahrtsbebehörde nur noch als Ulrike zur Arbeit und war viele Jahre auch Personalrätin. Da habe ich nur Zuspruch erlebt und dafür bin ich auch dankbar.

Grüße, Ulrike-Marisa (moin)