Genozid an den JesidInnen - 7. Jahrestag
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Anne-Mette
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Genozid an den JesidInnen „ 7. Jahrestag

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Beitrag von Anne-Mette »

Liebe Freund:innen,
liebe Unterstützer:innen,

in der Nacht vom 2. auf den 3. August jährt sich der Genozid an den JesidInnen zum siebten Mal. In diesen Morgenstunden fielen die Mörderbanden des so genannten "Islamischen Staats" in die Region Sindschar ein, dem angestammten Siedlungsgebiet der Jesiden. Tausende Frauen und Kinder wurden versklavt, vergewaltigt und verkauft oder als Kindersoldaten rekrutiert. Die Männer wurden zumeist sofort hingerichtet. Wer konnte, floh in das Sindschar-Gebirge, seit jeher der Zufluchtsort für die ethnisch-religiöse Gemeinschaft der Jesiden, die immer wieder von verschiedenen Seiten geächtet und verfolgt werden, seit es sie gibt. Die erschreckenden Bilder hunderter Männer und Frauen jeden Alters, die in sengender Hitze vor den heranrückenden IS-Kampfverbänden flohen, gingen um die Welt.
Als Organisation, die auf der Asche dieses Völkermords gegründet wurde, ist es uns besonders wichtig, an diesem Tag an dieses Verbrechen gegen die Menschheit zu erinnern und Seite an Seite mit den Überlebenden ein Zeichen der Mitmenschlichkeit und der Hoffnung zu setzen. Dies tun wir in diesem Jahr mit einer Filmvorführung von "JIYAN — Die vergessenen Opfer des IS" in Stuttgart am Abend des 3. August in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ.
Den Film in Stuttgart zu zeigen, liegt uns sehr am Herzen, denn die hiesige jesidische Gemeinde ist groß. Für unsere jesidischen FreundInnen sind diese Tage im August außerordentlich schmerzhaft, weshalb wir auch einige Tage in der Stadt verbringen werden, um Trost zu spenden und den Überlebenden zu zeigen, dass sie in ihrem Schmerz nicht allein sind.
Unser Dokumentarfilm "JIYAN" zeigt Überlebende wie Najlaa Matto bei ihrem Versuch, sich ein neues selbstbestimmtes Leben aufzubauen und macht dabei die entscheidende Rolle der Frauen als starke Akteurinnen des Wandels sichtbar.
Der IS setzte Vergewaltigung (und sexuelle Versklavung) mit Kalkül als Waffe ein in seinem Versuch, die Gemeinschaft der Jesiden zu zerstören. Noch immer werden 2.800 jesidische Frauen und Mädchen vermisst.
Was muss getan werden, um den Einsatz der Vergewaltigung als Kriegswaffe zu verhindern? Wie können Gemeinschaften in Konfliktländern gestärkt werden? Was ist nötig, um den Überlebenden zu helfen?
Diese Fragen diskutieren wir im Anschluss zur Filmvorführung mit der Protagonistin des Films Najlaa Matto, dem Leiter des Instituts für transkulturelle Gesundheitsforschung Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, dem Beauftragten der Bundesregierung für die weltweite Religionsfreiheit Markus Grübel, der Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg Theresa Schopper sowie "JIYAN"-Regisseurin und Vorsitzenden von HÁWAR.help Düzen Tekal. Durch die Diskussion führt Azadê PeÅŸmen.
Unser Gespräch wird live ab 20 Uhr auf der %22%7D]Facebook-Seite von Düzen Tekkal übertragen.

Weitere Infos:

Interview mit Düzen im Watch-Salon | Doku zum Genozid an den Jesiden: Fünf Fragen an Düzen Tekkal

Der Film:

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