Die Bibel ist Menschenfreundlicher, als ihre Missbraucher
Verfasst: Mi 28. Apr 2021, 22:14
Bibel — Gott — Religion und die Menschen!
Im Folgenden beziehe ich mich allein auf die christliche und jüdische Umgebung, weil ich mich da am besten auskenne. Ich weiß inzwischen aber auch, dass selbst der Islam ganz dicht in einer ähnlichen Beziehung Mensch-Religion lebt und wirkt — es sind viel zu viele Gemeinsamkeiten.
Das hier soll der Versuch sein, anhand von Begriffen mit dem Wahnsinn aufzuräumen, mit dem die unbelehrbaren Superfrommen aber auch die Spötter die Welt in Ordnung halten wollen.
Und ich als Autor dieses Textes hier bezeichne mich selbst als fröhlich fromme Christin.
Bibel = Die Bibel ist zunächst einmal eine zufällige und menschengemachte Textsammlung. Da ist nichts vom Himmel gefallen und nichts von einem zentralen Schreibbüro diktiert worden. Was zu dem Werk mit dem Namen "Bibel" (für "Bibliothek") gehört war noch vor 2.000 Jahren alles andere als einheitlich. Je nach Standort der Synagogen-Gemeinden und dann auch in den ersten christlichen Gemeinde rund um das Mittelmeer gab es in dem Ragel mit den als Heilig angesehenen Schriftrollen unterschiedliche Sammlungen — es gab Gemeinsamkeiten und starke Abweichung. Erst spät wurde dann ein verbindlicher Kanon zusammengestellt. So sind von einzelnen Büchern die Texte verschollen, nur noch die Titel bekannt. Für eine Bibel hat NIE JEMAND auch nur einen Text geschrieben. - So ist zum Beispiel in den christlichen Bibel heute eine "Postkarte" (Brief) an einen gewissen Philemon enthalten. Ein sehr persönlicher Brief von Paulus an diesen vornehmen Philemon. Es kann davon ausgegangen werden, dass Paulus diese Veröffentlichung untersagt hätte, wäre ihm das vorher mitgeteilt worden.
Die allermeisten Texte in der Bibel sind nachträglich notiert worden, nach einer Rede, nach einem länger zurückliegenden Geschehen, nach einem lange Weg durch das volkstümliche Erzählen (Tradieren). Es war so wichtig, dass es nicht verloren gehen sollte"¦ den Schreiben war wertvoll und ein Privileg der Wenigen.
Die Texte der Bibel hatten und haben aus sich heraus zu keinem Zeitpunkt den Wert von "Gesetz" oder "Anweisung". Solche Gebote, Verbote, usw. werden mit teilweise erheblicher zeitlicher Verzögerung als Erkenntnisse und Beobachtungen berichtet. Es sind Glaubens-Aussagen für ihre Zeit, für ihre Umgebung in sozialem und geografischem Bezug. Einer Übertragung steht darum nichts im Wege, solange Individuen von Heute sich diesen Regelwerken unterwerfen mögen.
Allein der gesellschaftliche Zeitbegriff stellte sich bis etwa 1850 vollkommen anders dar. Allein der Begriff "wie immer" ist heute nicht mehr nachvollziehbar. (siehe technische Entwicklungen des Alltags).
Genesis (Anfang, Schöpfung, Entstehung, Geburt, siehe auch Genesung) = Nichts für ungut, aber wer sich einreden lässt (und es gibt diese Einredner schon wieder zu Hauf — zB. Kreationisten), dass die Bibel von der Erschaffung der Erde im historischen Sinne auch nur im Ansatz berichtet, der kann nicht lesen und mitdenken; vielleicht mag dieser Mensch das auch gar nicht und lässt lieber andere für sich denken.
In der Bibel gibt es zwei sich widersprechende Texte, die für Nicht-Mitdenker den Anschein erwecken, als wollte die ein Gott die Erde gleich zweimal oder gar noch öfter herstellen, mal so und mal anders.
Im ursprünglichen Text (Hebräisch) lauten die ersten Worte knapp und klar übersetzt: "IM ANFANG SCHAFFT GOTT [Jahwe/Elohim] Himmel und Erde. - "IM" — wann? - gestern kann das gewesen sein, oder morgen oder jetzt — in jedem Augenblick"¦ - IM ANFANG hat jedoch in seiner hebräischen Sprach-Bedeutung streng genommen den Wert von "als Grundlage". Auch hier keine Zeit und keine Ortsangabe. Und so ließe sich allein dieser Text schnell auf seinen wirklich großen Wert führen. "Mensch, du brauchtest nichts tun, um alles für Dein Leben vorzufinden und nun beschütze und bewahre es! - was Du vorfindest IST GUT!"
Gott = damit wird keine Person auch kein Gegenstand bezeichnet. Darum ist sprachlich auch keinerlei Geschlechtszuweisung vorzusehen. In den Texten der Bibel ist "Gott" immer als Gesamtbegriff zu lesen. Und bereits im Buch Genesis (1.Buch Mose) wird von Gott im Plural ("wir" bzw "uns") gesprochen. Eine vermenschlichung des Gottesbildes wagen selbst die Autoren der biblischen Texte nur für einen kurzen Blick des Vergleichens.
Gott ist in der Bibel immer wieder das Gegenüber zu Adamah (Mensch, Erdling, Erde, Erdboden)
Adamah (Mensch, Erdling, Erde, Erdboden) = ADAM ist in der Bibel an keiner Stelle ein Name, sondern damit wird umfassend MENSCH bezeichnet. ADAM wird genauso in der Mehrzahl wie auch in der Einzahl erwähnt. Auch Adam ist nicht männlich und nicht weiblich, denn Adam wird geschaffen als Frau und als Mann. (Gen.1) — daraus lässt sich keine intergeschlechtliche Person ableiten. Ob den Schreibern von damals schon bewusst war, dass zwischen den Polen Frau und Mann noch mehr Leben vorhanden ist, lässt sich nicht aus der Textstelle ableiten. Es ist die Gleichwertigkeit aller Menschen, sie werden in einem Atemzug genannt, mit dem gleichen ODEM belebt.
Eva (cḥawwah — Leben) = Auch EVA ist kein Name. Es ist der Titel, die Bezeichnung für Mensch(en) neben dir. Auch Eva ist darum weder weiblich und nicht männlich. Die dafür typischen Wortwendungen werden in den Texten vermieden. - Darum ist die sehr viel später hergestellte Rangfolge "Mann" > "Frau" der künstliche Versuch die Macht der Männer göttlich zu begründen, die Texte der Bibel geben in dieser Hinsicht keinerlei Hilfestellung. Selbst der gerne in dieser Sache zitierte Paulus wird von den ultrakonservativen missbraucht. Paulus hat in seinen Schreiben, immer wieder deutlich gemacht, dass ihm der Gleichheitsgrundsatz aller Menschen sehr wichtig ist.
Als auf die einzelne Person bezogene Namen werden Eva und Adam erst weit nach der Festlegung des biblischen Kanons - der wie sie heute zu finden ist.
Dass besonders im (sog.) Neuen Testament die Quelle des Machtmissbrauches seitens der Männer erkannt werden kann, wird jetzt nach und nach durch Schrift(fragment)-Funde aus den ersten 200-300 Jahren nC deutlich. Eine gar nicht so geringe Anzahl der in führenden Positionen genannten Personen mussten bei den Abschriften eine Geschlechtsumwandlung hinnehmen, ausschließlich sind es gezwungenermaßen Transmänner.
Bekleidungsfrage = (siehe schon oben bei: Bibel) — Wer in der Bibel Belege für Bekleidungsfragen zu finden meint, missbraucht die Bücher genauso, wie wenn es um das geschlechtliche Leben der Menschen geht. Es ließe sich am leichtesten mit dem Hinweis abtun: wer anderen vorschreiben will, welche Kleidung wer tragen darf und welche nicht und das mit Texten der biblischen Bücher zu untermauern bemüht ist, der sollte gefälligst bei sich selbst anfangen und auch die anderen in den Texten aufgeschriebenen Spielregeln ihrer Zeit gewissenhaft einhalten: Speisen, Geld, Gastfreiheit, Flüchtlinge, Feinde,"¦ Bei anderen Menschen anzusetzen und ihnen mit der Bibel Unsinnigkeiten einprügeln zu wollen, verrät nur die Ängstlichkeit und die Engstirnigkeit dieser Menschen. Die Bibel taugt von vorn bis hinten nicht als Beweis für Richtig und Falsch. Dafür sind es "Gott sei Dank" viel zu viele Widersprüche.
Die Bibel berichtet von Erfahrung mit und in der religiösen Lebensgestaltung — auch von den dabei unvermeidlichen Pannen.
Denn es menschelt nur so in der Bibel.
Im Folgenden beziehe ich mich allein auf die christliche und jüdische Umgebung, weil ich mich da am besten auskenne. Ich weiß inzwischen aber auch, dass selbst der Islam ganz dicht in einer ähnlichen Beziehung Mensch-Religion lebt und wirkt — es sind viel zu viele Gemeinsamkeiten.
Das hier soll der Versuch sein, anhand von Begriffen mit dem Wahnsinn aufzuräumen, mit dem die unbelehrbaren Superfrommen aber auch die Spötter die Welt in Ordnung halten wollen.
Und ich als Autor dieses Textes hier bezeichne mich selbst als fröhlich fromme Christin.
Bibel = Die Bibel ist zunächst einmal eine zufällige und menschengemachte Textsammlung. Da ist nichts vom Himmel gefallen und nichts von einem zentralen Schreibbüro diktiert worden. Was zu dem Werk mit dem Namen "Bibel" (für "Bibliothek") gehört war noch vor 2.000 Jahren alles andere als einheitlich. Je nach Standort der Synagogen-Gemeinden und dann auch in den ersten christlichen Gemeinde rund um das Mittelmeer gab es in dem Ragel mit den als Heilig angesehenen Schriftrollen unterschiedliche Sammlungen — es gab Gemeinsamkeiten und starke Abweichung. Erst spät wurde dann ein verbindlicher Kanon zusammengestellt. So sind von einzelnen Büchern die Texte verschollen, nur noch die Titel bekannt. Für eine Bibel hat NIE JEMAND auch nur einen Text geschrieben. - So ist zum Beispiel in den christlichen Bibel heute eine "Postkarte" (Brief) an einen gewissen Philemon enthalten. Ein sehr persönlicher Brief von Paulus an diesen vornehmen Philemon. Es kann davon ausgegangen werden, dass Paulus diese Veröffentlichung untersagt hätte, wäre ihm das vorher mitgeteilt worden.
Die allermeisten Texte in der Bibel sind nachträglich notiert worden, nach einer Rede, nach einem länger zurückliegenden Geschehen, nach einem lange Weg durch das volkstümliche Erzählen (Tradieren). Es war so wichtig, dass es nicht verloren gehen sollte"¦ den Schreiben war wertvoll und ein Privileg der Wenigen.
Die Texte der Bibel hatten und haben aus sich heraus zu keinem Zeitpunkt den Wert von "Gesetz" oder "Anweisung". Solche Gebote, Verbote, usw. werden mit teilweise erheblicher zeitlicher Verzögerung als Erkenntnisse und Beobachtungen berichtet. Es sind Glaubens-Aussagen für ihre Zeit, für ihre Umgebung in sozialem und geografischem Bezug. Einer Übertragung steht darum nichts im Wege, solange Individuen von Heute sich diesen Regelwerken unterwerfen mögen.
Allein der gesellschaftliche Zeitbegriff stellte sich bis etwa 1850 vollkommen anders dar. Allein der Begriff "wie immer" ist heute nicht mehr nachvollziehbar. (siehe technische Entwicklungen des Alltags).
Genesis (Anfang, Schöpfung, Entstehung, Geburt, siehe auch Genesung) = Nichts für ungut, aber wer sich einreden lässt (und es gibt diese Einredner schon wieder zu Hauf — zB. Kreationisten), dass die Bibel von der Erschaffung der Erde im historischen Sinne auch nur im Ansatz berichtet, der kann nicht lesen und mitdenken; vielleicht mag dieser Mensch das auch gar nicht und lässt lieber andere für sich denken.
In der Bibel gibt es zwei sich widersprechende Texte, die für Nicht-Mitdenker den Anschein erwecken, als wollte die ein Gott die Erde gleich zweimal oder gar noch öfter herstellen, mal so und mal anders.
Im ursprünglichen Text (Hebräisch) lauten die ersten Worte knapp und klar übersetzt: "IM ANFANG SCHAFFT GOTT [Jahwe/Elohim] Himmel und Erde. - "IM" — wann? - gestern kann das gewesen sein, oder morgen oder jetzt — in jedem Augenblick"¦ - IM ANFANG hat jedoch in seiner hebräischen Sprach-Bedeutung streng genommen den Wert von "als Grundlage". Auch hier keine Zeit und keine Ortsangabe. Und so ließe sich allein dieser Text schnell auf seinen wirklich großen Wert führen. "Mensch, du brauchtest nichts tun, um alles für Dein Leben vorzufinden und nun beschütze und bewahre es! - was Du vorfindest IST GUT!"
Gott = damit wird keine Person auch kein Gegenstand bezeichnet. Darum ist sprachlich auch keinerlei Geschlechtszuweisung vorzusehen. In den Texten der Bibel ist "Gott" immer als Gesamtbegriff zu lesen. Und bereits im Buch Genesis (1.Buch Mose) wird von Gott im Plural ("wir" bzw "uns") gesprochen. Eine vermenschlichung des Gottesbildes wagen selbst die Autoren der biblischen Texte nur für einen kurzen Blick des Vergleichens.
Gott ist in der Bibel immer wieder das Gegenüber zu Adamah (Mensch, Erdling, Erde, Erdboden)
Adamah (Mensch, Erdling, Erde, Erdboden) = ADAM ist in der Bibel an keiner Stelle ein Name, sondern damit wird umfassend MENSCH bezeichnet. ADAM wird genauso in der Mehrzahl wie auch in der Einzahl erwähnt. Auch Adam ist nicht männlich und nicht weiblich, denn Adam wird geschaffen als Frau und als Mann. (Gen.1) — daraus lässt sich keine intergeschlechtliche Person ableiten. Ob den Schreibern von damals schon bewusst war, dass zwischen den Polen Frau und Mann noch mehr Leben vorhanden ist, lässt sich nicht aus der Textstelle ableiten. Es ist die Gleichwertigkeit aller Menschen, sie werden in einem Atemzug genannt, mit dem gleichen ODEM belebt.
Eva (cḥawwah — Leben) = Auch EVA ist kein Name. Es ist der Titel, die Bezeichnung für Mensch(en) neben dir. Auch Eva ist darum weder weiblich und nicht männlich. Die dafür typischen Wortwendungen werden in den Texten vermieden. - Darum ist die sehr viel später hergestellte Rangfolge "Mann" > "Frau" der künstliche Versuch die Macht der Männer göttlich zu begründen, die Texte der Bibel geben in dieser Hinsicht keinerlei Hilfestellung. Selbst der gerne in dieser Sache zitierte Paulus wird von den ultrakonservativen missbraucht. Paulus hat in seinen Schreiben, immer wieder deutlich gemacht, dass ihm der Gleichheitsgrundsatz aller Menschen sehr wichtig ist.
Als auf die einzelne Person bezogene Namen werden Eva und Adam erst weit nach der Festlegung des biblischen Kanons - der wie sie heute zu finden ist.
Dass besonders im (sog.) Neuen Testament die Quelle des Machtmissbrauches seitens der Männer erkannt werden kann, wird jetzt nach und nach durch Schrift(fragment)-Funde aus den ersten 200-300 Jahren nC deutlich. Eine gar nicht so geringe Anzahl der in führenden Positionen genannten Personen mussten bei den Abschriften eine Geschlechtsumwandlung hinnehmen, ausschließlich sind es gezwungenermaßen Transmänner.
Bekleidungsfrage = (siehe schon oben bei: Bibel) — Wer in der Bibel Belege für Bekleidungsfragen zu finden meint, missbraucht die Bücher genauso, wie wenn es um das geschlechtliche Leben der Menschen geht. Es ließe sich am leichtesten mit dem Hinweis abtun: wer anderen vorschreiben will, welche Kleidung wer tragen darf und welche nicht und das mit Texten der biblischen Bücher zu untermauern bemüht ist, der sollte gefälligst bei sich selbst anfangen und auch die anderen in den Texten aufgeschriebenen Spielregeln ihrer Zeit gewissenhaft einhalten: Speisen, Geld, Gastfreiheit, Flüchtlinge, Feinde,"¦ Bei anderen Menschen anzusetzen und ihnen mit der Bibel Unsinnigkeiten einprügeln zu wollen, verrät nur die Ängstlichkeit und die Engstirnigkeit dieser Menschen. Die Bibel taugt von vorn bis hinten nicht als Beweis für Richtig und Falsch. Dafür sind es "Gott sei Dank" viel zu viele Widersprüche.
Die Bibel berichtet von Erfahrung mit und in der religiösen Lebensgestaltung — auch von den dabei unvermeidlichen Pannen.
Denn es menschelt nur so in der Bibel.