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Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: So 18. Apr 2021, 19:25
von ExUserIn-2026-05-23
Hallo Claire,
eine gute und interessante Frage.
Meine weibliche Seite ist eigentlich immer präsent, wenn auch nur im Inneren und nicht im äußeren Erscheinungsbild. Da gibt es für mich keine Grenzen, stört ja auch niemanden.
Ansonsten habe ich mir gerade am Anfang meines Crossdressing (damals gab es den Begriff für mich noch nicht) die Grenze dahin gezogen, dass es ja keiner merken darf. Ich fühlte mich auf der einen Seite wohl, dann aber wieder sehr schlecht. Es ist doch nicht normal, dass ich lieber einen Rock trage.
Es gab eine Phase, da konnte ich meine weibliche Seite frei ausleben. Meine Frau wusste Bescheid und die Nachbarn waren egal. Es fühlte sich frei an, richtig. Dann kamen die Fragen, die du sicher meinst. Wo soll der Weg hinführen? Möchte ich für immer als Frau leben? Eine Frage, die ich nicht beantworten kann.
Es kamen mehrere schicksalshafte Ereignisse und das Thema Crossdressing war kein Thema mehr.
Jetzt bin ich an einem Punkt, wo Sabrina wieder deutlich mehr Raum einnimmt. Und jetzt stelle ich mir wieder die Frage, wie weit will ich gehen? Gibt es Grenzen, die ich mir ziehen muss? Ich wohne seit März hier in Ostfriesland und es ist trotz Kleinstadt eher dörflich in der Nachbarschaft. Ich stelle mir die Frage, wie werden sie reagieren, wenn ich geschminkt im Rock aus dem Haus gehe und ins Auto einsteige. Welche Konsequenzen könnten entstehen und kann ich mit diesen umgehen? Wobei es sicher irrational ist, das eigene Leben an den Vorstellungen der Nachbarn auszurichten. Hinzu kommt meine eigene Verunsicherung, wie ich auf andere Menschen wirke. Natürlich erkennt jeder den Mann im Rock, so zumindest die Angst in mir, die dann auch zu Grenzen führt. So stehe ich mir eigentlich selber im Weg.
Wenn es nach mir ginge, würde ich mich einfach treiben lassen, so leben, wie es sich nach dem Aufstehen für mich richtig anfühlt und schauen, wohin die Reise geht.
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu verwirrend.
Liebe Grüße
Sabrina
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: So 18. Apr 2021, 23:19
von Klaudia
Hallo Claire!
Natürlich setze ich meinem Crossdressing Grenzen - leider sogar ziemlich viele. Ich habe mich zwar kürzlich endlich gegenüber meiner Frau geoutet und es gab zum Glück keinen goßen Stress, aber ich merke, dass sie nicht gut klar kommt damit. Also halte ich mich in ihrer Gegenwart ziemlich zurück. Noch mehr halte ich mich outdoor zurück, ich möchte absolut nicht von Nachbarn oder Arbeitskollegen "entdeckt" werden. Das schränkt mich natürlich sehr ein, aber es ist letztendlich ein Abwägen, ob mir ein "grenzenloses" Ausleben wichtiger ist als mein soziales Umfeld. Ich versuche da irgendwie die Balance zu finden, so dass es mir noch gut geht damit.
LG
Klaudia
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Mo 19. Apr 2021, 00:25
von heike65
Nein, keine Grenzen, bzw die eigenen Grenzen permanent erweitert, alle paar Tage etwas weiter.
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Mo 19. Apr 2021, 01:48
von Sylvia H
Ich lebe seit Jahrzehnten mit dem Crossdressing, indem ich es zuhause auslebe, wenn meine Frau arbeiten ist und ansonsten versteckt unter der Kleidung. Zuhause ständig in der Angst vor Entdeckung. Meine Frau meinte damals einmal "mach es, aber lass es mich nicht sehen". Vor 20 Jahren stimmte ich einer Psychotherapie zu, von der meine Frau hoffte, man würde mir das dort abgewöhnen. "Unsinn" meinte der Therapeut " wir machen hier keine Gehirnwäsche" und brachte mir bei mich zu akzeptieren. Das Versteckspiel ging weiter.
In den letzten Jahren konnte ich meine Frau dazu bewegen, das ich einen eigentlich ganz guten Stilmix auch in ihrer Gegenwart zuhause und Outdoor tragen kann. Feminine Schuhe, Strumpfhosen, Oberteile und sogar Nachtwäsche etc waren akzeptiert. Wenn ich neue Kleidung gekauft hatte kam nur die Frage ob das aus der Herren- oder Damenabteilung sei und auch wenn es aus der Damenabteilung kam erhielt ich Komplimente "das steht dir gut" "das ist eine schöne Strumpfhose, wo gibt es denn sowas". Sie berät mich sogar, was mir steht und was nicht. Glück was willst du mehr? Das freut mich riesig, macht mich sogar glücklich. Soweit, sogut.
Ich muss dazu sagen ich geht nicht ein femme wie es heißt raus, schminke mich nicht und trage keine Perücken. Es ist zwar irgendwie reizvoll, das gebe ich zu, aber der Schritt..... hm... ist schon ein großer Schritt, der sehr viel Selbstsicherheit erfordert.
Seit Anfang letzten Jahres leide ich zunehmend an Depressionen. Stress in der Arbeit, Druck im Alltag, das Alter setzt Grenzen und so weiter. Ich kam soweit, das ich mir eine Psychlogin als Hilfe gesucht habe und bin zur Zeit deswegen zur Kur und auch hier bekomme ich psychologische Hilfe. Beide Psychologen stellten sehr schnell die Frage" und was haben sie sonst noch an alten Geschichten vergraben?" Äh tja.... ich bin sehr schnell zusammengeklappt und meine Geschichte sprudelte tränenreich aus mir heraus. Erfreulicher Weise kann ich darüber auch mit meiner Frau sprechen.
Aber jetzt kommt die Frage auf! Achtung!
Ich hätte die Möglichkeit während der Kurzeit mich für einen Tag als Frau stylen zu lassen und mich en femme zu geben. Beide Psychologen ermuntern mich sogar das auszuprobieren um nicht eine Facette meines ICHË‹s erneut zu unterdrücken. STREITFRAGE, garantiert auch hier im Forum.
Ich sage nein
Ich weiß das das eine riesige Chance ist etwas sicher ganz großartiges und unvergessliches zu erleben. Nein, den Schritt gehe ich nicht, auch weil ich Angst davor habe wie ich mich dabei verändere und damit neue Wünsche und Sehnsüchte wecke und eine Türe in neue Erfahrungsbereiche öffne die mir dann neue unerfüllbare Sehnsüchte wecken. Ich werde langsam alt und die Zeit könnte knapp werden, ok. Aber ich sage mir, wenn ich neue Gipfel erklimme und tolle Erlebnisse habe, sehe ich am Gipfel noch 10 neue tollere Gipfel, auf denen ich je wieder tollere Gipfel sehe. Man kann sich dranhalten das beste Erlebnis zu suchen, immer noch abenteuerlicher Dinge zu tun oder was weiß ich. Mehr, anders, toller, schöner, bunter... geht immer, aber es bringt auch immer Veränderungen mit sich, positiver aber vielleicht auch negativer Art. Ich für mich, die meisten von euch werden das anders sehen (das ist gut so, denn jede/jeder soll seinen eigene Weg haben) , nennt mich feige, aber ich will nach all den langen Jahren des Suchens jetzt den Frieden mit mir und meiner Frau finden. Ich will endlich mal ankommen, selbst wenn es da ist wo ich jetzt bin. Dann werde ich eben nicht die tolle Frau auf der Straße sondern nur der Crossdresser am heimischen Herd. Und...? Ich will endlich mal ankommen... !! ich hoffe das gelingt mir. Dieses... dieses unendliche Suchen nach mir selber. Ich will endlich mal sagen, das ich weiß wer ich bin (heul). Und wenn, wenn ich es doch ausprobieren sollte, mich umstylen zu lassen ( da sind sie wieder die ewigen Selbst-Zweifel ) DANN nur mit meiner Frau zusammen. Denn das ist mein Ziel und ihr alle wisst das auch das verdammt schwer ist: den Rest des Weges will ich mit meiner Frau gemeinsam gehen.
Ich bin gespannt welche Diskussionen das auslöst.
Bleibt stark und findet eueren Weg.
Euere Sylvia
P.S.: danke an Claire für das aufwerfen dieser Frage
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Mo 19. Apr 2021, 11:56
von Joa
Hallo Claire,
das mit dem Grenzen setzen ist so eine Sache. Ich für mich habe das Gefühl, wenn ich eins bin mit mir, dann stosse ich an keine Grenzen, brauche mir selbst auch keine auferlegen und lasse mir auch keine auferlegen. Der Weg zu sich selbst ist aber wohl der Schwierigste und die Erkenntnisse, die da hinter mancher Wegbiegung lauern, können jede Menge Ängste verursachen. Da kann es um das soziale Umfeld gehen oder die Büchse der Pandora, die man dann doch lieber nicht öffnet. Nur, es hilft ja nichts. Das Leben schiebt uns unerbittlich weiter und wenn wir die angstbesetzten aber für uns eigentlich richtigen Pfade meiden, landen wir nicht selten in Sackgassen oder riskieren Abstürze. Ich versuche, mein Leben so zu gestalten, dass ich mir nicht irgend sagen muss: " Hätte ich doch... warum habe ich mich nicht getraut... " .
Leider gibt es kein Seelen-GPS, und wir alle müssen die richtige Route zum Ziel selber finden.
Und dabei viel Glück und Mut uns allen.
Liebe Grüße von Joa
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Mo 19. Apr 2021, 19:50
von YvonneTV
Claire Gently Bee hat geschrieben: So 18. Apr 2021, 18:52
...
"Wie geht ihr mit eurer weiblichen Seite um? Gebt ihr dem Crossdressing Grenzen? Werden euch durch euer Umfeld Grenzen gesetzt? Lebt ihr eure Leidenschaft grenzenlos aus? Oder stellt ihr euch diese Fragen gar nicht sondern schaut, wo euch eure Leidenschaft hinführt?"
...
Darüber hinaus ist das Thema Crossdressing für mich auch, und da bin ich ganz offen und ehrlich, mit Angst behaftet. ...
Werde ich dadurch Beziehungen in meinem Umfeld gefährden, die mir sehr viel bedeuten?
Hallo Claire
Grenzen setze ich mir schon, weil auf Arbeit muss/soll das keiner wissen. Das KANN Probleme machen, die ich gern vermeiden möchte
Diese "Grenze" = "Trennung von Job und privat" ist allerdings relativ einfach für mich, da ich praktisch nie im Büro bin, sondern immer weit weg beim Kunden (und "aktuell" halt im Home-Office).
Doch sonst gibt es keine (?) starren Grenzen - zumindest fallen mir spontan keine ein:
- Meine Steffi ist völlig ok damir und genießt es mit mir
- Der wichtige Freundeskreis weiß es eh und viele davon kennen Yvi live
- Meine Kids wissen darüber Bescheid und sind ok damit
- Steffis Eltern wissen Bescheid
- viele Nachbarn kennen mich schon
Insofern gibt es da keinen Grund (mehr) mich damit zu verstecken, die weibliche Seite von mir auszuleben - das ist befreiend
Doch es war ein langer Weg, bis ich das so leben konnte ...

Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Di 20. Apr 2021, 11:23
von sbsr
Nun ja, es ist ein wenig die alte Leier, meine Grenze ist da, wo meine Frau ins Spiel kommt. Ich selbst gehe inzwischen relativ offen damit um, respektiere allerdings so gut es geht die Grenze meiner Frau, dass sie nichts davon mitbekommen möchte. Dazu gehört natürlich auch, dass ich mich nur dort komplett frei bewegen (=kleiden) kann, wo mich niemand sieht, der meiner Frau versehentlich davon erzählen könnte.
Ansonsten ist die Grenze für mich der gute Geschmack. Ich kleide mich so, dass ich mich wohl fühle und meine Outfits, zumindest nach meiner Auffassung, als passend und nicht übertrieben wahrgenommen werden. Also nichts, was unsere nächsten biologischen Verwandten nicht auch mehr oder weniger so in der jeweiligen Situation tragen würden.
Ein weiterer Aspekt sind Geld und Nachhaltigkeit. Ich kaufe mir keine überteuerten oder unendlich viele Klamotten, sondern nur was ich unter den genannten Gesichtspunkten auch regelmäßig anziehen werden.
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Di 20. Apr 2021, 11:44
von ChristinaF
Liebe Svenja,
eine sehr gute Einstellung deinerseits. Ich finde, dass du somit sehr gut rüberkommst. Genauso verhält es sich bei mir.
LG Christina
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Di 20. Apr 2021, 11:55
von Theresa
Meine Grenzen setze ich mir in dem ich versuche mich objektiv zu sehen: Da ist ein 60jähriger dicker Mann mit breiten Schultern und 1,90 Größe. Daraus nun optisch glaubhaft eine Frau zu machen die ich nicht bin aber gerne sein möchte ist einigermaßen schwierig.
Und bald wird es wegen der erforderlichen Maßnahmen eh zu warm.
Dann mache ich mir Gedanken über die Zukunft. Die Chance mit so einer Veralagung noch einmal eine Partnerin zu finden schätze ich mit Null ein, ohne auch nur geringfügig besser.
Meine Zukunft auch als Rentner kann ich, je näher sie rückt, um so weniger abschätzen. Viel mit dem Auto reisen werde ich mir abschminken können. Leben auf dem Land mit Hund und alleine? Vielleicht, setzt aber für mich auch unbedingte individuelle Mobilität voraus..... Aber dabei auch noch zusätzlich Probleme die mir das Crossdressin bereitet,??
Die Vorstellung das Problem auch noch mit 70 oder älter zu haben finde ich regelrecht gruselig.
So ratlos
Theresa ... die eigentlich Jochen heißt und sich von dem Thema regelricht zerrissen fühlt...
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Di 20. Apr 2021, 13:07
von Lillie
Grenzen setze ich mir an zwei Seiten. Einmal möchte ich nicht, dass mein Umfeld mich in Damenwäsche bzw. Kleid sieht. Meine Frau akzeptiert die Wäsche und einmal die Woche Oberkleidung, allerdings keine Silis. Das sind meine beiden Grenzen mit denen ich leben muss bzw. kann. Wobei meine Frau zunehmend offener wird. Sie spürt, dass ich mich in Wäsche und Kleid wohl fühle und hat auch keine Angst mehr, dass ich mich irgendwohin entwickele das unsere Beziehung belasten würde.
Diese Grenze ist also nicht starr

Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Di 20. Apr 2021, 13:14
von Engelchen
Ich weiß ja nicht ob ich hier mitreden darf, da ich ja nicht Crossdresse.
Sich Grenzen zu setzen finde ich ja nicht ganz verkehrt.
Dummes Beispiel: Ich geh nicht nackt auf die Straße - das wäre ja auch eine Grenze.
Es muss jeder für sich selber herausfinden wo er sich Grenzen setzt - das fängt beim eigenen Geschmack an...
Man muss eben nur aufpassen das man sich selber nicht dabei ausgrenzt.
Liebe Grüße
Lisa
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Di 20. Apr 2021, 15:57
von Nicole Fritz
Ich sehe es so:
Jeder*r setzt sich die Grenzen individuell. Dabei ist meistens abzuwägen, ob man mit dem leben kann, was Partner, Chef oder die Kinder akzeptieren, oder es wirklich notwendig ist irgendwo komplett neue Wege einzuschlagen. Bei mir war es einfach. Es gab niemanden mehr, für den ich bereit war mir irgendwelche Grenzen zu setzten. Also schaffte ich 2017 nach wenigen Monaten Crossdressen den Mann-Modus einfach ab.
Die Kehrseite ist: Da ich kein privates soziales Umfeld habe, treiben mich jetzt die C..-Maßnahmen in eine unerträgliche Einsamkeit. Dass mich der Winter, wo man sich kaum irgendwo draußen gemeinsam mit anderen aufhalten konnte, nicht in den Selbstmord trieb, verdanke ich dem Alkohol. Wenn es nicht mehr geht, dröhne ich mich zu. Aber wie lange soll das noch gut gehen? Irgendwann gibt die Leber auf. Das Wort "Zukunft" habe ich aus meinem Wortschatz entfernt.
Soll man also das gewohnte soziale Umfeld ganz oder teilweise aufgeben? Meine Chance als 62-Jähriger Mann in Frauenkleidern eine Partnerin zu finden schätze ich wie Theresa mit Null ein. Bei anderen sehe ich es ähnlich - besonders bei der aktuellen Lage. Der Unterschied zu Trans-Personen ist hier für mich lediglich, dass die wegen ihrer starken körperlichen Dysphorie nicht anders können als wenn nötig alles aufzugeben und neu anzufangen.
LG Nicole
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Di 20. Apr 2021, 17:51
von Martina-NB
Grenzen, Grenzen sind natürlich sehr subjektiv. Setze ich mir Grenzen? Nicht bewusst, die wichtigste "Grenze" ist das, was ich will oder nicht will.
Nun habe ich es relativ einfach: Ich habe eh keine Partnerin, meine "Familie" besteht aus den 80+ Eltern, ok, die müssen das nicht voll mitkriegen. (In Leggings laufe ich aber seit Jahrzehnten quasi überall rum wenn mir danach ist. War in den 90er auch mit Radlerhose in der Uni.) Beruflich bin ich selbstständig, keine Kollegen, keine Chefs. Und bei "Kundenterminen" habe ich sowieso "Arbeitskleidung" (= Wanderhose + T-Shirt - Warum spielt hier keine Rolle.) Nachbarn sind mir relativ egal.
Meine Freundinnen, nun ja, die meisten wissen es, habe mich da vor 1,5 Jahren mal geoutet. Gab viele positive Statements, noch mehr Leute haben nicht drauf reagiert. (Aber niemand negativ.) Da halte ich es, wie es mir grad ist bzw. wie es passend ist.
Wobei ich außerdem sagen muss: Kleider und Röcke sind eh nicht mein Ding, hautenge Jeans oder knappe Shorts fallen nicht soooo sehr auf, Leggings auch nicht unbedingt.
Das also meine ungeordneten Gedanken dazu.
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Fr 23. Apr 2021, 16:39
von Anne-Mette
Guten Tag,
vielleicht ist dieser Gottesdienst etwas für dich:
viewtopic.php?f=69&p=311711#p311711
In der Reihe Über:Leben predigt Lucie Veith vom Verein Intergeschlechtliche Menschen zum Thema Über:Mut? — Bedingungslose Vielfalt in einer Welt voller Bedingungen (Gen 1,31).
Gruß
Anne-Mette
Re: Grenzen, grenzenlos oder einfach mal schauen?
Verfasst: Fr 23. Apr 2021, 20:59
von Lana
Claire Gently Bee hat geschrieben: Fr 23. Apr 2021, 16:35
Grenzen bedeuten für mich Freiheit. Freiheit, die mir Jesus am Kreuz geschenkt hat. Und Grenzen lassen mich in dieser Freiheit wandeln. Was ist nun eine konkrete Grenze für mich? ... Nunja, dass ich mich als Mann nicht als Frau kleide.
Liebe Claire,
das verstehe ich nicht. Wie können Grenzen Freiheit bedeuten? Eine Grenze ist immer eine Einschränkung. Vielleicht bist du frei, dir diese Grenzen selbst zu setzen. Dann schränkst du deine Freiheit freiwillig ein.
Konkret tust du das hier, indem du für dich Frauenkleidung ablehnst. Das ist völlig in Ordnung. Es ist deine freie Entscheidung.
Was ich dann aber nicht verstehe, ist der Gegensatz, den du zwischen deinem Weg und Gottes Weg beschreibst. Was hat Gott damit zu tun, wenn du mit deiner in Freiheit getroffenen Entscheidung gegen Frauenkleidung nicht im Einklang bist? Ist das nicht vielmehr ein innerer Konflikt in dir und weniger ein Gegensatz zu deinem Glauben? Lassen sich Glaube und Crossdressing wirklich nicht miteinander vereinbaren? Wie gesund ist es, wenn du gegen deine natürliche Neigung ankämpfst? Ist diese deine Neigung womöglich von Gott genau so gewollt?
Freie Entscheidungen zu treffen, auch unter Berücksichtigung moralischer, ethischer oder religiöser Aspekte, ist ein hohes Gut und bringt viel Verantwortung mit sich. Man sollte sich jedoch auch der Grenzen bewusst sein: Manches lässt sich nicht per Entscheidung ändern, auch wenn man es noch so sehr möchte. Dann sollte man einen möglichst positiven, akzeptierenden Umgang damit finden.
LGL