Zu einer "engeren Zusammenarbeit" sehe ich mich auch erst imstande, wenn wir uns gegenseitig beschnuppert haben. Das war gar nicht so kurzfristig gedacht, eher als Ausblick.
Aber ich kenne das auch vom Stammtisch (eigentlich Selbsthilfegruppe für Transmänner), da kommen immer mal Leute vorbei, die viele Fragen haben - Studierende etwa, aber eben auch Partner:innen, Eltern(teile), die sich informieren wollen - und dann nie wieder gesehen werden. Nicht zu vergessen all die Menschen, die sich informieren wollen, weil sie sich fragen, ob sie vielleicht selbst trans* sind oder aber nur eine konkrete Frage haben. Die einen kommen dann regelmäßig wieder, andere unregelmäßig, andere gar nicht.
So wie eine Selbsthilfegruppe vor Ort sehe ich auch Foren im Netz, sie leben vom gegenseitigen Austausch. Hier ist der Vorteil, man kann erst mal alle alten Beiträge nachlesen, das kann man bei Präsenzveranstaltungen nicht. Ich halte das auch grundsätzlich so, dass ich erst suche, ob ich meine Frage nicht irgendwo beantwortet finde, bevor ich ein Forum mit nervigen Fragen vollspamme - ich weiß, solche Menschen gibt es auch.^^
Ich bin nur im Augenblick etwas überfordert von der hiesigen Struktur (es gibt "Bücher ....", es gibt "Erfahrungen", es gibt Rubriken bzgl. Schwimmen" - so habe ich im Grunde zu meiner ersten Frage mehrere Rubriken zur Auswahl gehabt, wo meine Frage im Fall der Fälle hätte "richtig" oder "falsch" platziert sein können.
Dann hole ich doch mal weiter aus zu meiner Person, man braucht es ja nicht zu lesen.
Ich wohne in Hamburg, bin 41 Jahre alt, seit 14 Jahren mit einer nicht-binären Person liiert, die ich vor zehn Jahren in seiner alltäglichen Rolle als Mann geheiratet habe - nach meiner VÄ, vor meiner PÄ.
Testo bekomme ich seit 2009, hatte 2011 meine Mastek + Adnek und wäre beinahe dabei draufgegangen, musste auf dem Tisch reanimiert werden. Danach habe ich eine schwere Sepsis entwickelt und mich daher gegen weitere OPs entschieden, obschon ursprünglich der Aufbau geplant und auch bewilligt war. Mittlerweile habe ich mich mit dieser Lösung gut arrangiert. Ein Nippel ist mir auch noch flöten gegangen und ich glaube, ich hab Dogears. Da mein Körper aber insgesamt sehr lädiert ist, fällt das auch nicht mehr ins Gewicht.
Ich bin zu o.g. Stammtisch einige Jahre regelmäßig hingegangen und habe auch noch Antworten gegeben, als ich selbst keine Fragen mehr hatte.
Ich habe an der Ausrichtung der HITT 2014 mitgewirkt. Ich habe 2016/17 eine Ausbildung zum Genesungsbegleiter gemacht und in diesem Rahmen über das trans*-Thema referiert. Ich habe während meiner aktiven Zeit an CSDs und anderen Veranstaltungen teilgenommen, bin mitgelaufen in der Parade.
Seit 2018 empfinde ich mich als "post trans*" und möchte in diesem Sinne in Ruhe mein Leben leben und nicht mehr ständig die trans*-Auskunft spielen. Zehn Jahre sind genug. Ich kann das also sehr gut nachempfinden, wenn man davon genug hat, ständig dieselben Fragen zu beantworten. Ich gehe aus diesem Grund auch nur noch gelegentlich zum Stammtisch und rufe das ftm-Portal auch nur noch sporadisch auf.
Nichtsdestotrotz schreibe ich derzeit einen Roman über Transmenschen, weil ich es eben wichtig finde, dass auch Transmänner und Transfrauen Rollenvorbilder bekommen. Ich denke auch daran, eine Autobiografie oder einen autobiografischen Roman zu schreiben, der meinen Transweg nachzeichnet. Auch wenn heute so vieles anders ist als damals (rechtlich), ist das sicher noch für viele interessant. Und wenn ich es aufschreibe, muss ich mich nicht x-mal wiederholen, sondern kann auf das Buch verweisen.
Eigentlich will ich bis Ende Juni in Klausur gehen, aber falls weitere Fragen auftauchen, werde ich sicher hier stromern. Und falls ihr noch weitere Fragen an mich habt, könnt ihr die gerne stellen.
Ich habe fertig.^^