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Reisebericht in Spiegel„Online: Mit dem Mofa unterwegs
Verfasst: Mi 31. Mär 2021, 09:20
von Anne-Mette
Moin,
ja, es stimmt, ein Reisebericht
Mit dem Mofa von der Schweiz bis nach Australien — so hatte Margit Haselwanter sich das vorgestellt. Corona bremste sie aus. Ein Gespräch über langsames Reisen.
https://www.spiegel.de/reise/fernweh/gr ... 151abb3475
Das erinert mich an ein Vorhaben zum Ende meiner Ausbildungszeit an der Erzieherschule. Wir wollten mit zwei
Velo-Solex von Berlin bis ans Mittelmeer fahren.
Daraus ist nichts geworden; aber das ist sicherlich auch gut so.
Gruß
Anne-Mette
Re: Reisebericht in Spiegel„Online: Mit dem Mofa unterwegs
Verfasst: Mi 31. Mär 2021, 10:14
von ExuserIn-2021-04-19
Mit 16 wollte ich mit der Kreidler offiziell an den Bodensee, inoffiziell nach Südfrankreich. 5 Kilometer von Zuhause war Schluss, Ende, Kolbenklemmer.
Zwei Jahre später habe ich mit einem alten Fiat einen neuen Versuch gestartet, diesmal offiziell nach Südfrankreich. Bei Stuttgart klemmte der Anlasser und später wurde die Benzinpumpe undicht. Aber ich hab es durchgezogen. Musste den Anlasser halt immer wieder schlagen und öfter tanken.
Wieder zwei Jahre später hab ich für eine große Frankreich-Rundreise einen alten Kasten-Bulli aus dem Betrieb meiner Eltern als Campingbus umfunktioniert, Matratze rein und Spirituskocher ausgeliehen. Als ich wieder zurück war, wollte mein Vater am nächsten Tag den Bulli geschäftlich nutzen und kam nur bis zum Hoftor - Motorschaden.
Bei meinen späteren Reisen hab ich dann immer Wert auf gutes Equipment gelegt.
Heute würde ich gerne eine Fernreise mit dem Fahrrad machen. Das Fahrrad ist in verschiedener Hinsicht das effektivste Fahrzeug, gerade auch unter dem Aspekt der Entschleunigung. Und es lässt sich unterwegs leicht selbst reparieren.
Re: Reisebericht in Spiegel„Online: Mit dem Mofa unterwegs
Verfasst: Mi 31. Mär 2021, 10:23
von Anne-Mette
Ja, "Pleiten, Pech und Pannen"...
Noch ein paar Jahre vor dem geplanten Solex-Abenteuer sollte es "rund um Frankreich" gehen mit einer alten 250er BMW.
Das war ein ehrgeiziges Ziel, das leider nicht durchzusetzen war. Wir haben es nur bis Belgien geschafft; dann war das Pleuel-Lager fest.
(Nein, Öl war genug drinnen - und gewechselt habe ich auch regelmäßig. Damals machte man das noch alle 1000 km).
Wir haben die BMW "unfrei" nach Hause geschickt und sind dann mit der Bahn für ein paar Tage nach Paris gefahren, um jedenfalls ein wenig von Frankreich erzählen zu können.
Nach unserer Rückkehr sollte ich die Maschine, obwohl es meine war, voll zugelassen, versteuert versichert, "verzollen".
Jedenfalls meinte das der Zollbeamte, der dem Bahnhof zugeordnet war.
Wir haben uns richtig gestritten, weil ich es nicht eingesehen habe, "Zoll" zu bezahlen.
Zum Schluss fragte er: "Bist du nicht...".
"Ja" (sein Sohn ging in die gleiche Klasse)
"Dann komm vorbei und hole die Maschine ab!"
Von Zoll war keine Rede mehr.
Re: Reisebericht in Spiegel„Online: Mit dem Mofa unterwegs
Verfasst: Mi 31. Mär 2021, 11:22
von ExuserIn-2021-04-19
Mit dem Zoll hatte ich auch zu tun. Auf einer dreiwöchigen Alpentour mit meiner Frau als Sozia auf dem Motorrad hatte ich doch arge Probleme mit dem Fahrverhalten der überladenen BMW. Da kommt halt doch viel Gepäck zusammen und als Leseratten haben wir auch auf Motoradreisen immer ein oder zwei Bücher pro Person im Gepäck.
Nach zwei Wochen, das Stilfser Joch und einige Schotterpässe vor Augen, hatte ich die Idee, doch einfach ein Paket mit gelesenen Büchern, getragener Unterwäsche und Souvenirs nach Hause zu schicken. Gesagt, getan. Die Entlastung machte des Fahrverhalten etwas entspannter und wir hatten eine wunderbare Reise mit vielen schönen Eindrücken von Land und Leute.
Zuhause angekommen, wartete schon ein Brief vom Zoll, dass ein Paket für mich zur Abholung bereit läge. Oh prima, dass hat ja gut geklappt, dachte ich. Beim Zoll sagte der freundliche Beamte, dass er 60,00 DM von mir bekäme. Das ich ihn anstarrte, als wäre er ein Marsmensch, hat nichts geholfen. Einige Erklärungsversuche über den Inhalt und die Umstände auch nicht.
Ja so, der Typ, mit dem ich mir den Körper teile, ist wahrscheinlich der einzige Mensch auf der Welt, der Geld für seine eigene benutzte Unterwäsche bezahlt hat.
