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KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Do 25. Mär 2021, 09:39
von Anke
Hallo,

Das ist einer der beiden Fortsetzungen meines viewtopic.php?f=123&t=21512 . Im Ursprungsthread geht es um das eigentliche Thema. Hier möchte ich euch einen Eindruck zum KEM geben.

Die erste Panne habe ich ja bereits im Urspriungsthreas beschrieben. Donnerstag früh sollte meine OP beginnen, bei der auch ein Stück Darm umverlegt werden sollte. Trotz mehrfacher Nachfrage war niemand der Meinung, dass ich Abführen sollte.Erst um 22:30 fiel dann doch jemand auf, dass das notwendig ist. Also habe ich dann sofort damit angefangen, 2 Liter Abfühflüssigkeit in mich hinein zu. schützen. Das habe ich auch fast ganz geschafft, ca. 100 ml sind übrig geblieben. Schlafen konnte ich dann erst wieder um 4:00 h morgens. Da die OP früh angesetzt werden, fühlte ich mich total groggy.

Ich wurde rechtzeitig abgeholt und zu den Anaestesisten gebracht, dort lief alles sehr professionell. Wie beim ersten Mal, bekam ich einen Peridualkatheter, um später die Schmerzbehandlung besser handhaben zu können. Das lief perfect und es gab keinen Grund zur Kritik.

Das nächste, an das ich mich erinnern konnte, was der Aufwachraum. Bei der ersten OP vor Jahren war jemand an meiner Seite, sprach mich freundlich an und als ich anfingen wirres Zeug von mir zu geben, sprach die Person weiter freundlich zum mir, erkläre mir wo ich bin. Kurz darauf kann auch mein Operateur, nahm meine Han, versicherte, dass alles in Ordnung sei und ich gleich wieder auf Station käme.

Doch dieses Mal keine Spur davon.Eine Dame war anwesend und führte 10 m Meter von mir entfernt ein privates Telefongespräch, das wohl deutlich wichtiger war, als ich in dieser Situation. Kurz darauf kam eine Kollegin und die beiden fingen ein intensives Gepräch miteinander an.

Irgendwann wurde ich dann abgeholt und auf mein Zimmer. Darüber versuche ich im nächsten Post zu schreiben, weil meine Konzentration noch immer sehr zu wünschen übrig lässt und das Schreiben viel Kraft kosten.

Liebe Grüße

Anke

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Do 25. Mär 2021, 12:17
von michaela66
Hi Anke,
ich wùnsche dir schnell gute Besserung.

Bin mal gespannt wie du dich fùhlst mit einer Sigmascheide.

Alles Gute

LG Michaela

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Do 25. Mär 2021, 13:14
von Jasmine
Liebe Anke,
gute Besserung und liebe Grüße Jasmine

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Do 25. Mär 2021, 15:57
von ExuserIn-2021-04-19
Liebe Anke,

ich bin im Gedanken bei dir und drücke die Daumen, dass es dir bald wieder besser geht.

Alles erdenklich Liebe und Gute

wünscht dir Katja. (dr)

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Do 25. Mär 2021, 16:19
von Engelchen
Puuh, das hört sich wirklich nicht alles so toll an.
Irgendwie wünscht man sich das anders...
Ich drücke die Daumen das der Rest wenigstens einigermaßen gut verlaufen ist und du möglichst bald wieder auf den Damm kommst.

Fühl dich mal ganz lieb gedrückt (dr)

Liebe Grüße

Lisa

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Do 25. Mär 2021, 18:41
von Karla
Darf ich Dich mal virtuell drücken?
(Live hab ich Dich mal in Filderstadt gesehen)
Wünsche Dir, daß Du Dich möglichst schnell möglichst gut erholst!

LG Elly

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Sa 17. Apr 2021, 10:05
von Anke
Hallo,

es hat etwas gedauert, bis ich weiter schreiben konnte. Leider musste ich nochmal ins Krankenhaus, dieses Mal in meiner Nähe in der Uniklinik Tübingen. Bin jetzt seit einer Woche zu Hause und dieses Mal scheint es wirklich aufwärts zu gehen. Die Tübinger haben bis jetzt richtig gute Arbeit geleistet.

Dann berichte ich mal wie es im KEM weiter ging.

Folge der zweiten OP war, dass ich nicht nur den Bauch voller Drainagen, sondern auch ein Stoma (seitlicher Darmausgang) hatte. Das Stoma wurde angelegt, um die neue Verbindung (Anastomose) des Darms zu schützen.

Ich wurde auf die Normalstation verlegt. Dort hat man sich kaum um mich gekümmert. Visite hat zwar stattgefunden, aber eine richtige Aufklärung oder Besprechung fand nicht. Auch die Pflege lies deutlich zu wünschen übrig. Da ich völlig entkräftet war, war ich nicht in der Lage mich selbständig zu waschen. Von sich aus hat sich da niemand drum gekümmert und als ich am Nachmittag mal nach Hilfe fragte, bekam ich nur zur Antwort, dass der Spätdienst nicht wäscht.

Auch medizinisch ist kaum etwas passiert. Erst als ich mit meinen letzten Kräften ordentlich Druck gemacht habe, kam ein wenig Bewegung in die Sache. Außerdem hatte ich mich entschlossen das Geld für die Unterbringung auf der Privatstation in die Hand zu nehmen, da dort die Pflege einigermaßen akzeptabel war. Um euch einen Eindruck geben: als ich die eine Woche in Tübingen im KH war, da war die Pflege auf der Normalstation DEUTLICH besser, als in Essen auf der Privatstation. Offen gestanden halte ich das für einen Skandal.

Aber auch hier gaben die Chirurgen im KEM weiter keine Figur ab. Meine Entzündungswerte stiegen, während die Drainagen kaum etwas förderten. Es dauerte fast 2 Wochen bis jemand auf die Idee kam, mich deshalb einmal ins CT zu stecken. Dort fand man dann auch prompt zwei Abszesse, die dann war punktiert, aber nicht mit Drainagen versehen wurden. Zum Vergleich: als ich nach Tübingen ging, wurde noch am Einweisungstag ein CT gemacht, ein großer Abszess gefunden, sofort punktiert und eine Drainage gelegt, die ich 14 Tage behalten habe.

Darüber hinaus wurde in Essen versäumt, aus dem Sekret der Punktion Kulturen anzulegen. Das wäre wichtig gewesen, um die Erreger zu identifizieren, die in mir wüteten. In Tübingen wurde das sofort gemacht und die anschließende Antibiotikatherapie daraus abgeleitet.

Eine weitere Panne war, dass es auch viel zu lange gedauert hat, bis entdeckt wurde, dass meine Pleura (das ist der Raum zwischen Lungen- und Rippenfell) mit rund 2,5 l Flüssigkeit vollgelaufen war. Als man das endlich wahrgenommen hat, bekam ich eine zwei Schläuche eingesetzt, die an eine entsprechende Pumpe angeschlossen wurde. Insgesamt wurde nach der ersten Punktion weitere 2,5 l Flüssigkeit abgepumpt.

Damit habe ich nur die allerschlimmsten Dinge beschrieben. Daneben gab es viele andere Dinge, die wirklich sehr schlecht liefen.

Mein Fazit ist, dass die urologische Seite einen richtig guten Job gemacht hat und ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden bin. Dagegen ist es auf chirurgischer Seite denkbar schlecht gelaufen und mein Vertrauen in die Chirurgie im KEM ist gleich Null. Außerdem ist die Pflege im KEM, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf einem sehr schlechten Stand.

Egal wie gut Frau Prof. Dr. Krege als Operateurin ist, ich würde niemals wieder ins KEM gehen.

Liebe Grüße

Anke

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Sa 17. Apr 2021, 10:38
von Céline
Guten Morgen Anke,
Ich weiß gar nicht was ich sagen soll...ich bin einfach nur entsetzt.
Ich wünsche auf jeden Fall eine Gute Besserung und eine schnelle Genesung.
Liebe
Céline

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Sa 17. Apr 2021, 11:07
von ExuserIn-2021-04-19
Liebe Anke,

fühl dich von mir ganz doll gedrückt. Ich hoffe, dass es jetzt weiter aufwärts geht bei dir.

Ganz liebe Grüße

Katja (dr)

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Sa 17. Apr 2021, 11:18
von Engelchen
Oh Gott Anke,
du arme, was musstest du da erleiden.
Das sind ja schon mehr als fahrlässige Kunstfehler.
Ich würde mir tatsächlich die Krankenakte aushändigen lassen und mir rechtliche Schritte überlegen.

Hoffentlich geht es jetzt wirklich nur Bergauf und weiterhin gute Besserung.

Liebe Grüße

Lisa

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Sa 17. Apr 2021, 11:51
von Tatjana_59
Das hört sich schon schrecklich an was bei dir alles schief lief.
So extrem wie bei dir habe ich es noch nicht gehört von Essen.
Allerdings schon sehr häufig dass die Nachsorge und Pflege ziemlich bescheiden ist um es nicht härter auszudrücken.
Kann man kaum nachvollziehen, da Dr. Krege ja einen ziemlich guten Ruf genießt.
Ich wünsche dir alles Gute Anke.

LG Tatjana

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Sa 17. Apr 2021, 12:20
von Anke
Hallo Tatjana,


Tatjana_59 hat geschrieben: Sa 17. Apr 2021, 11:51 Das hört sich schon schrecklich an was bei dir alles schief lief.
So extrem wie bei dir habe ich es noch nicht gehört von Essen.
Allerdings schon sehr häufig dass die Nachsorge und Pflege ziemlich bescheiden ist um es nicht härter auszudrücken.
Kann man kaum nachvollziehen, da Dr. Krege ja einen ziemlich guten Ruf genießt.
Ich wünsche dir alles Gute Anke.

LG Tatjana
ich kann es offen gestanden auch nicht so recht verstehen. Wieso toleriert so eine gute Operateurin solche Zustände?

Wobei ich sie als Person auch eher als schwierig empfunden habe. Doch im Hinblick auf ihre Arbeit hat sie mich überzeugt.

Ich habe sie ein paar Mal darauf angesprochen. Als Antwort habe ich immer nur bekommen, dass es nicht mehr so ist wie früher.

Da stelle ich mir die Frage, warum sie als Chefärztin hier nicht aktiv wird. Sie hat es doch sicher in der Hand für Veränderung zu sorgen. Die Probleme sind alle völlig offensichtlich und damit gut zugänglich für eine Lösung. Für mich ist das ein echtes Mysterium.

Liebe Grüße

Anke

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Sa 17. Apr 2021, 13:20
von Engelchen
Anke hat geschrieben: Sa 17. Apr 2021, 12:20 Ich habe sie ein paar Mal darauf angesprochen. Als Antwort habe ich immer nur bekommen, dass es nicht mehr so ist wie früher.
Und das lles auf Kosten der Gesundheit von Patienten.
Das geht so gar nicht...

Liebe Grüße

Lisa

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Sa 17. Apr 2021, 19:40
von NikolaAusR
Liebe Anke,

Du hast da ja ein ziemliches Martyrium erleben müssen :o

Wenigstens bist Du ja mit dem Ergebnis zufrieden.

Ich wünsche Dir gute Besserung für all die wohl vermeidbaren Komplikationen.

Liebe Grüße
Nikola

Re: KEM „ Pleiten, Pech und Pannn

Verfasst: Sa 17. Apr 2021, 20:47
von Mirjam
Da fehlen mir echt die Worte Anke ... -- fühl dich mal ganz lieb von mir gedrückt (dr)

Und dankeschön, dass du das alles hier so offen schreibst. Für die, die noch nicht wissen, wo sie hingehen sollen, ist das schon eine Hilfe sich zu entscheiden.

LG, Mirjam