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Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 17:21
von Marie-Elle
Hallo,
ich finde das Thema schon spannend, weil es eigentlich ein Bereich ist, mit dem ich mich vorher noch nie beschäftigt hatte:
Stellt euch vor, eine (medizinische) Transition läuft bereits seit mehreren Jahren, aber es wurden noch keine OPs vorgenommen.
Jetzt in meinem Fall z.B. MzF, Gynokadin und Androcur.
Was würde jetzt passieren, wenn man beides einfach von einem Tag auf den anderen weglässt?
Was würde bleiben? Was würde sich zurückverändern?
Wäre durch die mehrjährige Androcur-Einnahme die Testosteron-Produktion so weit lahmgelegt,
dass nicht nur nichts mehr kommt, sondern dass es irreversibel auf Nahe 0 bleibt?
D.h. würde man Gynokadin weglassen, bleibt nur stattdessen eine Testosteron-Gabe, weil der Körper nichts mehr produziert?
Ok, im Endeffekt eher eine Frage für einen Endokrinologen/eine Endokrinologin. Aber vielleicht kennt jemand Infos?
Oder eine Quelle?
Oder ähnlicher Fall: Keine GaOP geplant. Kann man lebenslang Gynokadin (sollte kein Problem sein?) und Androcur weiter einnehmen?
Oder ist Androcur nur für ein paar Jahre, aber nicht lebenslang möglich?
Schöne Grüße,
Marie
Re: Medizinische Details
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 17:37
von BiancaC
Hallo Marie-Ellen,
das will ich mir nicht, und kann ich mir nicht vorstellen ,oder so etwas !
Ich habe über 40 Jahre gekämpft und gelitten .
Ich bin für mich noch nicht perfekt aber einen Weg zurück kommt für nicht in Frage!
Und somit beschäftige ich mich nur einen Weg !
Auch noch eins zur Info ,ob ich die Geschlechtsangleichende Op noch mache weiß ich nicht. Aber das heißt nicht das ich mir den Weg zurück vorbehalte !!!
Und ich kann Menschen nicht verstehen die diesen Weg (Transition,Retranstiton) gehen !
Diesen Weg macht Mensch nicht aus einer Laune raus !!!!
EDIT Ergänzung : Für mich ist klar das mein Körper den Rest meines Lebes weibliche Hormone braucht !
VlG Bianca
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 18:10
von VanessaB
Marie-Elle hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 17:21
Hallo,
ich finde das Thema schon spannend, weil es eigentlich ein Bereich ist, mit dem ich mich vorher noch nie beschäftigt hatte:
Stellt euch vor, eine (medizinische) Transition läuft bereits seit mehreren Jahren, aber es wurden noch keine OPs vorgenommen.
Jetzt in meinem Fall z.B. MzF, Gynokadin und Androcur.
Was würde jetzt passieren, wenn man beides einfach von einem Tag auf den anderen weglässt?
Was würde bleiben? Was würde sich zurückverändern?
Wäre durch die mehrjährige Androcur-Einnahme die Testosteron-Produktion so weit lahmgelegt,
dass nicht nur nichts mehr kommt, sondern dass es irreversibel auf Nahe 0 bleibt?
D.h. würde man Gynokadin weglassen, bleibt nur stattdessen eine Testosteron-Gabe, weil der Körper nichts mehr produziert?
Ok, im Endeffekt eher eine Frage für einen Endokrinologen/eine Endokrinologin. Aber vielleicht kennt jemand Infos?
Oder eine Quelle?
Oder ähnlicher Fall: Keine GaOP geplant. Kann man lebenslang Gynokadin (sollte kein Problem sein?) und Androcur weiter einnehmen?
Oder ist Androcur nur für ein paar Jahre, aber nicht lebenslang möglich?
Schöne Grüße,
Marie
Hallo Marie,
es gibt wohl nie einen Weg zurück, aber immer einen nach vorne ....
Aber zu Deiner Frage: Natürlich kannst Du die Hormone absetzen. Frag einfach Deinen Endo!. Soweit ich weiß, kommt die männliche Regung zurück, aber die Familienplanung bleibt abgeschlossen. Brust und CO werden sich nicht zurückbilden, aber die Testoproduktion nimmt wieder Fahrt auf und diesbezüglich geht es auch wieder in die andere Richtung. Das ist zumindest mein derzeitiger Informationsstand - aber vielleicht weiß hier jemand noch mehr. Wie schnell das alles geht und ob der Körper darüber erfreut ist und auch wieder in allen Lagen anspringt, kann ich Dir aber nicht sagen. Ich denke das ist eher individuell.
Alles Liebe und ggf. viel Erfolg beim Detransitionieren, wenn Du denn den Schritt machen solltest.
(Ist übrigens ein blöder Begriff, den es so eigentlich nicht geben sollte. Denn es ist einfach wieder eine erneute Transition mMn)
Vanessa
Re: Medizinische Details
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 18:14
von VanessaB
BiancaC hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 17:37
Hallo Marie-Ellen,
das will ich mir nicht, und kann ich mir nicht vorstellen ,oder so etwas !
Liebe Bianca,
es war nicht die Frage, ob Du Dir das vorstellen kannst. Ihre Fragestellung war eine andere - so ist es zumindest bei mir angekommen.
Alles Liebe
Vanessa
Re: Medizinische Details
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 18:37
von Jaddy
BiancaC hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 17:37Und ich kann Menschen nicht verstehen die diesen Weg (Transition,Retranstiton) gehen !
Da gibt es sehr verschiedene Gründe. Ein wesentlicher ist, dass Menschen während der Transition auf Konflikte mit ihrer Umwelt laufen und dann Prioritäten neu bewerten. D.h. dass z.B. Familie oder soziales Umfeld, gelernter Job, was auch immer, die Transition nicht akzeptieren und die Personen dann vor die entweder-oder Wahl gestellt, lieber verzichten. Absolut mieseste Sache, nach meiner Ansicht.
Zweitens ist die Psychotherapie nicht wirklich in der Lage, die komplette Motivationslage neben/unter dem Wunsch nach Transition zu erfassen und ggf Veränderungen vorzuschlagen, Hilfen zu bieten, die für die jeweilige Person besser funktionieren. Es ist bekanntermassen für Menschen mit genug Energie und Selbstkontrolle nicht schwer, den Gatekeepys das gewünschte vorzutanzen. (Nein, das spricht nicht für mehr Gatekeeping)
Es gibt tatsächlich auch Therapeutys, die nicht mal bei selbst geäusserten Zweifeln andere Alternativen vorschlagen, sondern vorschnell auf die Transitionsschiene gehen. Einen Fall hatten wir im Forum hier. Inwieweit da eine Beeinflussung durch strikt konservativ-binäre, schwulenfeindliche Umgebung auf Klienty selbst und_oder Therapeuty im Spiel war, weiss ich nicht genau.
Ich denke, da fällt auch Nele rein, die in dem neulich erwähnten Film beschreibt, dass sie vor allem ein Problem der Körperwahrnehmung hatte, und das aus anderen Gründen.
Eine weitere Falle sind falsche Erwartungen an eine Transition. "Wenn ich erst... dann wird alles besser". Funktioniert eigentlich nicht, denn mit Klamotten, Hormonen und OPs ändert sich weder der Alltag, noch Umgebung, noch die eigene Geschichte. Im ungünstigen Fall hat ein dann zusätzlcih zu den vorherigen Probleme auch noch die negativen Seiten des trans Daseins plus der neuen Rolle.
Alles in allem wird von ca. 1% Detransitionen berichtet. Von welchem Punkt aus weiss ich nicht. Meines Wissens gibt es dazu auch noch kein seriösen Studien. Dazu ist die Fallzahl einfach zu gering.
Einen Punkt möchte ich aber noch anfügen. Dieser Gedanke, die eigene Genderzuordnung sei quasi von je her und auf ewig fest, ist Unfug. Wenn wir eines immer wieder finden bei der ganzen Sex/Gender-Thematik, dann Spektren und Veränderung. Deshalb ist auch eine Neuorientierung mit 40, 60, 90 Jahren vollkommen valide. Schön, wenn Personen eine völlig klare Lebensplanung haben, ob das nun Familie, Job, Gender oder sexuelle Orientierung ist. Das heisst aber nicht, dass das für alle gelten muss. Statt höchste Hürden und idiotische Gender-TÜVs zu bauen, sollten wir mehr dafür sorgen, dass Menschen sich finden, dabei probieren und sich auch wieder anders entscheiden können.
Weder aus einer Transition, noch einer Retransition sollte ein künstliches Drama gemacht werden.
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 18:43
von Jaddy
Marie-Elle hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 17:21Wäre durch die mehrjährige Androcur-Einnahme die Testosteron-Produktion so weit lahmgelegt, dass nicht nur nichts mehr kommt, sondern dass es irreversibel auf Nahe 0 bleibt?
Ich hatte meinen Endo vor der OP gefragt, ob bei mir die Spermaproduktion wieder anspringen würde und er meinte ja, aber wahrscheinlich wären die nicht mehr zeugungsfähig. Bis zu dem point of no return dauert es ein paar Jahre.
Ich habe keine Blocker genommen, aber das macht mW keinen Unterschied. Die Blocker greifen je nach Typ weiter oben in der Signalkette ein, d.h. bei den Hormonen, die die T-Produktion anregen. Sprich: Testo kriegst du nicht endgültig klein mit Medikamenten, Sperma schon.
Re: Medizinische Details
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 19:27
von BiancaC
VanessaB hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 18:14
BiancaC hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 17:37
Hallo Marie-Ellen,
das will ich mir nicht, und kann ich mir nicht vorstellen ,oder so etwas !
Liebe Bianca,
es war nicht die Frage, ob Du Dir das vorstellen kannst. Ihre Fragestellung war eine andere - so ist es zumindest bei mir angekommen.
Alles Liebe
Vanessa
Hallo Vanessa
ich weiss das das nicht die Frage war.Aber auch du hast die ganzen Diskusionen in letzter Zeit mitbekommen.
Für mich würde es überhaubt nicht in Frage kommen .
Und zurück zur Frage ,ich für mich gehe davon aus ,das ich für den rest meines restlichen Lebens weibliche Hormone nehmen muß.Ihr könnt mich eines bessern belehren.
Und für mich war es im nachhinnein eine Erlösung das meine Testo Produktion gen Null ging.
Ich möchte keine männlichen Werte mehr haben.
Ich kann aber auch Menschen verstehen die Eizellen und Sperma einfrieren lassen oder die Hormonproduktion so weiter laufen lassen das dies noch möglich ist.
Meine Familienplanung ist so oder so rum !
Viele liebe Grüße Bianca
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 19:30
von Anne-Mette
Guten Abend,
es geht in diesem Bereich sicherlich nicht darum, ob eine Detransition gut, schlecht, erstrebenswert, "in" oder verachtenswert ist,
sondern eher darum, was auf Menschen zukommen könnte, die sich zu einer Detransition entschließen oder mit sich ringen, ob sie "einen Weg zurück" einschlagen.
Gruß
Anne-Mette
Re: Medizinische Details
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 19:38
von Jaddy
BiancaC hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 19:27ich für mich gehe davon aus ,das ich für den rest meines restlichen Lebens weibliche Hormone nehmen muß
Rein medizinisch braucht der Körper mindestens eines der beiden Hormone, T oder E. Dazu Calcium udn Vit.D (und noch ein paar), um Knochen zu bauen. Sonst: Osteoporose.
Ausserdem ist abnehmender Pegel der Sexualhormone ziemlich linear mit Hautalterung und anderen Verfallserscheinungen verknüpft. Und das in jedem Lebensalter. Ich weiss von Menschen U40, die aus verschiedenen Gründen jahrelang keines der Sexualhormone hatten und am Ende quasi lebensunfähig waren vor Muskelschwund, Knochenproblemen und etlichen anderen Symptomen. Hormone nachgesteuert und schwupps ging es körperlich und seelisch wieder bergauf.
Also ob T oder E kann sich ein aussuchen, aber keins von beiden ist normalerweise die schlechteste Idee.
Re: Medizinische Details
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 19:38
von BiancaC
Jaddy hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 18:37
Statt höchste Hürden und idiotische Gender-TÜVs zu bauen, sollten wir mehr dafür sorgen, dass Menschen sich finden, dabei probieren und sich auch wieder anders entscheiden können.
Ich glaube das wäre oder ist das beste.(Vieleicht mit einer kleinen Hürde der bei Genital-OP )(Und ja wer soll das entscheiden ?) Ist ja nur meine Denkweise
VlG BIanca
Re: Medizinische Details
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 19:41
von BiancaC
Jaddy hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 19:38
Also ob T oder E kann sich ein aussuchen, aber keins von beiden ist normalerweise die schlechteste Idee.
Also das ist auch mein Kenntnisstand , aber ich auch kein Endo !
VlG Bianca
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 19:47
von BiancaC
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 19:30
Guten Abend,
es geht in diesem Bereich sicherlich nicht darum, ob eine Detransition gut, schlecht, erstrebenswert, "in" oder verachtenswert ist,
sondern eher darum, was auf Menschen zukommen könnte, die sich zu einer Detransition entschließen oder mit sich ringen, ob sie "einen Weg zurück" einschlagen.
Gruß
Anne-Mette
Hallo Anne-Mette,
ja das ist mir auch klar !
Es hat mich halt aufgeregt wegen den Berichterstattungen in der letzten Zeit.
Und wir sind doch glaub ich auf einem Nenner das der Körper entweder T oder E braucht oder ?
VlG Bianca
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 22:41
von Andrea aus Sachsen
.
Auch ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, jemals in irgendeiner Weise zu detransionieren. Wenn ich bisher keine GaOP machen ließ, hat das überhaupt nichts damit zu tun, mir eventuell ein "Hintertürchen" offen zu halten.
Da ich mich aber mit der GaOP sehr schwer tue, interessiert mich diese Frage:
Marie-Elle hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 17:21
Oder ähnlicher Fall: Keine GaOP geplant. Kann man lebenslang Gynokadin (sollte kein Problem sein?) und Androcur weiter einnehmen?
Oder ist Androcur nur für ein paar Jahre, aber nicht lebenslang möglich?
Bei mir bleibt das Testosteron nur mit Androcur unten. Deshalb stehe ich vor der Frage:
Androcur lebenslang nehmen oder OP? Was wäre wohl das kleinere Übel?
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 22:54
von Jaddy
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 22:41
Bei mir bleibt das Testosteron nur mit Androcur unten. Deshalb stehe ich vor der Frage:
Androcur lebenslang nehmen oder OP? Was wäre wohl das kleinere Übel?
Wenn dir deine Leber lieb ist: OP. Die Orchiektomie reicht ja. Das geht recht schnell und ist ziemlich problemlos. Ich würde auch die Skrotumhaut straffen lassen.
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 23:45
von Karla
@Andrea: Androcur: welche Dosis brauchst Du?
Ich bin z.Zt. bei 5mg/d - früher (z.B. in der Forensik) wurde da um mindestens Faktor 10 höher dosiert.
Auf Dauer macht frau sich natürlich Gedanken: will ich die Dinger noch?
Je nach Unterwäsche geraten sie halt auch mal auf Abwege: Die schönsten Strings sind halt dann kontraindiziert.
Ich werde erst einmal abwarten: 1. Blutbild MIT CPA krieg ich Ende Januar.
LG Elly