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Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Di 22. Dez 2020, 15:42
von MiriamR
An dieser Stelle möchte ich den ein oder anderen Text einstellen, frei Erfunden aber doch immer mit wahrem Kern.
Vielleicht erkennt man sich wieder, vielleicht lächelt man auch nur.
Wenn dann jemand noch gut unterhalten ist, habe ich mein Ziel erreicht.

weiblichste Grüße

Miriam

Evolution und der morgendliche Kampf

Verfasst: Di 22. Dez 2020, 16:07
von MiriamR
Ach, was müssen das für Zeiten gewesen sein...seufze ich noch im Halbschlaf, als neben meinem Haupt der Radiowecker seinen lautstarken Dienst aufnahm....immerhin, Pünktlich.
Damals in Afrika, als unsere Vorfahren noch die weiten der Savannen durchstreiften. Kein Wecker! Kein Radio! Aus dem einem, aus unerfindlichen Gründen des morgens um fünf, "Marmor Stein und Eisen bricht" entgegen dröhnt.
Wie kommt nur dieser Sender in dieses Radio.....denke ich mir und mir fällt ein Satz -leicht abgewandelt-, aus einem Film ein, der der Situation angemessen scheint......Ich höre tote Menschen.
Aber damals.....seufz....als wir noch auf Bäumen schliefen um den wilden Tieren zu entgehen.
Damals war das einzige was uns weckte, die warmen Strahlen der Sonne.... oder aber das Geschrei.... wenn doch jemand aus der Sippe einem umherstreifenden Löwen zum Opfer gefallen ist.
Okay, war doch nicht alles so toll, damals.....denke ich, und schlurfe ins Bad.
Damals, da hatten wir diese Probleme nicht.
Wir haben uns quasi am Geruch erkannt.
Also, Augen auf, vom Baum runter und umherstreifen bis man was essbares gefunden hat.
Waschen, Make-Up und Haare richten war nicht zwingend erforderlich. Der modische Stil damals, verfilzte Haare und in Fell gehüllt.
Die Frage,:"Was trage ich heute?", stellte sich damals eigentlich nicht.
Es passte immer zu den Schuhen.......die es nicht gab.
Okay......der Weg zur Wasserstelle war länger, als der zur Kaffeemaschine.....denke ich, als ich eine Filtertüte mit Kaffeemehl befülle und sie in den Halter stopfe. Wasser dazu und nun....warten auf das wohlige Gurgeln der Maschine, welches anzeigt das in Kürze ein erfrischendes Heißgetränk bereit stehen wird.
Das Gurgeln erinnert mich irgendwie an das Röcheln eines Sippenmitgliedes, welches sich mit einer riesigen Würgeschlange eingelassen hat.....Hmmm....wir sollten den Schlafbaum verlegen, gefährlich hier....denke ich mir.
Nachdem ich mich nun in vielerlei buntes Tuch gehüllt habe, freue ich mich auf meinen Kaffee, dessen Duft betörend durch meine Höhle wabert.
HIIIIILFE......wo ist das Einbaum......eine Flut!!......das waren die Gedanken als ich die Küche betrat.
Auf zwei Dinge fällt mein Blick.
Zum einen, die hellbraune Flüssigkeit, die es sich auf meinen Küchenschränken und meinem weiß gefliesten Küchenboden gemütlich gemacht hat,
UND meiner Kaffeekanne die mich höhnisch, auf der Spüle stehend, angrinst. "Hast wohl vergessen mich unter den Filter zu stellen....he he he."
Wie von allen Taranteln gestochen....und ich meine wirklich alle....die einzigen die jetzt noch in freier Wildbahn gefunden werden können, sind nicht von Drafi Deutscher geweckt worden....stürze ich in die Küche um diese Katastrophe, die an die Sturmflut von 1962 erinnert, zu beseitigen.
Nasse Kacheln und Pumps, gefährliche Kombination......geht mir noch gerade eben durchs Hirn, als ich begleitet von einem dumpfem "Bumms", in eben jener braunen Pfütze zu liegen komme, die sich jetzt eigentlich in meiner Kaffeetasse befinden sollte.
Meine Gedanken kreisen um ein Wort -ähnlich bräunlicher Färbung, allerdings festerer Konsistenz- welches ich an dieser Stelle unerwähnt lasse.
Die Beseitigung dieses biblischen Ereignisses in meiner Küche, hat einige Küchenrollen und reichlich wertvolle Zeit vernichtet.
Von meinem Outfit ganz zu schweigen.
Nun stehe ich, wie ein mit Kaffee begossener Pudel in meiner Küche.
Wie damals, in der Savanne...bin ich am Geruch leicht zu erkennen.
Die Färbung des vielerlei bunten Tuches hat sich in einen Bereich verschoben, der eher an einen Lendenschurz erinnert, als an modische Kleidung passend zum Schuhwerk.
Und die Uhr tickt....Zurück zum Schlafbaum? Ein anderes Fell überwerfen? Vorbei an Würgeschlange und Löwe?....hektisch kreisen meine Gedanken um diese Fragen das mir fast schwindelig wird....Als hätte ich zu viel vergorene Früchte vom Baum genascht.
Die Pflicht ruft ähnlich meines Weckers lautem Geschrei.
In diesem Moment erreicht eine Erkenntnis mein Gehirn. Eine Erkenntnis die so groß ist wie damals....Ich habe Feuer gemacht!!.
Ich habe Homeoffice!!!

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Di 22. Dez 2020, 17:10
von MiriamR
Evolution und die Opfer der Physik

Da waren sie.
Die neueste Errungenschaft meiner Leidenschaft für`s Weibliche. Die neuen High Heels.
Ich konnte sie nicht ignorieren. Inzwischen bin schon so weit gegangen: Nur nicht auf High Heels.
Sie starren mich förmlich an: "Probier mich, geh mit mir raus. Los jetz!!!!"
Na gut, ich wollte es ja so.....ich werde es tun -gegen jeden ärztlichen Rat - diese fußmordenden Ungeheuer auszuführen.
Ich zwänge meine Füße in die Schuhe. Okay....bequem ist anders, aber sie weiten sich bestimmt noch.
Obwohl....... ich hege Zweifel.....da das Obermaterial eindeutig kein Leder ist und Kunststoff nicht unbedingt die Angewohnheit besitzt nachgiebig zu sein.
Nachdem ich mich nun in diese Schraubzwingen gequält habe, steht die nächste Aufgabe an.
Der aufrechte Gang.
Über Jahrtausende hat die Evolution daran gearbeitet. Und als Ergebnis?
Die Krone der Schöpfung!!
Das, was uns von den Primaten unterscheidet........der Mensch auf High Heels.
Allerdings.....da wäre dann noch das Aufrichten.....also, vor dem Gang.
Mein Blick schweift über meine nähere Umgebung, nix zum Festhalten! Mist. Ich hätte mir doch eine andere Örtlichkeit aussuchen sollen, um ein Experiment zum Thema- "Die Folgen eines hohen Schwerpunktes eines Körpers bei verringerter Standfläche"- durchzuführen.
Nun werde ich der Schwerkraft trotzen müssen.....ohne Netz und doppelten Boden!
Ich stemme mich in die Höhe. Wackelig und unsicher. Mein Blick fällt auf den Boden, der mit einigen Strumpfhosen dekoriert ist, in die ich beim Anziehen mit dem Nagel meines großen Zehs nicht wirklich dekorative Löcher gestanzt habe.
Ich stehe!! Hurra, ich stehe auf diesen Laminatvernichtern.
Langsam befeuchtet Schweiß meine Stirn.....panisch drängt sich eine Frage in mein Hirn..... Wo ist der nächste Halt!
Der Türrahmen lächelt mich an.
Ehrgeiz und Optimismus machen sich in mir breit.
Vorsichtig setze ich einen Fuß vor den anderen. Es funktioniert!! Wenn auch in Zeitlupe, aber es funktioniert!!!
Komm schon, nur fünf Schritte....tönt es durch meinen Denkapparat.....das schaffst Du!!!
Auf dem Weg zur Tür rutscht auf dem Fliesenboden erst der eine, kurz darauf der zweite Absatz unter mir weg. Da der Schwerpunkt meiner Ferse nun nicht mehr über dem Absatz liegt, drängt es die Dolche der Absätze so weit nach Außen,
das die Haltung meiner Füße an die eines Clowns erinnert, der sich grotesk verrenkt durch die Manege bewegt.
Physik ist so grausam und unnachgiebig!!
Langsam "¦.oder doch nicht sooo langsam.... sinke ich auf meine Knie. Die Hand noch immer am Türgriff, welche mich in eine Drehbewegung zwingt, die mich vor der Tür sitzend zur Ruhe kommen lässt.
Mein Orthopäde wird sich freuen. Die Bänder in meinen Knöcheln protestieren und mit feuchten Augen stellt sich mir nur eine Frage: Wann kann ich wohl wieder aufrecht geradeaus laufen??
In flachen Schuhen!!!

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Di 22. Dez 2020, 17:33
von Sabrina Verena
MiriamR hat geschrieben: Di 22. Dez 2020, 17:10 Evolution und die Opfer der Physik

Da waren sie.
Die neueste Errungenschaft meiner Leidenschaft für`s Weibliche. Die neuen High Heels.
Ich konnte sie nicht ignorieren. Inzwischen bin schon so weit gegangen: Nur nicht auf High Heels.
Sie starren mich förmlich an: "Probier mich, geh mit mir raus. Los jetz!!!!"
Na gut, ich wollte es ja so.....ich werde es tun -gegen jeden ärztlichen Rat - diese fußmordenden Ungeheuer auszuführen.
Ich zwänge meine Füße in die Schuhe. Okay....bequem ist anders, aber sie weiten sich bestimmt noch.
Obwohl....... ich hege Zweifel.....da das Obermaterial eindeutig kein Leder ist und Kunststoff nicht unbedingt die Angewohnheit besitzt nachgiebig zu sein.
Nachdem ich mich nun in diese Schraubzwingen gequält habe, steht die nächste Aufgabe an.
Der aufrechte Gang.
Über Jahrtausende hat die Evolution daran gearbeitet. Und als Ergebnis?
Die Krone der Schöpfung!!
Das, was uns von den Primaten unterscheidet........der Mensch auf High Heels.
Allerdings.....da wäre dann noch das Aufrichten.....also, vor dem Gang.
Mein Blick schweift über meine nähere Umgebung, nix zum Festhalten! Mist. Ich hätte mir doch eine andere Örtlichkeit aussuchen sollen, um ein Experiment zum Thema- "Die Folgen eines hohen Schwerpunktes eines Körpers bei verringerter Standfläche"- durchzuführen.
Nun werde ich der Schwerkraft trotzen müssen.....ohne Netz und doppelten Boden!
Ich stemme mich in die Höhe. Wackelig und unsicher. Mein Blick fällt auf den Boden, der mit einigen Strumpfhosen dekoriert ist, in die ich beim Anziehen mit dem Nagel meines großen Zehs nicht wirklich dekorative Löcher gestanzt habe.
Ich stehe!! Hurra, ich stehe auf diesen Laminatvernichtern.
Langsam befeuchtet Schweiß meine Stirn.....panisch drängt sich eine Frage in mein Hirn..... Wo ist der nächste Halt!
Der Türrahmen lächelt mich an.
Ehrgeiz und Optimismus machen sich in mir breit.
Vorsichtig setze ich einen Fuß vor den anderen. Es funktioniert!! Wenn auch in Zeitlupe, aber es funktioniert!!!
Komm schon, nur fünf Schritte....tönt es durch meinen Denkapparat.....das schaffst Du!!!
Auf dem Weg zur Tür rutscht auf dem Fliesenboden erst der eine, kurz darauf der zweite Absatz unter mir weg. Da der Schwerpunkt meiner Ferse nun nicht mehr über dem Absatz liegt, drängt es die Dolche der Absätze so weit nach Außen,
das die Haltung meiner Füße an die eines Clowns erinnert, der sich grotesk verrenkt durch die Manege bewegt.
Physik ist so grausam und unnachgiebig!!
Langsam "¦.oder doch nicht sooo langsam.... sinke ich auf meine Knie. Die Hand noch immer am Türgriff, welche mich in eine Drehbewegung zwingt, die mich vor der Tür sitzend zur Ruhe kommen lässt.
Mein Orthopäde wird sich freuen. Die Bänder in meinen Knöcheln protestieren und mit feuchten Augen stellt sich mir nur eine Frage: Wann kann ich wohl wieder aufrecht geradeaus laufen??
In flachen Schuhen!!!
(ap)
Doppelt hält besser. :lol:
LG Verena

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Mi 23. Dez 2020, 12:35
von Anne-Mette
Sabrina Verena hat geschrieben: Di 22. Dez 2020, 17:33 Doppelt hält besser.
Verrate mir doch mal bitte den Sinn dieses Zitierens eines Beitrages, der unmittelbar davor steht.

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Mi 30. Dez 2020, 18:21
von MiriamR
"HEUREKA!!" entfährt es mir lautstark.
Meine Frau kommt angerannt in der Annahme, mir wäre eine Säule des Pathenon auf den Kopf gefallen und sie müsse mir erste Hilfe leisten.
Obwohl ich mir sicher bin, wenn dies Tatsächlich passiert wäre, wäre es wohl eher die letzte Ölung.
Triumphierend halte ich eine kleine Packung in die Höhe und strahle meine Frau an, als wäre ich Helios.
Beim Stöbern nach irgendetwas unwichtigem, bin ich über sie gestolpert.
Ich wusste, ich hab noch welche.
Meine Frau schaut auf das Päckchen und mir geradewegs in die Augen,:" Ist da etwa noch ein D-Mark Preisschild drauf??"
Nun ja, was soll ich sagen?
"Schatz, die haben kein MHD."
Und trotz Allem, es ist mir peinlich.
Nein....hier liegen sie....ich fasse es nicht....nicht schon wieder. Schießt es mir durch den Kopf. Jedes Jahr das selbe. Ein jedes Jahr frage ich mich wo die Zeit geblieben ist. Ja, wo nur??
Und wieder ist da dieser Moment an dem ich mich nach H.G. Wells Zeitmaschine sehne.
Da liegen sie!.....hab ich sie vermisst?
Ja....oder doch nicht?
Ich habe sie ja noch nicht einmal gesucht.
Ich wusste nur das in dem Chaos auf meinem Schreibtisch, welches an die Ruinenlandschaft des Forum Romanum erinnert, sich ebendiese verstecken müssten.
Jetzt, ist es zu spät! Da kannst Du auch gleich versuchen, Zahnpasta in die Tube zurück zu drücken.....seufze ich, mich der wiederkehrenden Niederlage hingebend.
Die Weihnachtskarten sind aufgetaucht, wie ein Uboot bereit zum Torpedoangriff auf meine dahin dümpelnde Gedankenlosigkeit.
Gegnerfahrt Null.
Wieder einmal bin ich von diesem Ding, welches die Tage zählt, überrumpelt worden. Wieder einmal kam Weihnachten plötzlich. Wie jedes Jahr.
Das schlimme ist, es findet immer am selben Tag statt.
Ich könnte sie ja dennoch abschicken.....geht es mir durch den Kopf.....wenn ich eine passende Ausrede hätte.
Vielleicht, das der Briefkasten in den ich die Karten geworfen habe....am 20. Dezember.....von einer linksgerichteten Aktivistengruppe entführt wurde um Lösegeld zu erpressen.
Quasi von der Bader-Weihnachts-Gruppe.
Vielleicht wollte ja auch eine Gruppe Heimat-Treuer, die Reichspostverordnung von 1871 wieder einsetzen lassen und hat die Leerung eben jenes Briefkasten verhindert, um die Einnahmen an Briefporto der Deutschen Post zu mindern.
Wobei ein jeder heutzutage weiß, dass die Post mehr an der Verteilung von Werbung verdient, als an dem Erlös von Postwertzeichen.
Na, jedenfalls hab ich das vermasselt. Mist....da hilft nur noch ehrlich sein.
Wird es halt ein verspäteter Weihnachtsgruß.....nun ja, die Geste zählt schießlich auch.
Trotz des depressiven Ereignisses mache ich mich auf die Suche nach...ich bin mir sicher ich hab noch welche..... Briefmarken.

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Di 23. Feb 2021, 11:49
von scheue_Sarah
MiriamR hat geschrieben: Di 22. Dez 2020, 15:42
Wenn dann jemand noch gut unterhalten ist, habe ich mein Ziel erreicht.
Hallo Miriam,

die Bilder, die Du hier erzeugst, herrlich! (ap)

Danke, schön!
Sarah

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Sa 6. Mär 2021, 17:34
von MiriamR
The Day after


Glassplitter knirschen unter meinen Füßen. Mit langen Schritten bahne ich mir einen Weg Richtung Tür. Aber es war Hoffnungslos. Wir wurden einfach zurück gedrängt. Meine Kameradinnen und Kameraden waren auf verlorenem Posten.
Taktischer Rückzug war angesagt.
In unserem Rücken hören wir weitere Scheiben bersten. Wie Furien fallen sie über uns her. Aufgerissene rote Münder mit gebleckten Zähnen, eingerahmt von wallenden Mähnen recken sich uns drohend entgegen.
Lautstark dröhnt der Chor verzweifelter Stimmen: "Gebt es raus! Gebt es raus!"
Tränengas wabert durch die Gänge. Ein weiterer Versuch die aufgebrachte Menge in den Griff zu bekommen. Verzweifelt klammern wir uns aneinander fest, die Kette darf nicht brechen....Niemals.
Wir stehen Fest, wie Gandalff...."Du kommst hier nicht vorbei!!!"
Aber die Übermacht scheint zu groß.
Ein Blick auf die Videoüberwachung zeigt ein erschreckendes Bild.
Einige haben es ins Büro der Geschäftsführerin geschafft und sitzen an ihrem Schreibtisch. Die Füße auf eben diesem, grinsen unverhohlen in die Kamera und haben die Schlüssel zum Lager gefunden....

Schweißgebadet schrecke ich aus dem Schlaf.
Ich bin so verschwitzt als hätte ich zwei Stunden auf dem Stepper verbracht. Meine Hände zittern.
Mein Puls rast, als würde ich das erste Mal als Frau vor die Tür gehen und mir kommen meine Nachbarn entgegen.
Der Blick auf die Uhr sagt mir das ich eigentlich noch zwei Stunden schlafen könnte, aber daran ist nun wirklich nicht zu denken.
Also koche ich mir einen Kaffee und beginne mich fertig zu machen für den neuen Tag.
Ein besonderer Tag. Der erste Tag.
Mein erster Tag als Verkäuferin in einer Boutique.
Der erste Tag am Ende des Lockdowns.
Wir erwarten unsere Kundinnen....Ich freu mich schon....

Osterspaziergang

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 16:39
von MiriamR
Ein Osterspaziergang

Eisig fegt der stürmische Wind über die Weite.
Die Bäume ächzen bei jeder Böe unter dem Druck der strömenden Luftmassen, die jeder Blüte ein jähes und kaltes Ende bereitet.
Dunkel erheben sich die Umrisse der Grabsteine auf dem Friedhof aus der weißen Fläche. Wie mahnende Finger: "Eines Tages bekommen wir Euch alle!"
Laut knirschen die Schritte auf den mit Kies bestreuten Wegen.
Vermummte Personen ducken sich und versuchen so den peitschenden Eiskristallen, die ihnen ins Gesicht wehen, zu entrinnen.
Sie kennen nur eine Richtung.
Nach Hause und ins Warme.

Also ehrlich.
Watt isn datt fürn Kokolores? Da gehse bei strahlenden Sonnenschein vor de Tür und zwei Minuten später kommse Dir vor wie Amudsen auffem Wech zum Südpol.
Ich sach ja, Kokolores. Also, nix für mich.
Los getz Frau, ab nach Hause. Rein inne Bude, da wo die Heizung schön warm macht, dann gibbet Kaffee. Aber ohne Kuchen, ne. Wir wollen ja abnehmen.

Euch allen frohe Ostern...

weibliche Grüße

Miriam

Trans ist gefährlich

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 17:44
von MiriamR
Einer von diesen Tagen.
Ich erwache und kann nur mühsam meine Augen öffnen. Wiederwillig tragen mich meine Beine zuerst ins Bad dann an den Schreibtisch.
Ich suche das wohlsortierte Chaos ab und mir entfährt ein klitzekleiner Schrei des Entsetzens.
"Ahhhhhhhhhhhhh!!!"
Okay, doch nicht so klein dieser Schrei, da meine Nachbarin klingelt und fragt ob ich Hilfe benötige.
"Nein, keine Hilfe.....Zigarette.", stammel ich nur.
Die süchtigen unter Euch werden das kennen.
Die nicht süchtigen verweisen jetzt darauf, das Rauchen ohnehin ungesund ist und man es doch besser lassen sollte.
Stimmt, steht ja auch auf jeder Zigarettenpackung: "Rauchen vermindert Ihre Fruchtbarkeit", oder "Rauchen gefährdet ihre Potenz".
HALLO....ich bin Trans!!!
Ich bin sowas von mit Hormonen und anderem Zeugs zugeballert, das sich da "unten" eh nix mehr tut. Und, die Wahrscheinlichkeit das ich nach überstandener GaOP schwanger werden könnte ist doch recht überschaubar.
Also bitte, lasst mir meinen Spaß, bitte.
Es bleibt nur eines, der Gang nach Kanossa....okay, ich werde jetzt nicht wie Heinrich der vierte auf Knien zur Tankstelle robben, aber immerhin fühlt es sich so an.
Natürlich regnet es.
Es hätte ja auch angnehmer sein können, aber so fühle ich mich Heinrich näher.
Und, ich habe einen Regenschirm, im Gegensatz zu Heinrich. Natürlich in Regenbogen-Farben, was anderes kommt mir dann nicht ins Haus.
Also mache ich mich unwillig aber von meiner Sucht getrieben auf den Weg.
Vorbei an unserem benachbarten Krankenhaus erreiche ich die Fussgängerampel und warte darauf das ein grünes Männchen zu leuchten beginnt.
Bin ich doch gut erzogen und gehe nicht bei Rot.
Ausserdem möchte ich nicht über den Haufen gefahren werden, während ich auf Knien über die Strasse rutsche.
Das grüne Männchen wird illuminiert und ich mache den ersten Schritt auf die Fahrbahn.
Das Geräusch blockierender Reifen auf regennasser Fahrbahn lassen mich eben jenen Schritt wieder zurück nehmen. Sozusagen schlagartig.
Vor meiner Nase kommt ein KleinTRANS*porter zum stehen, dessen Fahrer, was man ihm zu Gute halten sollte, erblasst hinter dem Steuer sitzt.
Also, bei grünem Licht hätte ich das jetzt mal nicht erwartet.
Etwas verdattert stehe ich da und denke nur, eine TRANS*person wird von einem TRANS*porter fast über den Haufen gefahren.
Immerhin hat der TRANS*porter einen Stern im Kühlergrill,
obwohl ich vermute das es sich dabei nicht um ein Gendersternchen handelt.
Na, wenigstens wäre der TRANS*port zur nächsten Notaufnahme ein kurzer gewesen. Dort hätte man mir gleich die nötigen TRANS*fusionen oder im schlimmsten Fall auch TRANS*plantationen angedeihen lassen können.
Nach derlei Aufregung erreichte ich nun endlich das Ziel meiner Begierde.
Die Tankstelle, das feiertägliche Paradies für Nikotinabhängige.
Also, ich stehe vor der Tür....sie will sich auch öffnen....will mich einlassen....will mir die Erlösung verschaffen....und ich stehe da.
Einfach so, mit Tränen in den Augen und ohne Maske.

weiblich Grüße

Miriam

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 18:33
von Tatjana_59
Hallo Miriam,

Ich habe jetzt erst deinen Thread entdeckt.
Deine Beiträge sind einfach Herz erfrischend, danke dafür.
Beim lesen deines letzten Beitrags hatte ich nur noch ein breites Grinsen im Gesicht.
Freue mich auf weitere Beiträge.

LG Tatjana

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 18:40
von MiriamR
Hallo Tatjana.

Vielen Dank für das nette Kompliment.
Tatjana_59 hat geschrieben: Mo 5. Apr 2021, 18:33 Freue mich auf weitere Beiträge.
Leider hab ich solche Ideen nicht so oft. Von daher dauert es machmal ein wenig bis wieder was neues erscheint.
Aber, ich gebe mir Mühe.

weibliche Grüße

Miriam

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 19:17
von Engelchen
Liebe Miriam,
ich kann mich Tatjana nur anschließen...

Allerdings komme ich auf dem Zahnfleisch daher und das hat andere Gründe.... - Nikotin und Süßwarenentzug...

Liebe Grüße

Lisa

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 19:33
von Claudia_G
MiriamR hat geschrieben: Mo 5. Apr 2021, 17:44 Vor meiner Nase kommt ein KleinTRANS*porter zum stehen, dessen Fahrer, was man ihm zu Gute halten sollte, erblasst hinter dem Steuer sitzt.
Die Kerle lassen sich aber auch immer wieder was Neues einfallen, um ne hübsche Frau anzumachen, aber diesmal wenigstens stilecht mit einem Trans*porter :D.

Liebe Miriam, ich bin froh, dass ihr beide dann doch so reaktionsschnell ward und so gröberer Schaden und Schlimmeres verhindert werden konnte.
Zu was so ne Sucht aber auch führen kann ....

Alles Liebe
Claudia

Re: Evolution und die Schwierigkeiten des Lebens im allgemeinen

Verfasst: Mo 5. Apr 2021, 19:36
von MiriamR
Hallo Claudia....
Claudia_G hat geschrieben: Mo 5. Apr 2021, 19:33 Zu was so ne Sucht aber auch führen kann ....
Stimmt. Ich war fürchterlich am zittern. Ich bin mir nur nicht sicher welche Ursache das hatte. Der Entzug oder der Schreck....*gg*

weibliche Grüße

Miriam