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SPEKTRUM Letzte Hilfe: Wie sorge ich für einen Sterbenden?
Verfasst: Di 15. Dez 2020, 15:56
von Anne-Mette
Re: SPEKTRUM Letzte Hilfe: Wie sorge ich für einen Sterbenden?
Verfasst: Mi 16. Dez 2020, 07:03
von Frieda
Guten Morgen
Trotz eines sehr aufregenden Tages gestern hab ich den Link hier noch gelesen... Danke dafür

Ich bin so unbeschreiblich dankbar wo ich heute stehe und ich meinen Job leben darf. Und weil ich in meiner Arbeit beim Paliativteam so aufgehe ist die aktuelle Zeit für mich und alle Kollegen umso schwerer. Erst gestern erfuhr ich wieder von einem persönlichen Fall, wo ein lieber Mensch der mich und meine Kinder sehr sehr viele Jahre begleitet hat, wegen den Sicherheitsgründen durch Corona, alleine sterben musste.
Es ist schön von dir gewesen Anne-Mette diesen Beitrag uns zu zeigen, weil ich es zu oft miterlebe, mit welcher Distanz man dem Thema Tod noch gegenübersteht.
Ich freue mich ja nicht nur darüber, dass es diese Angebote mittlerweile gibt, wo jeder sich in diesem Thema weiterbilden kann. Am meisten erfreut es mich, dass die Angebote gesehen werden und so toll angenommen werden. Ich bin überzeugt, dass die Aufklärung zu weniger Distanz zum Thema Sterben beitragen wird
Namaste

Re: SPEKTRUM Letzte Hilfe: Wie sorge ich für einen Sterbenden?
Verfasst: Mi 16. Dez 2020, 07:32
von Blossom
Frieda hat geschrieben: Mi 16. Dez 2020, 07:03
weil ich es zu oft miterlebe, mit welcher Distanz man dem Thema Tod noch gegenübersteht.
Liebe Frieda,
als Intensivkrankenschwester im Fachbereich Beatmung kenne ich das nur zu gut und kann dir nur beipflichten. Mehrere Jahre habe ich als Dozentin im Gesundheitswesen Pflegekräfte, aber auch interessierte Angehörige für das Thema sensibiliert. Und glaub mir, auch nach all den Jahren, die ich in der Pflege gearbeitet habe: Ich erinnere mich noch sehr genau an Jeden, dem ich in der Stunde des Ablebens die Hand gedrückt habe. Du hast dir eine tolle, aber zugleich auch extrem harte Arbeit ausgesucht - wobei: Als Arbeit habe ich es nie empfunden. Doch inzwischen gehöre ich zu den Pflegekräften, denen jede Kraft fehlt. Ich bin ausgebrannt, denn nichts von dem, wofür ich einmal angetreten bin, hat sich letztlich erfüllt - mangelnde Versorgung, schlecht ausgebildete Kollegen, fehlende Empathie mit den zur Versorgenden, ständige eine Uhr im Rücken, etc - gepaart mit steten Überstunden, ewiger Wochenend- und Feiertagsarbeit, die meinen Freundeskreis auf ein Minimum hat schrumpfen lassen. Ganz abgesehen von mieser Bezahlung. Obwohl Schwester mit drei Fachausbildungen, Heimleiter- und Pflegedienstleiterschein werde ich nicht einmal annähernd wie ein Assistenzarzt im ersten Jahr bezahlt. Und das (ironie an), gerade diese Ärzte erklären: Entscheiden Sie, was wir machen, Sie kennen das doch viel besser! Nun gut, ich will nicht weiter abdriften ... aber neben der o.a. Thematik aufzeigen, warum sich vieles nicht verbessert, wenn top-qualifiziertes Personal (wie auch ich) aus dem Job aussteigt, wo es eigentlich dringend gebraucht wird.
Liebe Grüße vom
Blümchen

Re: SPEKTRUM Letzte Hilfe: Wie sorge ich für einen Sterbenden?
Verfasst: Mi 16. Dez 2020, 15:38
von ExuserIn-2021-01-08
Danke für den Beitrag und die Beschäftigung mit dem Tod.
Zu gerne wird der Tot "totgeschwiegen"
Er gehört zum Leben, er ist ein Teil des Lebens.
So sollten wir auch damit umgehen.
Vor genau einem Jahr habe ich meinen Vater in den Tod begleitet.
Er hat am 31.12. dann diese Welt losgelassen können.
Wir haben ihn keine Minute allein gelassen, und verbrachten sehr innige Stunden (zum Teil sogar lustige Momente) mit Ihm.
Für mich war es das 2. Mal, das ich einen lieben Menschen begleiten durfte.
Wie gesagt, der Tod gehört zum Leben.
Ich bin im Rückblick noch dankbarer das es heute vor einem Jahr war, und nicht im Feb oder März 2020
Er fehlt, aber wir konnten alle Abschied nehmen.
Danke für eure Gedanken