Herzlichen Willkommen liebe Kati und danke für deinen Beitrag hier
Ich bin die Partnerin von MichiWell (Teilzeitfrau) und ich möchte dir sagen, dass ich deine Gedanken richtig gut verstehen und vor allem auch nachvollziehen kann. Warum? Ich hatte dieselben.
Ich habe mich entschlossen meine Gedanken dir dazu direkt niederzuschreiben, bevor ich die Post's der anderen Mitglieder gelesen habe, eben weil ich wirklich in meinen eigenen Gedanken bleiben möchte. Falls ich jetzt einiges wiederhole was evtl bereits geschrieben wurde, entschuldige mir dies bitte.
Als ich von Michi erfuhr habe ich mich am selben Abend auch mit der Frage bzw dem Thema beschäftigt, was ist falls Michi auch den Weg der GaOp geht!? Mehrere Gedanken gingen mir dazu durch den Kopf, liebe Kati.
1.) Wahrscheinlich gehen bei uns Partnerinnen (sry immer) zuerst der Gedanke zum Thema Sex. Und während meiner Überlegungen bin ich (für mich!!!) zu der Erkenntnis gekommen das dieses Thema nur auf den zukünftigen Sex zu reduzieren a) sehr einstufig ist und b) sry auch egoistisch ist.
2.) Ging mir der Gedanke der Gleichberechtigung durch den Sinn... wie würde ich diese ganze Situation wohl sehen, wenn ich in Michi's Situation wäre? Oder was wäre, wenn es ein Thema bei mir geben könnte, welches Michi vor die Frage stellt, ob Sie mit der Herausforderung zukünftig umgehen kann und bei mir bleiben will? Mich auch noch zukünftig intim berühren möchte?
Weißt Du Kati, wir können nicht alles im Leben planen und/oder kontrollieren. Was mich dann zum dritten Punkt brachte...
3.) Wieviel Sicherheit erwarten wir für unser Leben? Und ich fragte mich, was würde aus Michi's&meinem Sexleben werden, wenn ich ein Schicksal erleben müsste, wo mein Körper unseren Sex vor eine knallharte Probe stellt und ihn vielleicht sogar unmöglich macht, durch einen schweren Autounfall oder eine schwere Krankheit zB!? Viele Paare stehen mit solch einer Herausforderung da, dass hat nix mit Trans zu tun. Und mir wurde klar, wenn Michi&ich zukünftig gesund bleiben dürfen, sollte eine GaOp von meiner Seite aus zu meistern sein. Weil ich eine GaOp als kleinere Herausforderung sehe, als zB Krankheiten die einschneidender für die Sexualität eines Paares sein können. Da gibt es genügend dramatische Beispiele die für manche Paare endgültig sind.
Und unabhängig davon kann ich mir nicht vorstellen, meine Michi im Falle einer schweren Krankheit im Stich zu lassen.
4.) Ich habe an diesem Abend endgültig realisiert, dass ich mich in einen Menschen verliebt habe und nicht in ein Geschlecht! Mir wurde bewusst, wie verletzend es für mich wäre, wenn ich Michi harmonisch und verliebt mit jemand anderen auf einer Bank sitzend, sehen würde. Es ist Michi's Sein, was ich liebe und nicht ihr aktueller "körperlicher Zustand" sry weil ichs so formuliere. ALLES verändert sich ausnahmslos. Wir werden beide noch mehr Falten bekommen, wir werden Haare verlieren, unsere Körper werden sich verändern, wir werden gebrechlich werden und uns könnte auch Demenz drohen. Es ist egal was noch auf uns zukommt, ich weiß welche Gespräche wir geführt haben, ich weiß welche Harmonie uns verbindet, ich weiß wieviel Dankbarkeit Sie mir tagtäglich vor meine Füße legt, ich weiß und ich erlebe es, dass Sie mich trotz Problemen liebt.
Und 5.) ergänzt mein 4. Ich mache es mir immer wieder bewusst, dass Michi&meine Liebe auf Zeit ist. Keiner von uns beiden kann sagen wie lange wir uns lieben können, eben wegen den Schicksalsschlägen die auf jeden Menschen warten. Und ich mache es mir immer wieder bewusst, wie schmerzlich es für mich werden wird, Michi eines Tages loslassen zu müssen (denn unser aller Leben ist endlich), und dieser Gedanke lässt mich meine Liebe zu diesem wundervollen Menschen immer und immer wieder im Hier&Jetzt spüren.
Namaste
