Das bin ich
Verfasst: Mi 9. Sep 2020, 15:40
Hi,
am besten erzähle ich mal, wie ich auf die Idee kam, mich mit dem Thema zu beschäftigen.
Alles begann damit, dass ich eine Diagnose bekam, die fast eigentlich nur Männer erhalten. Demnach wurde ich oft auch leider wie ein Mann med. behandelt und habe mich somit vor kurzem damit beschäftigt, warum Frauen andere Symptome zeigen als Männer.
Ich fand ein Gen, dass für meine Diagnose verantwortlich zu sein schien, in einigen Internetquellen angegeben. Jenes lag auf dem X-Chromosom.
Also hatte ich mir gedacht, ich schau mal, ob es mit der Vererbung zu tun haben könnte, da Frauen 2 X-Chromosomen haben. So viel wusste ich aus dem Schulunterricht noch.
Darum ging ich in unsere Unibibliothek in die biologische Bücherabteilung und schlug die Regeln der Vererbungsgenetik für die Geschlechtschromosomen nach.
Darin las ich zum ersten mal von der sog. X-Inaktivierung.
Ich versuche es so kurz wie möglich zu erklären. Jedes Individuum ohne Y-Chromosom wird eine Frau. Dabei ist egal wie viele X-Chromosomen vorliegen. Liegt ein XXY-Satz vor, so wird es also trotzdem ein Mann. Ein Individuum mit nur einem X ist daher phänotypisch eine Frau. Individuen mit nur einem Y-Chromosom sind von Natur aus nicht möglich, weil das Y-Chromosom im Laufe der Entwicklung viele lebenswichtige Gene verloren hat, die nur das X-Chromosom trägt. Es trägt größtenteils nur Gene, die für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale notwendig sind. (Zuerst dachte ich, dass man nur mit Y-Chromosom ein vollwertiger Mensch sein könnte, weil das männliche Geschlecht für Stärke steht. Also dachte ich, müsste es logisch sein, dass auf dem Y-Chromosom auch wichtige Gene liegen, die der Frau fehlen. Diese Annahme ist falsch.)
Aus diesem Grunde würde es zu einer Überregulierung führen, wenn in jeder Zelle jeder Frau alle X-Chromosomen aktiv wären. Daher wird immer ein X-Chromosom inaktiviert, also still gelegt. Dies führt dazu, dass hier nicht die klassischen mendelschen Regeln ausgeprägt sind, sondern ein sog. Mosaikmuster vorliegt, dass je nach Gefälle unterschiedliche Ausprägungen der Merkmale des X-Chromosomensatzes ausbildet.
Das erklärt auch, warum Frauen eine andere symptomatische Ausprägung haben als Männer.
Hinzu kommt, dass pro Zelle verschieden viele Geschlechtschromosomen auftauchen können. Also z.B. x/xx, xx/xy, xx/xxx usw.
Da ich aber keine Symptome für solche Veränderungen zeige, gehe ich davon aus, dass ich einen sog. xx/xx-Satz habe. Leider steht das Ergebnis wegen Corona seit Wochen aus. Meine Probe wurde in irgendein Speziallabor nach Dresden geschickt. Das war im Juli. Ich warte gespannt auf die Antwort.
Der Dok meinte, das Labor würde ganz genau testen, da man bei Frauen wegen genau dieser Problematik oft Fehldiagnosen stellen würde. Eine Frau hat eben ein anderes genetisches System als ein Mann. Bei dem kann sich nur ein X-Chromosom ausprägen.
Seit dem weiß ich endlich, warum ich nicht auf das Diagnosebild passe, dass alle von mir erwarten. Kein Arzt hat mir je davon erzählt. Entweder wissen die Ärzte es selbst nicht oder sie hielten mich für zu blöd dazu.
Jetzt zu dem Teil, warum ich mich mit Intersexualität beschäftige.
Intersexualität bedeutet, dass man nicht eindeutig einem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugehört.
Wenn ich also eine Diagnose habe, die ein männliches Gehirn impliziert, ich aber phänotypisch eine Frau bin, dann haben wir wohl ein Problem bzw. die Gesellschaft.
Welcher Mensch soll den das verstehen und darauf kommen?
Mann stelle sich vor, man sieht einen Hund, der sich aber teilweise, aber nicht ganz wie eine Katze verhält. Das Problem ist klar oder?
Da ich aus diesem Grunde weder die typischen Anforderungen einer Frau erfüllen kann, aber auch kein Mann bin offensichtlich, weiß ich momentan selbst nicht mehr, wo ich mich einordnen soll und habe mir gedacht, ich versuche mal das Geschlecht weg zu lassen.
Ich möchte auch das dritte Geschlecht annehmen, weil ich gemerkt habe, dass immernoch Vorurteile gegenüber Frauen existieren, die meine berufliche Laufbahn einschränken und vor allem werde ich bei Ärzten immer nur auf die Psychoschiene abgeschoben. Das hat leider oft zu vielen Fehldiagnosen in verschiednene Fachrichtungen geführt.
Ich hoffe, dass ich bald ein Attest mit der sog. "Variante der Geschlechtsentwicklung" bekomme, auch wenn ich mich kaum traue, das anzusprechen, weil es immernoch gesellschaftlich nicht ganz akzeptiert wird.
Evtl. finde ich hier Leute, denen es ähnlich geht.
am besten erzähle ich mal, wie ich auf die Idee kam, mich mit dem Thema zu beschäftigen.
Alles begann damit, dass ich eine Diagnose bekam, die fast eigentlich nur Männer erhalten. Demnach wurde ich oft auch leider wie ein Mann med. behandelt und habe mich somit vor kurzem damit beschäftigt, warum Frauen andere Symptome zeigen als Männer.
Ich fand ein Gen, dass für meine Diagnose verantwortlich zu sein schien, in einigen Internetquellen angegeben. Jenes lag auf dem X-Chromosom.
Also hatte ich mir gedacht, ich schau mal, ob es mit der Vererbung zu tun haben könnte, da Frauen 2 X-Chromosomen haben. So viel wusste ich aus dem Schulunterricht noch.
Darum ging ich in unsere Unibibliothek in die biologische Bücherabteilung und schlug die Regeln der Vererbungsgenetik für die Geschlechtschromosomen nach.
Darin las ich zum ersten mal von der sog. X-Inaktivierung.
Ich versuche es so kurz wie möglich zu erklären. Jedes Individuum ohne Y-Chromosom wird eine Frau. Dabei ist egal wie viele X-Chromosomen vorliegen. Liegt ein XXY-Satz vor, so wird es also trotzdem ein Mann. Ein Individuum mit nur einem X ist daher phänotypisch eine Frau. Individuen mit nur einem Y-Chromosom sind von Natur aus nicht möglich, weil das Y-Chromosom im Laufe der Entwicklung viele lebenswichtige Gene verloren hat, die nur das X-Chromosom trägt. Es trägt größtenteils nur Gene, die für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale notwendig sind. (Zuerst dachte ich, dass man nur mit Y-Chromosom ein vollwertiger Mensch sein könnte, weil das männliche Geschlecht für Stärke steht. Also dachte ich, müsste es logisch sein, dass auf dem Y-Chromosom auch wichtige Gene liegen, die der Frau fehlen. Diese Annahme ist falsch.)
Aus diesem Grunde würde es zu einer Überregulierung führen, wenn in jeder Zelle jeder Frau alle X-Chromosomen aktiv wären. Daher wird immer ein X-Chromosom inaktiviert, also still gelegt. Dies führt dazu, dass hier nicht die klassischen mendelschen Regeln ausgeprägt sind, sondern ein sog. Mosaikmuster vorliegt, dass je nach Gefälle unterschiedliche Ausprägungen der Merkmale des X-Chromosomensatzes ausbildet.
Das erklärt auch, warum Frauen eine andere symptomatische Ausprägung haben als Männer.
Hinzu kommt, dass pro Zelle verschieden viele Geschlechtschromosomen auftauchen können. Also z.B. x/xx, xx/xy, xx/xxx usw.
Da ich aber keine Symptome für solche Veränderungen zeige, gehe ich davon aus, dass ich einen sog. xx/xx-Satz habe. Leider steht das Ergebnis wegen Corona seit Wochen aus. Meine Probe wurde in irgendein Speziallabor nach Dresden geschickt. Das war im Juli. Ich warte gespannt auf die Antwort.
Der Dok meinte, das Labor würde ganz genau testen, da man bei Frauen wegen genau dieser Problematik oft Fehldiagnosen stellen würde. Eine Frau hat eben ein anderes genetisches System als ein Mann. Bei dem kann sich nur ein X-Chromosom ausprägen.
Seit dem weiß ich endlich, warum ich nicht auf das Diagnosebild passe, dass alle von mir erwarten. Kein Arzt hat mir je davon erzählt. Entweder wissen die Ärzte es selbst nicht oder sie hielten mich für zu blöd dazu.
Jetzt zu dem Teil, warum ich mich mit Intersexualität beschäftige.
Intersexualität bedeutet, dass man nicht eindeutig einem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugehört.
Wenn ich also eine Diagnose habe, die ein männliches Gehirn impliziert, ich aber phänotypisch eine Frau bin, dann haben wir wohl ein Problem bzw. die Gesellschaft.
Welcher Mensch soll den das verstehen und darauf kommen?
Mann stelle sich vor, man sieht einen Hund, der sich aber teilweise, aber nicht ganz wie eine Katze verhält. Das Problem ist klar oder?
Da ich aus diesem Grunde weder die typischen Anforderungen einer Frau erfüllen kann, aber auch kein Mann bin offensichtlich, weiß ich momentan selbst nicht mehr, wo ich mich einordnen soll und habe mir gedacht, ich versuche mal das Geschlecht weg zu lassen.
Ich möchte auch das dritte Geschlecht annehmen, weil ich gemerkt habe, dass immernoch Vorurteile gegenüber Frauen existieren, die meine berufliche Laufbahn einschränken und vor allem werde ich bei Ärzten immer nur auf die Psychoschiene abgeschoben. Das hat leider oft zu vielen Fehldiagnosen in verschiednene Fachrichtungen geführt.
Ich hoffe, dass ich bald ein Attest mit der sog. "Variante der Geschlechtsentwicklung" bekomme, auch wenn ich mich kaum traue, das anzusprechen, weil es immernoch gesellschaftlich nicht ganz akzeptiert wird.
Evtl. finde ich hier Leute, denen es ähnlich geht.