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Binnen„I und Gendersternchen: was denn nun? [genderleicht]
Verfasst: Sa 15. Aug 2020, 11:16
von Anne-Mette
Moin,
Der neue Duden ist da - mit Informationen zu Geschlechtergerechtigkeit im Sprachgebrauch. Auf den Seiten 112 - 114 der gedruckten Ausgabe gibt es einen tabellarischen Überblick, wie Personen geschlechtergerecht oder -neutral bezeichnet werden können.
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) rät vom Gebrauch des Gendersternchens ab, weil es den Rechtschreibregeln nicht entspricht.
Diese Ausage geisterte in den lezten Tagen durch Zeitschriften und Zeitungen und hat viele Menschen verunsichert.
Vielleicht hilft der Artikel ein wenig zur "eigenen Sprache", auch wenn sie nicht völlig den Rechtschreibregeln entspricht.
Immer wieder angesagt und in vielen Fällen angebracht: Umschreibungen, um "man" zu vermeiden.
https://www.genderleicht.de/
Gruß
Anne-Mette
Re: Binnen„I und Gendersternchen: was denn nun? [genderleicht]
Verfasst: Sa 15. Aug 2020, 12:00
von ExuserIn-2021-04-19
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 15. Aug 2020, 11:16
Immer wieder angesagt und in vielen Fällen angebracht: Umschreibungen, um "man" zu vermeiden.
Wenn man das Wort "man" beim Sprechen benutzt, klingt es genauso wie "Mann". Das kann zu Irritationen führen, ist eine kleine Schwäche unserer sonst sehr ausgereiften und differenziert anzuwendenden deutschen Sprache.
Beim Schreiben und Lesen wird aber schnell klar, "man" kommt von "human", "Humain", "humano", "hominum", "Människor", also Mensch.
Also ihr Lieben: "Dat man sik nich allns anschnacken loten schall, dat weet wi Minschen ut Ollnborg."
Re: Binnen„I und Gendersternchen: was denn nun? [genderleicht]
Verfasst: Sa 15. Aug 2020, 12:20
von Jaddy
Katja hat geschrieben: Sa 15. Aug 2020, 12:00Beim Schreiben und Lesen wird aber schnell klar, "man" kommt von "human", "Humain", "humano", "hominum", "Människor", also Mensch.
Der Duden ist da etwas anderer Ansicht:
Bildschirmfoto 2020-08-15 um 12.10.55.png
(
Quelle)
Und das ist insofern logisch, als dass sowohl in unserer Sprache, als auch im Denken, Mensch = Mann war/ist. Alle anderen kamen/kommen höchstens als Anhängsel vor. Sprache und Denken bedingen einander, deshalb ja der ganze Aufwand.
Katja hat geschrieben: Sa 15. Aug 2020, 12:00Also ihr Lieben: "Dat man sik nich allns anschnacken loten schall, dat weet wi Minschen ut Ollnborg."
Im plattdeutschen gibt es aber auch das geschlechtlich unbestimmte
een, manchmal
ein*, von einer/eine/eins, das mit den Angeln nach Britannien kam und dort zum ebenso unbestimmten
one wurde. Deshalb schreibe ich inzwischen so häufig "1", was je nach Gefühl und Wellenschlag
eins/ein/eine"¢r/one/een gelesen und gesprochen werden kann.
Re: Binnen„I und Gendersternchen: was denn nun? [genderleicht]
Verfasst: Sa 15. Aug 2020, 12:39
von ExuserIn-2021-04-19
Jaddy hat geschrieben: Sa 15. Aug 2020, 12:20
Der Duden ist da etwas anderer Ansicht:
Jaddy, da hast du recht.
Dat een sik nich allns anschnacken lett, dat weet de Katja nu ok.
Obwohl, steht im Duden nicht:
= irgendeiner, jeder beliebige (Mensch)
Müssen wir im Umkehrschluss das Wort Mensch überdenken, weil es von "Mann" kommt oder jedenfalls daran erinnert?
Ist vielleicht gar nicht die Sprache das Problem, sondern das wir denken beim Sprechen?
Nee, das kann nicht sein. Ich denke, die Leute, die nicht denken beim Sprechen, sind das größere Problem.
