Gendergerecht in Romanen
Verfasst: Mo 3. Aug 2020, 10:39
Hallo Forum,
ich möchte jetzt hier ein Problem diskutieren, bei dem ich (erst einmal?) frustriert "die Flinte ins Korn geschmissen" habe. Ich zitiere dazu aus dem Sci-Fi-Roman "Elian von Erda", an dem ich gerade schreibe:
Inzwischen nervt mich dieses "er", weil ich es für alle Wüstenkinder verwende, und so irgendwie der Eindruck von einem Jungen-Gymnasium oder Mönchskloster entsteht. Hat hier vielleicht jemand Anregungen, wie man es trotzdem irgendwie hin bekommen könnte. Ein "außerirdisches" Valunor-Pronomen vielleicht? Das müsste dann auch dekliniert werden können - aber bitte nicht xien, xier, xiehm, ... oder so ähnlich. So etwas will niemand in einem Roman lesen.
Beispiel: Elan steigt in ..? (sein) Raumschiff. Dann fährt ..? (er) den Plasma-Schwebe-Kreisel hoch. ..? (Ihm) springt dabei etwas sofort in Auge ...
Sonst schreibe ich jetzt einfach mit "er", "sein", "ihm", ... weiter. Es hinterher in ein anderes passendes Pronomen ändern wäre kein allzu großer Aufwand.
Liebe Grüße
Erika
ich möchte jetzt hier ein Problem diskutieren, bei dem ich (erst einmal?) frustriert "die Flinte ins Korn geschmissen" habe. Ich zitiere dazu aus dem Sci-Fi-Roman "Elian von Erda", an dem ich gerade schreibe:
Der "Knackpunkt" ist rot und fett hervorgehoben. Ich habe es Genderneutral versucht. Meinen Text hätte ich dann selbst nicht lesen wollen, obwohl ich da als Enby ja einiges gewohnt bin. Ein typischer oder normaler Leser eines Romans würde aber so etwas nach wenigen Zeilen wütend in die Ecke werfen.Anlim legt seine - oder Ihre? - Ausrüstung am Ufer ab und beide gehen zu dem Haus, das Elians Mutter gehört. Er oder sie? Die Wüstenkinder auf Valunor sind beides, Mann und Frau. Zwitter oder intersexuell könnte man sagen, aber bei ihnen sind im Gegensatz zum Menschen beide Geschlechter vollständig ausgeprägt. Sie können als Mann ein Kind zeugen, können aber auch als Frau ein Kind gebären. Das hat sich evolutionär auf Grund ihrer weit zerstreuten Lebensweise in der Wüste so entwickelt.
Vor sehr langer Zeit war es einmal so: Wenn jemand zu Besuch kam, und sich Sympathie zum Gastgeber oder der Gastgeberin entwickelte, bot der Besucher der Gastgeberin an ihr ein Kind zu schenken. Sie wurde dann als Frau mit einem Eisprung bereit zur Empfängnis. Bei ihm zeigten sich die männlichen Merkmale, und es wurden Spermien produziert. Wenn sich der Gast wieder verabschiedete, blieb die Gastgeberin zuhause und konnte im Schutz ihres Hauses das Kind austragen. Sich irgendwie selbst befruchten können Wüstenkinder nicht. So etwas wäre Inzucht. Für eine gesunde Population braucht es eine Vermischung der Gene.
So hat, auch heute noch, ein Wüstenkind immer nur eine Mutter, die gleichzeitig für ein anderes Kind der Vater sein könnte. Es kennt üblicherweise den Namen des Vaters, trifft aber mit ihm - oder ihr? - in der Regel nicht zusammen. Und es kann irgendwo einen Bruder oder eine Schwester geben, von dem oder der es nie etwas erfährt. Es sei denn die Mutter erzählt, dass sie einmal Vater geworden ist.
Was 'er' oder 'sie' angeht, wird nachfolgend für die Wüstenkinder aus Valunor die, im Deutschen leider bevorzugte, männliche Anrede verwendet, solange sie nicht irgendwelche Aufgaben einer Mutter übernehmen. Eine gechlechtsneutrale Anrede kennt die deutsche Sprache leider nicht, und irgendwelche Konstrukte wie sie*/_er, sier, xier oder ähnliches passen einfach nicht in den Textfluss eines Romans hinein. Und wäre es beispielsweise statt 'er' immer 'Elian', würde das ewige "Elian .. .", ".. Elian ..", ".. Elian." beim Lesen auch nur auf die Nerven gehen.
Inzwischen nervt mich dieses "er", weil ich es für alle Wüstenkinder verwende, und so irgendwie der Eindruck von einem Jungen-Gymnasium oder Mönchskloster entsteht. Hat hier vielleicht jemand Anregungen, wie man es trotzdem irgendwie hin bekommen könnte. Ein "außerirdisches" Valunor-Pronomen vielleicht? Das müsste dann auch dekliniert werden können - aber bitte nicht xien, xier, xiehm, ... oder so ähnlich. So etwas will niemand in einem Roman lesen.
Beispiel: Elan steigt in ..? (sein) Raumschiff. Dann fährt ..? (er) den Plasma-Schwebe-Kreisel hoch. ..? (Ihm) springt dabei etwas sofort in Auge ...
Sonst schreibe ich jetzt einfach mit "er", "sein", "ihm", ... weiter. Es hinterher in ein anderes passendes Pronomen ändern wäre kein allzu großer Aufwand.
Liebe Grüße
Erika