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Hausarzt auf dem Dorf

Verfasst: Fr 31. Jul 2020, 07:02
von Swenja
Hallo na ja ob das jetzt die richtige Überschrift ist weiß ich nicht.
Aber wie ist das wenn ich zu meinen Hausarzt gehe auf dem Dorf und möchte mir Estramon conti Pflaster verschreiben lassen, wissen es dann auch gleich seine Praxis Mitarbeiterinnen?
Das möchte ich gerne vermeiden, auf dem Dorf wäre sowas ja gleich schnell rum oder wie ist das mit dem einsehen in meiner "Akte"?
Würde mich über eure Erfahrungen und Wissen freuen.

Lg Swenja

Re: Hausarzt auf dem Dorf

Verfasst: Fr 31. Jul 2020, 07:29
von Exuserin_Patricia
Huhu

bin selbst auf dem Dorf aufgewachsen und kann da ein wenig mitfühlen.
Wer ist zum Schweigen verpflichtet?
Gemäß -§ 203 StGB gilt die Schweigepflicht zum einen für Ärzte und Apotheker, zum anderen für sonstige Angehörige von Heilberufen, die für die Berufsausübung oder die Führung der Berufsbezeichnung eine staatlich geregelte Ausbildung erfordern.

Mit sonstigen Angehörigen von Heilberufen sind Hebammen, Krankenschwestern, Krankenpfleger, Arzthelferinnen, auszubildende Medizinstudenten sowie Lernschwestern, Psychotherapeuten, medizinische Fachangestellte, Masseure und medizinisch technische Assistenten gemeint.

Es kommt nicht darauf an, ob sie weisungsgebunden sind oder nicht. Nicht umfasst sind das ärztliche Reinigungs- bzw. Wartungspersonal, die Sprechstundenhilfe, die Sekretärin sowie das Verwaltungspersonal im Krankenhaus und Heilpraktiker.
Bin eigentlich immer davon ausgegangen das die Sekretärin oder Sprechstundenhilfe auch eine Schwiegepflicht haben.
Da kannst du eigentlich nur hoffen, dass die es nicht weitererzählen.
Was aber zudem sicherlich deren Job kosten könnte... also wenn ich als Arzt mitbekomme, das die Sprechstundenhilfe im Dorf rum erzählt wer welche Diagnose hat und die Medikamente, dann darf Sie sich einen neuen Job suchen.


Und denk immer daran "es ist für dich und es ist deine Sache was du mit deinem Körper machst. Du musst dich wohlfühlen, darauf kommt es.. " - denke so ein kleines Polster muss sich da schon antrainieren, damit eine unschöne Reaktion von einen abprallt.

Hoffe ich konnte dir dennoch etwas Mut machen.

lg
Patricia

Re: Hausarzt auf dem Dorf

Verfasst: Fr 31. Jul 2020, 07:49
von Engelchen
Nach der heutigen DGVSO hätte jemand massiv Probleme wenn deine Daten aus der Praxis nach außen dringen.
Das weiß auch dein Arzt.
Die Mitarbeiterinnen wissen natürlich was mit dir los ist - sie schreiben oder geben die Rezepte aus - haben Zugriff auf die Patientendaten - sie müssen ja alles vorbereiten.
Wie schon geschrieben wurde - es würde ihnen garantiert den Job kosten.
100% ausschließen ist leider nicht möglich.

Liebe Grüße
Lisa

Re: Hausarzt auf dem Dorf

Verfasst: Fr 31. Jul 2020, 07:54
von Jasmine
In unserer Kleinstadt wo sehr viel getratscht wird und mich die meisten Menschen kennen, habe ich bis heute keine schlechten Erfahrungen gemacht. Sollte mir irgendwann mal was zu Ohren kommen, würde ich mich bei der Ärztekammer beschweren.
Liebe Grüße Jasmine

Re: Hausarzt auf dem Dorf

Verfasst: Fr 31. Jul 2020, 15:20
von ChristinaF
Das sehe ich genauso. Allerdings werden die Sprechstundenhilfen auch 2 und 2 zusammenzählen (können) und sich selbst Gedanken darüber machen, warum sich ein Mann diese Medikamente verschreiben lässt.
Nimms gelassen und steh zu dir.
Liebe Grüße
Christina

Re: Hausarzt auf dem Dorf

Verfasst: Fr 31. Jul 2020, 16:03
von Mona
Ich kann dir von dem erzählen worüber ich mit meiner Ärztin hatte.
Komme selbst aus einem Dorf wo viele sich kennen usw. Hatte echt sorgen das es auch von Sprechstundenhilfen weiter verbreitet könnte.
Meine Ärztin es ist fast 4 Wochen her sagte zu mir..: Egal was für eine Person es ist ob Transfrau/Mann,Cis eben egal was man ist oder hat.
Jeder steht in der Praxis unter Schweigepflicht ( meine Ärztin ist da sehr streng hinterher ), wenn es dennoch rauskommen sollte durch Sprechstundenhilfen sind Sie die arbeit los plus Strafe und Sie bekommen nirgends eine arbeit mehr.
Dazu können auch die Ärzte/in balangt werden wenn dies durch Sprechstundenhilfen was rauskommt, wie zwangs geoutet zu werden.
Wenn es durch Ärzte/in rauskommen sollte = Job los usw. kann sogar mit Schwedischen Gardinen belohnt werden....
Also keine sorge, ich würde an deiner Stelle mit deinem Behandeltem Arzt sprechen und sagen was los ist so wie deine sorgen dazu äußern...

LG
Mona

Re: Hausarzt auf dem Dorf

Verfasst: Fr 31. Jul 2020, 16:39
von BiancaC
Danke Mona !
Dem ist so !
Es sind nähmlich zu 99,999 % die Patienten die versuchen auf den Monitor der Ärzte zu neugieren ! und glauben etwas zu erkennen.

VG Bianca

Re: Hausarzt auf dem Dorf

Verfasst: Fr 31. Jul 2020, 19:30
von Helga
Swenja hat geschrieben: Fr 31. Jul 2020, 07:02 Hallo na ja ob das jetzt die richtige Überschrift ist weiß ich nicht.
Aber wie ist das wenn ich zu meinen Hausarzt gehe auf dem Dorf und möchte mir Estramon conti Pflaster verschreiben lassen, wissen es dann auch gleich seine Praxis Mitarbeiterinnen?
Das möchte ich gerne vermeiden, auf dem Dorf wäre sowas ja gleich schnell rum oder wie ist das mit dem einsehen in meiner "Akte"?
Würde mich über eure Erfahrungen und Wissen freuen.

Lg Swenja
Hallo Swenja,
mit welcher Diagnose soll der Hausarzt dir ein Medikament verschreiben, das nur für Wechseljahrsbeschwerden bei Bio- Frauen freigegeben ist? Ich bin nicht sicher ob diese Pflaster überhaupt für MzF HET zugelassen sind.
Wenn du die benötigten Gutachten hast verschreibt der Endokrinologe dir geeignete Medikamente. Dann sollte es dir aber egal sein wenn das ganze Dorf es erfährt.
Der Hausarzt ist hierfür der falsche Ansprechpartner. Er kann dir möglicherweise helfen an wen du dich wenden musst, verschreiben kann er die Hormonpflaster nicht. Auch nicht auf Privatrezept.
Liebe Grüße
Helga

Re: Hausarzt auf dem Dorf

Verfasst: Fr 31. Jul 2020, 19:34
von Franka
Hallo Swenja,

ich lebe selbst in einem 800 Seelen Dorf. Bin natürlich als Transfrau geoutet, werde aber von allen wie immer respektvoll behandelt und die allermeisten benutzen auch die richtige Anrede und das richtige Pronomen. Ich selbst arbeite ja im Labor und habe so Zugriff auf 100.000ende Patientendaten und ihre Laborwerte. Aber auch bei uns haben natürlich alle eine Verschwiegenheiterklärung unterzeichnet, auch alle externen Mitarbeiter (Elektrik, Klima, Maler usw.) dürfen das Labor ohne diese Erklärung nicht betreten. Niemand würde ein Ergebnis an andere weitergeben, ich denke dafür kann ich meine Hand ins Feuer legen. Heutzutage läuft ja alles maschinell und wenn der Scanner mal eine Faxnummer nicht richtig erkennt und sich eine falsche Nummer zieht, weil die Praxis mal wieder ihr Farbband im Nadeldrucker nicht gewechselt hat und wir dann den Befund an eine falsche Praxis faxen ist bei uns die Hölle los, wegen Datenschutzverstoß und das obwohl die Praxen alle Verträge mit uns haben. Mit voller Absicht macht das niemand, da steht sofort die Staatsanwaltschaft in der Tür.