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Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Di 16. Jun 2020, 09:47
von Anne-Mette
Moin,
hier ein kuzer Bericht:
https://www.deutschlandfunk.de/karlsruh ... id=1141689
"
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte", die genannt wird, kenne ich nicht. Die ist meines Wissens bisher noch nicht als Akteurin in Sachen Transsexualität/Intersexualität/Variante der Geschlechtsentwicklung aufgetreten.
Gruß
Anne-Mette
Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Di 16. Jun 2020, 11:14
von Marielle
Moin Moin,
die GFF unterstützt auch das Verfahren um die Nicht-Anerkennung eines Menschen mit divers als Geschlechtseintrag als Elternteil eines ehelichen Kindes.
Die jetzige Verfassungsbeschwerde wurde für die GFF von Juristinnen erarbeitet, die sehr tief im Thema sind, jede Menge Erfahrung haben und auch in Kontakt mit der Community sind. Eine davon arbeitet hier ganz in der Nähe

.
Habs gut
Marielle
Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Mi 17. Jun 2020, 07:34
von Jasmine
Es ist ja schön, wenn vor dem Obersten Gericht wieder mal eine Klage geführt wird. Aber warum kann die Regierung nicht einfach die Menschenrechte so umsetzen das gar keine Klagen entstehen? Zum einen ist solch ein Verfahren belastend, nicht nur durch die Verfahrensdauer.
Liebe Grüße Jasmine
Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Do 18. Jun 2020, 06:13
von Svetlana L
Passend dazu berichtet Bento:
Dritter Geschelchtseintrag: Lasst und selbst entscheiden!
P.S.: Zwischen Doris Achelwilm und Sven Lehmann: It's me!
Den "Zettel" muss ich wohl morgen wieder reaktivieren - bislang hängt der in meinem Büro an der Wand
Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Do 18. Jun 2020, 07:49
von Ulrike-Marisa
Moin,
internationale Vorgaben und anders schon lange gültige Regeln im Zusammenhang mit der Thematik sind in Deutschland von der Mehrheit der politisch Agierenden einfach derzeit nicht gewollt, da wie bei Trump die Wiederwählbarkeit möglicherweise für alle diesbezüglichen Entscheidungen und Äußerungen maßgebend ist und alles beeinflusst; schließlich geht es um Geld du Geld regiert die Welt, heißt es doch in einem Sprichwort. Wie gesagt, eine Vermutung von mir.
Grüße, Ulrike-Marisa

Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Do 18. Jun 2020, 10:14
von Jasmine
Es ist doch eine Schande, das es überhaupt solch ein Verfahren geben muß. Unsere Regierung möchte in Europa eine große Rolle spielen, dann könnte die Regierung auch mal eine Zeichen setzen gegen Polen, Ungarn usw. in Bezug auf Menschenrechte. Auch den Amerikanern könnte unsere Regierung zeigen, das sie genügend Empathie im Umgang mit transsexuellen Personen aufbringt. Was passiert statt dessen? Das Innenministerium bringt einen Referentenentwurf hervor der nur ein Ziel hat, nämlich die Verlängerung von Leid. Dann möchte ich noch den Versuch des Innenministeriums diesen Entwurf umzusetzen als nicht in Ordnung bezeichnen. Warum ignoriert unsere Regierung die Zeichen der Zeit? Klar steht die Bundestagswahl bevor, aber mit dem Umsetzen von Menschenrechten könnte unsere Regierung einen Schlußstrich unter ein Thema setzen, das eigentlich in Deutschland kein Thema sein dürfte. Ich persönlich denke, das die Gesellschaft schon viel weiter ist und diese Diskussionen vor Gericht überflüssig - wenn unsere Regierung ein klein wenig bereit wäre Transsexuellen Personen die gleichen Rechte zuzugestehen. Ich werde mir sehr genau morgen die Diskussion im Bundestag ansehen.
Liebe Grüße Jasmine
Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Do 18. Jun 2020, 11:04
von Lavendellöwin
Jasmine hat geschrieben: Do 18. Jun 2020, 10:14
Unsere Regierung möchte in Europa eine große Rolle spielen, dann könnte die Regierung auch mal eine Zeichen setzen gegen Polen, Ungarn usw. in Bezug auf Menschenrechte. Auch den Amerikanern könnte unsere Regierung zeigen, das sie genügend Empathie im Umgang mit transsexuellen Personen aufbringt.
Liebe Jasmin...
ich glaube, du überschätzt den Einfluss der Bundespolitiker auf andere Staaten massiv.
Und so leid es mir tut, geht es dort oft genug nicht nur um Menschenrechte für Trans* Personen,
sondern viele sind ihrer Rechte beraubt, leben am Existenzminimum weil sie ausgebeutet werden.
Ist das nicht auch schlimm?
Die EU wird auch bei einem weiteren Rechtsruck dort in der Hinsicht nichts unternehmen,
denn, die sichern als Pufferstaaten die europäischen Aussengrenzen und sind Lieferanten für
Billigarbeitskräfte-es ist so gewollt.
Wenn du gleiches Recht für alle forderst musst du auch alle einbinden und nicht nur Grüppchen.
Meine Meinung.
Denn es geht um ganz grundsätzliche Dinge.
Wenn ich nun mit meinem Epilationsthema vors Sozialgericht gehe, mache ich das nicht nur wegen mir
oder anderen Trans* Personen, sondern auch wegen CIS-Frauen die unter Bartwuchs leiden.
Die Würde jedes Menschen wird zu jeder Zeit angetastet. Das ist das Problem.
Und entschuldige wenn es mich säuerlich macht, wenn alle ständig nur für die eigene Peergroup
argumentieren, das macht mich ähnlich säuerlich wie Nationalstaatlichkeit oder
"immer weiter so Sprüche"..und ganz schlimm dieses Denken in links und rechts Lagern
(wobei ich offen links-grün bin-rein nach Schubladen geordnet).
etwas genervt Marie

Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Do 18. Jun 2020, 11:57
von Jasmine
!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 18. Jun 2020, 11:04
..............
Wenn du gleiches Recht für alle forderst musst du auch alle einbinden und nicht nur Grüppchen.
Meine Meinung.
Denn es geht um ganz grundsätzliche Dinge...............................
Liebe Emmi Marie,
wer mich persönlich kennt, weiß das ich nicht nur an mich oder nur an Transsexuelle Personen denke! Aber in diesem Thema ging es um die "Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag". Also erfolgte meine Einlassung auch nur zu diesem Thema.
Wenn ich meine Meinung zum Beispiel zu Werksverträgen in der Fleischindustrie hier auch noch kundtun würde, würde es den Rahmen sprengen und das eigentliche Thema verwässern.
Mir ist aber auch klar, das ich das System nicht ändern kann. Hierzu müsste z.B. die Regierung nicht mehr aus einer Groko bestehen und die Opposition nicht zersplittert sein. Ich wähle grün aus Überzeugung und hoffe das die Grünen nächstes Jahr mehr Prozente bekommen als die CDU. Nur dann sehe ich Licht am Ende des Tunnels. Bei allen Erfolgen der CDU/CSU in den letzten Regierungsjahren, ist es aber auch Fakt, das von Seiten der Regierung betreffend bevorstehender Pandemien zu wenig getan wurde. Taiwan hat es getan und der Erfolg ist mehr als sichtbar! So, nun bin ich genug abgeschweift, ich bitte dies zu entschuldigen.
Liebe Grüße Jasmine
Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Do 18. Jun 2020, 12:31
von Lavendellöwin
Jasmine hat geschrieben: Do 18. Jun 2020, 11:57
Aber in diesem Thema ging es um die "Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag". Also erfolgte meine Einlassung auch nur zu diesem Thema.
Jasmine hat geschrieben: Do 18. Jun 2020, 10:14
dann könnte die Regierung auch mal eine Zeichen setzen gegen Polen, Ungarn usw. in Bezug auf Menschenrechte.
Hmmm...du hast den Rahmen selbst auf Menschenrechte erweitert-das ist wesentlich mehr als das Threadthema.
Es geht also um selbstbestimmtes Leben, Versorgen und so weiter und nicht das Weitergeben der eigenen
Selbstverantwortung an den oder einen Staat.
Um den Kreis wieder zu schliessen, ja es muss solche Verfahren geben, damit aus einem selbstbestimmten
Geschlechtseintrag auch auf Dauer ein wahrhaft selbstbestimmtes Sein wird-sprich es geht um Grundsätze.
Und zwar immer..
ich schiesse übers Ziel raus, sorry...
Alles Liebe Marie

Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Fr 19. Jun 2020, 20:23
von Sonnenuhr
Am tollsten fände ich ganz einfach garkeinen Geschlechtseintrag für niemanden und das Ende aller Pathologisierungen.
Und wenn der Staat und die Medizin akzeptieren würden, dass Diskriminierung durch Normterror existiert, könnten sie auch einfach
anerkennen dass man schikaniert und beeinträchtigt wird, wenn man nicht in stereotype Vorstellungen von Geschlecht reinpasst, sich
aber als Mann/Frau verhält, Ops und andere Maßnahmen sind von daher nötig, um den Terror der Umwelt zu vermeiden. Ganz einfach.
Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Mi 24. Jun 2020, 11:14
von Jaddy
Hier gibt es ein halbstündiges Podcast/Interview von Linus Neumann (CCC) mit Lea Beckmann (GFF) zu dem Thema und der Verfassungsbeschwerde
https://www.youtube.com/watch?v=AI2-WbQ ... e=youtu.be
Die zehnte Folge von Logbuch:Freiheit widmet sich einem aktuellen Verfahren der Gesellschaft für Freiheitsrechte: Zwar gibt es seit der Einführung der dritten Option die Möglichkeiten, als Geschlechtseintrag "männlich", "weiblich", "divers" oder auch eine Leerstelle zu erreichen. Wer einen Eintrag unter welchen Voraussetzungen korrigieren darf, ist aber nach wie vor umstritten. Prof.ens Dr.ens Lann Hornscheidt kämpft seit Jahren darum, einen falschen Geschlechtseintrag streichen zu dürfen. Der Bundesgerichtshof hat Lann Hornscheidt dies im April 2020 versagt. Gemeinsam mit Prof. Dr. Anna Katharina Mangold und den Rechtsanwältinnen Friederike Boll und Katrin Niedenthal ist die Gesellschaft für Freiheitsrechte dagegen nun vor das Bundesverfassungsgericht gezogen. Mehr dazu unter
https://www.youtube.com/redirect?redir_ ... escription
Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Mo 29. Jun 2020, 19:46
von Sonnenuhr
Warum eigentlich nicht gleich den gesamten Personenstand abschaffen? Was spräche dagegen?
Muss es Geschlechtseinträge geben?
Ich glaube, nein.
Ernst gemeinte Frage und ich will auch in die Richtung etwas machen und anstoßen.
Re: Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde für selbstbestimmten Geschlechtseintrag
Verfasst: Mo 29. Jun 2020, 21:01
von Jaddy
Sonnenuhr hat geschrieben: Mo 29. Jun 2020, 19:46Warum eigentlich nicht gleich den gesamten Personenstand abschaffen? Was spräche dagegen? Muss es Geschlechtseinträge geben?
Schaust Du hier:
viewtopic.php?f=47&t=20353#p283100