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Papa wird eine Frau...

Verfasst: Mi 3. Jun 2020, 09:16
von Marlene K.
Gestern war auf SAT1 ein Beitrag von Spiegel TV zu sehen. Ich bin über die DGTI aufmerksam geworden.

https://www.joyn.de/play/serien/spiegel ... anders-ist

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Mi 3. Jun 2020, 09:52
von Marlene K.
Jetzt weiß ich wieder, warum ich kein Privatfernsehen schaue...

Es werden drei Frauen mit drei unterschiedlichen Partnerinnen und Familien gezeigt. Das dritte Schicksal ist schwer auszuhalten. Vielleicht ist es gerade trotzdem wichtig, genau dies zu zeigen.

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Mi 3. Jun 2020, 12:57
von lexes
Heiliger BimBam ... das ist schweres Zeug :

Svenja : Solo ( Kind nur am Tel ) , besonnen , ruhig , geht den Weg mit Auge bis zum Ende .. strahlt die Frau auch richtig aus => das wird

Christine : Sehr spät begonnen , wirkt trotzdem sehr feminin und hat eine Seele von Ehefrau, die voll motiviert ist => das wird

Sandra : ,, uuuuh ... starker Tobak .. Radikal-Kur im Voll-Ego-Modus, schiebt den rigorosen Umgang mit der eigenen Mutter ( da hatte ich hier am Rechner Tränen in den Augen ) auf die Hormone. Sagt dann zum 100. Mal : Meine Nerven .. meine Nerven ... geht in Lack-Leggings mit schief sitzender Perücke und krumm-lackierten Nägeln mit dem Sohn in den Freizeitpark und und und und und ...

Keiner sucht sich seine Persönlichkeit aus ... aber ein BISSCHEN Rücksicht auf die nächsten Verwandten wäre schon schön. Natürlich ist "Muttern" auch schon etwas älter und sagt konsequent "Er" zu ihr .... das muss ja knallen

Wie Marlene schon schrieb ... schwer auszuhalten.

Auf jeden Fall sehenswert, auch wenn's stellenweise richtig weh tut ...

Dafür ist die strahlende Svenja 6 Monate nach GaOP auf dem Balkon in der Sonne auch einfach nur das "personifizierte Glück am Ende eines steinigen Weges" und das ist schön zu sehen.

Liebe Marlene : Vielen vielen Dank für den Link ...

Lexi

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Mi 3. Jun 2020, 13:26
von ExUserIn-2026-04-08
Lexi hat kurz und knapp zusammen gefasst. Aber ich habe mir die Sendung nicht bis zum Schluss angeschaut. Bis ca. der Hälfte des Films musste ich mir ca. 15 bis 20 Werbungen anschauen. DAS war für mich nicht auszuhalten ...

Werbung ist ok, aber so ? Da wird das Trans-Thema ganz schön ausgeschlachtet ...

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Mi 3. Jun 2020, 13:31
von Marlene K.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 3. Jun 2020, 13:26 Lexi hat kurz und knapp zusammen gefasst. Aber ich habe mir die Sendung nicht bis zum Schluss angeschaut. Bis ca. der Hälfte des Films musste ich mir ca. 15 bis 20 Werbungen anschauen. DAS war für mich nicht auszuhalten ...

Werbung ist ok, aber so ? Da wird das Trans-Thema ganz schön ausgeschlachtet ...
Sag ich doch: Jetzt weiß ich wieder, warum...

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Mi 3. Jun 2020, 14:31
von Alex_andra
Ich kanns leider nicht öffnen bzw. wird bei mir immer ein Suchfehler angezeigt und angegeben, dass die Sendung momentan nicht verfügbar sei.
Schade, wäre eigentlich genau mein Thema.

LG Alex

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Mi 3. Jun 2020, 14:39
von Marlene K.
Alex_Sabine hat geschrieben: Mi 3. Jun 2020, 14:31 Ich kanns leider nicht öffnen bzw. wird bei mir immer ein Suchfehler angezeigt und angegeben, dass die Sendung momentan nicht verfügbar sei.
Schade, wäre eigentlich genau mein Thema.

LG Alex
Grüße Dich, Alex,
ich musste auch meinen Adblocker ausschalten für den Sender...

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Mi 3. Jun 2020, 20:14
von Patricia
Ich habe mir die Sendung auch angeschaut und während ich am Anfang recht zuversichtlich war, so konnte ich ab irgendeinem Zeitpunkt nur noch den Kopf schütteln.
Denn durch die Vorstellung von Sandra bleibt beim durchschnittlichem Zuschauer doch nur der Eindruck einer Person mit starken psychischen Problemen zurück. Dass diese Probleme aber nicht unbedingt mit Ihrer Transidentität zusammenhängen, sondern andere Ursachen haben, wird nicht wirklich erwähnt. Was übrig bleibt ist genau das Bild welches Teile der Gesellschaft über uns haben. Das Bild einer , man möge mit den Ausdruck bitte verzeihen, gestörten Transe...

In meinen Augen ist das kein vernünftiger Journalismus.

LG
Patricia

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Do 4. Jun 2020, 08:11
von Marlene K.
Patricia_cgn hat geschrieben: Mi 3. Jun 2020, 20:14 Ich habe mir die Sendung auch angeschaut und während ich am Anfang recht zuversichtlich war, so konnte ich ab irgendeinem Zeitpunkt nur noch den Kopf schütteln.
Denn durch die Vorstellung von Sandra bleibt beim durchschnittlichem Zuschauer doch nur der Eindruck einer Person mit starken psychischen Problemen zurück. Dass diese Probleme aber nicht unbedingt mit Ihrer Transidentität zusammenhängen, sondern andere Ursachen haben, wird nicht wirklich erwähnt. Was übrig bleibt ist genau das Bild welches Teile der Gesellschaft über uns haben. Das Bild einer , man möge mit den Ausdruck bitte verzeihen, gestörten Transe...

In meinen Augen ist das kein vernünftiger Journalismus.

LG
Patricia
Nur wenn Du allen anderen außer uns "Betroffenen" die Fähigkeit absprichst, selbstständig zu denken und drei Schicksale zu unterscheiden trifft Dein Einwand zu. Ich sehe es ganz deutlich so, dass es uns nichts bringt, wenn wir öffentlich nur positiv auftreten und die Brüche, die sich durch die toxische Männlichkeit von Sandras Vater, eigentlich der ganzen Familie, ergeben, nicht benennen.

Ich finde Deine Beschreibung von Sandra als
gestörten Transe
auch eher befremdlich. Ich sehe einen Menschen, bei der die Brüche in Ihrer Geschichte auch nach außen sichtbar sind. Ist Ihr dies wirklich in dieser Form vorzuwerfen? Hat Sie sich gefälligst "im Dienste der Sache" zu verstecken? Ich denke nicht.

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Do 4. Jun 2020, 14:44
von Marlene K.
Ich muss hier sagen, dass ich von meinem Vater, der in der Zwischenzeit sehr viel gelernt hat, ähnliche Sprüche zu hören bekommen habe. Ich denke, wenn ich heute keine
gestörte Transe
bin, ist dies nicht nur mein Verdienst sondern auch Glück...

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Do 4. Jun 2020, 16:26
von Patricia
Ralf-Marlene hat geschrieben: Do 4. Jun 2020, 08:11 Nur wenn Du allen anderen außer uns "Betroffenen" die Fähigkeit absprichst, selbstständig zu denken und drei Schicksale zu unterscheiden trifft Dein Einwand zu. Ich sehe es ganz deutlich so, dass es uns nichts bringt, wenn wir öffentlich nur positiv auftreten und die Brüche, die sich durch die toxische Männlichkeit von Sandras Vater, eigentlich der ganzen Familie, ergeben, nicht benennen.

Ich finde Deine Beschreibung von Sandra als
gestörten Transe
auch eher befremdlich. Ich sehe einen Menschen, bei der die Brüche in Ihrer Geschichte auch nach außen sichtbar sind. Ist Ihr dies wirklich in dieser Form vorzuwerfen? Hat Sie sich gefälligst "im Dienste der Sache" zu verstecken? Ich denke nicht.
Ralf-Marlene hat geschrieben: Do 4. Jun 2020, 14:44 Ich muss hier sagen, dass ich von meinem Vater, der in der Zwischenzeit sehr viel gelernt hat, ähnliche Sprüche zu hören bekommen habe. Ich denke, wenn ich heute keine
gestörte Transe
bin, ist dies nicht nur mein Verdienst sondern auch Glück...
Liebe Ralf-Marlene,
ich versuche es etwas anders zu formulieren, denn du und bestimmt auch andere hast meine Aussage nicht so verstanden wie sie gemeint war. Das passiert mir durchaus öfter, es liegt daher mit Sicherheit daran wie ich so manches formuliere.
Ich spreche keineswegs allen Menschen die Fähigkeit ab selbständig zu denken, daher habe ich in meinem Post auch vom durchschnittlichen Zuschauer gesprochen. Meine persönliche Erfahrung zeigt aber dass selbst ein teil der gebildeten Menschen teils mit akademischen Abschlüssen dazu neigen uns als Geisteskranke anzusehen. Das Zielpublikum von Sat.1 ist so ziemlich das gleiche wie bei RTL und das ist nun mal nicht gerade der gut gebildete Bürger, sondern eher Personen welche sich ganz oft von Vorurteilen leiten lassen. So ist zumindest meine eigene Erfahrung. Man braucht sich da eigentlich nur anschauen welchen Müll diese Sender meistens produzieren.
Ich habe kein Problem damit, wenn auch weniger positive Schicksale gezeigt werden, aber dann sollte auch auf die psychlogischen Aspekte der Probleme tiefer eingegangen werden und nicht einfach so stehen lassen. Aus meiner persönlichen Erfahrung weiss ich dass die Menschen oft nicht in der Lage sind auch nur im Ansatz zu verstehen warum wir so empfinden, warum wir uns wünschen das Geschlecht zu wechseln.
Ich verurteile Sandra nicht dafür wie sie ist und auch nicht für ihre Probleme, im Gegenteil, ich verstehe sehr wohl warum man so werden kann. Ich erkenne mich zum Teil in ihr selbst, ABER die Probleme die wir gemeinsam haben, sind nicht primär durch die Transsexualität vorhanden sondern durch das Erlebte und leider auch durch gewisse persönliche Defizite. Es geht mir hierbei um die fehlende Impulskontrolle, ihren (Jäh)Zorn. Das hat nichts mit Transsexualität zu tun. Hat daher in einer Dokumentation über diese auch nichts darin verloren. Auch ich bin mit solchen Sprüchen in der Familie und in meinem sozialem Umfeld aufgewachsen. Ich weiss aus eigener Erfahrung wie es ist mit dem Gedanken aufzuwachsen, dass man pervers und verabscheungswürdig ist.

Wir Menschen neigen generell dazu uns Negatives leichter zu merken als positives und genau deswegen kritisiere ich diese Sendung. Denn am Ende bleibt doch eine deutliche Erinnerung an eine Person mit psychischen Problemen.

Zu Abschluss möchte ich gerne noch eine Sache feststellen. Sandra ist in meinen Augen keine gestörte Transe und es tut mir Leid wenn ich diesen Eindruck erweckt habe. Diese Formulierung sollte nur meine Befürchtung spiegeln, wie sie bei einem Teil der Zuschauer in Erinnerung bleiben wird. Ich finde das insofern tragisch, als dass es am Ende auf uns Alle zurückfällt.

LG
Patricia

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Do 4. Jun 2020, 18:02
von Engelchen
Ich habe mir die Reportage nun trotz der vielen Werbung mal komplett angesehen.
Ich habe mich auch selber in einigen Szenen wiedergefunden.
Wir haben alle unserer Geschichte und doch ähnelt sie sich in vielen Schicksalen.
Was halt den Unterschied ausmacht, ist wie jeder einzeln für sich damit umgeht.
Es ist einfach eine Entwicklung die man durchmacht und nur ganz wenige werden es schaffen völlig "stealth" durch die Gesellschaft zu gehen.
Ich Empfand es auch nicht "reißerisch" umgesetzt.
Ich kann mit diesem Beitrag leben - und ich denke er könnte bei manchen helfen und zur Diskussion anregen.
Lisa

Re: Papa wird eine Frau...

Verfasst: Fr 5. Jun 2020, 07:58
von Marlene K.
Patricia_cgn hat geschrieben: Do 4. Jun 2020, 16:26 ...
Das Zielpublikum von Sat.1 ist so ziemlich das gleiche wie bei RTL und das ist nun mal nicht gerade der gut gebildete Bürger, sondern eher Personen welche sich ganz oft von Vorurteilen leiten lassen. So ist zumindest meine eigene Erfahrung.
...
Zu Abschluss möchte ich gerne noch eine Sache feststellen. Sandra ist in meinen Augen keine gestörte Transe und es tut mir Leid wenn ich diesen Eindruck erweckt habe. Diese Formulierung sollte nur meine Befürchtung spiegeln, wie sie bei einem Teil der Zuschauer in Erinnerung bleiben wird. Ich finde das insofern tragisch, als dass es am Ende auf uns Alle zurückfällt.

LG
Patricia
Liebe Patricia,
danke für die Worte, die zumindest einiges abmildern.

Ich habe zwei Zitate stehen lassen, die ich für mich einsortieren möchte. Ich weiß, dass wir Menschen, die sich nicht weiter auseinander setzen wollen oder können sowieso nur schwer beeinflussen können. Einen solch einfach denkenden Menschen wird auch eine noch so ausgefeilte Argumentation nicht erreichen. Sie ist diesem zu ansatrengend. Da ist dann eine so knappe und unvermeidlich immer zu kurz greifende Darstellung eher hilfreich, vielleicht die Möglichkeit sich auf das Thema überhaupt einzulassen.

Zu dem zweiten Punkt bleibt nur zu sagen, dass jeder Mensch nur für sich steht. Wenn das Bild dieses Mensch als Beweis für gruppenbezogene Vorurteile herhalten muss belegt dies nur das Vorhandensein von diesen Verurteilungen. Es hat nichts mit der Person zu tun. Es liegt an Deinem und meinem Blick auf diese Person

Mitfühlende Grüße

Marlene