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*Geschichte

Verfasst: Mo 11. Mai 2020, 08:06
von maexine
Sicher der richtige Ort "Politik- Iniativen - Forderungen", jedoch vom Ansatz vielleicht ein wenig uberdimensioniert? Gleich mit einer Generaldebatte über die Marxistische Grundidee, deren Leninistische-Abwandlung, Stalinistische Umsetzung und spätere Anwendung durch Walter Ulbricht ua. in Deutschland zu beginnen, naja, vielleicht gelingt es jadoch einwenig themenorientiert leichter.

Als Einstieg in eine *Geschichtsdiskussion hier ein Text der Bundeszentrale für politische Bildung:
https://www.bpb.de/geschichte/zeitgesch ... in-der-ddr
"Fazit
In der DDR war die Situation der Schwulen und Lesben zunächst sowohl von den Auswirkungen der Verfolgungen und der Rechtsprechung der NS-Zeit, als auch den Impulsen der ersten Homosexuellenbewegung und deren Kampf für die Abschaffung des Paragrafen 175 in der Weimarer Republik geprägt. In Hinblick auf Verurteilungen in den 1950er und 1960er Jahren war die Situation in der DDR moderater als in der Bundesrepublik. Auch war die DDR in der Entwicklung des Rechts fortschrittlicher als die Bundesrepublik, da sie männliche Homosexualität 1968 zunächst weniger stark kriminalisierte und die entsprechende Sonderregelung 1988 ganz strich.

Trotz dieser juristischen Veränderungen war die DDR in vielerlei Hinsicht homophob. Man gestand Homosexuellen bis in die 1980er Jahre weder eigene Lokale, Vereinsgründungen oder Zeitschriften zu. Selbst Papierkontingente für Flugblätter wurden staatlicherseits nicht genehmigt. In Hinblick auf Öffentlichkeit und eigene Räume waren Schwule und Lesben schlechter gestellt als im Kaiserreich und der Bundesrepublik ab Ende der 1960er Jahre. Unterrichtsmaterialien stellten Homosexualität teils negativ oder pathologisch dar. Wissenschaftliche Forschungen zur Verhinderung von Homosexualität fanden positive Resonanz in den Medien..."

Gern würde ich hier von Menschen aus der Gruppe um "Charlotte von Mahlsdorf" über ihre Geschichte lesen!

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://www.bpb.de/cache/images/8/26554 ... .jpg?AFE63
Lothar Berfelde, alias Charlotte von Mahlsdorf, in der original nachgebauten "Mulackritze" im Gutshaus Mahlsdorf. Die Ost-Berliner Kneipe wurde 1951 geschlossen und 1964 abgerissen (-© picture-alliance / ZB - Fotoreport, Foto: Hubert Link)

Viel Freude und eine spitze Feder (flotte Finger an den Tasten)

wünscht

eure maexine


PS: es gibt sicher noch die braune *Geschichte, die kaiserreich *Geschichte, Altertum, Praehhist... laßt uns bitte langsam anfangen...

Re: *Geschichte

Verfasst: So 17. Mai 2020, 15:42
von maexine
Die offizielle Mahlsdorf -Geschichtsschreibung verwendet unter anderem Bücher wie dieses:
https://www.grin.com/document/130188
"Und auch Menschen, die Charlotte von Mahlsdorf mehr oder weniger gut kannten, erzählen ihre Geschichte(n). Sie alle zusammen bilden einen Flickenteppich der Persönlichkeit und des Lebens der Charlotte von Mahlsdorf, unübersichtlich und ambivalent, in der Schwebe zwischen Fiktion und Fakten.

In dieser Arbeit sollen einige dieser Werke, näher betrachtet werden, daraufhin befragt werden, wie und welches Bild sie von Charlotte von Mahlsdorf transportieren, in welchen Punkten sie sich möglicherweise gleichen, in welchen sie abweichen.

Besonderes Interesse gilt in diesem Zusammenhang den beiden Filmen, die Rosa von Praunheim:"


Weiteres recherchieren ermöglichen die Forums-Beiträge: https://www.transgender-netz.de/index.php?topic=7240.0

Ausszug:
"http://www2.hu-berlin.de/gkgeschlecht/stip.php und dort auf diesen Beitrag:

Ulrike Klöppel
Geschlechtswechsel im Sozialismus: Transsexualität in der DDR

Am 27. Februar 1976 erließ das Ministerium für Gesundheitswesen der DDR eine "Verfügung zur Geschlechtsumwandlung von Transsexualisten". Sie ermöglichte es volljährigen Bürger_Innen der DDR, nach Befürwortung ihres Antrags durch eine Expertenkommission der Berliner Charité, eine chirurgische Geschlechtsumwandlung vornehmen zu lassen. An-schließend veranlasste das Ministerium des Innern die Personenstandsänderung. Mit dieser weitreichenden Regelung beschritt die DDR-Führung vier Jahre vor Inkrafttreten des bundes-deutschen Transsexuellengesetzes, das am 10. September 1980 erlassen wurde, neue Wege. Wie kam diese Verfügung zustande und wie wurde sie umgesetzt? Was geschah im Vorfeld auf der Ebene des medizinischen und psychologischen Fachdiskurses und wie verhielten sich die Diskussionen in der DDR zu internationalen Debatten über Transvestismus bzw. Transsexualität, die verstärkt seit den 1950er Jahren geführt wurden? Wie wurden die Weichen auf der politischen Ebene gestellt und war dafür auch die Ost-West-Konkurrenz von Bedeutung? Welche Rolle spielten dabei die Menschen, die einen Wunsch nach Veränderung ihres Geschlechtsstatus gegenüber Ärzt_Innen und den staatlichen Organen artikulierten? Wie hing die Regulierung des Geschlechtswechsels mit dem politisch und gesellschaftlich rigiden Kli-ma bezüglich Homosexualität sowie Sexualitäts- und Geschlechternormen allgemein zusammen? Besaß sie auch für intersexuelle/intergeschlechtliche Menschen Relevanz? Kurzum: unter welchen historischen Bedingungen d.h. den Bedingungen eines Macht-Wissens-Gefüges, das auch die eigensinnigen Artikulationen und Praktiken der Subjekte umfasst kam die staatliche Regelung der Geschlechtsumwandlung zustande und was bedeutete dies für die Geschlechterordnung in der DDR? Während in den letzten beiden Jahrzehnten einige historische Forschungsarbeiten zum Geschlechterverhältnis in der DDR und zum sexualpolitischen Klima insbesondere hinsichtlich der Situation von Lesben und Schwulen entstanden sind, ist die Geschichte der Transsexualität in der DDR bislang unerforscht geblieben. Diese Forschungslücke möchte ich mit meinem Untersuchungsprojekt schließen. Dafür sollen, neben der Analyse der Fachliteratur, Zeitzeug_Innen interviewt und bisher unerschlossene Unterlagen des Staats- und Parteiapparats sowie Akten der Nervenklinik der Charité ausgewertet werden. Das Forschungsprojekt versteht sich als Beitrag zu einer umfassenden Historisierung der zentralen Wissenskategorien Geschlecht und Sexualität. "

eure maexine


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