Typisch Frau? typisch Mann?
Verfasst: Mo 20. Apr 2020, 21:29
oder welche Rolle spielen die Geschlechter heute noch?-
Ich frage mich schon seit längerer Zeit ob wir hier im Forum unserem Geschlecht, sei es das biologische, das gefühlte oder das gewünschte, manchmal zuviel Bedeutung beimessen.-
Natürlich, gerade wer sein geschlechtliches Empfinden oder Teile davon Jahrzehntelang unterdrückt hat, muss sich intensiv damit befassen, da es viel aufzuarbeiten gibt. Mir geht es diesbezüglich nicht anders, sonst würde ich hier auch nicht soviel lesen und schreiben.
Aber sieht die übrige Gesellschaft das genauso?-
Ich möchte mal etwas rauspicken, was hier im Forum immer wieder zu lesen ist: "Ich kam mit der Rolle als Mann nicht mehr klar", "Ich hatte das Gefühl nur noch eine Rolle zu spielen", "die Anforderungen der Rolle als Mann sind mir irgendwann über den Kopf gewachsen" oder ähnlich.-
Aber wie unterscheiden sich die Rollen von Frau und Mann in unserer Gesellschaft überhaupt noch?-
Der offensichtlichste Unterschied sind sicherlich die Fähigkeiten Kinder zu zeugen und Kinder zu gebären. Hier gibt es noch immer eine seit Millionen von Jahren klar definierte Rollenverteilung, die trotz erster Anzeichen in absehbarer Zeit mit Sicherheit nicht aufgebrochen wird. Aber bereits kurz nach der Geburt veschwimmt das früher fest geprägte Bild: Wie mutmaßlich die überwiegende Mehrheit der mitteleuropäischen Männer habe ich meine Kinder von Beginn an gewickelt und gefüttert, bin mitten in der Nacht aufgestanden, habe mit dem Kinderwagen gefühlt einmal die Welt umrundet. Später bin ich mit meinen Kindern ein Jahr zuhause geblieben, während meine Frau wieder arbeiten ging. Anfang der 2000er war dies noch nicht so verbreitet, heute ist es Gang und gäbe. Es hat meinen Lebenslauf nicht geschadet.-
Bei der Kindererziehung kann ich in unserer Gesellschaft keine wirklichen Unterschiede in der Rollenverteilung mehr wahrnehmen. Sicherlich gibt es da feine Nuancen: Ich bin mit unserem Sohn nicht zum Fußball gegangen, da ich den kommerziellen Zirkus um diesen Sport nicht mag, meine Frau ist mit unserer Tochter nicht zum Ballett gegangen, da sie mit der Hopserei nichts anfangen kann.-
Wie sieht es im Berufsleben aus? Auch wenn auf der technischen Universität vor 30 Jahren die männlichen Studenten in der Mehrheit waren, meinen Job könnte auch eine Frau machen, es gibt genug Frauen mit entsprechender Qualifikation. Sicher gibt es die traditionellen Männer- und Frauen- Berufe, aber auch die brechen schon seit längerem auf. Männer arbeiten in der Kindererziehung und Pflege, Frauen auf dem Bau und im Handwerk. Selbst der Frauenberuf schlechthin, die Geburtshilfe, wird mittlerweile auch von Männern ausgeübt. Auf das Amt des katholischen Priesters möchte ich nicht weiter eingehen, andere Glaubensgemeinschaft en beweisen seit langem das es anders geht.
Es wird leider immer wieder festgestellt, daß Frauen statistisch gesehen für vergleichbare Arbeit schlechter bezahlt werden. Dies kann aber nicht an der Rollenverteilung liegen, da es sich um vergleichbare Arbeit handelt.-
Und sonst? Ich kann als Mann Kosmetika und Damenhygieneartikel einkaufen ohne dabei schräg angeschaut zu werden. Im Baumarkt sah ich eine Kundin, die versuchte dem verwirrten Verkäufer den Unterschied zwischen einem Kreissägeblatt und einem Kappsägeblatt zu erklären.
Auch beim Einkaufen sehe ich keinen großen Unterschied in der Rollenverteilung mehr.-
Wenn ich mit dem Hund spazieren gehe, treffe ich Männer und Frauen. Im Kino, im Theater, in der Kneipe sind Männer und Frauen.-
Eine früher einmal vorhandene Rollenverteilung der Geschlechter im Alltag ist, zumindest in unserer Gesellschaft aufgehoben.-
Oder habe ich etwas übersehen?
Liebe Grüße
Helga
Ich frage mich schon seit längerer Zeit ob wir hier im Forum unserem Geschlecht, sei es das biologische, das gefühlte oder das gewünschte, manchmal zuviel Bedeutung beimessen.-
Natürlich, gerade wer sein geschlechtliches Empfinden oder Teile davon Jahrzehntelang unterdrückt hat, muss sich intensiv damit befassen, da es viel aufzuarbeiten gibt. Mir geht es diesbezüglich nicht anders, sonst würde ich hier auch nicht soviel lesen und schreiben.
Aber sieht die übrige Gesellschaft das genauso?-
Ich möchte mal etwas rauspicken, was hier im Forum immer wieder zu lesen ist: "Ich kam mit der Rolle als Mann nicht mehr klar", "Ich hatte das Gefühl nur noch eine Rolle zu spielen", "die Anforderungen der Rolle als Mann sind mir irgendwann über den Kopf gewachsen" oder ähnlich.-
Aber wie unterscheiden sich die Rollen von Frau und Mann in unserer Gesellschaft überhaupt noch?-
Der offensichtlichste Unterschied sind sicherlich die Fähigkeiten Kinder zu zeugen und Kinder zu gebären. Hier gibt es noch immer eine seit Millionen von Jahren klar definierte Rollenverteilung, die trotz erster Anzeichen in absehbarer Zeit mit Sicherheit nicht aufgebrochen wird. Aber bereits kurz nach der Geburt veschwimmt das früher fest geprägte Bild: Wie mutmaßlich die überwiegende Mehrheit der mitteleuropäischen Männer habe ich meine Kinder von Beginn an gewickelt und gefüttert, bin mitten in der Nacht aufgestanden, habe mit dem Kinderwagen gefühlt einmal die Welt umrundet. Später bin ich mit meinen Kindern ein Jahr zuhause geblieben, während meine Frau wieder arbeiten ging. Anfang der 2000er war dies noch nicht so verbreitet, heute ist es Gang und gäbe. Es hat meinen Lebenslauf nicht geschadet.-
Bei der Kindererziehung kann ich in unserer Gesellschaft keine wirklichen Unterschiede in der Rollenverteilung mehr wahrnehmen. Sicherlich gibt es da feine Nuancen: Ich bin mit unserem Sohn nicht zum Fußball gegangen, da ich den kommerziellen Zirkus um diesen Sport nicht mag, meine Frau ist mit unserer Tochter nicht zum Ballett gegangen, da sie mit der Hopserei nichts anfangen kann.-
Wie sieht es im Berufsleben aus? Auch wenn auf der technischen Universität vor 30 Jahren die männlichen Studenten in der Mehrheit waren, meinen Job könnte auch eine Frau machen, es gibt genug Frauen mit entsprechender Qualifikation. Sicher gibt es die traditionellen Männer- und Frauen- Berufe, aber auch die brechen schon seit längerem auf. Männer arbeiten in der Kindererziehung und Pflege, Frauen auf dem Bau und im Handwerk. Selbst der Frauenberuf schlechthin, die Geburtshilfe, wird mittlerweile auch von Männern ausgeübt. Auf das Amt des katholischen Priesters möchte ich nicht weiter eingehen, andere Glaubensgemeinschaft en beweisen seit langem das es anders geht.
Es wird leider immer wieder festgestellt, daß Frauen statistisch gesehen für vergleichbare Arbeit schlechter bezahlt werden. Dies kann aber nicht an der Rollenverteilung liegen, da es sich um vergleichbare Arbeit handelt.-
Und sonst? Ich kann als Mann Kosmetika und Damenhygieneartikel einkaufen ohne dabei schräg angeschaut zu werden. Im Baumarkt sah ich eine Kundin, die versuchte dem verwirrten Verkäufer den Unterschied zwischen einem Kreissägeblatt und einem Kappsägeblatt zu erklären.
Auch beim Einkaufen sehe ich keinen großen Unterschied in der Rollenverteilung mehr.-
Wenn ich mit dem Hund spazieren gehe, treffe ich Männer und Frauen. Im Kino, im Theater, in der Kneipe sind Männer und Frauen.-
Eine früher einmal vorhandene Rollenverteilung der Geschlechter im Alltag ist, zumindest in unserer Gesellschaft aufgehoben.-
Oder habe ich etwas übersehen?
Liebe Grüße
Helga