Seite 1 von 4

Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Mi 8. Apr 2020, 09:38
von BiancaC
Hallo alle zusammen anbei ein Artikel aus der taz.

https://taz.de/Das-Leben-als-trans-Frau/!5674587/

Viele liebe Grüße Bianca

Re: Artikel aus der taz

Verfasst: Mi 8. Apr 2020, 09:48
von Ulrike-Marisa
Moin,

...guter Artikel, der die Wirklichkeit von mit Transproblematiken betroffenen Menschen ich finde gut beschreibt. Wir sind auf einem gesellschaftlichen Weg der Veränderung und der Öffnung hin zu einer größeren Selbstbestimmtheit des Individuums, d.h. des einzelnen Menschen, der über sich und sein Körperlichkeit selbst verfügen können sollte. Das ist aber noch ein langer Weg, der m.E. nach noch ein bis zwei Generationen dauern und brauchen wird. Wie lange wird für die Gleichberechtigung von Frauen gekämpft, ohne das umfassende Ziel auch in Deutschland erreicht zu haben. Bleiben wir als Betroffene sichtbar in dieser Gesellschaft, jede/r für sich und andere... :wink:

Grüße, Ulrike-Marisa

Re: Artikel aus der taz

Verfasst: Mi 8. Apr 2020, 10:55
von Céline
Dankeschön,
Ein wirklich guter Artikel der zutreffend ist und ich definitiv bestätigen kann.
Obwohl ich mit mir im Reinen bin und endlich angekommen erlebe ich die geschilderten Situationen und Fragen regelmäßig und leider sind es genau solche Momente die mich wieder " zurückwerfen" und mich daran erinnern das ich eine Transfrau bin.
Aber eigentlich wäre alles so einfach weil ich einfach nur eine Frau bin.....
Céline

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Do 9. Apr 2020, 18:19
von Anne-Mette
Moin,

ich habe mir erlaubt, im ersten Beitrag die Überschrift durch einen Hinweis auf das Thema zu ergänzen.

Gruß
Anne-Mette

Re: Artikel aus der taz

Verfasst: Do 9. Apr 2020, 19:16
von Blossom
Céline hat geschrieben: Mi 8. Apr 2020, 10:55 Aber eigentlich wäre alles so einfach weil ich einfach nur eine Frau bin.....
ganz genau, Celine!

Grüße vom Blümchen (na)

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Do 9. Apr 2020, 22:22
von Cybill
Natürlich kann ich mein "Transfrausein" wie ein Banner vor mir hertragen und mich permanent auf mögliche, Ausgrenzung konzentrieren.

Ich kann aber auch ganz einfach mein Leben leben, ohne mich darum zu kümmern. Meine Erfahrung ist, je natürlicher ich mit mir umgehe, desto besser werde ich akzeptiert.

Es kommt immer auf den Blickwinkel an. Der ist in aller Regel ansteckend.

Und noch etwas: die sozialen Probleme, die eine Person vor der Transition hat, die gehen nicht davon weg. Gleiches gilt auch für psychische Probleme.

Ist schon seltsam, wegen der VäPä und GaOp wird Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, aber die sozialen und psychischen Störungen, die Viele haben, da suchen sie sich keine professionelle Hilfe. 🙄

Es ist keine Pathologisierung, sich aufgrund seelischer Leiden Hilfe zu suchen und es ist sinnvoll und macht letztlich auch die ganze Transition leichter, wenn man sich vorher mit seinen "Macken" befasst und diese lindert. Schließlich ist die Transition kein Sonntagsspaziergang.

Schönes Osterwochenende!

Cybill

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Do 9. Apr 2020, 23:17
von Jaddy
Cybill hat geschrieben: Do 9. Apr 2020, 22:22Natürlich kann ich mein "Transfrausein" wie ein Banner vor mir hertragen und mich permanent auf mögliche, Ausgrenzung konzentrieren.
Ich kann aber auch ganz einfach mein Leben leben, ohne mich darum zu kümmern. Meine Erfahrung ist, je natürlicher ich mit mir umgehe, desto besser werde ich akzeptiert.
Es kommt immer auf den Blickwinkel an. Der ist in aller Regel ansteckend.
Tja, ich kenne Maya. Und ich kenne einige ihrer Erfahrungen. Der "Blickwinkel" wird auch durch die Voraussetzungen, die Herkunft, das Leben vor der Transition bestimmt, die beruflichen Chancen. Und da haben bei weitem nicht alle Deine Startposition und Support, Cybill.

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Fr 10. Apr 2020, 07:22
von Marlene K.
Cybill hat geschrieben: Do 9. Apr 2020, 22:22 Natürlich kann ich mein "Transfrausein" wie ein Banner vor mir hertragen und mich permanent auf mögliche, Ausgrenzung konzentrieren.
...
Es ist keine Pathologisierung, sich aufgrund seelischer Leiden Hilfe zu suchen und es ist sinnvoll und macht letztlich auch die ganze Transition leichter, wenn man sich vorher mit seinen "Macken" befasst und diese lindert. Schließlich ist die Transition kein Sonntagsspaziergang.

Schönes Osterwochenende!

Cybill
Liebe Cybill,
auch wenn ich Deiner Grundaussage im ganzen zustimme, wie Du ja weißt, muss ich hier widersprechen.
Der Artikel beschreibt zwei Phänomene, von denen ich eins auch beobachte:
Die steigende gesellschaftliche Sichtbarkeit von trans Personen führt zu einem stärkeren öffentlichen Bewusstsein für uns — im Guten wie im Schlechten.
Wir werden also eher gesehen, genauer beobachtet. Es gilt für den ersten Blick nicht mehr "Das kann nicht so sein, so etwas gibt es nicht." Das ist gut so, hat aber eben auch den Effekt, dass wir mehr unvermittelte Ablehnung erfahren. Die ist glücklicherweise selten.
Der zweite Punkt betrifft mich leider nicht:
Für den Sachbearbeiter im Bürgeramt letztens ergab es beispielsweise keinerlei Sinn, dass ich, amtlich eine Frau wie jede andere, in der Geburtsurkunde meines Kindes weiterhin als "Vater" eingetragen bleibe und zudem mit einem nicht mehr genutzten Namen, der keinem gültigen Ausweisdokument entspricht. Für ihn war es einfach maximal verwirrend — für mich als trans Mutter ist es traurige Realität, dass ich an jeder Stelle, für die die Geburtsurkunde relevant ist, als trans zwangsgeoutet werde. Nicht zuletzt bei Auslandsreisen mit meinem Kind.
Dieser Punkt lässt sich nicht durch noch so viel innere Stärke verhindern, nur durch Gesetze. Der einzige Mensch, dem die Mutter gegenüber zwangsgeoutet werden darf und ich denke sogar auf Anfrage muss ist das Kind im angemessenen Alter. Im Falle einer Auslandsreise in ein entsprechendes Land drohen sonst ganz konkrete Gefahren, nicht nur Zwangsouting. Denke zum Beispiel mal an arabische Deutsche, die ihre Familien besuchen.

Auch ich wünsche schöne Ostertage.

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Fr 10. Apr 2020, 21:34
von Cybill
Jaddy hat geschrieben: Do 9. Apr 2020, 23:17
Cybill hat geschrieben: Do 9. Apr 2020, 22:22Natürlich kann ich mein "Transfrausein" wie ein Banner vor mir hertragen und mich permanent auf mögliche, Ausgrenzung konzentrieren.
Ich kann aber auch ganz einfach mein Leben leben, ohne mich darum zu kümmern. Meine Erfahrung ist, je natürlicher ich mit mir umgehe, desto besser werde ich akzeptiert.
Es kommt immer auf den Blickwinkel an. Der ist in aller Regel ansteckend.
Tja, ich kenne Maya. Und ich kenne einige ihrer Erfahrungen. Der "Blickwinkel" wird auch durch die Voraussetzungen, die Herkunft, das Leben vor der Transition bestimmt, die beruflichen Chancen. Und da haben bei weitem nicht alle Deine Startposition und Support, Cybill.
Hallo Jaddy,

Du hast nicht die geringste Ahnung, was meine Startposition betrifft. Ich finde es ist schon sehr anmaßend so etwas zu schreiben.

Ich gebe Dir mal ein paar Anhaltspunkte:
Mit 6 Jahren Halbwaise geworden, in prekären Verhältnissen aufgewachsen, schon früh gewusst, dass ich "anders" bin, was mich immer wieder in meinem Fortkommen behindert hat. 3 x verheiratet, eine Insolvenz hinter mir und mit 50 schließlich bei der Polizei gelandet und das dritte Studium abgeschlossen.

Also erzähle mir nix von problematischen Verhältnissen. Ich habe vielleicht mehr Selbstbewusstsein als der durchschnittliche Bundesbürger. Vielleicht habe ich auch mehr Glück dabei, wie ich meine Transition durchgezogen habe, aber mein Glück und mein "Support" sind Ergebnisse meiner Art und Weise mit den Gegebenheiten umzugehen.

Und - sorry - dazu gehört bei mir nicht die Larmoyanz, die hier überall mitschwingt, sondern ganz einfach, dass ich aus all meinen Scheitern und Tiefen des Lebens eines gelernt habe: "Du bist deines eigenen Glückes Schmied!". Also akzeptiere die Situation, die dir vorgegeben wird und mach das Beste daraus.
Wer sich nicht darüber im Klaren ist, dass einen auch nach "erfolgreicher" Transition, die Vergangenheit kann dich jederzeit einholen kann, der/die/das sollte sich nicht darauf einlassen, ohne entsprechend gefestigt zu sein.

Also lass in Zukunft bitte deine Kommentare über Menschen, die du weder persönlich kennst, noch über deren Werdegang Du Kenntnis hast. Das steht Dir nämlich nicht zu.

Schönes Osterwochenende noch!

Cybill

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Fr 10. Apr 2020, 21:47
von Cybill
Hallo Marlene,

auch ich habe letzthin als staatlich anerkannte Frau den Bafög-Antrag für meinen Sohn ausgefüllt. Und ja, da muss ich ich als Vater eintragen - ganz einfach, weil ich den Lümmel gezeugt habe. Das ist eine biologische Rolle und nix weiter!

Ich habe ihn nicht ausgetragen sondern lediglich mein Teilgenom zu seiner Existenz beigetragen. Ich bin nicht seine Mutter.
Ich finde wir sollten darum nicht so ein Gewese machen, sondern viel selbstbewusster damit umgehen!

Keine von uns späten Mädels wird, nach heutigem Stand der Wissenschaft, ein Kind austragen. Nennt Euch meinetwegen "Väterin" aber hört auf euch zum Popanz zu machen, indem ihr die Menschen mit Blösinn vor den Kopf stosst.

Es gibt nämlich genug von uns, die ein ganz normales Leben führen wollen!
Ich ebenso!

Schönes Osterwochende!

Cybill

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Fr 10. Apr 2020, 22:03
von Jaddy
Cybill hat geschrieben: Fr 10. Apr 2020, 21:34 Hallo Jaddy,

Du hast nicht die geringste Ahnung, was meine Startposition betrifft. Ich finde es ist schon sehr anmaßend so etwas zu schreiben.
[...]
Also lass in Zukunft bitte deine Kommentare über Menschen, die du weder persönlich kennst, noch über deren Werdegang Du Kenntnis hast. Das steht Dir nämlich nicht zu.
Du hast den Punkt erkannt.

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Fr 10. Apr 2020, 23:37
von Jaddy
Cybill hat geschrieben: Fr 10. Apr 2020, 21:47 auch ich habe letzthin als staatlich anerkannte Frau den Bafög-Antrag für meinen Sohn ausgefüllt. Und ja, da muss ich ich als Vater eintragen - ganz einfach, weil ich den Lümmel gezeugt habe. Das ist eine biologische Rolle und nix weiter!
Hier ist wieder das Problem, dass "Mutter" und "Vater" sowohl eine biologische, als auch ein soziale Bedeutung haben. Bei der sozialen, der Elternschaft im Sinne der Fürsorgepflicht, auch im rechtlichen Sinne, gibt es mehrere Konstellationen, die von der biologischen Elternschaft abweichen. Adoption zum Beispiel. Vaterschaft durch Ehe, obwohl der Ehemann wissentlich nicht der biologische Vater ist. Leihmutterschaft, auch wenn die in D noch nicht so legal ist. Frau-Frau-Paare mit anonymer Samenspende - von mehr-als-zwei-Elternschaften will ich mal gar nicht anfangen - und eben auch Eltern mit einer oder mehreren trans Personen.

Egal wie: Nicht nur trans Personen können in die Situation kommen, eine Elternschaft ohne biologische Verwandtschaft erklären zu müssen. Und mal ehrlich macht eine biologische Beziehung ausser für spezielle medizinische Fälle keinen Unterschied, sondern es geht darum, ob eine Elternperson die Verantwortung hat.

Die Frage, weshalb bei Formularen zwischen "Vater" und "Mutter" unterschieden wird und nicht einfach "Elternteil" 1 und 2 einzutragen sind, ist also durchaus legitim, denn eine gute Begründiung, warum es so wie bisher weiter gemacht werden muss, sehe ich nicht.

Und ich sehe auch keinen Grund, weshalb solche seltenen, aber vorkommenden Situationen immer wieder zu Diskussionen und Schwierigkeiten führen müssen, weil Namen nicht übereinstimmen und ein Elternteil zum Beispiel gar keine Papiere mehr auf diesen Namen hat. Wer als weiblich gelesene Person im Kindergarten oder in der Schule als "Vater" auftreten muss, erzeugt deutlich mehr Irritation, als wenn ein Kind heute zwei Mütter hat. So sehr ich auch die Sichtbarkeit von trans Personen befürworte. Einige Diskussionen lassen sich eben auch dadurch ersparen und damit ein deutlich "normaleres" Leben führen.

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Sa 11. Apr 2020, 00:01
von Marielle
Hallo Cybill,

du schriebst:
Cybill hat geschrieben: Fr 10. Apr 2020, 21:47Keine von uns späten Mädels wird, nach heutigem Stand der Wissenschaft, ein Kind austragen. Nennt Euch meinetwegen "Väterin" aber hört auf euch zum Popanz zu machen, indem ihr die Menschen mit Blösinn vor den Kopf stosst.
Worin besteht der Blödsinn deiner Meinung nach? Ich frag aus Interesse an Erkenntnismehrung.

Aus meiner Sicht wäre das alles kein Problem, wenn 'Vater' ausschliesslich mit der Beigabe von Sperma und 'Mutter' exakt nur mit dem Gebären des Kindes assoziiert wäre. So verstehe ich deinen Beitrag. So ist es aber nicht. An die Bezeichung der Elternteile wird sehr vieles angehängt; zum Teil krudes Zeug, finde ich. Wobei: Das tut nicht nur die sogen. Mehrheitsgesellschaft, das machen die Betroffenen durchaus auch selbst, wenn auch in anderer Form.

Tief in meinem (konservativen) Inneren fände ich die Beibehaltung des Ist-Zustandes durchaus charmant, aber mit den 'Anhängseln' (beider 'Seiten') funktioniert sie eben nicht besonders gut. Eine Elternteilbezeichnung bedarf in dieser Form einer Definition von Geschlecht; ein Ding der bisherigen Unmöglichkeit, wenn man trans* Personen nicht ausblendet.

Bisher hänge ich daher tendenziell der Idee an, diese Bezeichnungen aufzugeben, um die Wirksamkeit der daran angehängten Vorstellungen zu entmachten. Welche Argumente sprechen aus deiner Sicht dafür, daran trotzdem festzuhalten und sich damit zu arrangieren*?

Hab es gut, liebe Grüße nach Bärlin

Marielle


*) Ein Arrangement ist für mich ein nur temporär brauchbarer Zustand, der nur dem Ziel der Schaffung eines besseren Zustands dienen darf.

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Sa 11. Apr 2020, 08:52
von Marlene K.
Cybill hat geschrieben: Fr 10. Apr 2020, 21:47 Ich habe ihn nicht ausgetragen sondern lediglich mein Teilgenom zu seiner Existenz beigetragen. Ich bin nicht seine Mutter.
Ich finde wir sollten darum nicht so ein Gewese machen, sondern viel selbstbewusster damit umgehen!

Keine von uns späten Mädels wird, nach heutigem Stand der Wissenschaft, ein Kind austragen. Nennt Euch meinetwegen "Väterin" aber hört auf euch zum Popanz zu machen, indem ihr die Menschen mit Blösinn vor den Kopf stosst.

Es gibt nämlich genug von uns, die ein ganz normales Leben führen wollen!
Ich ebenso!

Schönes Osterwochende!

Cybill
Liebe Cybill,
ich stimme Dir zu und finde es schön, dass Du diese Haltung für Dich einnimmst, die Dir gut tut.

Trotzdem finde ich es nicht richtig, wenn Du andere Haltungen als per se lamoryant, also nur sich selbst bemitleidend, weinerlich abtust. Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung und sind ja in einem ganzen Geflecht aus gesellschaftlichen und persönlichen Wahrnehmungen und Reaktionen anderer, zum Beispiel nicht im Thema gebildeter Staatsdiener, zu sehen.

Mein Widerspruch trotz weitgehender Zustimmung zu Deiner Haltung ist eben in der Doppeldeutigkeit, der Ambiguität, begründet. Beide Seiten haben hier Recht und Unrecht. Ich für meinen Teil lerne langsam das anzuerkennen und damit umzugehen.

Ich wünsch Dir ein frohes Osterfest und bin froh, wenn ich Dich wieder in den Arm nehmen darf

Re: Artikel aus der taz: "Das Leben als trans Frau: Keine Akzeptanz erreicht"

Verfasst: Sa 11. Apr 2020, 10:33
von Anne-Mette
Moin,
Marielle hat geschrieben: Sa 11. Apr 2020, 00:01 Bisher hänge ich daher tendenziell der Idee an, diese Bezeichnungen aufzugeben, um die Wirksamkeit der daran angehängten Vorstellungen zu entmachten. Welche Argumente sprechen aus deiner Sicht dafür, daran trotzdem festzuhalten und sich damit zu arrangieren*?
ich bin zwar nicht gefragt, aber erlaube mir trotzdem eine Gegenfrage: was bringt DIR das und warum besteht für DICH hier Regelbedarf?

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Bezeichnung "Person 1" und "Person 2" wird vielen, die selbst Kinder haben, nicht gefallen.
Viele dieser Menschen haben sich aktiv auf die Mutter-Rolle und Vater-Rolle vorbereitet und wollen sie auch leben.
Und auch Kinder erzählen (mehr oder weniger) stolz: "das ist mein Vater" oder "das ist meine Mutter".
Sie identifizieren sich (erst einmal) mit den Eltern oder "entwickeln sich daran" und wollten zumindest in sehr vielen Fällen nicht "Person 1" oder "Person 2" haben, sonderen Mutter und Vater oder zwei Mütter oder zwei Väter - oder auch andere Konstellationen, die sie selbst benennen (z.B in Patchwork-Familien).

Ich sehe fast einen "Über-Regelierungs-Ansatz" bei einigen Menschen, die nicht nur für sich selbst neue oder andere Regeln aufstellen wollen und in einigen Fällen nicht einmal "eigenen Bedarf haben", sondern für einen Großteil der Bevölkerung.
Dabei beschneiden sie Rechte und Empfindungen dieser Menschen, um es für ein paar Menschen "etwas gerechter" zu machen.
Irgendwie klingt das für mich schief.

Gruß
Anne-Mette