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SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Di 31. Mär 2020, 09:23
von Jaddy
Süddeutsche Zeitung über die geplante Reform:
- Das deutsche Namensrecht soll reformiert werden.
- Vorschläge einer Expertenkommission gehen weit: Unter anderem sollen Bürger alle zehn Jahre anlasslos ihren Familien-, aber auch den Vornamen ändern können.
- Die Regierung will die Vorschläge jetzt zur Diskussion stellen - und das Namensrecht dann in der nächsten Legislaturperiode ändern.
- Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die Ideen der Experten, die Unionsfraktion ist skeptischer.
- Vor- und Nachnamen sollen per Erklärung geändert werden können, aber nur alle zehn Jahre.
- Irgendwelche Regelungen gegen verschwinden und verdunkeln sollen wohl drin sein (bspw. wegen Schuldnerregister)
- Geschlechtsspezifische Nachnamenendungen sollen möglich sein (z.B. russisch -a)
- Doppelnamen bei Ehepaaren sollen flexibler werden
- Auch Kinder sollen Doppelnamen der Eltern bekommen können
https://www.sueddeutsche.de/politik/nam ... -1.4862318
Fehlt eigentlich nur noch die PSt-Änderung per einfacher Erklärung ohne Nachweise, dann hätten wir's

Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Di 31. Mär 2020, 09:59
von Engelchen
Ehrlich, ob wir das brauchen?
Ich finde es nicht sehr sinnig, lass mich aber gerne überzeugen.
Das das TSG abgeschafft wird ist eine völlig andere Sache
Liebe Grüße
Lisa
Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Di 31. Mär 2020, 10:13
von Ulrike-Marisa
Moin,
...mal wieder praktische Politik; der Berg hat gekreißt und ein Mäuschen geboren..
Das brauchen wir so bestimmt nicht dringend, der Wegfall der TSG-Gesetze wäre da wichtiger, was Personenstandsänderungen betrifft. Das! will aber scheint es niemand aus den regierenden Politikerkreisen.
Grüße, Ulrike-Marisa

Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Di 31. Mär 2020, 10:50
von sbsr
Falls das überhaupt umgesetzt wird wäre spannend, ob man als Mann auch einen weiblichen zweiten Vornamen eintragen lassen kann. Wenn nicht, Maria war früher im süddeutschen Raum auch als zweiter Vorname bei Männern gebräuchlich, zumindest könnte ich dann S. Maria heißen

Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Di 31. Mär 2020, 11:03
von edeka
da hat der Redakteur der SZ in seinem Homeoffice den Artikel versehentlich 2 Tage zu früh auf den Server gestellt !

Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Di 31. Mär 2020, 11:06
von Jaddy
Also ich begrüsse fast alles, was Menschen mehr Freiheiten und Selbstbestimmung gibt. Vor allem, wenn es anderen so gar nichts wegnimmt. Der eigene Name, die eigene Zuordnung, die eigene Frisur und der eigene Ausdruck. Insofern finde ich es toll, wenn es einfach weniger unsinnige Beschränkungen gibt. Bei Namen, Personenstand, körperlichen Änderungen, Substanzgebrauch, usw.
Die Nachnamenstory habe ich hier direkt erlebt. Trans-männliche Person mit osteuropäischem Nachnamen, der nach der PSt-Änderung - Vorname, Gender - immer noch auf -a endet. Kommt prima in der hiesigen Community, mit männlichem Ausdruck und Vornamen und weiblich gegendertem Nachnamen...
Manches ist nicht so unwichtig, wie es Unbedarften vielleicht auf den ersten Blick scheint.
Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Di 31. Mär 2020, 23:28
von Inga
Hi,
meinen zweiten Vornamen würde ich auch gerne ändern. Wenn es gesetzlich erlaubt wäre, umso schneller. Wenn ich dafür keine äztliche Zustimmung brauche, um so besser.
Doch würde ich auch gerne meinen Personenstand ändern. Tja, wenn da das Gesetz einfacher wäre, wäre allerdings auch schön.
Liebe Grüße
Inga
Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Mi 1. Apr 2020, 00:25
von Vincent
Jaddy hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 11:06
Also ich begrüsse fast alles, was Menschen mehr Trans-männliche Person mit osteuropäischem Nachnamen, der nach der PSt-Änderung - Vorname, Gender - immer noch auf -a endet. Kommt prima in der hiesigen Community, mit männlichem Ausdruck und Vornamen und weiblich gegendertem Nachnamen...
Manches ist nicht so unwichtig, wie es Unbedarften vielleicht auf den ersten Blick scheint.
Und selbst bei cis Personen ist es manchmal problematisch: Ein Freund hat eine Polin geheitatet und sie seinen Namen angenommen. Seit dem wird sie in Polen auf ihren "männlichen" Familiennamen angesprochen.
Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Mi 1. Apr 2020, 06:56
von Jasmine
Ich warte immer erst ab bis etwas im Gesetzblatt steht. Ich bin vorher ein wenig skeptisch.
Zitat aus dem Artikel:
Zudem dürfe "das öffentliche Interesse an der Beibehaltung des bisherigen Namens" nicht höher sein "als das Interesse des Erklärenden an der Änderung des Namens".
Darf ich hieraus ableiten, das der Mensch wieder etwas mehr in den Vordergrund rückt?
Wenn ich dann noch lese:
Dies sei "in vielen anderen europäischen Ländern bereits der Fall".
entstehen bei mir Fragen.
Liebe Grüße Jasmine
Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Mi 1. Apr 2020, 14:27
von ExuserIn-2020-10-20
Viele weiß ich jetzt nicht, aber in Argentinien, Dänemark, Malta, Irland und Norwegen geht das ohne großen Aufwand.
Ohne das Lochfraß im Portemaonnaie verursacht wird.
LG
Petra Sofie
Re: SZ: Alle zehn Jahre ein neuer Name
Verfasst: Mi 1. Apr 2020, 19:24
von Jaddy
Petra Sofie hat geschrieben: Mi 1. Apr 2020, 14:27
Viele weiß ich jetzt nicht, aber in Argentinien, Dänemark, Malta, Irland und Norwegen geht das ohne großen Aufwand.
Ohne das Lochfraß im Portemaonnaie verursacht wird.
... und zwar
inklusive Personenstand. Uruguay auch. Ey! Malta! Irland! Ansonsten nicht gerade die Speerspitze der Progressivität.