Moinsen
Jaddy hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 19:40
Wichtig sind aus meiner Sicht zwei Dinge: Erstens, dass jeder einzelne Mensch für sich eine passend empfundene Schublade findet, also (auch) die eigene Position in Relation zu anderen bestimmen kann. Das kann auch heissen, sich eine eigene, neue Schublade zu konstruieren. Zweitens, dass die Selbstverschubladung anderer akzeptiert wird, ohne ihnen ständig die eigenen Ansichten, Annahmen und Zuschreibungen aufzudrücken. Wenn das so gegeben ist, können diese Schubladen gerne fest sein
Jaddy hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 17:10
Anja, das reicht mir jetzt mit deinen ständigen binären Zuschreibungen mir gegenüber. Ich bin genauso nicht-binär, wie du weiblich bist. Oder nicht-männlich. Egal was du dir durch diese ständigen Klischeewiederholungen abholst, mach das mit anderen, wenn die das zulassen. Auf mich wirkt das genauso verletzend wie jede Misgenderung oder jedes Deadnaming dir gegenüber.
Oh ja gerne, ich hoffe allerdings, das ist dann aber keine Einbahnstraße? Genauso übergriffig empfinde ich das nämlich, wenn du mir meine Selbst-Zuweisungen absprechen möchtest. Ich bin verwirrt, du schreibst "Ich bin nich binär, genauso wie du weilbich bist"
Ich dachte, das gibt es garnicht? Wie oft hast du mir hier "erklärt" das man Geschlecht ja garnicht an irgend etwas festmachen könne? Und Gender, puh, das ist ja eh alles Blödsinn...
Weißt du, das es mich ebenfalls verletzt? Ich hingegen habe dir nie etwas abgesprochen, ich schrieb "Ich kann deine Non-Binäre Welt problemlos akzeptieren".
Andererseits greifst du ständig die binäre Welt an, zweifelst an der Sinnhaftigkeit von Geschlecht und Gender.
Also genau die zwei Fundamente, auf die sich hier fast sämtliche Mitglieder stützen. Wenn z.B. eine Teilzeitfrau einen Rollenwechsel vornimmt, worauf stützt sie sich dann, um das besondere Gefühl für die andere Seite zu bekommen?
Ich hab mich zu Anfang häufig gewundert, weil ich der Meinung war, das wegen solcher Aussagen ja eingentlich ein Aufschrei durchs Forum gehen müsste, da du eben durch das Anzweifeln eben dieser Fundamente fast allen ihre geschlechtliche Existenzgrundlage entziehst. Aber die Schreie blieben aus.
Ich wundere mich nun aber nicht mehr darüber, weil ich auf anderen (Um)Wegen erfahren habe, das ich mit meiner Meinung durchaus nicht alleine da stehe. Nur sich eben viele nicht (mehr) trauen, ihre Meinung hier öffentlich zu äußern.
Ich habe mich fast 40 Jahre lang mit meinem Geschlecht auseinandersetzen müssen, weil unterschwellig immer ein Gefühl da war, das irgendwas nicht stimmt.
Und seit ich als Frau lebe (Geschlecht) setze ich mich mit der sozialen Komponente auseinander (Gender). Und dann kommt jemand daher und sagt mir Geschlecht kann man garnicht definieren und Gender ist alles nur aufgesetzter Schwachsinn...
Spricht mir also meine Selbst-Zuweisungen ab. Und ist dann angezickt, wenn es die eigene Medizin schlucken soll.
Du definierst dich selbst als Nicht-Binär. Hab ich dir nicht abgesprochen. Ich habe lediglich geäußert das deine Herangehensweise an Simis Problem für mich ein typisches männliches Verhalten darstellt. Meine Beobachtung. Wenn du das auf deine ganze Persönlichkeit beziehen möchtest, bitte.
Du kannst wohl kaum vermeiden, das manche Verhaltensweisen eines Enbys durchaus Ähnlichkeiten mit der binären Welt aufweisen oder diese Wirkung eben auf andere haben.
Und wie etwas auf mich wirkt liegt bei mir, wenn mans genau nimmt, nicht mal das. Ich entscheide ja nicht wie etwas auf mich wirkt, das ist ja eine emotionale Ebene...
Hab ich jemals deine Nicht-Binäre Welt angegriffen? Nein. Und andersrum?
So lange du die Fundamente meiner Selbst-Zuschreibung, meiner Welt, torpedierst, so lange werde ich dagegen halten
Anne-Mette hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 17:18
Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!
Von mir ausgehend ein eindeutiges Ja!
Seit ich in diesem Forum bin, war ich in diversen Schubalden zu Hause. Wenn eine nicht mehr gepasst hat, hab ich mich auf die Suche nach einer passenden gemacht. Das ist doch ein Grundbedürfnis des Menschen, sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen.
Einzelgänger hatten früher einfach kaum eine Chance zu überleben. Das Überleben konnte nur eine Gruppe sicherstellen, die Schwächen des Einzelnen ausgleichen konnte und Stärken zu bündeln wusste.
Sich von anderen (Gruppen) abzugrenzen verstärkt dieses Zugehörigkeitsgefühl noch. Ich denke das ist für die Entdeckung der eigenen Identität von fundamentaler Bedeutung.
Grüße
die Anja