AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
-
Anne-Mette
- Administratorin
- Beiträge: 27301
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 198 Mal
- Danksagung erhalten: 2251 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
Moin,
ein Urteil vom 5.2.2020
https://pstg45b.de/neues-urteil-vom-ag- ... n8sqdHoujU
Gruß
Anne-Mette
ein Urteil vom 5.2.2020
https://pstg45b.de/neues-urteil-vom-ag- ... n8sqdHoujU
Gruß
Anne-Mette
-
JuLa67
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 594
- Registriert: So 1. Dez 2019, 13:29
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Reichshof
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
Hallo ihr lieben Menschen,
es läuft doch....
Liebe Grüße
Larissa
es läuft doch....
Liebe Grüße
Larissa
Nach den Wolken kommt die Sonne - Alain de Lille
Glück ist, nicht mehr zu wollen als man kann, und nicht zu müssen, was man nicht will - Judy Parker
Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen. -aus Afrika
Glück ist, nicht mehr zu wollen als man kann, und nicht zu müssen, was man nicht will - Judy Parker
Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen. -aus Afrika
-
Vincent
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 580
- Registriert: Mi 25. Jul 2012, 16:20
- Geschlecht: enby
- Pronomen: egal
- Wohnort (Name): München
- Hat sich bedankt: 10 Mal
- Danksagung erhalten: 56 Mal
- Kontaktdaten:
Re: AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
Das Urteil, vor allem mit seiner Begründung, finde ich sehr erfreulich und richtungsweisend.
Ich stelle mir nur die Frage, wie es sich in der Praxis mit einem Ausweis ohne Geschlechtseintrag verhält.
Hier, wie im Ausland.
Weder IT Systeme noch Menschen sind darauf vorbereitet, und wenn es EIGENTLICH das Problem der anderen ist, kann ich mir unschwer vorstellen, dass an mancher Landesgrenze, in mancher Behörde und an vielen anderen Orten zu Irritationen und Problemen führen könnte.
Für mich derzeit ein Grund nichts zu ändern, merke ich doch, dass auch so genügend Leute Probleme mit unzureichender Binärität haben.
Die Vorteile lägen ausschließlich in der eigenen Gefühlswelt - und trotzdem bleibt man ein und der selbe Mensch, wenn man nicht gerade seinen Ausweis betrachtet.
Ich stelle mir nur die Frage, wie es sich in der Praxis mit einem Ausweis ohne Geschlechtseintrag verhält.
Hier, wie im Ausland.
Weder IT Systeme noch Menschen sind darauf vorbereitet, und wenn es EIGENTLICH das Problem der anderen ist, kann ich mir unschwer vorstellen, dass an mancher Landesgrenze, in mancher Behörde und an vielen anderen Orten zu Irritationen und Problemen führen könnte.
Für mich derzeit ein Grund nichts zu ändern, merke ich doch, dass auch so genügend Leute Probleme mit unzureichender Binärität haben.
Die Vorteile lägen ausschließlich in der eigenen Gefühlswelt - und trotzdem bleibt man ein und der selbe Mensch, wenn man nicht gerade seinen Ausweis betrachtet.
LG
Vincent
Vincent
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3998
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 289 Mal
- Danksagung erhalten: 1271 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
Schau mal auf deinen Perso. Da steht weder Geschlecht, noch Anrede drauf. Es ist auch nicht irgendwo codiert, sondern einfach nicht vorhanden. Und das schon seit ewigen Zeiten. So lautet das Personalausweis-Gesetz.Vincent hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 21:45Ich stelle mir nur die Frage, wie es sich in der Praxis mit einem Ausweis ohne Geschlechtseintrag verhält.
Ausser der Geburtsurkunde gibt es keinen offiziellen deutschen Nachweis des Gendereintrags im Register.
Reisepässe hingegen können mindestens 3 Gendercodes enthalten: M, F oder X. So geregelt in internationalen Pass-Abkommen. Und Reisepässe kannst Du sogar mehrere parallel haben. Zum Beispiel wenn ein existierendes Visum - z.B. Israel - in einem anderen Land Probleme machen kann - z.B. Saudi Arabien oder Jordanien, oder wenn Dein deutscher Gendereintrag beim Standesamt in einem anderen Land Probleme bei der Akzeptanz machen könnte - z.B. Saudi Arabien, etc.
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3998
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 289 Mal
- Danksagung erhalten: 1271 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
Bei mir war es umgekehrt. Das "divers" habe ich zuerst eintragen lassen, um Menschen ggf damit vor der Nase rumwedeln zu können, wenn sie mir wegen Anreden etc. unwillig kommen. Dann habe ich aber erstaunt bemerkt, dass dieser blöde Tintenklecks - bzw. Byte in der Datenbank - mir viel mehr Bestätigung/Anerkennung gibt, als ich erwartet hatte.Vincent hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 21:45Für mich derzeit ein Grund nichts zu ändern, merke ich doch, dass auch so genügend Leute Probleme mit unzureichender Binärität haben.
Die Vorteile lägen ausschließlich in der eigenen Gefühlswelt - und trotzdem bleibt man ein und der selbe Mensch, wenn man nicht gerade seinen Ausweis betrachtet.
-
Inga
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3842
- Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 115 Mal
- Danksagung erhalten: 188 Mal
- Kontaktdaten:
Re: AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
Hi, Vincent,Vincent hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 21:45 ...
Für mich derzeit ein Grund nichts zu ändern, merke ich doch, dass auch so genügend Leute Probleme mit unzureichender Binärität haben.
Die Vorteile lägen ausschließlich in der eigenen Gefühlswelt - und trotzdem bleibt man ein und der selbe Mensch, wenn man nicht gerade seinen Ausweis betrachtet.
sicher, um die eigene Gefühlswelt geht es vor allem. Und die eigne Gefühlswelt ist mir sehr wichtig. Genau genommen die Ausgeglichenhei der eigenen Gefühlswelt ist mir wichtig. Ohne diesen inneren Frieden mag ich im Leben nicht auskommen. Da trägt die Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister enorm bei.
Liebe Grüße
Inga
-
ExUserIn-2026-04-08
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3887
- Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 140 Mal
- Danksagung erhalten: 1028 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
Moin,
ganz unten im Text steht leider noch ein Satz, der mir nicht gefällt:
ganz unten im Text steht leider noch ein Satz, der mir nicht gefällt:
Das aber ein AG wie berichtet argumentiert, finde ich sehr begrüßenswert.Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
-
Wally
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 699
- Registriert: Fr 7. Sep 2018, 23:37
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): Hurlach
- Hat sich bedankt: 17 Mal
- Danksagung erhalten: 191 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
Das Urteil ist zweifellos erfreulich und ein wichtiger Schritt. Trotzdem löst ein Pass-Eintrag - oder die Streichung eines Eintrags im Geburtenregister - für sich allein noch keine Probleme. Wir müssen sowas erst mal konkret mit Leben erfüllen, unseren Platz in der Genderwelt aktiv besetzen.
Ich persönlich habe da freilich ein grundsätzliches Problem. Obwohl ich mich über die Möglichkeit eines non-binären Geschlechtseintrags natürlich gefreut habe, habe ich meinen Status nicht geändert: ich kann mich mit der Geschlechtsbezeichnung "divers" nicht identifizieren - noch weniger als mit meinem männlichen Eintrag. Der Punkt ist: ich bin NICHT geschlechtslos, ich bin NICHT "weder Mann noch Frau" - ich bin BEIDES, ich bin männlich UND weiblich (wenn auch naturgemäß beides nur unvollständig). Diese spezifisch männlichen wie spezifisch weiblichen Persönlichkeitsanteile sind mir BEIDE genauso wichtig wie Normalos das binäre Mann- oder Frau-Sein! Ich will sie nicht mit einem "divers" alle beide negiert haben, als ob ich komplett geschlechtslos wäre.
Der für mich angemessene Eintrag wäre "beides". Solange es das nicht gibt, bleibe ich lieber bei "männlich": da ist wenigstens die eine Hälfte drin; dass da auch noch was anderes ist, zeige ich im Alltag mit meinem Körper. Das sehen eh mehr Leute als irgend einen Passeintrag.
Herzliche Grüße
Wally
Ich persönlich habe da freilich ein grundsätzliches Problem. Obwohl ich mich über die Möglichkeit eines non-binären Geschlechtseintrags natürlich gefreut habe, habe ich meinen Status nicht geändert: ich kann mich mit der Geschlechtsbezeichnung "divers" nicht identifizieren - noch weniger als mit meinem männlichen Eintrag. Der Punkt ist: ich bin NICHT geschlechtslos, ich bin NICHT "weder Mann noch Frau" - ich bin BEIDES, ich bin männlich UND weiblich (wenn auch naturgemäß beides nur unvollständig). Diese spezifisch männlichen wie spezifisch weiblichen Persönlichkeitsanteile sind mir BEIDE genauso wichtig wie Normalos das binäre Mann- oder Frau-Sein! Ich will sie nicht mit einem "divers" alle beide negiert haben, als ob ich komplett geschlechtslos wäre.
Der für mich angemessene Eintrag wäre "beides". Solange es das nicht gibt, bleibe ich lieber bei "männlich": da ist wenigstens die eine Hälfte drin; dass da auch noch was anderes ist, zeige ich im Alltag mit meinem Körper. Das sehen eh mehr Leute als irgend einen Passeintrag.
Herzliche Grüße
Wally
Herzliche Grüße
Wally
Wally
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3998
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 289 Mal
- Danksagung erhalten: 1271 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: AG Münster 22 III 130/18 vom 05.02.20 — Streichung des Geschlechtseintrags bei einer nicht-binären trans*Person
Die bessere Nachricht: Das ist schon die zweite Entscheidung in einer solchen Sache des AG Münster.Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 06:57Das aber ein AG wie berichtet argumentiert, finde ich sehr begrüßenswert.Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig
Die erste war vom 16.12.2019 und ist wohl am 31.1.2020 rechtskräftig geworden, weil keine Beschwerde eingelegt wurde. Nicole hatte am 24.1.2020 darauf hingewiesen.
Ich hatte mich schon gewundert. Vergleiche die unterschiedlichen Aktenzeichen und beantragte Änderung, "divers" vs Streichung, sowie unterschiedliche persönliche SItuation der antragstellenden Person.
Interessant dabei: Im Beschluss vom 5.2. gewinnt eine nicht-binäre Person, die zuvor per TSG einen Wechsel zu "weiblich" gemacht hatte. "... wonach bei der antragstellenden Person eine transgeschlechtliche Entwicklung vorliegt, bei der das weibliche Identitätsempfinden nicht der Endpunkt, sondern eine Zwischenstufe im Sinner einer nonbinären Entwicklung darstelle"-
Dass die Ersteinreichungen bei den Standesämtern beide vom 9.10.2018 stammen, heisst wohl, dass sie im Rahmen der Kampagne "Aktion Standesamt 2018" abgegeben wurden. Und K.Niedenthal ist beides Mal die Rechtanwältin, weil im Netzwerk der dritten Option
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.