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Presse-Schlagzeilen - 25.02.2020 - Handelsblatt

Verfasst: Mi 26. Feb 2020, 16:25
von Olivia
"Kein männliches Vorstandsmitglied wird entlassen", Handelsblatt

Die Bundesministerin für Familie und Frauen Franziska Giffey plant ein Gesetz, nach dem in Vorständen von großen börsennotierten Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern künftig mindestens eine Frau vertreten sein muss, erklärt sie im Interview mit dem HANDELSBLATT. Diese Regel soll zukünftig greifen, sobald ein neuer Vorstandsposten zu besetzen ist. Neben den börsennotierten Unternehmen sollen weitere 2.000 Firmen verpflichtet werden, über ihre Zielgrößen für Frauen im Vorstand Bericht zu erstatten und eine ausführliche Begründung vorzulegen, sollten die Zielgröße null melden. Derzeit bekleiden Frauen leidglich 7,7 Prozent der Vorstandspositionen in Deutschland. Da von alleine auch keine Änderung zu erwarten sei, da die meisten Unternehmen diese nicht wollte, dringt Giffey auf eine gesetzliche Regelung. In den Ministerien und Bundesbehörden sei der Frauenanteil im vergangenen Jahr von 34 auf 36 Prozent gestiegen, im Familienministerium sogar auf 50 Prozent. Bis 2025 soll eine Parität erreicht werden.

https://www.handelsblatt.com/politik/de ... ZTmB5B-ap3

Re: Presse-Schlagzeilen - 25.02.2020 - Handelsblatt

Verfasst: Mi 26. Feb 2020, 17:12
von Jasmine
Ich glaube kaum das sich Männer ihre Herrschaft wegnehmen lassen. Seit wieviel Jahren wird über Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern geredet, und was hat sich in der Zwischenzeit getan?
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-03/ ... en-maenner
Nachdenkliche Grüße Jasmine

Re: Presse-Schlagzeilen - 25.02.2020 - Handelsblatt

Verfasst: Mi 26. Feb 2020, 18:04
von ExuserIn-2020-03-10
Jasmine hat geschrieben: Mi 26. Feb 2020, 17:12 Ich glaube kaum das sich Männer ihre Herrschaft wegnehmen lassen. Seit wieviel Jahren wird über Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern geredet, und was hat sich in der Zwischenzeit getan?
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-03/ ... en-maenner
Nachdenkliche Grüße Jasmine
Hi Jasmine,
ich war vor Jahren mal beim Betriebsrat der Firma in der ich arbeite, und habe Fragen gestellt, unangenehme Fragen wie ich dachte. Der Betriebsrat (das war damals war eine Frau) lieferte mir klare Antworten. Demnach sind Frauen bei vergleichbarer Ausbildung gegenüber Männern nicht benachteiligt, es lässt sich kein Gehaltsunterschied feststellen solange man auch die Ausbildung mit einbezieht.

Der Unterschied besteht in der Struktur der Ausbildungsabschlüsse. Leider haben immer noch nur ca- 5 bis 10 Prozent der jungen Frauen einen Studienabschluß in technischen Berufen. Überwiegend werden von Frauen Ausbildungsberufe in sozialen Bereichen angestrebt, diese sind im Vergleich zu technischen Berufen weniger gut bezahlt.
Schaut man sich den Unterschied im Ländervergleich an, wird es noch düsterer. Die Zeit schreibt ja, dass Deutschland 'am Ende der Liste' stehen würde. Das ist zwar richtig, ist aber leider ein Statistikfehler da im (europäischen) Ausland die Frauen teilweise gar nicht arbeiten und somit in einer Statistik nicht erfasst werden, die Gehaltsunterschiede sichtbar machen soll. Wen die Zahlen interessieren der läd sich eine Statistik herunter, z.B. diese hier:
https://ec.europa.eu/eurostat/documents ... 0a751fe28f
Demnach (Seite 3) arbeiten in Deutschland ca.72% der Frauen, z.B. in Polen oder Rumänien sind's nur noch ca. 57%. Das erklärt einen Teil des 'Gender Pay Gap', wenn knapp die Hälfte aus der Statistik fällt.

Wenn man hier was ändern will, muss man direkt in der Ausbildung ansetzen (mehr Mädchen in technischen Berufen), und auch bei den Vätern selbst, die leider viel zu oft die Mädchen in die vermeintlich 'richtige Richtung' (also soziale Berufe) positionieren. Hier kann jetzt jede*r selbst aktiv werden.. Bei der Ausbildung ist das Ausland wiederum überwiegend 'besser' als Deutschland, dort machen Frauen deutlich öfter einen Ingenieursabschluss, und auch das erklärt den geringeren 'gender Pay Gap'.

Ist jetzt nicht ganz das was die Zeit so sagen wollte, aber es ist die Realität, die mir die Betriebsrätin damals vermittelt hat.
LG,Ute

Re: Presse-Schlagzeilen - 25.02.2020 - Handelsblatt

Verfasst: Mi 26. Feb 2020, 21:09
von Helga
Hallo Allerseits,
da kann ich Ute nur beipflichten. Als wir vor einigen Jahren eine Stelle für eine/n technische/ n Mitarbeiter/ in (Planung, Ausschreibung etc im Bauunterhalt) ausgeschrieben haben, waren unter knapp 40 Bewerbungen nur zwei Frauen. Dabei hatten wir die Qualifikation bewusst offen gelassen. Obwohl wir damals aufgrund deutlich besserer Qualifikation einen Mann eingestellt haben liegt die Geschlechterverteilung in unserer Gesellschaft bei 50%, was aber auf die Sparten Sekretariat und Buchhaltung zurückzuführen ist.
Natürlich wären mehr Frauen in Führungspositionen wünschenswert, aber das Geschlecht sollte nicht vor Qualifikation stehen. Daher sind derartige Quotenregelungen aus meiner Sicht mit Vorsicht zu genießen. Andersherum wird niemand auf den Gedanken kommen für den Bereich der Geburtshilfe eine Quote von 50% Männern zu fordern. Eine solche Forderung wird in absehbarer Zeit nicht erfüllbar sein.
Liebe Grüße
Helga