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CHAT: Cybergrooming „ schon der Versuch künftig strafbar

Verfasst: Fr 14. Feb 2020, 11:24
von Anne-Mette
Moin,

eine Meldung aus dem Bundesrat.

Gruß
Anne-Mette


Cybergrooming: schon der Versuch künftig strafbar

Die Ermittlungen im Kampf gegen Kinderpornografie werden erleichtert: Der Bundesrat hat am 14. Februar 2020 die vom Bundestag beschlossenen strafrechtlichen Verschärfungen beim Cybergrooming gebilligt.
Auch Versuch strafbar

Danach ist künftig auch der Versuch eines sexuellen Kontakts zu Kindern im Internet strafbar. Die Tatsache, dass Täter entgegen ihrer Absicht nicht mit Minderjährigen, sondern tatsächlich mit Erwachsenen chatten, die sich zu Ermittlungszwecken als Kinder ausgeben, führt nicht mehr zur Straffreiheit. Bislang laufen strafrechtliche Ermittlungen in solchen Fällen ins Leere.
Eintrittskarte für Ermittler: Keuschheitsprobe zulässig

Außerdem erhalten Ermittler mehr Befugnisse: Trotz des strafrechtlichen Verbots dürfen sie als so genannte Keuschheitsprobe zur Verfolgung von Cybergrooming auch computergenerierte Missbrauchsvideos einsetzen. Dadurch sollen sie Zugang zu Plattformen erhalten, auf denen kinderpornografisches Material getauscht wird. Voraussetzung für die Nutzung computergenerierter Missbrauchsvideos ist jedoch, dass sie ein Richter zuvor genehmigt hat.
Anliegen des Bundesrates aufgegriffen

Für die Zulässigkeit der Keuschheitsprobe hatten auch die Länder in ihrer Stellungnahme zum ursprünglichen Regierungsentwurf plädiert. Der Bundestag hatte die Neuregelungen zum Cybergrooming in seinem Beschluss entsprechend ergänzt.
Unterzeichnung, Verkündung und Inkrafttreten

Der Bundespräsident muss das Gesetz jetzt noch unterzeichnen. Dann kann es im Bundesgesetzblatt verkündet werden. Einen Tag später soll es in Kraft treten.

Re: CHAT: Cybergrooming „ schon der Versuch künftig strafbar

Verfasst: Sa 15. Feb 2020, 01:01
von JaquelineL
Hallo ihr Lieben,

in diesem Fall (ganz anders als beim vom Bundesrat angedachten Klarnamenzwang) halte ich die beschriebenen Maßnahmen bzw Änderungen nicht nur für gut, sondern auch für überfällig. Wer in dem Glauben, eine schwer strafbare Handlung zu begehen, in Wirklichkeit nur durch Fahnder davon abgehalten wird, handelt in meinen Augen absichtlich und darf bei hinreichender Tatverdacht sich gerne vor Gericht bemühen, seine Unschuld (im Sinne von "wenn es nicht ein Fahnder gewesen wäre, hätte ich doch gar nichts Unrechtes versucht") zu beweisen.

Liebe Grüße
Jackie