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Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Mi 12. Feb 2020, 16:25
von Anja
Moinsen (moin)

wieder mal was von einer meiner Lieblingsseiten. Fand ich ja schon ziemlich krass, welche negativen Erfahrungen die beiden Frauen, nur aufgrund ihres Geschlechts, gemacht haben.
"Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich musste tagelang auf eine Antwort warten, während Keith nicht nur eine Antwort und ein Status-Update bekam, sondern auch noch gefragt wurde, ob er noch anderweitig Unterstützung benötige", sagt Kate Dwyer. Die Anliegen eines Mannes wurden also allgemein ernster genommen als die einer Frau. Auch die Haltung des Gegenübers änderte sich in vielen Fällen: während die Gründerinnen selbst gerne mal mit "Mädels" angesprochen wurden, nannte man Keith Mann beim Namen. Die Anfragen wurden schnell und respektvoll beantwortet.
Wie sie das Problem in den Griff bekommen haben, finde ich jedenfalls ziemlich kreativ :lol:
Zum Artikel gehts hier entlang.

Grüße
die Anja

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Mi 12. Feb 2020, 17:49
von Helga
Erinnert mich an einen Whoopy Goldberg Film von 1996:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wer_ist_Mr._Cutty%3F
Liebe Grüße
Helga

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Mi 12. Feb 2020, 18:29
von Blossom
Anja hat geschrieben: Mi 12. Feb 2020, 16:25 Wie sie das Problem in den Griff bekommen haben, finde ich jedenfalls ziemlich kreativ :lol:
Hi Anja,

umgekehrt ist das aber nicht anders ... :)

Als ich mit Klarnamen Romance und Erotik geschrieben habe, lagen die Bücher wie Bretter in den Regalen.
Nachdem ich mich für weibliche Pseudonyme entschieden habe, mit getürkten Vitas, je nach Genre, um sie zu einer Marke zu machen, verkaufen sich meine Novellen und Romane wie geschnitten Brot ... ganz abgesehen von den Rezensionen, die plötzlich sogar auf die ausgesprochene Feinfühligkeit der Autorin eingehen ... :P

Es gibt halt Dinge im Leben, die ich nicht verstehen muss, oder?

Liebe Grüße
Blossom (na)

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Do 13. Feb 2020, 01:40
von Jaddy
Blossom hat geschrieben: Mi 12. Feb 2020, 18:29Als ich mit Klarnamen Romance und Erotik geschrieben habe, lagen die Bücher wie Bretter in den Regalen.
Nachdem ich mich für weibliche Pseudonyme entschieden habe, mit getürkten Vitas, je nach Genre, um sie zu einer Marke zu machen, verkaufen sich meine Novellen und Romane wie geschnitten Brot ... ganz abgesehen von den Rezensionen, die plötzlich sogar auf die ausgesprochene Feinfühligkeit der Autorin eingehen ... :P

Es gibt halt Dinge im Leben, die ich nicht verstehen muss, oder?
Das gibt's auch (nachweislich, Studie müsste ich raussuchen) bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen, nur andersrum. Paper unter weiblichen Namen werden beim peer review tendenziell schlechter beurteilt, als solche unter männlichen Namen.

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Do 13. Feb 2020, 01:48
von Jaddy
Anja hat geschrieben: Mi 12. Feb 2020, 16:25Fand ich ja schon ziemlich krass, welche negativen Erfahrungen die beiden Frauen, nur aufgrund ihres Geschlechts, gemacht haben.
Tjo. Siehe auch diese Sache von 2017, die damals über Twitter ging und in vielen Medien zitiert wurde: https://people.com/human-interest/man-d ... colleague/

Die ziemlich einhellige Reaktion von Frauen auf Twitter war übrigens "Ach! *gähn* Ja, kennen wir. Aber es muss euch erst ein Mann erzählen, damit ihr's glaubt". Naja, und von vielen Männern kam "Nö, glaub ich nicht. Passiert mir nie."

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Do 13. Feb 2020, 08:37
von ExUserIn-2026-04-08
Es gab auch einmal in den 1980ern eine Fernsehserie, die das Thema aufgegriffen hat.

https://de.wikipedia.org/wiki/Remington_Steele

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: So 16. Feb 2020, 17:56
von nicole.f
Ich bin Ingenieurin im Elektronik und IT Umfeld. Und ja, ich kann leider auch bestätigen, dass man in diesem Umfeld ebenso anders behandelt wird, je nachdem ob da ein Mann oder eine Frau auftritt - ich kenne ja nun beide Seiten persönlich :-) Doch so wirklich lustig ist das nicht. Das geht dann schon soweit, dass ich mir sehr genau überlege, was ich anziehen werde, je nachdem wohin ich gehe. Wenn ich zu technischen Meetings gehe, dann weiß ich genau, dass ich da nicht besonders feminin auftreten kann, denn sonst habe ich sofort jeden Respekt und Ernsthaftigkeit verspielt. Ist leider so. Und wenn man dann auf einer Technik Messe einen solchen Messestand sieht, dann wird einem auch schnell klar, was man dort von Frauen hält:

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://www.dpin.de/nf/wp-content/uploa ... m-1024.jpg

(ich hoffe das Bild sieht man dann im Post? Ich füge so selten Bilder ein...)

Grundsätzlich merke ich, wie ich in technischen Gesprächen lange nicht mehr so ernst genommen werde, wie früher. Organisatorisches ist noch OK, doch wenn es tief ins Technische geht, dann werden schnell die anderen Männer angeschaut und nicht mehr ich - und das obwohl ich CTO bin! (CTO = Chief Technology Officer, auf Deutsch etwa technische Direktorin). Das ist saumäßig ärgerlich, da es mich tatsächlich in meiner Arbeit behindert, davon abgesehen, dass ich mich in solchen Situationen automatisch aufregen muss, aber auch versuchen muss, meine Gefühle zu bändigen und den Kerlen nicht gleich "Sexistischer Idiot!" ins Gesicht brüllen kann. Leider nützt es auch nichts, mit besonderer Expertise oder Sachverstand zu glänzen, da kommen sich die Herren dann gleich angegriffen vor. Das Einzige was bleibt, ist ruhig bleiben, die Situation aushalten und ggf. Alternativen suchen - wenn der Kerl es nicht kapiert und mich K*cke behandelt, dann suche ich mir eben einen anderen. Nur leider ist das nicht immer möglich.

Ich kann mal drei solche Erlebnisse schildern. Das erst habe ich auch hier im Forum beschrieben: viewtopic.php?f=36&t=11506

Zweites krasses Erlebnis war auf der gleichen Messe, auf der auch obiges Bild entstand. Bei einer Chip Firma fragte ich nach einem sehr speziellen Anwendungsfall. Zuerst habe ich gemerkt, dass der Typ mir anfangs gar nicht richtig zuhörte, weil er ganz offenbar nicht davon ausging, dass ich so tiefe technische Fragen stellen könnte. Also alles nochmal erzählt. Während ich redete, schaute er mich nicht einmal an, auch nicht, als er dann leicht am Thema vorbei irgendwelchen Kram absonderte. Er wollte mit mir nichts zu tun haben, weil er mich ganz offenbar nicht ernst nahm und schon gar nicht, als potentielle Entscheidungsträgerin für eine Bauteilauswahl. Schwerer Fehler, denn ich kaufte später einen anderen Chip, der zwar weniger konnte, aber von einer Firma, die mich ernst genommen hat. In zwei Wochen werde ich wieder Besucherin auf dieser Messe sein und ich werde wieder im langweiligen Hosenanzug dahin gehen, leider - Im Kostüm mit Pencil Rock und Pumps ist man sonst sofort als Messe Hostesse abgestempelt, dann kann ich mir den Besuch gleich sparen.

Drittes Beispiel war erst kürzlich wieder. In unserem Büro in USA kam der Chef einer befreundeten Firma mit einem hochrangigen Executive eines Chip-Herstellers vorbei, damit ich ihm erklärte, was wir dort machten. Das habe ich auch redlich versucht, doch wann immer der Typ eine Rückfrage hatte, schaute er besagten Chef der anderen Firma an, nicht mich! Sage mal!? Bin ich Luft? Nicht da? Habe ich gerade minutenlang in die Luft geredet? Nein, der hat mich nicht ernst genommen. Das tut schon weh und ärgert mich.

Jetzt bin ich durch mein Alter quasi privilegiert. Klingt seltsam? Was ich meine ist, wenn ich jetzt 25 wäre und am Anfang meiner Karriere, dann würde ich mir ernsthaft Sorgen darüber machen, wohin mich das bringen würde und welche Grenzen ich wohl dabei erfahren müsste. Ich glaube, mir würde das wirklich sehr zuschaffen machen, denn es ist völlig offensichtlich, dass ich nicht die gleichen Chancen wie ein Mann haben würde. Jetzt bin ich aber schon fast doppelt so alt und habe den größten Teil meiner Karriere schon eher hinter mir und konnte, Dank des Privilegs einen großen Teil davon als Mann machen zu können, einiges an Reputation sozusagen vorarbeiten. Ich habe keine Ahnung, wohin mich das gebracht hätte, wenn ich als Frau in meinen Beruf gestartet wäre. Ich bin mir fast sicher, dass ich heute nicht in einer Führungsposition wäre - doch das muss ich auch sagen, bei meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich bereits als Frau angefangen, d.h. den hat das glücklicherweise nicht interessiert.

Nuja, so ist das eben, Gleichberechtigung my ass :-)

Liebe Grüße
nicole

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Mo 17. Feb 2020, 11:34
von ChristinaF
Sorry, Nicole, ich kann das Bild nicht sehen. (moin)
LG Christina

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Mo 17. Feb 2020, 11:50
von nicole.f
Ja, das hat mit dem Einbinden hat so wohl nicht geklappt... so vielleicht:

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Liebe Gruesse
nicole

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Mo 17. Feb 2020, 13:13
von Mirjam
Sexistisch? Ist das doch gaaanz bestimmt gar nie nicht ... Mamma mia ...
Ich glaube denen sollte frau mal so richtig die Meinung sagen. Aber ob es was helfen würde? Ich fürchte mal nein ...

LG, Mirjam

Re: Wie zwei Unternehmerinnen erst durch einen erfundenen Mitgründer erfolgreich wurden

Verfasst: Mo 17. Feb 2020, 13:19
von nicole.f
Hatte ich ja, auf und nach der Messe, letztes Jahr, von wo auch das Bild war.
Ich bin gespannt, ob sie dieses Jahr wieder so auftreten. Wenn ja, dann werde ich sie ansprechen, mir den GF geben lassen und wenn der Besserung gelobt, es dabei belassen. Wenn nicht, dann werde ich einen medialen Shitstorm heraufbeschwören - als Haeckse kann ich sowas :-)

LG
nicole