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Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: Fr 24. Jan 2020, 22:08
von Anne-Mette
Moin,
auch diesen Link erhielt ich aus der flensburger Gemeinde:
http://www.pfarrerverband.de/pfarrerbla ... R-oIvii4aY
Gruß
Anne-Mette
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: Fr 24. Jan 2020, 23:50
von ExuserIn-2021-04-19
Das finde ich durchaus interessant, auch als Argumenttationshilfe gegenüber konservativen Christen.
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: Sa 25. Jan 2020, 10:58
von Jaddy
Äusserst interessant. Manche Auslegungen wirken etwas mit der Brechstange hergeholt, aber die Quellen im AT sind erstaunlich.
Als nicht-religiöser Mensch nehme ich das mal als Beleg, dass nicht-dyadische und nicht-cis Menschen grundsätzlich auch in der altjüdischen Kultur bekannt und nicht pauschal verurteilt wurden - und dass die davon abstammenden Religionen dies offenbar nicht lesen konnten oder wollten.
Weiss wer, wie das aktuell gesehen wird?
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: Sa 25. Jan 2020, 11:57
von ExuserIn-2020-07-10
Ich sehe das Problem im kirchlichen Bereich weniger bei Trans und Inter als bei Crossdresser. Denn Theologen haben kein Problem mit dem vollständigen Geschlechtsrollenwechsel aber sehr wohl damit wenn Geschlechtsrollen ausgedehnt werden. Die Bibel gibt da eindeutige Vorschriften wie sich Männer und Frauen zu benehmen haben. So wird dem Mann verboten sich als "Frau" zu kleiden und der Frau gelten die langen Haare als Zier. Kurze Haare galt als Strafe für Frauen die der Unzucht bezichtigt wurden und sie galten damit als Vogelfrei.
Da sehe ich eher ein Problem. Denn dadurch werden Rollen zementiert und warum, weil man natürlich Nachkommen für die Kirche produzieren sollte und die Männer dazu als Kanonenfutter her hielten und die Frauen als Gebärmaschinen. So ist ja auch das Hoheitsrecht der Ehe als missionarisches Mittel von der Kirche übernommen worden.
Wer aber Rollenklischees zementiert wird immer Probleme mit allem haben was nicht in Geschlechtsbinarität und Heteronormativität passt.
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: Sa 25. Jan 2020, 12:33
von Wiebke
Vielen Dank für den Link, ein sehr interessanter / wichtiger Artikel.
Es lohnt sich den Artikel mehrfach zulesen.....
und die angegebenen Bibelstellen nachzulesen.
Danke
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: Sa 25. Jan 2020, 17:29
von geraldine
Herzliches Dankeschön ,
für den Link.
Für mich (wiedermal) doch ein"Zeichen"wie gut du( Anna-Mette)vernetzt bist.
Der Beitrag ist gut.
Regt sehr zum nachdenken an.Bei mir hat das ausgelöst,
daß ich die angegebenen Zitate nachgelesen habe.
Nun will ich darüber nachdenken.
Vielen Dank!
L G Geraldine
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: Sa 25. Jan 2020, 20:13
von Dolores59
Toni Smith hat geschrieben: Sa 25. Jan 2020, 11:57
Die Bibel gibt da eindeutige Vorschriften wie sich Männer und Frauen zu benehmen haben. So wird dem Mann verboten sich als "Frau" zu kleiden und der Frau gelten die langen Haare als Zier. Kurze Haare galt als Strafe für Frauen die der Unzucht bezichtigt wurden und sie galten damit als Vogelfrei.
Hier muss man genauer hinschauen. Die Vorschriften sind nicht unbedingt allgemeingültig, sondern sind teilweise im Zusammenhang zu lesen mit Vorschriften speziell für das Volk Israel in einer bestimmten Situation (z.B. die Kleidervorschriften im 5. Mose 22). Man muss an Hand der Bibel prüfen, ob sie für Christen 1:1 gültig sind.
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: Sa 25. Jan 2020, 20:19
von Anne-Mette
Moin,
sicherlich ist auch alles in seinem zeitlichen Zusammenhang zu sehen und nicht direkt auf hier und heute zu übertragen.
Aber schön, darüber nachzudenken und sich auszutauschen
Gruß
Anne-Mette
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: So 26. Jan 2020, 05:49
von ExuserIn-2020-10-20
[Nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers Neu durchgesehen nach dem vom Deutschen evangelischen Kirchenausschuß genehmigten Text 1955]
(5. Mose 22:5)
Ein Weib soll keine Männertracht tragen, und ein Mann soll keine Weiberkleider anziehen;
denn wer solches tut, ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel.
Die Texte der Bibel wurden zu unterschiedlichsten Zeiten abgeschrieben, hin und her übersetzt. Wie war der ursprüngliche Text wirklich gemeint. Eine Anweisung, oder eine Bitte etwas nicht zu tun. Ich glaube die meisten Auslegungen der Bibeltexte die zu Spannungen in den heutigen Gesellschaften führen beruhen, auf Interpretationen die ihren Ursprung bereits in den frühesten Übersetzungen und Abschriften in sich tragen.
Petra Sofie
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: So 26. Jan 2020, 10:20
von Martin-a
Das Problem ist auch, dass der Hintergrund gewisser Gebote und Regeln nicht mitgeliefert wurde.
(5. Mose 22:5)
Ein Weib soll keine Männertracht tragen, und ein Mann soll keine Weiberkleider anziehen;
denn wer solches tut, ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel.
Das Gesetz wurde aus dem Grund gemacht, weil sich die Leute in der damaligen Zeit in einem (un)religiösen Götzenritus die Kleider tauschten, um sich aufzugeilen und dadurch Fruchtbarkeit erhofften.
LG Martin-a
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: So 26. Jan 2020, 10:38
von Jenina
Anne-Mette,
ich bin beeindruckt wie gerade die norddeutschen evangelischen Kirchen mit diesem für sie doch eigentlich so heiklen Thema umgehen. Dort ist wahrer Fortschritt, ist wahre christliche Nächstenliebe zu sehen. Das solle Vorbild sein und alle Gemeinden erreichen.
Als Atheist sind mir kirchliche Lehren und Dogmen sehr fern. Aber die christliche Moral ist doch im innersten eine zutiefst humanistische. Und so beeindruckt es mich wenn auch jahrhundertealte als unumstößlich geltende Lehren erneuert werden im Sinne des Menschen, der doch das Zentrum auch des christliche Glaubens ist. Die Liebe der Menschen zueinander und damit auch die mögliche Liebe zu seinem Selbst, seine Annahme dass alles gut und richtig ist so wie es nun mal die Natur oder meinetwegen die Schöpfung eingerichtet haben.
Danke!
Jenina
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: So 26. Jan 2020, 11:15
von ExuserIn-2021-04-19
Petra Sofie hat geschrieben: So 26. Jan 2020, 05:49
(5. Mose 22:5)
Ein Weib soll keine Männertracht tragen, und ein Mann soll keine Weiberkleider anziehen;
denn wer solches tut, ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel.
Als eher der Agnostik Zugewandte, frage ich mich ob Gott damals, zu Moses Zeiten oder schon eher, ein für alle Mal festgelegt hat, was Männertracht ist und was Weiberkleider sind. Wie steht er/sie dann zu den kilttragenden Schotten und was hält er/sie von der modernen, Hosen tragenden Frau.
Oder sieht er/sie es jeweils im aktuellen gesellschaftlichen und modischen Zusammenhang? Würde es bedeuten, da heute die Hose als "Weiberkleid" weitestgehend akzeptiert ist, dass wir Männer aufgefordert sind, Rock zu tragen?
Ich weiß es nicht. Scheiß Agnostik. Ich wär mir so gerne sicher. Vielleicht ist er/sie ja auch mit ganz anderen und wichtigeren Dingen beschäftigt.

Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: So 26. Jan 2020, 12:00
von ExuserIn-2020-10-20
Was Männertracht und was Weiberkleider sind ist im Laufe der Jahrhunderte immer eine Frage der Mode gewesen. Wann lebte Moses, was war damals modisch angesgt? Deshalb stellt sich mir immer die Frage, aus welchen Beweggründen heraus kamen die Texte in die Bibeln die wir heute lesen. Wann kam die Meinung heraus Trans-,Homo, usw. alles Teufelswerk. Alte Kulturen wurden vom Christentum nahezu ausgelöscht, einfach so. Heute lesen wir bei genauerer Betrachtung, das die Transleut doch nicht so eindeutig abartig sind, wie angeblich früher in der Bibel beschrieben. Aber so wurde es munter von der Kanzel gepredigt, und in der Gesellschaft manifestiert.
Petra Sofie
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: So 26. Jan 2020, 12:26
von Jaddy
Petra Sofie hat geschrieben: So 26. Jan 2020, 05:49Die Texte der Bibel wurden zu unterschiedlichsten Zeiten abgeschrieben, hin und her übersetzt. Wie war der ursprüngliche Text wirklich gemeint.
Da fragst du am besten eine kundige Rabbiner"¢in und lässt dir die Originaltexte nicht nur übersetzen, sondern auch kulturell einordnen. Aber eben auch die Stellen aus der Lebensgeschichte Josefs, die in dem Artikel zitiert sind.
Etliche Priester bekommen übrigens heftige Glaubenskrisen, wenn sie in ihrer Ausbildung mit all dem konfrontiert werden. Originaltexte, wörtliche Übersetzungen, sprachliche Mehrfachbedeutungen, Hintergründe, all die Texte, die in der christlichen Kirche entweder aussortiert wurden oder dem gemeinen Kirchenvolk nicht bekannt gemacht werden.
Re: Transidentität in der Bibel als Herausforderung für Kirche und Gemeinden | Josef und ihre Geschwister
Verfasst: So 26. Jan 2020, 14:25
von Mirjam
Jaddy hat geschrieben: So 26. Jan 2020, 12:26
Etliche Priester bekommen übrigens heftige Glaubenskrisen, wenn sie in ihrer Ausbildung mit all dem konfrontiert werden. Originaltexte, wörtliche Übersetzungen, sprachliche Mehrfachbedeutungen, Hintergründe, all die Texte, die in der christlichen Kirche entweder aussortiert wurden oder dem gemeinen Kirchenvolk nicht bekannt gemacht werden.
... oder sie erkennen, dass Gott noch viel größer ist als sie als kleine Menschen bisher auch nur zu denken gewagt haben

-- Ist glaube ich auch immer eine Frage, wie gehe ich damit um, wenn sich plötzlich neue Sichtweisen auftun. Gleich alles in Frage stellen, das eigene Weltbild erweitern, oder oder oder ...
LG, Mirjam
(nein, ich bin keine Theologin ...)