Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?
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Ginger_Rogers
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Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 1 im Thema

Beitrag von Ginger_Rogers »

Hallo zusammen,

ich bin biologische Frau und seit zwei Jahren mit einem CD zusammen. Leider habe ich es nur per Zufall entdeckt, dass mein Freund diesen Fetisch hat. Er ist sehr verschlossen und hatte nie vorgehabt mir sein Geheimnis zu offenbaren. Ich habe das Thema angesprochen, weil es mich sehr belastet. Erst meinte er wenn es sich ergibt können wir es mal zusammen ausleben. Ich würde mir sehr wünschen, dass er mit mir offen damit umgeht und meine Fragen beantworten würde.
Leider ist bis heute nichts passiert und er will nicht mit mir darüber reden. Ich habe dieses Thema immer mal wieder angesprochen und er hat jedes mal geblockt und mir keine Auskunft geben wollen. Mittlerweile meinte er, er hat schon keinen Bock mehr, weil ich so neugierig bin. Er meint es ist für eine Partnerschaft wichtig, dass jeder seine Geheimnisse hat. Ich persönlich habe nicht das Bedürfnis Geheimnisse vor meinem Partner zu haben. Ich habe nichts zu verbergen, was er nicht wissen soll/darf. Ich schäme mich für nichts und bin so wie ich bin. Ich wünsche mir er geht auch offen und ehrlich mit mir um. Das schlimmste für mich ist eher hintergangen zu werden. Zu wissen dass da was ist, was ich nicht verstehe. Ich weiß, dass er sich Tranny Pornos anschaut. Ansich nichts schlimmes, aber ich merke wie mein Selbstbewusstsein darunter leidet.
Warum will er sich als Frau verkleiden? Was gefällt ihm daran so gut? Findet er verkleidete Männer geiler/schöner als mich bio Frau? Wäre er gerne eine Frau? Er hat mir gesagt, dass er zu 100% hetero ist. Wieso gefällt es ihm dann Frauenkleidung zu tragen, obwohl er hetero ist?

Manchmal frag ich mich ob es vielleicht gut wäre, wenn ich seine weibliche Identität als neue Freundin sehe? Ich könnte ihr Schminktipps geben oder Styling Tipps. Aber mein Freund hat mir bisher nicht die Chance gegeben für ein Kennenlernen.

Ich merke dass es mich sehr beschäftigt und mein Selbstwert darunter leidet. Er meine ich reite so verbissen auf dem Thema rum und will zu viel wissen? Es sei doch nur ein Hobby. In meinen Augen ist es nicht "nur" ein Hobby. Ein Fetisch, den ein Mann schon seit der Kindheit hat, ist nicht mit einem Hobby zu verlgeichen. Ein Hobby kann man ausüben oder auch nicht. Ein Fetisch ist schon eher ein starkes lebenlanges Bedürfnis. Er sagt immer, dass wir eine tolle Beziehung haben und es wichtigere Dinge gibt als seinen Fetisch. Das mag wohl sein, aber es ist ein Teil von ihm, den ich gerne kennenlernen möchte. Er ist mein Partner und ich möchte doch wissen mit wem ich zusammen bin. Zu ahnen, dass er sich Tranny Pornos anschaut und sich verkleidet, wenn ich nicht Zuhause bin, hinterlässt bei mir ein seltsames Gefühl. Was haben diese Trannys was ich nicht habe? Bei mir sind Brüste und alles an meinem Körper echt. Da frag ich mich, was findet ein CD an künstlich operierten Trannys toll? Weil sie zum Teil obenrum Frau sind und untenrum noch Mann?

Ich kann die Geheimnistuerei nicht verstehen. Ich wäre froh darüber, wenn er mit mir Klartext reden würde.
Ich traue mich fast nicht mehr dieses Thema anzusprechen, weil er sonst wieder in die Luft geht.

Ich habe manchmal "Frusteinkäufe" gemacht. Mir neue Klamotten gekauft, damit ich mich besser fühle und weiblicher bin um ihm zu gefallen. Er sagt zwar er findet mich sexy und toll so wie ich bin, aber ich vergleiche mich trotzdem mit anderen. Ich finde Jeans und Pulli eigentlich bequemer und verstehe nicht warum sich Männer freiwillig in hohe Hacken pressen. ;-) Weil ich weiß, dass er feminine sexy Frauen mag, hab ich meinen Klamottenstil mit mehr femininer Kleidung erweitert um ihm besser zu gefallen. Er hat mein Kaufverhalten hinterfragt. Er meinte wir haben doch eine tolle Beziehung und er als Partner will mir alles geben damit ich mich gut fühle. Ich brauche doch nicht die Klamotten um mich besser zu fühlen.
Er will nicht verstehen, dass dieses ganze Thema mich belastet und sich auch auf mein Selbstwertgefühl und meine Weiblichkeit auswirkt.

Könnt ihr mich verstehen? Habt ihr Tipps, wie ich in Zukunft besser mit dieser Situation umgehen kann, damit ich mich besser fühle und entspannter/gleichgültiger mit diesem Thema umgehen kann? Ich sehe seine weibliche Seite als Konkurrenz zu meinem Frau sein — wie komme ich davon los?

Über eure Nachricht freue ich mich. Gerne auch via PN.
SylviaM
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 2 im Thema

Beitrag von SylviaM »

Hallo Ginger

Ich bin CD.

leider entwickeln Anfragen von Partnerinnen im Forum eine gewisse Eigenart, deshalb vorab:

Es gibt eine geschützte Gruppe für Partnerinnen. Zugang kannst du über Anne-Mette per PN Anfrage. Wie rege diese ist, weiss ich nicht, da ja geschützt. Die Partnerinen dort dürfte jeden von Ihnen am Anfang die Achterbahn von Gefühlen durchlaufen haben, die du gerade erlebst und in Summe kannst du dich dort wahrscheinlich besser austauschen.

es ist schwer zu verstehen, ich verstehe es selber ja immer noch nicht und das nach über 40J. Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass mein Verhalten ein Spass der Natur ist, von dem ich niemals wissen werde woher es kommt, mit dem ich aber sterben werde. Ich habe 40 J auf eine Art medez. oder psychologisches Wunder gehofft. Hat nicht geklappt.

Und ja, es ist kein Hobby, weil ehrlich gesagt kann ich es nicht beeinflussen, nur phasenweise unterdrücken

Das Ankleiden ist eine Form sich als Frau zu fühlen, wenn auch nur zeitweise. Wahrscheinlich sogar die einfachste Form. Denn es gibt auch genug, die auch die Männerrolle weiterhin haben möchten. Und je doller desto weiblicher fühlt man/ ich mich. Deswegen manchmal die krasse Überschreitung. Die Frage warum sich ein Mann die hohen Hacken antut, kann ich gleich wieder zurück geben. Warum tut Frau sich das an.
Da die betont weibliche Kleidung uns Männern gefällt bzw anspricht, fühle ich mich als CD irgendwie schöner, sexier wie ich als Mann niemals das Gefühl hätte(ob das für dritte auch gilt sei Mal dahingestellt).

Dennoch sind wir ja erstmal Männer und das große Schweigen bei sensiblen, emotionale Themen holt uns dann immer wieder ein. Wir sind ja nicht Stolz drauf und sagen, kuck Mal. Wir wissen dass erstmal eine große Ablehnung vorhanden ist und fürchten ausgelacht zu werden, wenn wir uns gegenüber den engsten Partnern zeigen. Aus ist es mit dem sich gut fühlen, aus ist es mit der Respekt in der Partnerschaft.

Hat das alles irgendwie mit deinem Verhalten zu tun? Erstmal gar nichts: es war schon da als du kamst und wird immer noch bleiben wenn du gehen solltest, völlig unabhängig wie du dich erstmal gibst.

Wie es mit euch weitergeht, hängt natürlich dann stark davon ab, wie ihr beide aufeinander zugeht.

Viel Glück erstmal
Sylvia
ExuserIn-2021-04-19
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-04-19 »

Hallo Ginger,

zunächst einmal, ja, ich kann dich verstehen. Ich weiß aber nicht, ob ich dir helfen kann. Helfen wird dir aber sicherlich der Austausch hier im Forum.
Du gehst ja schon offensiv an das Thema heran, bist gesprächsbereit und versuchst deinen Freund zu verstehen.

Ich glaube, dein Freund liebt dich so sehr, dass er eure Beziehnung nicht mit seinem Hang zum Crossdressing belasten möchte. Das ist aber meiner Meinung nach nicht der richtige Weg, weil dann immer etwas zwischen euch steht und euch dann erst recht belastet.

Ich habe mich meiner Frau gegenüber vor einigen Jahren geoutet und wir führen damit eine recht entspannte Ehe. Ich bin Crossdresser, kleide mich aber zum großen Teil als Mann, da ich in der Öffentlichkeit nicht geoutet bin. Meine Frau kennt mich aber auch in Frauenkleidung, so verbringen wir manchmal einen Urlaub zusammen oder ich mache es mir zuhause in Frauenkleidung gemütlich.

Meine Frau sieht mich auch als Freundin, wir können uns prima über Mode, Kochen und Backen unterhalten und gehen sehr gerne gemeinsam shoppen. Aber das ist unabhängig davon, ob ich Männer- oder Frauensachen anhabe. Ich bin auch als Mann die Freundin meiner Frau. Vielleicht ist das nicht das, was alle Frauen wollen, aber meiner Frau gefällt es. Ist es nicht einfach schön, wenn der Partner Mann, Geliebter und Freundin in einer Person ist. Wir sehen das als Bereicherung.

Das Crossdressing ist kein Hobby. Ein Hobby könnte man einfach ablegen. Das Gefühl, irgendwie zwischen den Geschlechtern zu stehen, bleibt meines Wissens ein Leben lang. Egal, ob man es auslebt oder nicht. Für mich ist aber Mode ein Hobby, ich mag gerne Outfits zusammenstellen, shoppen und Modeschauen ansehen. Ich gebe mir viel Mühe, wenn ich mich als Frau kleide, bin groß und schlank. Manchmal ist meine Frau dann auch ein bisschen neidisch.

Beim Sex halten wir es schon so, dass ich dann der Mann bin, meine Frau steht auf Männer und hat mich auch deswegen geheiratet. Das auch bei mir vorhandene Interesse an sogenannten "Trannies" erklärt sich für mich daraus, dass es durchaus mein Innerstes widerspiegelt, wenn ich Penis und Brüste hätte. Es wäre einfach der richtige Körper für mich.

Vielleicht hilft dir ja dieser kleine Einblick in mein Leben etwas weiter. Es könnte auch für euch gut sein, wenn dein Freund zu einer Selbsthilfegruppe geht oder andere fachliche Beratung in Anspruch nimmt. Wichtig ist, das ihr das Problem für euch lösen könnt. Was ich geschrieben habe, ist meine private Meinung zu dem Thema. Ich weiß nicht, ob sie aus psychologischer oder medizinischer Sicht richtig ist. Ich hoffe, dass sich viele andere Forumsmitglieder zu dem Thema äußern und sich daraus ein breites Spektrum für dich ergibt.

Ich drück dir die Daumen, dass sich für euch alles zum Guten wendet.

Ganz liebe Grüsse

Katja (dr)
Zuletzt geändert von ExuserIn-2021-04-19 am Do 21. Nov 2019, 15:47, insgesamt 1-mal geändert.
It's not Crossdressing, it's just dressing.
Alex_andra
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 4 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

Gelassenheit, wenn möglich kein Konkurrenzdenken und viel gemeinsame Erfahrung wären gute Voraussetzungen um dem allen etwas alltägliches zu geben. Wenn du es schaffst, nicht zu werten und gemeinsam heraus zu finden, was euch gut tut, wäre schon viel geschafft.
Das was du als cisweiblicher Mensch als unbequem empfindest ist aber sehr stark mit der Vorstellung Frau konnotiert. Deshalb gilt es allgemein als Signum von Weiblichkeit und gegengeschlechtlich auftretende Menschen benutzen solche eindeutigen Zeichen oft, um ihre, zumindest temporäre Zugehörigkeit zu diesem Wahlgeschlecht zu betonen. Da solche Vorlieben gesellschaftlich negativ bewertet werden und ein öffentliches Auftreten in der zumindest anteiligen Erscheinungsformen des Gegengeschlechts für alle Lebensbereiche stigmatisieren sein kann, wird dieser, am Identitätserleben eines Menschen nicht zu negierende Anteil, oft nur heimlich und im Verborgenen ausgelebt. Um dann der unglücklich machenden, fehlenden sozialen Interaktion und dem Gefühl des nichtangenommen Seins entgegen zu wirken, entwickelt sich eine wie auch immer geartete intime Beziehung zu sich selbst in dieser Rolle bzw. eine fetischistische Beziehung zu solchen Dingen wie Pumps, Perücken usw.. Bei vielen nimmt diese übersteigerte Bild und dem Wunsch diesem entsprechen zu wollen durch die Einbeziehung diese Wunsches nach einem gegengeschlechtlichen Auftreten in einen normalen Alltag, wie auch immer das Aussehen kann, oft ab, wobei der Wunsch gegengeschlechtlich gelesen zu werden bleibt. Die Realisierung dessen wird aber Alltags konformer. Das beste wäre ein liebevoller Umgang mit diesem charakterlichen Anteil eines Menschen auf Augenhöhe, bei dem jede daran beteiligte Person ihre Bedürfnisse klar schildern kann, allerdings ohne deshalb auch erwarten zu dürfen, dass diese dann auch wie geäußert gelebt werden bzw. von allen getragen werden können. Eine Annäherung über Kompromisse und viel Reden, gepaart mit echten Erfahrungen scheinen für uns der richtige bzw. passende Weg. Uns hilft es, dass wir uns über unserer eigenen Schammuster bewusst werden und sie thematisieren. Allerdings ist meine Ausgangslage eine etwas andere als die deiner Partner_in und meine Ausführungen spiegeln nur meine Erfahrungen bzw. die von mir bekannten Menschen wieder und sind somit nicht wirklich repräsentativ.
Wenn es für dich möglich ist, dann stelle deine eigene Weiblichkeit nicht in Frage und zeige deiner Partner_in, dass so ein Selbstverständnis auch ohne dies typisierenden Attribute funktionieren kann. Aber sie auch so offen, dass sie als Bereicherung und selbstbestimmt immer wieder eingesetzt werden können. Das könnte für alle eine echte Bereicherung sein.
Lieneb Grüße und viel Kraft für euch, es könnte sich lohnen
Viggy
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 5 im Thema

Beitrag von Viggy »

Ich kann Dich auch sehr gut verstehen, denn genau so wurde mein CD auch schon mehrfach mit meiner Frau ausdiskutiert bzw. besprochen.

Ich weiß, ich benutze ja auch immer das Argument dass SIE mit zunehmendem Alter und auch 'Leibesumfang' (der mich prinzipiell nicht stört), überwiegend nur noch Jeans und relativ flache Schuhe trägt, um für mein Tun in Form einer anderen Emanzipation zu argumentieren. Schließlich musste ich mich über die Jahre auch an ihren abnehmend femininen Stil, sich zu kleiden, gewöhnen.
Aber m. E. ist es ein Trugschluss wenn FRAU meint, sich verbiegen zu müssen und sexy Klamotten zu kaufen, die dann vielleicht gar nicht zu IHR passen und in denen SIE sich dann gar nicht wohl fühlt. Wie schon erwähnt, es ist IHR Stil und er gehört nun zu ihr, wichtig ist, dass SIE sich gut fühlt. Denn nur dann kann SIE auch Erotik ausstrahlen. Ich für meinen Teil habe das über die Jahre akzeptiert und unter dieser Kleidung immer noch SIE wahrgenommen akzeptiert und geliebt.

Was ich für meinen Teil vermisse, das ist die Anerkennung, dass die gebremst feminine Kleidung auch an MANN gut aussehen kann. Warum werden wir CD in 'Damenkleidung' immer als Frau und als Konkurrenz wahrgenommen? Warum kann man in uns nicht einfach nur einen Mann in schönen Kleidern sehen? Und dabei meine ich nicht Strümpfe und Strapse. Sondern so wie ich früher immer angetan war, wenn Sie einen netten Rock und Pumps trug, nur umgekehrt. Die meisten von uns werden deswegen auch beim Sex ihre Rolle als Mann nicht aufgeben. Sissy-Sein ist eine andere Form des Frauensachen-Tragens.

Dies war jetzt nur eine persönliche Darstellung aus meiner Sicht und ich weiß nicht, ob Sie dir hilft die Neigung deines Partners zu betrachten. Vielleicht steckt bei ihm ja auch tatsächlich mehr dahinter.
Alex_andra
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 6 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

Hallo nochmals,

entschuldige bitte, ich habe meinen letzten Beitrag im Glauben geschrieben, deine Argumente zu kennen, da so oft in anderen Treads gelesen, und habe deinen Text nur überflogen. Nachdem ich ihn nochmals durchgelesen habe, möchte ich dir für die dort beschriebene Vorgehensweise danken und dir den Rücken stärken. Du machst auf breiter Basis alles richtig und erscheinst offen und hilfsbereit.

Es stimmt sicher, dass auch in einer langjährigen Beziehung nicht immer alles verhandelt werden kann und dass jede Person in seinem Leben intime Bereiche benötigt, die mensch nur für sich in Anspruch nehmen möchten. Wenn aber, aus welchen Gründen auch immer, Geheimnisse schon gelüftet wurden, dann braucht es einen zumindest teilweise offenen Umgang mit diesem Themenfeld. Es muss ja nicht jedes Detail dieser Fantasien besprochen werden.

Es liegt jetzt also an deiner Partner_in einen Schritt auf dich zu zu tun um dir das Bedürfnis, eine Lösung des Problems durch Veränderung deiner Person zu finden, zu nehmen. Dafür könnte es hilfreich sein, dass sie sich ebenfalls hier austauscht.
Viggy
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 7 im Thema

Beitrag von Viggy »

Ich wollte eigentlich noch schreiben wie meine Partnerin damit umgeht.

Das ist natürlich immer etwas schwer zu beurteilen, leider kommt es nicht allzu oft zu Gesprächen über dieses Thema, eher sehr selten, um IHRE Gefühlswelt deuten zu können. Ich für meinen Teil zähle mich zu den CD, die die milde Variante praktizieren. Ich schminke nicht, trage keine Perücke und auch keine Silikonbrüste. Mein Kleidungsstil ist eher in Richtung Basic, einfach weils schöner ist als nur Jeans, aber eben doch bequem und praktisch. Und ich stelle auch nicht in Frage Mann sein und bleiben zu wollen. Von daher glaube ich, kann SIE ganz gut damit leben. Sie akzeptiert, dass ich zuhause einfache Jeansröcke oder ähnliches trage, abends ein einfaches Strickkleid und Blickdichte oder Leggings. Wir können auch gemeinsam shoppen und Kleidung in dieser Richtung für mich und im Gegenzug Jeans für sie :-) kaufen. Sie hat auch, glaube ich, keine Berührungsängste mehr, wenn ich neben ihr sitze.
Allerdings fürchte ich, hat sie im Hinterkopf trotzdem immer noch ein klein wenig das Gespenst der zweiten Frau im Haus die ihr nun Konkurrenz machen könnte.
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 8 im Thema

Beitrag von Erika Bergmann »

Zunächst zur Frage im Titel:
Meiner Frau sagte ich es etwa 3 Wochen vor der Hochzeit, da waren wir zwar schon ca 6 Jahre zusammen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt, um den Umfang, genaue Ausprägung und Notwendigkeit des crossdressings aber erst seit etwa einem Jahr ( da hatte ich noch keine Kleidung gekauft)
Es hat mich Überwindung gekostet und bevor ich es offenbarte, wollte ich selbst Gewissheit.

Meine Frau reagierte gerührt ob meiner Schüchternheit, Offenheit und Verletzlichkeit. Sie lehnt es/mich nicht ab, wir sind immernoch verheiratet und haben eine super süße Tochter bekommen. Sie mag es nur nicht das ich für die Verwandlung und Körperpflege so lange brauche und da sie sich nicht selbst aufdonnert, versteht sie nicht warum ich mir die ganze Arbeit mache. Aber mittlerweile tauschen wir Röcke, Tops und manchmal Schminke, wir waren zusammen einkaufen und zum Spieleabend bei Freunden.

Trotzdem rede ich nicht gerne mit ihr darüber, vielleicht habe ich die Scham noch nicht ganz abgelegt, vielleicht weil sie dann oft genervt wirkt, obwohl ich zz eine Vollverwandlung vielleicht alle drei Monate schaffe und deswegen doch eigentlich kaum zeit drauf geht. (ja ich bin Berufspendler und das Baby erfordert auch viel Zeit, aber alle drei Monate ist mir zu wenig).

Das crossdressing hat für mich mehrere Ebenen.
1. Stoffe und Kleidung tragen die ich nicht in der Herrenabteilung finde aber schön finde. Ich mag es eine feine Strumpfhose über meine rasierten Beine zu Streifen, den Rock zu spüren wie er darüber gleitet, die langen Haare im Nacken.
Das geht alles ohne Schminke oder künstliche Brüste.
2. Ich mag High Heels, enge Röcke, Korsetts aufgrund ihrer restriktiven Eigenschaften. Sollte ich Sex in Frauenkleidung haben sind das die Stücke die danach sofort ausgezogen werden, denn ja, sie sind mir zu unbequem für alltägliches. Aber der sexuelle Aspekt ist unabhängig von den anderen Punkten.
Das kann ich mittlerweile unterscheiden und bei Ausflügen ziehe ich auch nichts unbequemes mehr an.
Auch Punkt zwei geht ohne Schminke,.etc...
3. Die künstlerische Herausforderung ein möglichst überzeugendes Passing zu erreichen macht mir Spaß.
4. Da ich nicht das Selbstbewusstsein habe, als Mann im Rock vor die Tür zu gehen, bietet mir die Verwandlung mit Perrücke, Schminke und künstlichen Brüsten die "Anonymität" die ich brauche um den Mut aufzubringen.
5. Ein Punkt den ich selber noch nicht verstanden habe. Warum trage ich Zuhause zum Rock genauso oft Brüste wie ich keine dazu trage?

Für dich bzw euch wäre es vielleicht hilfreich die Faktoren herauszufinden die ihn dazu bringen.
Wenn er selbst noch nicht weiß was er wann wie und warum tun möchte, kann ich verstehen das er abblockt. Er kann dir deine Fragen vielleicht garnicht beantworten. Vielleicht hat er ebenso große Verlustängste wie du und sieht nur, das obwohl er ertappt wurde, es im Moment noch weiter geht und fürchtet wenn er es selbst laut sagt es eine andere Qualität habe und zum Zerbrechen der Beziehung führt?
Ich weiß es nicht. Ich kann nur vermuten.

Ich wünsche euch alles Gute und die Kraft die Krise zu überwinden und gestärkt aus dieser hervorzugehen.

LG
Erika
Ich bin überzeugt Smartphones haben was gegen Rechtschreibung ;-)
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 9 im Thema

Beitrag von rhoody »

Hallo an alle Schreibenden,

ich habe das mal alles mitgelesen. Für mich sind Eure Abtworten sehr aufschlussreich und informativ gewesen. Vielen Dank für Eure Offenheit
LG Rhoody
heike65
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 10 im Thema

Beitrag von heike65 »

Ich finde deine Problematik sehr nachvollziehbar @ Ginger_Rogers.
Ich persönlich finde es befremdlich das dein Partner sich dir gegenüber nicht öffnet, ich mag generell keine Geheimnisse in einer Partnerschaft. Wenn der Partner sich dann aber öffnet, aber deine darauf folgende Neugier und Fragen negiert, hätte er es lieber für sich behalten sollen. Ich könnte mir vorstellen das er sich für sein Hobby (was eine bescheuerte Bezeichnung) also für seine Neigung zutiefst schämt und mit sich selbst nicht im reinen ist. Hat er eine konservative oder religiöse Erziehung durchlebt ?
Ich finde deine Neugier erfrischend und in einer Partnerschaft mehr wie verständlich.
Dir noch viel Kraft und Geduld, ich denke die wirst du brauchen.

Liebe Grüße
Heike
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 11 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Man kann auch mal mal drüber nachdenken ob nicht eine Parallelwelt / Parallelbeziehung der Grund ist warum sich ein Partner nicht seinem Lebensgefährten öffnet.. solls ja auch hin und wieder geben. Dieses strikte 'nichts sagen' ist leider ganz und gar nicht beziehungstauglich..

LG,
Ute
Michi
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 12 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Ginger,

erst einmal möchte ich dich hier im Forum herzlich willkommen heißen. )))(:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich deine Worte und Gedanken deutlich angenehmer, wärmer und einladender empfinde, als andere der jüngsten Vergangenheit. Meine liebste Frieda liegt neben mir und kann das nur unterstreichen. Damit wäre auch schon deine erste Frage beantwortet. Und zur zweiten .. sie geht sehr positiv und aufgeschlossen damit um. Wir können offen darüber sprechen, und Frieda würde das am liebsten immer und überall machen, nimmt aber verständnisvoll Rücksicht darauf, dass ich mich nicht jedem Nachbarn und der ganzen Welt offenbaren möchte.

Aber meine Offenheit war nicht immer so. Von der ersten Freundin, die mich darauf angesprochen und vermutet hatte, dass mir weibliche Kleidung an mir gefällt, habe ich mehr als 25 Jahre gebraucht, bis ich dahin gekommen bin, wo ich jetzt bin. Damals habe ich das auch kategorisch geleugnet, und erst Jahre später erste zaghafte Versuche begonnen, mich nachfolgenden Partnerinnen zu öffnen. Dieses jahrzehntelang geübte Verschweigen und Verstecken machte es mir sehr schwer, über diesen Teil von mir zu sprechen. Und auch heute merke ich das noch, zumal ich das nicht mit Hinz und Kunz auf die Nase binden will. Das Verschweigen und Verstecken ist also weiter Teil meiner täglichen Routine.

Das es mir heute möglich ist, über meine weibliche Seite zu sprechen, liegt vor allem daran, dass ich mich über die Jahre sehr intensiv damit auseinandergesetzt habe. Ich musste zuerst mir selbst eingestehen, was mit mir ist, was ich bin, das es nicht weg geht, und ich musste mich so annehmen. Dennoch verspüre ich auch weiterhin bei all zu deutlichen Nachfragen immer noch das Gefühl von Unsicherheit und den Impuls, mich zurückziehen zu wollen. Das ist wohl für Menschen, die das nicht von sich selbst kennen, nur sehr schwer zu verstehen.

Ich lehne den Gedanken ab, dass dein Partner das Thema CD unter den gegebenen Umständen hätte besser für sich behalten sollen. Und genau so wenig sehe ich die Variante, dass er fremdgeht. Wir wissen nichts weiter über ihn, und ich finde es befremdlich, derart voreilig den Stab über ihn zu brechen. Als viel wahrscheinlicher sehe ich, dass es ihm ähnlich geht wie mir, denn in den vielen Jahren in Foren und vielen persönlichen Gesprächen mit Mitbetroffenen habe ich Ähnliches gelesen und gehört.

Ich habe deine weiteren Fragen gelesen. Aber ich und auch sonst niemand kann sie dir wirklich beantworten, nur dein Partner selbst.

Ich kann nur versuchen, dir zu vermitteln, wie ich das bei mir empfinde.

Zuerst einmal verkleide ich mich nicht. Ich kleide mich so, wie es mir auch entspricht. Ich habe das Bedürfnis, meine weibliche Seite damit zum Ausdruck zu bringen. Dass es dabei gerne etwas mehr sein darf, ich dann gerne das volle Programm habe, vergleiche ich gerne mit Aufbrezeln. Ihr Frauen haltet das doch genau so. Und mit 1-2 Mal im Monat sollte das doch nicht übertrieben sein.

Ich habe für mich festgestellt, wenn ich dem Bedürfnis, meine weibliche Seite so zu zeigen, nicht einigermaßen regelmäßig nachgebe, es unterdrücke oder keine Zeit finde, dann fühle ich mich zunehmend unwohl. Ich kann nicht einen Teil von mir weglassen, kann nicht nur halb leben.

Ich finde .. um deine Worte zu benutzen .. "verkleidete Männer" nicht attraktiver als Frauen, denn ich stehe klar auf Frauen. Und ich mache mich auch nicht selbst zum Maßstab für Schönheit, wenn ich weibliche Kleidung anziehe. Ich möchte mich nur schön finden, so wie sich jeder Mensch schön findet, oder zumindest sollte. Das ist doch für die seelische Gesundheit wichtig.

Das ich auf Frauen stehe ist vollkommen unabhängig davon, wie ich mich selbst wahrnehme. Auch wenn das für Hetero-Normalos schwer zu verstehen ist, sich das Klischee hartnäckig hält, dass sich schwule Männer Frauenkleider anziehen würden, um Hetero-Männer zu verführen. Dahinter steckt wohl eher eine breite Homophobie, und starke Ängste von Männern vor ihren eigenen homoerotischen Gedanken.

Meine liebe Frieda sieht in mir nicht nur ihren Partner, sondern auch eine gute Freundin. Warum auch nicht. Einige Partnerinnen haben schon berichtet, dass ihnen diese Perspektive beim Umgang mit der weiblichen Seite ihres Partners geholfen hat.

Kann ich dir noch Tipps geben?

Schwer zu sagen. Vielleicht kannst du dir etwas aus den Worten über mein Entwicklung entnehmen. Ich weiß ja nicht, wo dein Partner steht. Ich .. wir alle .. können nur vermuten. Vielleicht sind ihm deine Fragen zu drängend. Vielleicht ist er aber auch noch nicht so weit, hat selbst noch keine Antworten. Möglicherweise hilft es, sich schriftlich auszutauschen.

Wenn du mehr wüsstest, könnte man überlegen, ob gemeinsame Aktivitäten wie das Anschauen von Modekatalogen, Shoppen gehen, Schminktversuche u.ä. ein Weg wären, ihn aus seinem Schneckenhaus zu holen. Aber all das sehe ich im Moment nicht.

Ich verstehe vollkommen, dass dich das belastet, und du dich unsicher und so gar nicht wohl fühlst. Ich kann dir nur anbieten, im Gespräch zu bleiben, und wenigstens teilweise die Informations-Lücken zu schließen, die du lieber von ihm aufgefüllt hättest. Ansonsten verweise ich auf die Partnerinnen, die in bestimmten Fragen sicherlich die besseren Ansprechpartner sind.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Vicky_Rose
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 13 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Guten Morgen,

ich möchte noch einen Gedanken anschließen lassen: Ist das Transverhalten das Problem oder macht es nicht auch auf tiefer liegende Gegebenheiten (bei Euch beiden) aufmerksam ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Bea Magdalena
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 14 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena »

Hallo Ginger,

um gleich Deine Frage in der Überschrift zu beantworten: Natürlich! Anders würde ich es nie wollen. Wir teilen unser Leben, finde, da gehören dann keine Geheimnisse hin.
Bei uns ist es so, dass meine liebe Frau nicht so gerne darüber spricht. Aber wir sprechen darüber. Meine Kinder wissen es nicht, selber hätte ich es ihnen mitteilen wollen, meine Frau wollte es nicht.
Im übrigen, glaube ich auch, dass meine Frau keine Geheimnisse vor mir hat.

In meinem Umfeld bin ich nicht geoutet, da bin ich sehr vorsichtig. Es gibt leider viele missgünstige und neidische Mitmenschen, denen jede erdenkliche Möglichkeit jemanden schlecht zu machen, gerade recht kommt.

Als ich vor sehr langer Zeit mein erstes Mal Internetzugang hatte, hab ich gezielt nach Transsexuell gesucht und bin dann auch öfter bei Treffen von Selbsthilfegruppen gewesen, das tragen weiblicher Kleidung war zu dem Zeitpunkt noch gar kein Thema. Ich war fasziniert, interessiert. Auch da hab ich meiner Frau das alles erzählt. Begeistert war sie nicht immer.
Im Fasching hatte ich dann irgendwann später mein erstes Mal Damenkostüme, für mich einfach schön, in Strumpfhosen, höheren Absätzen und, und, und. Meine Frau machte das alles sehr gerne mit und wir hatten sehr viel Spaß.
Im Alltag findet meine Frau aber Frauenkleidung nicht so gut. Ihr Frauen habt Euch das tragen von Hosen erkämpft, weil es praktisch ist. Wir Männer haben uns das tragen von Kleidern und Röcken (noch?) nicht erkämpft (weil es schön ist, das zu tragen. Sicherlich, es geht natürlich um viel mehr, als nur das Tragen der Wäsche, aber das Tragen von Damenkleidung bei Männern ist in unserer Gesellschaft immer noch verpönt.

Gegenseitige Rücksichtnahme finde ich mega wichtig, natürlich auch von meiner Seite!

Wo genau ich stehe, was genau mit mir ist, kann ich nicht sagen. Auf alle Fälle fühle ich mich stimmiger, ich fühle mich wohl, so wie es jetzt ist. Ab und zu Damenkleidung, etwas längere (eigene) Haare und "ein weicher Kerl" war ich schon immer.

Ich würde vermuten, bei Deinem Freund ist es Angst und Scham, die ihn verschlossen hält.
Da wünsche ich Euch beiden viel Geduld miteinander! Meiner Meinung nach bist Du auf dem richtigen Weg, Informationen einzuholen und auf ihn zu zu gehen.

Alles Gute und liebe Grüße
Bea
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
Simone_CD
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Re: Wissen eure Partnerinnen dass ihr CDs seid? Wie geht ihr und eure Partnerinnen damit um?

Post 15 im Thema

Beitrag von Simone_CD »

Meine Frau hat mein CD durch Zufall entdeckt,sie akzeptiert es,aber nur wenn sie nicht dabei ist.
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