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Homo-Ehe

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 06:37
von Tatjana_59
[/hr]Spahn legt Gesetz für Verbot von Homo- und Trans-"Heilung" vor[

https://www.queer.de/detail.php?article ... Zm4vEw5rcc
](https://www.queer.de/detail.php?article_id=34812)

Re: Homo-Ehe

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 06:57
von Jasmin_35
Cool, bedeutet das, das jeder Entscheider, der auf 18 Monate Trans* Zwangstherapie besteht, für Kostenübernahmen, zukünftig anklagbar ist? Das wäre ja echt mal zu Ende gedacht.

Dazu auch gleich jeder, der auf min. 12 Monate Alltagstest für die Indikation besteht? Das macht nämlich auch krank und hilft niemandem..

Re: Homo-Ehe

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 07:53
von Jasmine
Nun, warten wir ab was zum Schluss bei diesem Gesetz herauskommt (ganzer Gesetzestext) und vor allem ob das Gesetz auch beschlossen wird.
Herr Spahn hat ja auch solche Ideen (Schlagzeile): Spahn will Krankendaten weitergeben — ohne Zustimmung der Patienten (Zitat aus: https://www.welt.de/politik/article2028 ... ritik.html )
Liebe Grüße Jasmine

Re: Homo-Ehe

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 08:03
von Michi
Das ist doch wohl ein schlechter Witz!!!

Ich kann da nichts cool finden. :roll:

Auch wenn die Überschrift anderes suggeriert, steht im Text, dass Transmenschen (neben anderen) vom Schutz durch das neue Gesetz ausgenommen sind:
Von den Verbotsregelungen des Gesetzes seien Behandlungen bei Störungen der Sexualpräferenz wie Exhibitionismus oder Pädophilie ausgenommen, heißt es in dem Bericht. Auch gälten sie nicht für Behandlungen bei Störungen der Geschlechtsidentität. Dabei gehe es um Fälle, bei denen sich jemand nicht mit seinem biologischen Geschlecht identifizieren kann und daher eine Geschlechtsanpassung anstrebt.
Ebenso ist das Gesetz total weichgespült worden. :cry:

Zwangstherapien sind übrigens auch dann, wenn es so beschlossen werden sollte, weiterhin erlaubt. Denn als Opfer muss man erst mal vor Gericht beweisen können, dass man einem Willensmangel unterlag. Ich gehe schwer davon aus, dass sich die selbsternannten "Therapeuten" schon dagegen abzusichern wissen. (Klappt ja in anderen Bereichen wie Versicherungen und Banken auch, wo man trotz Beratungspflicht chancenlos über den Tisch gezogen werden kann.) Und die Höchststrafe von nur noch 1Jahr Haft (Danke SPD! (ko) ) ist auch lächerlich, denn in Deutschland gilt das Strafmaß nicht pro Fall, sondern nur für die Tat an sich.

Ich muss sagen, ich bin schwer enttäuscht. Und ich wünsche wirklich niemand etwas Böses, aber bei einem so läppischen Strafmaß kam in mir für einen Moment der Gedanke auf, wie es wohl wäre, wenn die "Therapeuten" im Knast eine "Konversationstherapie in die andere Richtung" bekämen?! :evil:


Traurig und enttäuscht
Michi

Re: Homo-Ehe

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 09:22
von ExUserIn-2026-04-08
Kennt jemand den Gesetzestext oder kann ihn zur Verfügung stellen ?

Re: Homo-Ehe

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 09:27
von Anne-Mette
Moin,

bisher nicht, aber hier gibt es einen "Abschlussbericht der Fachkommission": https://www.bundesgesundheitsministeriu ... ht_BMH.PDF

Gruß
Anne-Mette

Re: Homo-Ehe

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 09:28
von Svetlana L
Gilt das Gesetz dann nur für verheiratete Homosexuelle oder was hat das mit Homo-Ehe (Betreff) zu tun?

Re: Homo-Ehe

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 09:31
von Anne-Mette
Guten Morgen Tatjana,

die Überschrift würde ich gerne ändern.
Auérdem frage ich mich, was Du da veranstaltest hast?
Tatjana_59 hat geschrieben: Mo 4. Nov 2019, 06:37 [/hr]Spahn legt Gesetz für Verbot von Homo- und Trans-"Heilung" vor[
"hr" - richtig angewendet macht das:



Gruß
Anne-Mette

Verbot der Konversionstherapie

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 11:53
von Marlene K.
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaf ... g5Odeo_bNo

Ich habe schon mit Spannung auf den lange angekündigten Entwurf gewartet. So geht es aber nicht.

Wenn die so verkürzt dargestellten Fakten ansatzweise zutreffen sollten ist das Gesetz unbrauchbar. Eine Konversionstherapie muss als medizinische Behandlung definiert werden und in die Hände von Fachärzten gelegt werden. Dort muss eine unabhängige Instanz strikte Kontrolle ausüben über die Notwendigkeit der Behandlung. Diese Eigenverantwortung für einen leidenden und damit in der Urteilsfähigkeit eingeschränkten Mernschen ist, egal ob es sich um Homosexualität, Transsexualität oder eine andere Spielart von Variation des Geschlechtsempfindens abweichend von der Mehrheit handelt, eine nur angenommene freie Meinungsbildung. Hier scheint aber nur die Homosexualität überhaupt Beachtung zun finden.

Re: Verbot der Konversionstherapie

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 12:10
von Jaddy
Herr Spahn setzt wie immer nur genau das durch, was ihn selbst bzw. Menschen wie ihn selbst betreffen würde. Alles andere ist Verhandlungsmasse.

Re: Verbot der Konversionstherapie

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 12:15
von Anne-Mette
Moin,

ich habe die Beiträge aus dem Thema "Homo-Ehe", der sich mit dem gleichen Ereignis befasst, hier eingefügt.

Gruß
Anne-Mette

Re: Verbot der Konversionstherapie

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 12:18
von Marlene K.
Jaddy hat geschrieben: Mo 4. Nov 2019, 12:10 Herr Spahn setzt wie immer nur genau das durch, was ihn selbst bzw. Menschen wie ihn selbst betreffen würde. Alles andere ist Verhandlungsmasse.
...und selbst für diese unbrauchbar! Ich möchte weder von meinem Begehren für Männer noch von meinen weiblichen Anteilen "geheilt" werden. Ich kann hier die patriarchalische Grundhaltung nicht aufteilen in "Homosexuellenfeindlich" und "Transfeindlich". Alles ist Menschenfeindlich.

Re: Verbot der Konversionstherapie

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 12:21
von Marlene K.
Anne-Mette hat geschrieben: Mo 4. Nov 2019, 12:15 Moin,

ich habe die Beiträge aus dem Thema "Homo-Ehe, der sich mit dem gleichen Ereignis befasst, hier eingefügt.

Gruß
Anne-Mette
Da hat sich wohl das Erstellen des Themas zeitlich überschnitten. Ich hatte extra vorher die Suchfunktion benutzt und nur Dein Thema mit religiösem Hintergrund gefunden. Danke für das Zusammenführen und Deinen unermüdlichen Einsatz.

Re: Verbot der Konversionstherapie

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 14:10
von Jaddy
Es ist noch etwas schlimmer mit Herrn Spahn und seiner irgendwie naiven Unbeholfenheit(1). Zwei Dinge dazu:
1. ein Thread von Enno Park
Bildschirmfoto 2019-11-04 um 13.27.28.png
(Der Artikel des Recherchenetzwerk Deutschland (RND) dazu)

2. Eine kleine Anfrage der Faschistenfraktion im BT, zu "volkswirtschaftlichen Verlusten durch die nicht genutzten Erwerbspotenziale" von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Beziehern von Erwerbsminderungsrenten, bzw. wie das Ärzteblatt formuliert "Anfrage zur Nützlichkeit von Menschen". (Quelle)
Bildschirmfoto 2019-11-04 um 13.34.34.png
(Ärzteblatt)

Die vollständige Anfrage und die Antwort sind bei den Bundestagsdrucksachen, Suchwort "19/12218". PDF der Anfrage, PDF der Antwort.

Die ICD Schlüssel werden pflichtgemäss aufgelistet. Die Ministerien sind zu vollständiger Antwort verpflichtet. Der Punkt ist also: Wenn Daten existieren, dann werden sie ggf auch zu schlechten Dingen benutzt. Mautbrücken zur Rasterfahndung und Bewegungsprofilen, Gesundheitsdaten zu Aussonderung. Aber ohne Daten und Statistik ist unsere komplexe Welt kaum sinnvoll entscheidungfähig auf höherer Ebene.

Historisches Beispiel von gut gemeint aber bös geendet: Die Volkszählung 1936 in den Niederlanden, die auch die Religionszugehörigkeit erfasste. Sehr modern auf Lochkarten der Fa. Hollerith, der späteren IBM, um die Infrastruktur etc. besser planen zu können. Diese Daten und die leichte Verarbeitbarkeit waren den deutschen Besatzern dann sehr nützlich, und sie verwendeten die gleichen Maschinen auch zur Steuerung der Massenmordmaschinerie: "Hollerith in der Hölle" (Spiegel, 7/2001). Siehe auch einen Artikel der Computerwoche aus dem gleichen Jahr, wie wir IT-Menschen da auch Verantwortung haben, Dinge mal nicht zu machen, selbst wenn es dann "ein anderer" macht.

(1) Ich unterstelle gemäss Hanlons Rasiermesser höchstens Dummheit, nicht Böswilligkeit.

Re: Verbot der Konversionstherapie

Verfasst: Mo 4. Nov 2019, 19:10
von Svetlana L
Der Referentenentwurf ist nun online und kann unter diesem Link runtergeladen werden.

Entgegen bisheriger Befürchtungen ist die geschlechtliche Identität wohl doch berücksichtigt worden:
-§ 1 I
Dieses Gesetz gilt für Behandlungen, die auf Veränderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität gerichtet sind.

Ich hab's aber bislang nur überflogen.