Jaddy hat geschrieben: So 6. Okt 2019, 10:13
Viele US-basierte Großunternehmen lassen schon länger die ganze Genderangabe im Profil weg. Ein Datum weniger zu speichern und vor allem zu berücksichtigen bei der Kommunikation und dem Datenaustausch zwischen den Bereichen des Unternehmens. In deutscher Schriftsprache kann 1 etwas formeller auch "Guten Tag <Vorname> <Nachname>" benutzen. Mir würde schon reichen, wenn ich bei der Anredeauswahl "Ohne Anrede" auswählen könnte. Wer gerne traditionell angeschrieben werden möchte kann ja "Herr" oder "Frau" wählen. Soviel zur Anrede.
Aber im Gespräch untereinander ist es offenbar sehr schwierig, die eingeübten "er" und "sie", "sein" und "ihr" durch den Namen zu ersetzen.
Ich bin mal gespannt, ob meine beiden Lieblingswesen tatsächlich ein anderes Wort benutzen werden
Einfach nur Vorname / Nachname ohne Anrede ist eine ganz gute Lösung, auch wenn es hier und da Gewöhnung kostet.
Formulierungen wie "Sehr geehrter / sehr geehrte ..." benutzen nur altmodische Menschen und die sterben eh aus.
Im Geschäftsverkehr klingt das etwas steif und wenn es nicht zu kumpelhaft wird, finde ich es auch ok.
Im Japanischen (eigentlich stock-konservativ) gibt es schon "immer" passable Lösungen und das klingt auch in deutschen "Übersetzungen" ziemlich gut.
Die verwenden kaum Pronomen, sondern meist Namen oder Titel (*). Wenn man höflich bzw. unsicher ist, verwendet man dort die höfliche neutrale Endung "-san".
Das geht auch bei Vornamen, für 2. und 3. Person und jedes Geschlecht:
"Jaddy-san" klingt, so finde ich recht nett, ist höflich, aber nicht übertrieben. Freunde lassen das "-san" einfach weg, da reicht der Vorname.
Aber ich bin da als Japan-Fan sehr voreingenommen. Die komplizierten Feinheiten (-sama, -shi, -kun, -chan ...) muß man ja nicht übernehmen
An neue Wortschöpfungen würde mich nur schwer gewöhnen, aber vielleicht findet jemand noch eine griffige und klangvolle Lösung.
Die Sache mit dem Würfel finde ich lustig und pragmatisch. Daran mangelt es leider häufig.
Nur so mal laut gedacht. Grüße,
Astrid
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(*) Kleines Beispiel: Der Chef oder die Chefin wird z.B. auch mal direkt mit "Boss-sama" angesprochen. Ob das ein Mann, eine Frau oder ... ist, verrät das Japanische nicht.
Meist wird es indirekt (sozial - kulturell) klar, daß es wahrscheinlich ein Mann ist. Eine Sprache kann neutral sein, aber das ändert wenig an der Realität (in Japan).
Im Deutschen ist das etwas holprig und wird IMO eher verschlimmbessert ohne die eigentlichen Probleme zu lösen.
Andererseits sind Sprachen, die sich nicht verändern, ziemlich tod und das ist auch keine Lösung. Aber ich schweife ab ...