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Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mo 23. Sep 2019, 14:11
von Steffi-BLN
Hallo zusammen,

anlehnend an dem Thread wo ich über die Erlebnisse mit meiner Mutter und meinem Stiefvater schrieb, und es mir wirklich gut getan hat darüber zu schreiben, möchte ich jetzt hier auf die Erlebnisse eingehen die ich zwischen 15 und knapp 18 gemacht habe auch wenn es mir total schwer fällt.

Zur Info, die nachfolgenden Zeilen können verstörend auf euch wirken.

Mit 12 kam ich dann in ein Heim, wo ich weil ich damals etwas dicker war, nur gehänselt und schikaniert wurde. Also immer abgehauen. Bis ich dann 14 wurde.

Da dachte sich dann das Jugendamt dass sie mich nach Frankreich schicken und ich von da ja nicht mehr abhauen kann.

Da war ein Ehepaar und noch 3 andere Jugendliche.
Und so sah der tagesablauf da aus:

6:30 - aufstehen

7:00 - Frühstück

8-12 - I'm Garten oder im Haus arbeiten.

13:00 - Mittag

14:00-16:00 weiter arbeiten.

Ein richtiges Arbeitslager...

Da bin ich dann ein halbes Jahr später auch erfolgreich abgehauen und dann hat das Jugendamt entschieden mich in Berlin zu lassen.

Ich immer noch 14, kam dann in ein betreutes Wohnen, wo ich weil ich halt anders war, nicht der harte Kerl eben, nur geschlafen, abgezogen wurde.

Da weiterleben? Auf keinen Fall. Also bin ich mit meinen damaligen besten Freund auch abgehauen und habe dann in der Zeit wo ich 13 bis 17 mal da, mal da geschlafen. Auch öfters auf der Straße.



Mit 15, wir gingen zusammen in eine Bar, wo man es mit den ausweisen, ich sag es mal so, locker gesehen hat.

Da drin wurde mir dann die ganze Zeit von einem Mann der in Begleitung von 2 Freunden war, Getränke ausgegeben. Ich trank und trank.

An was ich mich dann erinnern kann ist, ich wurde wach, ich liege in einem Park, ich schaue runter zu mir und friere, ich bin komplett nackt. Um mich herum 3 Männer, ich sagte dann nur dass sie aufhören sollen, aber dann fingen sie an gröber zu werden. Ich war einfach zu schwach. Mehr ins Detail gehen möchte ich da nicht, aber sie haben das "volle" Programm mit mir abgezogen.

Mit 16 hatte ich dann meinen ersten Suizid Versuch mit Tabletten und Alkohol.

Aufgewacht bin ich dann in der Kinder und Jugend Psychiatrie.
Da waren Pädophile, Pyromanen und wer weiss was noch.
Eines Abends, ein Mädchen wurde auf die Station gebracht und da sie sich ziemlich gewehrt hat, wurde sie an den Armen und Beinen fixiert. Dies haben dann 2 Jungs von da als Anlass gesehen sich an sie zu vergehen, ja zu vergewaltigen. Ich traute mich nicht irgendwas zu unternehmen, hatte auch Angst dass mir dann irgendwas passiert. Da mache ich mir heute noch Vorwürfe für.

Als ich 17 war, durfte ich dann erfahren, dass sich mein bester Freund mit dem ich alles erlebt habe, sich in einer City Toilette eine Überdosis gespritzt hat.

Tja, so ist das. Und diese Erinnerungen kommen im Moment immer wieder hoch. Dann kommen noch ein paar andere Dinge dazu und da ist sie, die schwere Depression. Deswegen auch die Antidepressiva die ich seit letzte Woche nehme.

Manchmal denke ich mir einfach aufzugeben um diese Erlebnisse endlich vergessen zu können. Aber zum Glück hält mich bis jetzt die Transition am Leben, denn dass ist eine so schöne Zeit, Erfahrung die ich nun endlich gehe.


Liebe Grüße

Eure Stefanie

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mo 23. Sep 2019, 14:30
von Michaela aus Hof
Steffi, du bist eine sehr mutige Frau geworden und ueber all das zu schreiben braucht viel eigene Kraft und ich wünsche Dir, das dein jetziges Leben als Frau mehr Schönes für dich bringt !
Michaela

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mo 23. Sep 2019, 14:42
von Anja
Moinsen (moin)
Steffi-BLN hat geschrieben: Mo 23. Sep 2019, 14:11 Manchmal denke ich mir einfach aufzugeben um diese Erlebnisse endlich vergessen zu können. Aber zum Glück hält mich bis jetzt die Transition am Leben, denn dass ist eine so schöne Zeit, Erfahrung die ich nun endlich gehe.
Aufgeben ist auch keine Option. Gut das du dann quasi rechtzeitig abgebogen bist um den richtigen Weg einzuschlagen.
Ich bewundere Menschen wie dich, die solche Erlebnisse durchzustehen hatten und trotzdem noch ihr Leben leben.
Ich bin emotional so zerbrechlich, das mich schon wesentlich kleinere Schicksalsschläge völlig fertig machen...
Deswegen ist es für mich fast unvorstellbar, wie man so etwas aushalten kann, was dir widerfahren ist.

Grüße
die Anja

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mo 23. Sep 2019, 14:50
von Joe95
Ich möchte mich hier meinen Vorrednern mit ganzem Herzen anschließen und wünsche dir einfach eine schöne Zukunft.

Du hast ein Recht darauf.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mo 23. Sep 2019, 15:02
von Engelchen
Das ist es auch Steffi,
mir hilft mein Tagebuch auch - es mir von der Seele schreiben.
Es ist eine Art Aufarbeitung.
Von dem her - tu dir keinen Zwang an.
Es ist schon heftig was du im jungen Jahren erleiden musstest.
Ich kann mir vorstellen wieviel Kraft es kostet das immer wieder durchkauen zu müssen.

Lieb Grüße
Lisa

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mo 23. Sep 2019, 20:03
von Bibi Melina
hallo steffi

als erstes muss meinen hut vor deinem mut ziehen dieses erlebnisse nieder zu schreiben was für dich sicherlich nicht einfach ist

ich wünsche dir von herzen das es bei dir sehr sehr bald wieder aufwärts geht und du dienen seelenfrieden wieder findest
Steffi-BLN hat geschrieben: Mo 23. Sep 2019, 14:11 Aber zum Glück hält mich bis jetzt die Transition am Leben, denn dass ist eine so schöne Zeit, Erfahrung die ich nun endlich gehe.
geniesse diese zeit und sehe als aufbauung der kraft und energie die du daraus schöpfen kannst

mit lieben gruss und fühl dich von mir mal umarmt

deine Hexemelina

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mo 23. Sep 2019, 20:33
von Momo58
Hi Steffi,

schreiben hilft, das erlebte zu verarbeiten. Das was du in deiner Kindheit erlebt hast ist eine Form von emotionalem Missbrauch und das ist extrem traumatisierend für jeden Menschen, egal in welchem Geschlecht. Falls es dich interessiert, es gibt dazu ein Selbsthilfeforum : https://sonnenstrahl.forumieren.com

Liebe Grüße
Manuela

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 09:03
von Frieda
Liebe Steffi😊
Mich persönlich erreichen die Worte von Lisa...
Lisa-Weber hat geschrieben: Mo 23. Sep 2019, 15:02 Ich kann mir vorstellen wieviel Kraft es kostet das immer wieder durchkauen zu müssen.
Natürlich ist es mir klar, dass jedes Wesen seine eigene Art hat Trauer/Schicksalsschläge zu verarbeiten.
Ich selbst bin mittlerweile dankbar dafür, weil ich mich heute besser verstehen und einschätzen kann, als früher. Oftmals war es früher bei mir so, daß ich mir manches tun auferlegt habe, in dem (falschen) Glauben, so tun zu müssen, wie die meisten es halt tun.

Nachdem ich mit den Kids meinen Mann verlassen hatte begann die Zeit des Erzählens bei mir. Allerdings verstand ich irgendwann, um so häufiger ich erzählte um so weniger kam ich zur Ruhe. Natürlich war mir klar das ich erzählen musste, weil ja zB die Psychologin meiner Tochter, mein Psychologe, das Jugendamt, das Frauenhaus, zum Teil auch die Anwältin, gegebenenfalls auch Lehrer oder Erzieher...erfahren mussten worum es denn geht.-  Auch heute noch, wenn ich mit so viel Abstand, meine Vergangenheit mal erzähle egal ob mündlich oder schriftlich, beginne ich dabei zu zittern. Auch die Jahre danach, kann ich dieses zittern nicht beeinflussen oder steuern.
Was ich aber steuern kann sind meine Gedanken. Und ich für mich bin an einem Punkt, wo ich mir sage meine Vergangenheit besser ruhen zu lassen. Sie immer und immer wieder vor zu kramen, immer wieder davon zu erzählen, lässt meine Wunden nicht heilen.
Es gibt/gab für mich auch Dinge die ich mir selbst vorwerfe, bzgl meiner Kinder zB. Heute bin ich auch bei diesem Thema an einen Punkt, Frieden mit mir selbst schließen zu wollen, zu können. Denn man kann nicht nur anderen vergeben, man kann auch sich selbst vergeben.
Ich kann mir vorstellen dass es nach wie vor in dir arbeitet liebe Steffi, diesen brutalen Übergriff auf das Mädchen mit angesehen zu haben. Vielleicht kannst du heute mit Abstand und mit etwas mehr Reife, deine Gedanken um dieses Thema auf etwas anderes lenken. Denn du hast dich in dieser Situation selbst geschützt. Das ist für mich zB kein Egoismus sondern Eigenverantwortung. Vielleicht schaffst du es mit diesem Gedanken etwas Frieden zu finden.
Beim lesen deiner Worte liebe Steffi, kam mir wiederholt ein Gedanke in den Sinn, wo ich gerade nicht weiß ob ich ihn schon einmal dir gegenüber erwähnt habe... Resilienz. Ich denke du hast eine recht gute, wahrscheinlich eher sehr gute Resilienz entwickelt❣️👍
Du bist noch jung liebe Steffi, in meiner Wahrnehmung können solche Schicksalsschläge einen Charakter extrem stärken und wir können uns dadurch sogar weiterentwickeln. Es ist nicht leicht solche Erfahrungen zu machen, aber manche Erfahrungen können wir uns nicht aussuchen. Und entweder zerbrechen wir daran, oder wir gehen aus der Situation gestärkt heraus. In meiner Wahrnehmung hast du echt das Zeug dazu, durch deine Schicksalsschläge zu wachsen. Du bist jetzt schon stärker, als manch andere, aber ich denke das ist noch nicht das Ende. Ich vermute in dir noch viel mehr Lebenskraft, als du es evtl für möglich hälst.
Unterschätze nicht die Macht deiner Gedanken. Sie sind der Motor in uns, und für uns, wenn wir sie richtig lenken und einsetzen❣️

Namaste 🙏

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 10:19
von Nicole Fritz
Hallo Steffi,

mach weiter, schreib Dir diesen ganzen Dreck von der Seele. ES HILFT! - auch wenn Du oft zehn mal neu anfangen musst, weil Du einfach die Worte nicht findest. Und das Wichtigste: Du erhältst hier Antworten und Zuspruch.

Bei mit war die Situation genau entgegengesetzt zu Deiner. - Kaputt behütet von einer Übermutter, die mir keinen Raum zum Atmen ließ. Kindheit als Einzelkind, kein Kindergarten, in der Schule dann Außenseiter, verachtet, gehänselt. Gewalt hielt ich mir schließlich mit Gegengewalt fern. Ich trainierte heimlich Karate, und bald wussten alle, dass man mich besser in Ruhe ließ. Nun griff mich zwar niemand mehr an, aber ich bleib einsam und alleine. Folge: Depressionen, Drogen .. . Einen der wenigen guten Freunde verlor ich damals auch wegen einer Überdosis.

Das behütete Elternhaus ermöglichte mir nur eins: einen Hochschulabschluss als Diplomingenieur. Nur war ich da seelisch schon so kaputt, dass ich nicht mehr wirklich etwas damit anfangen konnte: Beruf, Partnerschaft, Familie, Eigenheim - lief alles irgendwie nicht richtig. Und was daraus wurde, ist ausführlich bei 'Nicoles Galaxie' nachzulesen.

Ich suche gerade selbst so etwas wie ein Konzept für eine Bewältigung meiner nicht erfolgten Sozialisation in der Kindheit, die irgendwann bei 'Nicoles Galaxie' zu lesen sein soll. Auch ich möchte mir das endlich irgendwie von der Seele schreiben. Aber es ist schwer. Die meisten Erinnerungen habe ich verdrängt, nur noch irgendwelche Fetzen, die vielleicht eher Phantasien sind als Erinnerungen. Für einen Psychologen wäre das sicherlich ein sehr interessantes Krankheitsbild, aber denen gönne ich es nicht, wenn sie sich damit beruflich profilieren wollen.

Also: Mit Mitgefühl und Trösten habe ich es nicht so. Aber hier sind ja noch andere.

Liebe Grüße
Nicole

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 11:14
von Momo58
Was mir neben dem Schreiben geholfen hat, war die Arbeit mit dem inneren Kind. Ich habe nach einem Buch von Susanne Hühn gearbeitet und so schrittweise Zugang zu meinen Gefühlen und verdrängten Erlebnissen gefunden.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 11:43
von ExUserIn-2026-01-22
Liebe Steffi,

auch dieser Post macht mich sehr betroffen und ich bin froh, daß du den Mut hast so offen mit uns darüber zu sprechen!

Jedoch verstehe ich das hier nicht so recht:
Steffi-BLN hat geschrieben: Mo 23. Sep 2019, 14:11 Da dachte sich dann das Jugendamt dass sie mich nach Frankreich schicken und ich von da ja nicht mehr abhauen kann.
8-12 - I'm Garten oder im Haus arbeiten.
13:00 - Mittag
14:00-16:00 weiter arbeiten.
Wie kann man dich nach Frankreich schicken?
Wieso arbeiten, musstest du nicht in die Schule?
Konntest du denn zu diesem Zeitpunkt französisch? Wenn nicht, wie soll denn da eine Kommunikation, bzw. Integration in den Alltag, positiv verlaufen?

Jennifer

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 12:00
von Steffi-BLN
Das Ehepaar denen das Grundstück gehörte, waren deutsche. Schule hatten wir einmal die Woche, da kam dann eine privatlehrerin, aber als Schule konnte man das nicht bezeichnen. Und nein, französisch konnte ich nicht.
Es war die komplette Hölle da.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 12:29
von Nicole Fritz
Momo58 hat geschrieben: Di 24. Sep 2019, 11:14 Ich habe nach einem Buch von Susanne Hühn gearbeitet
Erst einmal danke für den Tipp. (yes)

Ich frage mich nur gerade, ob ich die recht happigen 14 € für die Kindle-Version investieren soll, wo ich doch schon etliche Psychologie-Bücher nach kurzem Anlesen wütend in die Ecke geschmissen habe. Ich kann es eben irgendwie nicht mit Psychologen (siehe mein vorstehender Beitrag). :?

Aber womit ich nicht recht etwas anfangen kann, ist für andere vielleicht sehr nützlich!

@Steffi: Das ist eine abartig fiese Strategie: ein Kind oder einen Jugendlichen zu einem "Straflager" in ein Land schicken, wo es die Sprache nicht versteht. Das kann doch einen Menschen nur noch mehr kaputt machen. - Falls ein Betroffener wirklich mit seinem Leben Schluss machen will, sollte er sich für eine solche Strafe "bedanken" und die Verantwortlichen dabei mit nehmen. - Anders kapieren die es wohl nicht! (ag) - Aber so ein Abschaum ist es ja nicht wert, dass man dafür einen (Selbst-)Mord auf sich nimmt. :wink:

LG Nicole

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 12:52
von Anja
Moinsen (moin)
Nicole Doll hat geschrieben: Di 24. Sep 2019, 12:29 wo ich doch schon etliche Psychologie-Bücher nach kurzem Anlesen wütend in die Ecke geschmissen habe. Ich kann es eben irgendwie nicht mit Psychologen
Ist natürlich schwierig da jemanden zu finden mit dem man auf einer Wellenlänge liegt. Die Ansätze müssten ja zumindest annähernd zu dir passen.
Ich hab mit Büchern eigentlich ganz gute Erfahrungen gemacht (da gings aber um Psychologie im Zusammenhang mit Ernährung), dafür aber persönlich nicht so gute.
Meine Psychologin konnte sich überhaupt nicht auf mich einstellen. Das war mit ein Grund, warum ich dann eigenmächtig die Therapie abgebrochen habe...

Aber wenn man einen passenden gefunden hat, kann er eine große Hilfe sein, denke ich. Zumindest sofern man sie benötigt.

Grüße
die Anja

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 13:30
von Nicole Fritz
Moin Anja,

Psychologie als als Wissenschaft ist für mich durchaus wichtig und auch interessant. Aber mit solchen Ratgebern habe ich bisher noch nie etwas anfangen können. - Konkretes Beispiel: Ich wollte mich einmal zu positivem Denken anleiten lassen. Also mühte ich mich mit den ganzen anderen Verhaltensweisen ab, die in dem Buch vorgestellt wurden. - Nur ein irgendwie positiveres Lebensgefühl stellte sich bei mir nicht ein. Im Gegenteil: Es nervte nur und machte mich unzufrieden.

Und es ist auch vollkommen logisch warum: Gefühle lassen sich mit dem Verstand nicht beeinflussen. Man kann nur an den Umständen etwas ändern, die zu den Gefühlen führen. Und hätte ich das wirklich konsequent machen wollen, hätte ich erst einmal die ganzen Ängste überwinden müssen, die meine Mutter systematisch in mir aufgebaut hat. Die hat aber bisher noch kein Psychologe bei mir erkannt oder gesehen. Und darauf, mit Medikamenten an der Depression als daraus resultierendes Symptom herum zu doktern, kann ich gerne verzichten.

Ähnlich erfolglos war auch ein Verhaltenstraining für mehr Selbstsicherheit bei einem Psychologen bei der Volkshochschule. Und warum? - Irgendwie gespielte Selbstsicherheit und echtes Selbstwertgefühl sind völlig verschiedene Dinge.

Liebe Grüße
Nicole