SPON: Medizinische Versorgung von Transgender-Personen | Gefährliche Diskriminierung
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Anne-Mette
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SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier geht's zum Artikel: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagn ... 77369.html

U.a. kommt Gisela Wolf zu Wort, die wir zu einem Forumtreffen - allerdings zu einem anderen Thema - eingeladen hatten.

Ich denke, dass intersexuelle Menschen genau so betroffen sein könnten und es noch weitere Herausforderungen gibt, z.B. durch ein "erschüttertes Vertrauen" in die Ärzteschaft wegen zurückliegender Behandlungen, die ungewollt - oder aber mit Zustimmung, aber nicht ausreichernder Aufklärung oder falsch geschilderter Gefahrenlage durchgeführt wurden. Aber was tun im NOTFALL?


Gruß
Anne-Mette
Lavendellöwin
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 2 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Huhu..

der Artikel stimmt mich nachdenklich.
Vielleicht, weil ich dieses Problem nicht kenne!

Meinen Hausarzt habe ich sehr früh "eingeweiht". Wir haben offen darüber geredet
und ich habe ihn gefragt, ob er denn mein Hausarzt bleiben möchte. Sehr gerne hat er damals
gesagt..allerdings hat er sich nie in das Thema Hormone eingebracht-er ist Homöopath und das
ist einfach nicht seine Baustelle. Auch das sonstige Personal in der Praxis ist freundlich,
das wechselt öfter mal, da die Praxis eine Lehrpraxis ist.
Als ich zuletzt bei einer Ärztin war, die dort auch arbeitet, ist sie offen und interessiert mit mir
umgegangen. Sie hat dann noch schnell das Hautkrebsscreening gemacht, weil noch etwas Zeit war
und dabei ist komplett ausziehen angesagt-professionell, alles super!
Kein Problem wenn mir meine Partnerin was von dort mitbringt und sie nach dem Rezept
für Marie fragt-und ich hab nicht mal die VÄ/PÄ.

Auch bei allen Arztpersonen sonst, keine Probleme und ich war wegen den Bandscheiben zuletzt
bei vielen..auch das sonstige Personal war offen mir gegenüber.

Hmm..

oder wie hat ein langjähriger Freund geschrieben nachdem er meinen Outingbrief gelesen hatte-
zuerst dachte ich es wär was schlimmes und du hättest Krebs. Aber wenns nur das ist...

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
ExuserIn-2019-12-18
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Hallo,

meine Erfahrungen decken sich im Wesentliche mit Maries.

Allerdings bin ich mittlerweile auch gefestigt genug, um für mich einzustehen. Erkenne aber auf der anderen Seite auch, wo gerade Windmühlen stehe und sich das Kämpfen für den Moment nicht lohnt.

Liebe Grüße
Vanessa
Jasmin_35
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 4 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 »

Es ist schon erstaunlich wie konsequent dumm sich einige stellen können. Besonders bei ärzten hätte ich doch auf weit mehr weitsicht und toleranz gehofft. Ich mein, was ist so schwer jemanden auf ein zimmer zu setzen wie jemand erstens aussieht und wenn es zweifel gibt, andere indizien sagen (wenn der patient selber nicht ansprechbar ist). Das ist doch schon mit absicht blöd stellen, insbesondere hier, wenn die person schon die gaop hinter sich hat. Da fehlt mir echt jedes verständnis. Ebenso bei behandlungen, grundsätzlich sind menschen anatomisch gleich, also muss man sie auch einfach gleich behandeln, die spezialitäten behandelt man dann körper spezifisch. Ich freu mich schon drauf, wenn die KK mir männlich spezifische behandlungen verweigert, nach der PÄ, wenn ich derartige organe noch hab.. es wird, anstatt besser, nur dümmer und lächerlicher :roll:
Liebe Grüße Jasmin
Anja
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 5 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Früher war sie mal ein Mann, ihre Geschlechtsangleichung hatte sie schon länger hinter sich. Trotzdem wollte das Personal sie nicht auf ein Zimmer mit Frauen legen. Zu den Männern aber auch nicht. "Schließlich landete sie auf dem Gang"
Von einer Bekannten, die in einem Krankenhaus tätig ist, hab ich erfahren, das Frauen wie ich (ohne GaOP) bei ihnen grundsätzlich Einzelzimmer bekommen.
Die Vorstellung finde ich garnicht so schlecht. Quasi wie ein VIP-Ticket 8) Allerdings scheint das ja jedes Krankenhaus anders zu handeln :cry:
Das man selbst mit GaOP nicht zu den Frauen "gezählt" wird, ist ein Unding. In meinem Fall würde ich das ja noch verstehen...

Grüße
die Anja
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 6 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Also ich kann mich nur den Mädls anschließen - ich werde bei allen Ärzten und deren Personal als Frau Weber akzeptiert und auch so angesprochen.
Wie das nun im Krankenhaus wäre - kann ich nicht sagen.
Ich habe das Glück eine Zusatzversicherung zu haben - somit bin ich im Krankenhaus "Privatpatient" - also Einzelzimmer kein Problem.
Lisa
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 7 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Das letzte Mal im Krankenhaus war ich ne gute Woche vor meiner VÄ/PÄ. Als ich dort aufgelaufen bin, habe ich beim behandelnden Arzt sofort gesagt, das ich definitiv nicht auf ein Herrenzimmer gehen werde. Ich bekam dann ein 3-Bett-Zimmer für mich alleine. Wäre mal interessant zu wissen, wo sie mich heute hinstecken würden, wenn ich nix sage....andererseits kann ich auf einen Krankenhausaufenthalt gut verzichten.

LG
Michelle
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 8 im Thema

Beitrag von Phi »

Wenn ich Zivildienst, Studium und Arbeit zusammenziehe, dann bin ich 19 Jahre im medizinischen Bereich tätig. Im Studium der Humanmedizin kam zumindest in meiner Zeit und an meinem Studienort Transsexualität praktisch nicht vor - ich kann mich an eine Vorlesung erinnern, in der das Thema kurz gestreift wurde (aber in einem anderen Zusammenhang). Im ärztlichen Beruf bin ich nun 12 Jahre und habe in dieser Zeit nur zwei Transpersonen als PatientInnen kennen gelernt - und von diesen auch nur eine direkt. Vom Personal gab es keine Schwierigkeiten mit Respekt oder Akzeptanz. Die Behandlungen in unserer Abteilung liefen rein ambulant. Wie es im stationären Setting gehandhabt worden wäre, kann ich natürlich nur spekulieren. Aber bei der Organisation der Station nebst Belegung der Betten und Zimmer ist sehr viel mehr zu beachten, als nur das Geschlecht. Und die Frage, wer mit wem in ein Zimmer kommt (wir haben kaum Einzelzimmer) betrifft dann mehrere Personen. Auf den Flur wird jedenfalls niemand abgeschoben - von dieser Praxis hab ich schon ewig nichts mehr gehört - das wird auch von allen, die ich kenne und mich eingeschlossen, als unmenschlich angesehen. (Im Katastrophenfall sieht das sicherlich anders aus - nur falls jetzt jemand auf diese Idee kommen sollte.)

Auf der anderen Seite (ich als Patient*) hatte ich bisher keine negativen Erfahrungen. Andere im Wartezimmer schauen oder tuscheln vielleicht (insbesondere Kinder), aber das war es dann auch.

Das sind nur ein paar meiner persönlichen Erfahrungen. Die zusammengetragenen Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten im Dokument der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Verlinkt im o.g. Artikel) sind natürlich erschreckend.
Jasmin_35
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 9 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 »

Ich möchte auch nochmal betonen, das ich bisher keine negativen Erfahrungen bei Ärzten gemacht hab. Ok, beim Konsiliarbericht für die Therapie hat meine Hausärztin schon etwas "komisch" geguckt, ist aber nichts was geblieben ist, war wohl eher anfängliche skepsis bzw unglauben. Aber sonst, im Wartezimmer oder mit den Sprechstundenhilfen gab es keine "besonderen" Momente, das mich mal jemand "schief" angesehen hat oder so. Hab erst heute wieder das Rezept für mich abgeholt und dort ist ja noch mein alter Name drauf. Bisher alles gut, mal gucken, was mich noch so erwartet. Ich wohne hier im Dorf im (Nord-)Schwarzwald, bisher nur positives und lächeln zurück bekommen.
Liebe Grüße Jasmin
Jasmine
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 10 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ich habe keine Probleme mit meinen Ärzten. Sie verhalten sich professionell mir gegenüber.
Allerdings hatte ich nach meinem Outing mit ihnen ein klärendes Gespräch.
Liebe Grüße Jasmine
NikolaAusR
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 11 im Thema

Beitrag von NikolaAusR »

Kurz nch dem Coming Out bei den engsten Freunden war ich beim langjährigen Hausarzt und dann gleich mit dem dgti- Ausweis bei meiner KK.
Die Namensänderung war dann Online völlig problemlos möglich.
Noch vor der neuen Versichertenkarte musste ich zu einer geplanten OP.
Hier hab ich beim 'Einchecken' geschildert wie es um mich steht :oops: und bekam (im katholischen KH) ohne weiteres ein Einzelzimmer (ap)

Ois easy... :mrgreen:

Liebe Grüße
Nikola
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Klar definier ich mich binär :-)
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 12 im Thema

Beitrag von KarinNRW »

Wie ist es eigentlich bei Menschen die eine Scheide und Eierstöcke haben und einen 6cm Penis und kleine kaum funktionierende Hoden haben und aussehen wie Biofrauen mit sehr großen weibl, echten Brüsten u.a. weibl. Stimme und weibl. Becken haben und die leider keine GA OP aus med. Gründen machen können wo kommen die hin; Einzelzimmer unter Zwang oder zu den Frauen..? Gruß Karin
Anne-Mette
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 13 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,

das wird direkt mit dem Krankenhaus zu besprechen sein. Eine allgemeingültige Regelung gibt es meines Wissens nicht.

Gruß
Anne-Mette
KarinNRW
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 14 im Thema

Beitrag von KarinNRW »

Danke für die sehr schnelle Antwort: ich habe die Frau nochmal deswegen angesprochen, die Antwort war: nee hieß es vom Stadionsarzt, Penis = Mann auch wenn es im Grunde eine biologische Frau ist, die hatte ich mal vor einiger Zeit im Rahmen eines Praktikums kennenlernt, hat also ein xx Chromosomensatz sie lag damals auf der Urologie mußte sich damals bei der Aufnahme untenrum ausziehen da sprang der kleine Penis raus ( dig. mega Klitoris mit teilweise Harnleiterfehlgangbildung ) war schon lange mit einem Mann verheiratet mit 2 Kindern keine eigenen Kinder. Sie wurde wegen des Penis von den Pflegekräften als Herr Marion S... aufgerufen und sowas in Deutschland, deswegen hier mal die Frage rundum.
Anne-Mette
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Re: SPON: Medizinische Versorgung von Transgender„Personen | Gefährliche Diskriminierung

Post 15 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Ich denke, dass der Verein Intergeschlechtliche Menschen e.V. helfen könnte.

https://im-ev.de/

Wenn es sich so zugetragen hat, wie du mir geschrieben hast, wäre es auch ein Thema für die Antidiskriminierungsstelle oder für eine "Patienten-Ombudsperson".
So geht es nämlich nicht.
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