VanessaL hat geschrieben: Fr 9. Aug 2019, 18:14
Aber ich stimme auch Jaddy zu, dass man langsam mal anfangen sollte m/w (und dann auch d) aus den Formularen zu streichen, so mal diese meistens auch noch Pflichtfelder sind. Aber beim genauen Hinschauen sind diese einfach völlig unnötig, quasi formularwütig einfach hinzugefügt. Eben weil man das schon immer so gemacht hat .... da sind Formulardesigner einfach wie Lemminge.
oder man lässt es einfach ganz weg, weil es in den allermeisten fällen völlig belanglos ist. genauso wie die religionszugehörigkeit im melderegister. klar, für die steuereintreiber ist das noch nicht, ansonsten ist die information völlig ohne belang. ein ganz neuer ansatz zu geschlecht in formularen wäre doch, ähnlich wie bei religionszugehörigkeit, das man dort auch einfach oa angibt, das kann dann einfach für "mensch" stehen. naja, soweit wird es eh nicht kommen.
Wenn ich mich bewerbe, schreibe ich doch auch nicht in den Lebenslauf, Geschlecht: männlich, auch allein schon deswegen nicht, weil ich ja nicht wegen meiner Geschlechtszugehörigkeit dort eingestellt werden will, sondern wegen meiner Qualifikation für den Job.
zurück zum thema und weshalb ich hier auch noch meinen senf (oder ketchup oder mayo, das kann sich jede/r selber aussuchen) dazu geben wollte.
Ich befinde mich ja aktuell gerade in diesem "Verfahren" und fühle mich verfahren.. tatsächlich hat das Gericht recht schnell gearbeitet und mein erster Termin ist auch schon kommende woche, aber der zweite Termin ist noch gar nicht vergeben worden und auf nachfrage hat man mir schonmal mitte bis ende oktober vorausgesagt und der witz ist, das ich dafür auch noch aus eigener tasche bezahle. da erwarte ich wenigstens einen kurzfristigen (binnen 4 wochen) termin zu bekommen und nicht einfach doof irgendwo weit weg geschoben zu werden, wenn es Herrn Doktor beliebt sich damit auch noch rumärgern zu müssen und am Ende noch ein Standardformular ausfüllen zu müssen, für das dann auch noch 500-1000€ fällig werden (aus meiner Tasche, nicht vom Staat). das regt mich aktuell noch am meisten auf, wenn jemand offenbar keine lust mehr hat gutachten auszustellen und es auf die lange bank schiebt (die blöde transe (sorry für das wort, aber so denken offenbar noch welche) kann ja warten, obwohl ich alles dazu beigetragen habe, das verfahren so zügig wie möglich hinter mich zu bringen), dann grenzt das schon an frechheit.
wie dem auch sei, nächste woche kann ich sicher neues berichten, auch was für fragen kamen und wie wohl/unwohl ich mich dabei gefühlt habe.
weshalb ich nun doch dieses verfahren gewählt habe, anstatt das 45b verfahren, ich brauch die gutachten wohl später dann auch für eine mögliche OP oder andere eingriffe, sofern diese stattfinden, so hätte ich das dann wenigstens hinter mir und muss dann nicht nochmal losgehen. die frage wäre wohl auch, wenn sich was ändern würde und die gutachten wegfallen, in wie weit dann die krankenkasse mitzieht oder ob die dann immernoch auf gutachten bestehen.
naja, was ich auch zum ausdruck bringen will: ich halte diese ganze begutachterei, wegelagerei vom MDK usw usw für absolut überflüssig und unsinnig. ich mein wo leben wir hier, das uruguay, dänemark und portugal uns offenbar in solchen fragen bereits um jahre voraus sind und wir uns hier in DEUTSCHLAND mit so einem mist rumärgern müssen, insbesondere wider besseren wissens.
Der witz ist ja auch, angenommen: Ich bewerbe mich jetzt, ihr seht mein Profilbild, im Lebenslauf und auf Zeugnissen steht noch mein aktuell rechtlicher (männlicher) Name, ich bin jemand, die absolut keine Bewerbungsfotos benutzt. So, nun tauch ich da auf zum Vorstellungsgespräch, was wird die Reaktion sein? Richtig, man wird mich erstmal blöd ansehen, sekunden bevor ich es aufklären kann. Im Lebenslauf steht ja lediglich mein Name und alle schließen darauf, das ich dort männlich erscheinen muss.
Würde das Verfahren wie nach 45b gelöst werden, wäre die ganze Änderung des Namens (und natürlich auch der Geschlechtszugehörigkeit) an einem Tag (oder meinetwegen auch zwei Tagen) erledigt und ich könnte mich einfach unkompliziert mit meinem neuen Namen dort bewerben. Beim Arbeitsamt sag ich dann: Sorry, ich mus mich erst arbeitslos melden, weil meine VÄ/PÄ noch Wochen/Monate braucht und ich mich erst dann bewerben kann, damit keiner blöd guckt, wenn ich als Frau dort mit männlichen Namen auftauche. Darauf antworte ich dann auch gleich auf die Frage beim Gespräch: Warum waren sie dort 6 Monate arbeitslos? Ich muste auf das Gericht und die Gutachter warten, die VÄ/PÄ hat auf sich warten lassen. Das ganze ist doch einfach nur witzlos.
Ich habe in letzter Zeit viel mit alten bekannten aus der Schulzeit gesprochen und denen alles geschildert, aber verstanden hat es NIEMAND, warum die VÄ/PÄ so ein Verfahren und insbesondere so eine lange Wartezeit von Anstragstellung bis Beschluss darstellen muss. Hier kann sich auch niemand in der Regierung rausreden, das das die Meinung im Volk darstellt, das tut es nämlich nicht, höchstens die Meinung von einer handvoll ewiggestriger, die meinen zu glauben, das sie mit so einem sch*** Argument noch am rechten Rand fischen können, obwohl alle wissen, das das sowieso nichts bringt.
So, das musste mal sein, ich hoffe ich bin nicht zu weit vom Thema abgekommen. Ja, es ist beschämend und erniedrigend auf die Güte der Gutachter zu warten und zu hoffen und es ist so sehr ärgerlich 6-12 Monate auf einen Eintrag im Geburtenregister warten zu müssen, nur um (bei mir) insgesamt 7 Buchstaben gegen neue, teilweise in der richtigen Reihenfolge, zu ersetzen. Nachvollziehbar und verständlich ist es jedenfalls nicht.
Bei anderen (vermeindlich rückständigeren) Ländern was abgucken und es einfach auf die Gesetzgebung hier zu übertragen, haben wir hier nie gemacht und wird auch nie passieren, das wäre ja ein Eingeständnis von Schwäche (siehe z.b. auch Bildung, 16 Bundesländer, 17 Bildungssysteme und Philosophien, "das beste wird sich durchsetzen" haha, "die Rente ist sicher")
Bin gespannt, was mich nach der VÄ/PÄ erwartet, die Liste an Unternehmen und Behörden wächst immernoch, die ich dann anschreiben (mit denen ich mich dann rumärgern) muss. So, genug gemeckert
