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Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Mo 5. Aug 2019, 22:59
von Steffi-BLN
Habe schon gehört von und ich könnte einfach nur kotzen, oder nur losheulen. Was ist nur mit den Menschen los? Gerade hier in Berlin häufen sich diese Taten. Beinahe jede Woche muss ich sowas lesen.
Ich habe echt Angst dass mir so etwas auch passieren könnte, gerade weil ich auch öfters mal abends, ja sogar bis in der Nacht unterwegs bin.
Ich kann und werde mir davon natürlich auf der Straße nichts anmerken lassen und solchen Typen keinen Anlass dafür geben mir so etwas anzutun.
Aber es macht mich so traurig immer und immer wieder davon zu lesen.
Ich kann nur versuchen und das ist traurig genug, bestimmte Stellen, bzw Orte zu meiden.

Eure Steffi, (die jetzt gerade wieder unterwegs ist...)

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 00:30
von Astrid_M
Ich bin mir nicht sicher, ob die Häufigkeit solcher Vorfälle in Berlin wirklich größer ist als anderswo.
Immerhin leben hier 3,6 Millionen Einwohner (Orks und Idioten mitgezählt) plus Touristen (waren sicher nicht in der Tatgegend). Das sind deutlich mehr als in einigen anderen Bundesländern.
Demzufolge passiert in Berlin mehr. Leider ist die Wahrscheinlichkeit dann auf solche Leute zu treffen durch die Konzentration auf kleinere Fläche (zumindest gefühlt) auch größer.
Richtig erschreckend finde ich, daß die Typen sich nicht mal scheuen eine Gruppe zu attackieren. Kann ich mich nicht mal sicher fühlen, wenn ich mit Freunden unterwegs bin?
Bestimmte Ecken muß Frau (egal ob CIS, CD oder TS) ohnehin meiden ...
Eigentlich ziemlich deprimierend, wenn es anderswo (USA z.B, "wieder mal" Leute erschossen,...) nicht noch schlimmer wäre.

Für die Opfer sind solche Überlegungen natürlich irrelevant. Ich hoffe für diese, daß sie sich davon erholen.
Paßt auf Euch auf,
Astrid

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 05:02
von ExuserIn-2019-12-18
XYZ hat geschrieben: Mo 5. Aug 2019, 21:58
was ist bloß los mit den Jungen Leuten heute zu Tage.
Die sind nicht viel anders, als in meiner/unserer Generation. Ich kann mich noch gut an die Gewalt von Skins , Rock"˜a"˜Billys, Punks und Co. erinnern.
Und das Marzahn ein Brennpunkt in Berlin ist, weiß eigentlich auch jeder. Soweit ich mich erinnere auch bekannt für rechtes Gesinnungsvolk und für brutale Mädchenbanden. Aber natürlich auch einfach ein riesiges, aus dem Boden gestampftes Wohnviertel am Rande der Großstadt. Fehlgeplant und nach der Wende vernachlässigt. Ich habe damals dort keinen Spielplatz ohne Glasscherben zerbrochener Bierflaschen gesehen. Alkohol und Arbeitslosigkeit hat schon herausgestochen, wenn ich dort gearbeitet habe. Natürlich hat Marzahn auch andere Seiten und es gibt Menschen, die würden dort nie wegziehen ... aber diese Eindrücke sind hängen geblieben. Vielleicht ist es heute dort anders ... aber ich glaube wohl im Grunde nicht.
Nein, Gewalt ist kein Generationsproblem von heute ... sondern leider noch immer Alltag.

Liebe Grüße
Vanessa

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 06:47
von Cybill
Nein, in Berlin häufen sich die Taten nicht. In Berlin wird nur wesentlich mehr angezeigt als anderswo.
Und das ist auch gut so, denn damit können wir (die Polizei) besser auf diese Situation reagieren.

Wer mehr erfahren will, der darf mich am Samstag (10.08) auf unserem Infostand beim Park fest im Volkspark Friedrichshain besuchen.

Im Übrigen ein weiteres Seminar zum Gewalt Thema ist bereits in Planung.

Gruß

Cybill

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 06:48
von ExuserIn-2019-12-18
Nun,

ich bin in Berlin aufgewachsen und habe schon viel Brutalität gesehen bzw. im Bekanntenkreis erlebt.
Von Schlägereien bis zum Kopfschuss.
Als ich aus Berlin weggezogen bin, waren es 2,1 Mio EW, hetzte lese ich etwas von 3,6 Mio. Was Enge im Zusammenleben bewirken kann, wissen wir alle.
Und letztendlich, liebe *, sind testosterongesteuerte Mönnerso alt wie die Geschichte der Menschheit.

Eigene Wahrnehmung und Wahrheit ist ein spannendes Thema. Jeder sieht die Welt aus und in anderen Augen.

Liebe Grüße
Vanessa

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 07:51
von Svetlana L
VanessaL hat geschrieben: Di 6. Aug 2019, 06:48 Als ich aus Berlin weggezogen bin, waren es 2,1 Mio EW, hetzte lese ich etwas von 3,6 Mio.
2,1 Mio., das war so in den zwanziger Jahren. Da bist du ja schon ganz schön lange aus Berlin weg ;-)

Im Juni, Juli gab es gefühlt alle zwei, drei Tage Berichte über Angriffe auf LSBTI*. Das hat sicherlich auch mit dem besseren Anzeigeverhalten zu tun (im Vergleich zu Rest-Deutschland). Aber hat es sich tatsächlich auch verbessert? Das braucht einen sehr langen Atem, um hier in der Community eine Änderung zu bewirken. Meine Chefin hat aufgrund der Häufung der Vorfälle - oder "nur" der Berichterstattung darüber? - Ende Juni eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 12:32
von Svetlana L
Auch heute kann man auf queer.de leider wieder lesen, dass eine trans-Frau in der U-Bahn angegriffen wurde.

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 13:05
von Jasmine
Schrecklich, was im Moment alles passiert. Leider habe ich auch das Gefühl, das zur Zeit das Klima kälter wird und leider musste ich auf einem 3 Tage andauernden Fest (ging bis letzten Sonntag) in unserem Landkreis ein paar sehr üble Sprüche ignorieren. Auch ein starker Rempler im Vorbeigehen gegen mich mit einem höhnischen Grinsen wurde von mir nicht weiter verfolgt. Meine Hoffnung war, so einer weiteren Eskalation zu entgehen. Dies gelang und ich konnte doch noch ein schönes Erlebnis mit meiner Menalee erleben. Allerdings werde ich noch vorsichtiger in Zukunft auf Passanten achten.
Liebe Grüße Jasmine

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 13:43
von Ulrike-Marisa
Moin,

ich sags mal ganz direkt und unflätig, voll Scheiße so ein Verhalten, aber leider wohl stets und überall möglich in der Stadt und auch auf dem Land, wo es auch Dumpfbacken und ewig gestrige und sonstige gibt. Ich bin eigentlich stets vorsichtig auf der Hut und schaue mir schon an, wer sich um mich herum bewegt und weiche gegebenenfalls aus. Das wird aber nicht immer möglich sein, insbesondere in Situationen wo Enge und Trubel herrscht. Nein, unbeschwertes spazieren ist innerhalb von Siedlungen wohl eher nicht mehr möglich, be prepared ist die Devise und notfalls Verteidigung mit dem Knie. Ruhe ist wirklich nur noch abseits in der Natur, wenn niemand anderes da rumschleicht oder nur wenige Menschen da sind. Ganz schlimm finde ich ist das Gedränge auf großen Bahnhöfen, wo ich auf Dienstreisen dann mit Reisetasche doch recht unbeweglich bin, und ich bin immer froh, wenn ich endlich im Zug bin.
Die Frage ist aber auch, wie auf solche Übergriffe überhaupt reagiert werden kann und welche Konsequenzen Täter denn überhaupt zu befürchten haben. Ich denke, da fehlt Abschreckungspotential durch die Sicherheitskräfte und die Justiz (ich weiss, alle sind überlastet, aber so kann es auch nicht weiter gehen)...

Grüße, Ulrike-Marisa

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 13:48
von Jasmin_35
Die ganzen berichte lassen mich immer zweifeln, ob es in der stadt wirklich "sicherer" und "besser" ist zu leben, für trans* menschen, als auf dem land. klar kranke spinner gibt es überall, aber wenn ich an meine zeit in münchen oder böblingen denke (gute gegenden, keine absteigen), ist man da doch echt anonym unterwegs, wo hingegen hier bei mir in der kleinstadt mit dorf charakter gefühlt jeder jeden kennt und gewalt gegenüber fremden eher eine untergeordnete bis gar keine rolle spielt

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 14:43
von Jasmine
Ich bin der Meinung, das manche eben mit der Vielfalt nicht zurechtkommen und sich dann versuchen zu profilieren. Bei den Jugendlichen hier in unserer Gegend (Landkreis) habe ich manchmal das Gefühl, das sie die Ansichten ihrer Eltern transportieren und sich bei dummen Sprüchen oder mehr im Recht fühlen. Auch habe ich schon erlebt, das diese Jugendlichen sich nur zu dummen Sprüchen hinreißen lassen, wenn sie in einer Gruppe unterwegs sind. Treffe ich auf die gleichen Jugendlichen wenn sie alleine sind, schauen sie weg ohne Vorkommnisse. In meiner Kleinstadt habe ich zwar ein gutes Umfeld, aber ich bin natürlich auch viel im gesamten Landkreis unterwegs.
Liebe Grüße Jasmine

Re: Vierergruppe greift trans Mann und dessen Freunde an

Verfasst: Di 6. Aug 2019, 15:55
von Jaddy
Zum einen: Was Cybill sagt, es werden in Berlin immer mehr Vorfälle gemeldet, _weil_ die Stadt sich kümmert und sich mehr Menschen auch mit "kleineren" Vorfällen zu den Behörden trauen. In anderen Städten ist die Fallrate ähnlich wie in Berlin, aber 1. werden dort weniger gemeldet und 2. Gewalttaten aus Feindlichkeit gegenüber LSBTQIA* nicht einzeln als solche aufgelistet und publick gemacht.

Der Trend ist übrigens generell, soweit ich kriminologische Studien mitbekommen habe: Es gibt insgesamt weniger Gewalttaten. Gemeldet werden inzwischen auch solche, die früher als Alltagsgewalt nicht zur Anzeige gebracht wurden. Beides finde ich übrigens gut.

Auch wenn einzelne von uns Dinge erlebt oder aus dem Umfeld mitbekommen haben und entgegen der Panikmache von BILD & Co, war es wohl auch als nicht-cis und/oder nicht-hetero Mensch noch nie so friedlich und unproblematisch in D zu leben. Das heisst nicht ausruhen, sondern in Perspektive setzen und trotzdem alle Gewalt in Wort und Tat als solche aufzeigen und eindämmen.