Kennt ihr das auch?
Verfasst: Do 30. Mai 2019, 23:10
Diese Frage richtet sich in erster Linie an diejenigen, die noch einen Teil ihrer Zeit als Mann verbringen.
Seitdem ich meine weibliche Seite akzeptiert habe und sie ab und zu auslebe, habe ich an mir selbst einige Eigenschaften festgestellt, die ich vorher nicht kannte. Beispiele:
Eigenwahrnehmung: Mit meinem männlichen Äußeren kann und konnte ich nie viel anfangen. Ich finde mich weder gutaussehend noch attraktiv. Ich habe mir Standards für mein Äußeres gesetzt von denen ich annehme dass sie bei meiner Umwelt am besten ankommen. In den Spiegel schaue ich nur um die Einhaltung dieser Standards zu kontrollieren, beziehungsweise um eine saubere Rasur und einen gleichmäßigen Haarschnitt zu gewährleisten. Ich hasse Fotos von meinem männlichen Äußeren, da diese grundsätzlich furchtbar aussehen, versuche jeder Kamera aus dem Weg zu gehen und würde nie auf den Gedanken kommen Selfies zu machen. Im weiblichen Modus stellt sich dies völlig anders dar. Geschminkt, mit Perücke, Kleid und sonstiges Accessoires könnte- ich Stunden vor dem Spiegel verbringen. Ich lächle mich selbst an und denke: "Gefällt mir!" Dieses "Gefällt mir!" Ist mir bei meinen männlichen Äußeren noch nie in den Sinn gekommen. Im Frauen- Modus habe ich bereits mehrere Foto- Sessions gemacht, wenn ich weiblich- unterwegs bin ist das Handy mit Gorilla- Stativ ständig griffbereit um jede Situation zu dokumentieren. Innerhalb eines halben Jahres sind von mir vermutlich mehr Fotos in weiblicher Aufmachung entstanden als von meinem männlichen Äußeren in 50 Jahren.
Eitelkeit: Als Mann ist es mir relativ egal wie ich aussehe. Für den Büroalltag benötige ich genau zwei Hosen: Eine zum- tragen, eine zum Waschen. Farbe egal, Hauptsache schwarz. Mit den Oberteilen verhält es sich ähnlich allerdings erlaube ich mir hier ein- Spektrum bis Mittelgrau. Krawatten lehne ich ab (möglicherweise weil diese ein völlig antiquiertes Männlickeitssymbol darstellen und so völlig bar jeglichen Nutzens sind). Mein weiblicher Kleiderschrank enthält bereits jetzt mehr Oberteile als der männliche, auch decken diese ein farbliches Spektrum von schwarz bis weiß und in so ziemlich allen Farbtönen ab. Wenn ich mir für meine weibliche Seite ein neues Teil zugelegt habe kontrolliere ich mich nicht nur im Ankleidespiegel sondern- fotografiere mich von allen Seiten um sicher zu gehen dass dieses Teil mir steht.
Ordnungsliebe: Als Mann wird mir eine gewisse Affinität zum Chaos nach gesagt. Als Frau bin ich ziemlich pingelig. Eines Wochentages hatte ich mich wegen einer Erkältung krank gemeldet. Ich lag zuhause auf dem Sofa und- tippte auf dem Tablett rum. Frau und Kinder waren aus dem Haus und würden erst in- Stunden wiederkommen,- daher wollte ich es mir in Kleid und Strumpfhose gemütlich machen. Kaum lag ich im weiblichen Outfit auf dem Sofa fiel mir die Unordnung im Wohnzimmer unangenehm auf. So dauerte es nicht lange dass ich mir eine Kittelschürze überzog und anfing aufzuräumen und Staub zu saugen.
Shopping: Als Mann hasse ich es Kleidungsstücke zu kaufen. Das Meiste lasse ich mir von meiner Frau zum Geburtstag schenken. Wenn- es sich ab und zu nicht vermeiden lässt Sachen auch mal anzuprobieren steure ich gezielt eine- bestimmte Abteilung in einem bestimmten Laden an in dem ich sicher bin das Gesuchte- schnell zu finden. Anders im Frauen- Modus. Bei meiner ersten Shoppingtour bin ich ziellos durch die Läden spaziert und habe Sachen anprobiert die ich nicht brauchte und nicht kaufen wollte. Es dauerte Stunden und hat ungeheuren Spaß gemacht.
Körperpflege: Nicht zu verwechseln mit Körperhygiene. Natürlich dusche ich auch als Mann und achte darauf olfaktorisch nicht auffällig zu werden. Aber abgesehen von einem Aftershave- Balsam habe ich nie irgendwelche Pflegemittel verwendet. Dies hat sich jetzt grundlegend geändert: Jeder Dusche folgt ein Körperöl, eine Fußcreme, eine Gesichtscreme und eine Augencreme. Gelegentlich eine Antifalten-Creme.
Es ist schon erstaunlich was mit der lange unterdrückten Teilpersönlichkeit plötzlich ans Tageslicht kommt.
Liebe Grüße
Helga
Seitdem ich meine weibliche Seite akzeptiert habe und sie ab und zu auslebe, habe ich an mir selbst einige Eigenschaften festgestellt, die ich vorher nicht kannte. Beispiele:
Eigenwahrnehmung: Mit meinem männlichen Äußeren kann und konnte ich nie viel anfangen. Ich finde mich weder gutaussehend noch attraktiv. Ich habe mir Standards für mein Äußeres gesetzt von denen ich annehme dass sie bei meiner Umwelt am besten ankommen. In den Spiegel schaue ich nur um die Einhaltung dieser Standards zu kontrollieren, beziehungsweise um eine saubere Rasur und einen gleichmäßigen Haarschnitt zu gewährleisten. Ich hasse Fotos von meinem männlichen Äußeren, da diese grundsätzlich furchtbar aussehen, versuche jeder Kamera aus dem Weg zu gehen und würde nie auf den Gedanken kommen Selfies zu machen. Im weiblichen Modus stellt sich dies völlig anders dar. Geschminkt, mit Perücke, Kleid und sonstiges Accessoires könnte- ich Stunden vor dem Spiegel verbringen. Ich lächle mich selbst an und denke: "Gefällt mir!" Dieses "Gefällt mir!" Ist mir bei meinen männlichen Äußeren noch nie in den Sinn gekommen. Im Frauen- Modus habe ich bereits mehrere Foto- Sessions gemacht, wenn ich weiblich- unterwegs bin ist das Handy mit Gorilla- Stativ ständig griffbereit um jede Situation zu dokumentieren. Innerhalb eines halben Jahres sind von mir vermutlich mehr Fotos in weiblicher Aufmachung entstanden als von meinem männlichen Äußeren in 50 Jahren.
Eitelkeit: Als Mann ist es mir relativ egal wie ich aussehe. Für den Büroalltag benötige ich genau zwei Hosen: Eine zum- tragen, eine zum Waschen. Farbe egal, Hauptsache schwarz. Mit den Oberteilen verhält es sich ähnlich allerdings erlaube ich mir hier ein- Spektrum bis Mittelgrau. Krawatten lehne ich ab (möglicherweise weil diese ein völlig antiquiertes Männlickeitssymbol darstellen und so völlig bar jeglichen Nutzens sind). Mein weiblicher Kleiderschrank enthält bereits jetzt mehr Oberteile als der männliche, auch decken diese ein farbliches Spektrum von schwarz bis weiß und in so ziemlich allen Farbtönen ab. Wenn ich mir für meine weibliche Seite ein neues Teil zugelegt habe kontrolliere ich mich nicht nur im Ankleidespiegel sondern- fotografiere mich von allen Seiten um sicher zu gehen dass dieses Teil mir steht.
Ordnungsliebe: Als Mann wird mir eine gewisse Affinität zum Chaos nach gesagt. Als Frau bin ich ziemlich pingelig. Eines Wochentages hatte ich mich wegen einer Erkältung krank gemeldet. Ich lag zuhause auf dem Sofa und- tippte auf dem Tablett rum. Frau und Kinder waren aus dem Haus und würden erst in- Stunden wiederkommen,- daher wollte ich es mir in Kleid und Strumpfhose gemütlich machen. Kaum lag ich im weiblichen Outfit auf dem Sofa fiel mir die Unordnung im Wohnzimmer unangenehm auf. So dauerte es nicht lange dass ich mir eine Kittelschürze überzog und anfing aufzuräumen und Staub zu saugen.
Shopping: Als Mann hasse ich es Kleidungsstücke zu kaufen. Das Meiste lasse ich mir von meiner Frau zum Geburtstag schenken. Wenn- es sich ab und zu nicht vermeiden lässt Sachen auch mal anzuprobieren steure ich gezielt eine- bestimmte Abteilung in einem bestimmten Laden an in dem ich sicher bin das Gesuchte- schnell zu finden. Anders im Frauen- Modus. Bei meiner ersten Shoppingtour bin ich ziellos durch die Läden spaziert und habe Sachen anprobiert die ich nicht brauchte und nicht kaufen wollte. Es dauerte Stunden und hat ungeheuren Spaß gemacht.
Körperpflege: Nicht zu verwechseln mit Körperhygiene. Natürlich dusche ich auch als Mann und achte darauf olfaktorisch nicht auffällig zu werden. Aber abgesehen von einem Aftershave- Balsam habe ich nie irgendwelche Pflegemittel verwendet. Dies hat sich jetzt grundlegend geändert: Jeder Dusche folgt ein Körperöl, eine Fußcreme, eine Gesichtscreme und eine Augencreme. Gelegentlich eine Antifalten-Creme.
Es ist schon erstaunlich was mit der lange unterdrückten Teilpersönlichkeit plötzlich ans Tageslicht kommt.
Liebe Grüße
Helga