Hallo meine Lieben,
vielleicht interessant in dem Zusammenhang.
Gestern am 17. Mai war ich Rednerin auf der Demo: "Keine Bühne für Homophobie — auch nicht im Orchestergraben" um 16 Uhr in Bayreuth
(veranstaltet von der Linken, mut und den Grünen) - Wir waren auf dem zentralen großen La Spezia Platz in Bayreuth (vgl google)
Eine Reporterin von der Bayreuther Zeitung, mit der ich vorher sprach, war vor Ort. - Sie machte sich eifrig Notizen und ich gab ihr mein Manuskript.
Zum Reden standen wir auf der rechten Treppe, hatten Mikrofon + Lautsprecher (War ganz gemütlich - Regenbogenfahnen, bunte Plakate gegen Homophobie /Transphobie) -- Polizei war keine da. -- Außenrum sind da Straßencafés, gut besucht - Die Leute hörten interessiert zu. (Vorher war ich mit dem Bezirksvorsitzenden von mut-Oberfranken, der mich ja eingeladen hatte im Café - Insgesamt waren wir von mut zu Dritt, dann 3-4 Linke, Grüne. - Die Mehrzahl war Zuhörer. Es standen 30 - 40 rum, aber die Leute, die dort auf der anderen Seite zum Kaffee trinken draußen saßen (In der Mitte vom Platz ist da ein offener Kanal /vgl google) hörten sicher auch zu /Wir hatten ja einen Lautsprecher. Ich redete circa 15 Minuten, insgesamt dauerte die Veranstaltung im Kern (Reden etc.)circa eine Stunde. Es folgten intensive Einzelgespräche.
Hier der Redeentwurf, allerdings fügte ich (in freier Rede), während ich dort auf der Treppe stand, einiges hinzu. - Natürlich erwähnte ich z.B., dass Dank der Einsatzes der Grünen, die Sache gerade verschoben wurde. etc. -- Hinterher gratulierten mir viele und stellten Fragen. Ich lud sie zu meinem Vortrag im Oktober bei QueerArt2019 in Nürnberg im Rahmen von N2025 ein (Als Lehrerin freut man sich, wenn Leute zuhören und sich für die Sache interessieren...) - Die Atmosphäre war, trotz des ernsten Themas, Regenbogenfahne, der Plakate usw. eher wie bei einer "Stadtführung"
17. Mai 2019 Protestveranstaltung Bayreuth --> Redetext
Herzlich willkommen und danke, dass Ihr alle da seid.
Ich bin Andrea Bullmer aus Nürnberg, Jahrgang 1950, Gymnasiallehrerin a.D. , Fächer Mathematik /Physik. Für #mut war ich bei der Landtagswahl Direktkandidatin in Nürnberg Ost dem Stimmkreis von MP Söder, transsexuell.
In den Nürnberger Prozessen nach dem Krieg wurden neben anderen Personen leider Mediziner und Juristen vergessen. - Sie arbeiteten ungehindert weiter. - So entstand 1950 in Hamburg- Eppendorf die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS). — Statt Eugenik gab es nun also eine "Sexuologen" Lobby, die das Gedankengut der Rassenlehre vertrat.
1978 forderte das Bundesverfassungsgericht ein Gesetz für Transsexuelle. Der Gesetzgeber stützte sich nun auf den Rat, - die "Expertise" -, dieser Sexuologen. — Das neue, schlimme, ausgrenzende TSG, das 1981 in Kraft trat, zeigte daher den Geist von "vor 45".
Man zwingt Antragsteller in ein "besonderes" Gerichtsverfahren. - Verlangt zunächst mindestens zwei Gutachten. - Der Willkür mancher Gutachter sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt. — Dort müssen Antragsteller detailliert intimste Fragen beantworten und es wird für sie teuer.
Die extremsten Teile des TSG wurden bis heute vom Bundesverfassungsgericht gestrichen. Z.B. bei Ehepartnern der Zwang zur Scheidung - Am 11. Januar 2011 wurde der Paragraph zur Zwangssterilisation für verfassungswidrig erklärt. (--> Ich erinnere an die Mitarbeit der Sexuologen und das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses-« vom 14. Juli 1933" .)
Trotz der aller Eingriffe des Verfassungsgerichtes erhält man in Deutschland erst nach einem langen Spießrutenlauf eine Geburtsurkunde, die der Realität entspricht. -- In Dänemark, Argentinien usw. geht es formlos, per Antrag. -- Zum Glück griff bei einigen menschenverachtenden Bestimmungen das Gericht ein und so wurde das schlimme Sondergesetz für transsexuelle Menschen inzwischen zum Torso.
Transsexualität ist eine Form von Intersexualität. —> Im Dezember 2018 beschloss der Bundestag ein ziemlich vermurkstes Gesetz. - Im Volksmund "3.Option" - Das Gesetz spricht von "Varianten der Geschlechtsentwicklung" und verlangt eine ärztliche Bescheinigung. — Dieses Gesetz nahmen Betroffene jetzt in Anspruch. - änderten so ihre Geburtsurkunde und entgingen damit dem Spießrutenlauf des Transsexuellengesetzes.
Man hätte nun normal mit Transsexualität umgehen können, und uns wie normale Menschen behandeln können, wie es andere Länder machen.
Man hätte also das menschenverachtende TSG einfach aufheben können"¦
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Stattdessen legte der Gesetzgeber am 8.Mai einen 31-seitigen Entwurf vor.
Gegen jede naturwissenschaftlicher Erkenntnis, unterscheidet man zwischen Intersexualität und Transsexualität.
Es geht um kleinere, scharf begrenzte Gruppen, um die Zahl, um Aussonderung!
Man will trennen, also werden bei Menschen Kategorien eingeführt, die faktisch, aus Sicht der Biologie, nicht existieren.
Für jede Gruppe gibt es ein Sondergesetz. - - Der Geist der Apartheid, der klassischen Rassenlehre, ist hier deutlich spürbar.
Nur 48 Stunden bekamen Interessenvertretungen Zeit zur Stellungnahme. Das passt ins Bild. — Kompetenter Widerspruch ist unerwünscht.
Trotz dieser Frist schafften es Der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Institut für Menschenrechte und andere Organisationen. - Alle lehnen diesen menschenverachtenden Gesetzentwurf ab.
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Die bevormundende Begutachtungspflicht bleibt! - Sie heißt jetzt "Beratung" und wird von handverlesenen, psychologischen Gatekeepern betrieben.
Zusätzlich sollen nun künftig Ehepartner "angehört" werden. Die Partner sollen also mitentscheiden. Sie werden gefragt, ob sie einverstanden sind.
Die 3-Jahres-Sperrfrist nach Ablehnung ist als zusätzliche Schikane im Grunde lebensgefährlich. -- Die extreme Suizidrate dürfte dadurch noch steigen.
Wenn der Ehepartner widerspricht. —> Also 3 Jahre Wartezeit, bevor man überhaupt wieder fragen darf —> Das ist doch blanker Horror für Betroffene!!
Die künstliche Unterscheidung zwischen Transsexualität und Intersexualität die der Gesetzentwurf entgegen jeder wissenschaftlichen Erkenntnis macht, soll verhindern, dass Menschen mit Transsexualität den neuen Pararaf 45b des Personenstandsgesetz in Anspruch nehmen können. --> Dieses schlampig gemachte Gesetz, hatte — trotz aller Schwächen - zumindest den Vorteil, dass ein Attest, wo "Variante der Geschlechtsentwicklung" drinsteht, reicht.
Ab 1794 galt in Preussen der Zwitterparagraf. - Damals genügte die Aussage der Person und ein simpler Verwaltungsakt um den Personenstand zu ändern.
Auch heute könnte man der Aussage eines Menschen über sein eigenes Geschlecht einfach glauben. Man könnte das TSG jetzt streichen"¦
Was aber in anderen Ländern problemlos möglich ist, soll in Deutschland unbedingt verhindert werden. - Menschen mit Transsexualität billigt man in Deutschland eben nicht zu, dass sie über ihr Geschlecht Bescheid wissen.
Nein, man fragt sie nicht, denn sie sind Menschen 2.Klasse. - Wie in den vergangenen Jahrzehnten werden sie ausgegrenzt. — Man übergeht die Einwände aus Wissenschaft und vom Bundesverfassungsgericht, verschärft stattdessen die Schikanen und macht ein menschenfeindliches Gesetz.
Forderung:
Jeder Mensch hat das Recht, seinen Geschlechtseintrag selbstständig zu korrigieren/ändern zu lassen. - Ein einfaches Formular auszufüllen, sollte reichen. - Unterschrift darunter und fertig.
Menschenrechte für alle Menschen!!
Keine "Sondergesetze" für Menschengruppen / Streichung des TSG
Körperliche Unversehrheit für alle, also VERBOT der Operationen an gesunden Intersexuellen, wenn Betroffene nicht vorher zustimmen
Bestrafung der Täter
Keine Verjährung der Taten
Geschichtliche Aufarbeitung
- Es ist ein Skandal, dass der Staat — an Menschen, die einen korrekten Geschlechtseintrag wollen, solche lächerlichen und anmaßenden Forderungen stellt.
- Dass der Staat uns derart unsinnig bevormundet, lehnen wir ab!
- Wir brauchen keine "TSG Reform", sondern ein menschenrechtskonformes Personenstandsgesetz.
- ((Aus einer Genital-Denkweise entstehen Genital-Gesetze. Es wäre wirklich an der Zeit, Biologie weiter zu denken.)
- "Sondergesetze" passen nicht zur Demokratie!
- Jeder Mensch hat Menschenwürde, gleiche Rechte und Pflichten! - Die Einführung und Abgrenzung von Gruppen, also "Kasten von Menschen", die mehr oder weniger Rechte haben, widerspricht dem demokratischen Prinzip.