Schule für Trans Kinder in Chile
Verfasst: Do 9. Mai 2019, 09:22
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Lernen ohne Stigma
Mit freiwilligen Lehrer*innen versucht eine Schule für trans Schüler*innen in Chile eine auseinanderdriftende Gesellschaft zusammenzubringen.
Die Stühle im Klassenzimmer der Amaranta-Gomez-Schule sind in einem Kreis aufgestellt. Es dauert eine Weile, bis die Kinder, die zwischen 7 und 16 Jahre alt sind, zur Ruhe kommen. Groß, schlank und schön steht Miss Antonia Jorquera vor Ihnen — mit Krone und Schärpe. Jorquera ist Miss Trans Chile und gekommen, um mit den Kindern der trans-feministischen Schule zu sprechen. Die Lehrerin Profe Romina RamÃrez und die meisten Kinder sind transident. Jorquera winkt den Mädchen zu, die sie anstarren, als wäre sie eine Disneyprinzessin. Jorquera spricht über ihre Kindheit im chilenischen Süden, wo es kaum Fernsehen gab. Eine Zeit, in der sie die Farbe Pink liebte.
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Die Schule wurde vor einem Jahr von Ximena Maturana und einer weiteren Mutter eines trans Mädchens gegründet. Benannt wurde sie nach der mexikanischen trans Aktivistin und Sozialanthropologin Amaranta Gómez. "Wir haben ungefähr 50 Familien, mit denen wir aktiv zusammenarbeiten", erzählt Maturana. "Das hier ist eine gemeinschaftliche Arbeit: Kind, Familie und Schule. Unsere Stiftung arbeitet eng mit allen Schulen, auf die unsere Kinder gehen, zusammen."
Gewalt in den Schulen könne viele Formen annehmen, berichtet Maturana, aber oft komme sie in Gestalt von kleinen Stichen. Wenn sie ihre Tochter abhole und die Blicke aller Eltern auf sich spüre: "Ich habe kein Problem mit dir, aber komme meinem Kind nicht zu nahe", spreche es aus den Augen der Eltern. "Man merkt es kaum, und schon ist dein Kind das einzige, das nicht zu den Geburtstagsfeiern eingeladen wird. Es ist traurig, wenn alle Kinder auf den Geburtstagsfotos sind außer deines."
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