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Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 09:44
von Anja
Moinsen (moin)
Der Internationale Sportgerichtshof hat entschieden, dass die Läuferin Caster Semenya nur noch gegen andere Frauen antreten darf, wenn sie ihre männlichen Hormone mit Medikamenten absenkt. Catherine Newmark plädiert für neue Kategorien im Sport.
Zum Weiterlesen hier entlang.

Grüße
die Anja

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 11:25
von Dolores59
Mit Frauen kann man es anscheinend machen.
"Wie schwierig die Entscheidung des Cas war, ist daran abzulesen, dass die Richter explizit darauf hinweisen, dass die Regel diskriminierend sei, aber argumentierten, dass sie notwendig sei, um die Chancengleichheit im Frauensport zu erhalten",
"Wir haben immer gesagt, dass diese Regeln auf den Menschenrechten und der Würde von Caster Semenya und anderen weiblichen Athleten herumtrampeln", betonte das Ministerium für Sport und Freizeit in einer Erklärung. Das Urteil sei "enttäuschend".
https://www.spiegel.de/sport/sonst/cast ... 65313.html
Der Leichtathletik-Weltverband will die Läuferin Caster Semenya zwingen, ihren Hormonspiegel zu manipulieren - und hat vor Gericht Recht bekommen. Dürfen jetzt Funktionäre entscheiden, wer eine Frau ist und wer nicht?
Es geht gar nicht um Fairness
Dabei geht es im Fall Semenya wohlgemerkt nicht um ein "drittes Geschlecht". Die IAAF zweifelt gar nicht (mehr) an, dass Semenya rechtlich gesehen eine Frau ist. Aber sie behandelt sie sportlich dennoch einfach als Mann. Weil sie festlegt, wer dazu gehört und wer nicht. Und das nicht anhand von Beinlängen oder Lungenvolumen, sondern anhand gemessener Sexualhormone. Es geht also gar nicht um Fairness als solche.

Die Praxis der IAAF ist vielmehr dazu geeignet, Sprüche wie "die sieht ja aus wie ein Mann", die Sportlerinnen sich seit Jahrzehnten anhören müssen, mit einer willkürlichen Regel zu bestätigen. Und das ist noch nicht mal das Schlimmste am Urteil des Cas. Das Schlimmste ist, dass das wichtigste Sportgericht der Welt es gerade für angemessen erklärt hat, dass Frauen dazu gezwungen werden, Medikamente zu nehmen, wenn sie ihren Sport ausüben wollen.
Einfach zum K.....

Dolores

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 11:40
von Nicole Fritz
Hallo Anja,

dazu stößt mir jetzt einiges anderes unangenehm auf: Ohne Masern-Impfung kein Kindergarten, ohne Medikamente gegen ADS keine Schule. Wir müssen ja schließlich die allseits benachteiligte Pharmaindustrie stützen. Und die Gesundheit? - Wer großes will, muss zu Opfern bereit sein. Amen. - OK. Kann man jetzt so sehen, aber muss man wohl nicht.

Und da wir ja jetzt die dritte Toilette brauchen, die ja eigentlich eine vierte ist, werden wir auch eine vierte Kategorie beim Sport brauchen: also Olympia für Frauen und Männer, die Paralympics und die Diverslympics. Und bei der letzteren darf dann Caster Semenya ohne Medikamente antreten. Ich dürfte es aber nicht, da mir bisher kein Arzt dieses Attest ausstellen will. Und bei den Männern will ich nicht. Also könnte mich der ganze Sport mal, wenn ich noch jung wäre.

Sonst sehe ich es wie Dolores. (ko)

LG Nicole

PS: Deine Signatur: zu der Gerade-aus-Maus hat doch der Wolfgang mal ein Lied gesungen:


Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 12:14
von Lorelai74
Nicole Doll hat geschrieben: Do 2. Mai 2019, 11:40
dazu stößt mir jetzt einiges anderes unangenehm auf: Ohne Masern-Impfung kein Kindergarten, ohne Medikamente gegen ADS keine Schule. Wir müssen ja schließlich die allseits benachteiligte Pharmaindustrie stützen. Und die Gesundheit?
Hallo Nicole,

Ich merke Deine Verärgerung über so manche Diskussion die gerade stattfindet.

Mich verärgert aber die Aus meiner Sicht unsachliche und polemische Nennung von 2 Themen ADS und Maserimpfung als Antwort zu dem Thema.

Aus meiner Sicht bringt das die Diskussion zu der Entscheidung des CAS nicht weiter.


Hätte der CAS eine Entscheidung treffen können die gerecht ist?
Die die Belange von Caster Semenya ebenso berücksichtigt wie die der anderen Sportlerinnen?
Die Entscheidung jetzt ist ungerecht, eine andere Entscheidung aber womöglich auch.

Wie hätte denn eine allgemeine Lösung aussehen können?

Viele liebe Grüße
Lorelai

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 12:22
von Jasmine
Ich halte das Urteil für diskriminierend, aber mal sehen wie es weitergeht.
Soweit ich gehört habe kann sie in Berufung gehen. Mal schauen.
Liebe Grüße Jasmine

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 12:30
von Ulrike-Marisa
Moin,

...Sport interessiert mich zwar nicht aber dass Urteil finde ich trotzdem rückwärtsgewandt und in der Sache nicht dienlich. Kann es sein, dass es da wieder nur ums Geld geht???

Grüße, Ulrike-Marisa

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 13:16
von Anja
Noch ein Kommentar von Balian Buschbaum zu dem Urteil:

https://www.queer.de/detail.php?article_id=33498

Grüße
die Anja

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 15:20
von ExUserIn-2026-04-08
ich finde den ganzen Hochleistungssport und die Überhöhung des Siegers einfach nur lächerlich. So lange der Sport im Bereich des Spiels und der Freude bleibt, ist er schön. Aber hier geht es um das Geschäft. Die Beteiligten, Akteure wie auch Funktionäre, zeigen hier ihr Gesicht. Gebt das Doping frei, damit wäre wenigstens ein gewisses Maß an Gleichberechtigung gegeben. Aber das käme einer Perversion des Sports und einer noch stärkeren Versklavung der Aktiven gleich. Missbrauch pur. Mit dem Grenzwert wird der Sache wenigstens ein Deckmäntelchen umgehängt.

Es wäre interessant, die Körper und Gesichter der Frauen aussähen, wenn sie beliebig dopen dürften. Keine Angst, das war nur ein Gedankenspiel ...

Eine nachdenkliche Vicky

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 21:17
von Nicole Fritz
Ulrike-Marisa hat geschrieben: Do 2. Mai 2019, 12:30 Kann es sein, dass es da wieder nur ums Geld geht???
Hallo Lorelai und Ulrike-Marisa,

genau das war es wohl, was mich hier wieder einmal maßlos aufgebracht hat. IMMER geht es nur um das Sch..-Geld. Den A..rn, die sich heraus nehmen über uns zu bestimmen ist nämlich alles andere Sch..egal. Soziales oder Menschenwürde? - alles nur hohles Gelaber. Und Arbeitsplätze? - die sind schon lange von Computern und Robotern besetzt, die keine Sozialabgaben zahlen. Deshalb fehlt das Geld für die Renten. Aber eine Mehrheit, die die endlich vom Thron wirft, gibt es ja nicht.

Entschuldigung. Gehört hier nicht hin, aber musste jetzt raus. (pl)

Liebe Grüße
Nicole

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Fr 3. Mai 2019, 07:24
von Dolores59
Es gibt also Sportler, die mit ihrem Sport Geld verdienen. Wo ist das Problem? Von irgendwas müssen Menschen leben. Luft und Liebe reichen nicht, denn die Luft ist verpestet und die Liebe macht blind. Also muss ein Nennwert aufs Konto. Die Sportler, die das hauptberuflich machen, sind nicht alleine zu unserer Unterhaltung da. Sie möchten von ihrem Beruf leben.

Blöd ist dabei, dass Caster Semenya durch die in dem Gerichtsurteil angesprochenen Regeln gezwungen ist, ihren Körper zu manipulieren, um weiter ihrer Tätigkeit nachgehen zu können.

LG
Dolores

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Fr 3. Mai 2019, 07:34
von ExUserIn-2026-04-08
Dolores59 hat geschrieben: Fr 3. Mai 2019, 07:24 Blöd ist dabei, dass Caster Semenya durch die in dem Gerichtsurteil angesprochenen Regeln gezwungen ist, ihren Körper zu manipulieren, um weiter ihrer Tätigkeit nachgehen zu können.
Ist sie das wirklich ? Sie kann ja auch einen anderen Beruf ergreifen. Das geht anderen Menschen auch so, die die Voraussetzungen es gewünschten Jobs nicht erfüllen. Ich sehe sie nicht als Opfer.

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Fr 3. Mai 2019, 09:05
von Dolores59
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 3. Mai 2019, 07:34
Dolores59 hat geschrieben: Fr 3. Mai 2019, 07:24 Blöd ist dabei, dass Caster Semenya durch die in dem Gerichtsurteil angesprochenen Regeln gezwungen ist, ihren Körper zu manipulieren, um weiter ihrer Tätigkeit nachgehen zu können.
Ist sie das wirklich ? Sie kann ja auch einen anderen Beruf ergreifen. Das geht anderen Menschen auch so, die die Voraussetzungen es gewünschten Jobs nicht erfüllen. Ich sehe sie nicht als Opfer.
Aus dem satten, westeuropäischen Blickwinkel betrachtet ist das natürlich ganz einfach. Nur gibt es in Südafrika keine europäischen Verhältnisse, die Arbeitslosigkeit für junge Leute liegt bei ca. 55% (Jan 2019).

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Fr 3. Mai 2019, 12:00
von M.L.
Hallo ihr Lieben,
ich muss jetzt auch mal meinen Senf dazugeben.
Ich habe von der Materie überhaupt keine Ahnung. Ich weiß nicht, inwieweit sich der Körper bei einer Geschlechtsanpassung verändert.
Vielleicht könnt ihr meine Gedanken nachvollziehen, oder mich ein bißchen aufklären.
Bleibt ihr Körper nicht teilweise der eines Mannes? Knochenbau, Muskulatur?
Nutzt sie nicht Vorteile ihres früherens Daseins um die Beste zu sein?
Sie musste den Testosteronspiegel schon senken und hat dadurch schlechtere Leistungen gebracht. D.h. doch, dass sie mehr Testosteron im Körper hat, als eine Biofrau.
Sie ist doch den anderen Sportlerinnen gegenüber klar im Vorteil. Finde ich jetzt doch ziemlich unfähr. Warum sollen diese Frauen noch gegen Caster antreten? Gewinnen kann nur sie. Da zählt doch dannn die Leistung nicht mehr.
Ich bin auch der Meinung, dass Casters Verhalten nicht unbedingt die Akzeptanz in der Gesellschaft fördert. Viele Menschen werden nämlich genau das sehen: Sie nutzt Vorteile, die Bio-Sportlerinnen nicht haben. In meinen Augen ist Casters Verhalten egoistisch und im Grunde nur für sie selber zielführend. Welches Bild das in unserer Gesellschaft hinterlässt, spielt anscheinend keine Rolle.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Maria
(Wer mich nicht kennt, bin Frau eines Crossdressers)

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Fr 3. Mai 2019, 15:09
von ExuserIn-2019-12-22
Caster Semenya ist doch Intersexuell und hat daher als Frau höhere Testosteronwerte als andere Frauen.

Bringt ihr das einen Vorteil?
- Mit Sicherheit, denn ihr Körper hat sich durch den höheren Testostertonspiegel ganz anders entwickelt und ist auch leistungsfähiger.

Sollte man sie zwingen in ihren Körper einzugreifen?
- Nein, da ihr Körper so ist wie sie auf die Welt gekommen ist. Sie ist Intersexuell und keine Trans*Frau. Im Hochleistungssport spielen immer Gene eine große Rolle.

Re: Leichtathletin Caster Semenya

Verfasst: Fr 3. Mai 2019, 16:05
von Lavendellöwin
Hi,

ausser das das Urteil für Caster diskriminierend ist, ist es auch noch sinnfrei...

denn der Testosteronwert der darin festgelegt wurde liegt mit 5 nmol/l irgendwo in geschlechtlichen Niemandsland.
Das heisst er ist für Frauen 0,5 - 2/3 nmol/l Liter zu hoch und für Männer 7/12 - 40 nmol/l zu niedrig.
Ist damit eine Intergeschlechtlichkeit vielleicht doch mitberücksichtigt?

Nebenbei bemerkt habe ich einen Wert von 0,34 nmol/l, dürfte ich jetzt pre-OP mitlaufen?
Fakt ist, ich würde ganz furchbar weit abgeschlagen ankommen, weil meine Muskeln untrainiert sind.

Was ich aber ganz schlimm finde, ist, das Caster ihre Weiblichkeit auf eine Art abgesprochen bekommt die
einfach nur unmöglich ist...

Alles Liebe Marie (flo)