Hallo Helga,
Helga hat geschrieben: Sa 11. Mai 2019, 23:16
Hallo Diva,
Bitte entschuldige! Du steckst in einer schweren Krise und ich komme hier mit einer schlechten Heinz Erhard Imitation.
da ich meinen schwarzen Humor wohl bis zum Tag X beibehalten werde, nehme ich das nicht übel. Der TV im grünen Kleid entbehrt schließlich nicht einer gewissen Komik. Es hatte mich nur stark verwundert, dass ausgerechnet nach dem zweiten Post plötzlich Reaktionen auf den ersten eintrudelten, der - wie du pietätvoll erkannt hast - nicht unbedingt so richtig aktuell ist.
Aber meinetwegen soll hier niemand trübselig sein. Auch die Wenigen, die mich persönlich flüchtig von früher kennen, sollte das nicht ernsthaft tangieren. Jede ist ihres eigenen Unglückes Schmiedin; mein schwarzes Kleid braucht sich niemand andere anzuziehen.
Ich konnte das alte Gedicht nur nicht stehenlassen, weil es momentan eine Lüge darstellt. Und öffentlich lügen ist nicht meine Sache. Mir war damals schon klar, dass insbesondere die letzten Zeilen auf sehr, sehr wackligen Füßen standen und früher oder später ohnehin alles zusammenbricht. Nun hab ich alles neu geschrieben und hoffe, dass "dumme" Frühlingsherz hält sich dran und steht endlich still.
Helga hat geschrieben: Sa 11. Mai 2019, 23:16
Dein neues Motto und dein Beitrag bei Celine haben mich doch etwas erschreckt.
Woher rührt der plötzliche Wandel? Sprich mit uns dafür ist das Forum da.
Liebe Grüße
Helga
Ich hab ja schon etliche - auch ziemlich schonungslose - Beiträge geschrieben, die teilweise - zu Recht - hinter Schloss und Riegel landeten. Irgendwo hatte ich mich mit einer Mäusin verglichen, die euphorisch dem Käse entgegensprang, von der Falle getroffen wurde und nun seit inzwischen drei Monaten mit herausquellendem Gedärm in ihrem Blut liegt, ohne sterben zu können. Dabei ist ihr Blick unverwandt auf das Stückchen Käse gerichtet, an das sie nun nicht mehr herankommt.
Jeder meiner Versuche, der Ausweglosigkeit zu entfliehen, gleicht den Zuckungen dieser Mäusin, die in ihrer sinnlosen Verzweiflung nur dazu dienen, die Quälerei unnütz zu verlängern. Die wenigen Glücksmomente im Nanosekundenbereich sind jene, in denen der Geruch des Käses durch eine zufällige, allen physikalischen Gesetzen widersprechende Luftbewegung, in die Nase der Mäusin getrieben wird.
Auch der zunächst gut verlaufende Aufbau einer positiven Welt geriet durch meinen Kopf am Donnerstag Abend ins Endstadium. Am Freitag ließ mich dann Derjenige mit einer beispiellosen Eiseskälte und Gleichgültigkeit fallen, der mich noch vor vier Wochen unter Tränen zurückholte und bat, nicht aufzugeben. Es ist nichts vorgefallen, das einen derartigen Schlag unter die Gürtellinie rechtfertigt. Offenbar kann er mit meiner extremen Emotionalität nicht umgehen. Doch er ist mein Trainer - Ausbilder. Ich verlange dasselbe, das auch ich täglich als Projektleiterin auf Arbeit zeigen muss: Professionalität unter Wahrung absoluter persönlicher Neutralität. Wenn er seine Gefühle für mich nicht im Griff hat, soll er sich zusammenreißen. Ich hab es auch schnell für mich geklärt, nicht ernsthaft in seine heile Welt vorzudringen, weil ich dort ein Fremdkörper bin. Von mir ging deshalb nicht das Geringste aus, woraus ein Vorwurf entstehen könnte. Ich akzeptiere seine Unantastbarkeit, sehe mich als Bedrohung seiner Privatsphäre und halte mich raus. Trotzdem denke ich gerne an den ersten Abend zurück, an dem es derart funkte, dass wir die Aufmerksamkeit des gesamten Restaurants auf uns zogen. Überall wohlwollendes Lächeln, glückliche Gesichter, positives Erstaunen. Es war uns vermutlich auf hundert Meter Entfernung anzusehen, was für starke Gefühle im Spiel waren.
Das Problem ist nun, dass er mir durch seine offensichtliche Hilflosigkeit, die ihn nach mir treten lässt, die neue Welt wegnimmt, in der ich gerade angefangen hatte, mich zu integrieren. Es gibt noch viele andere, mit denen ich mich gut verstand, aber er ist der Schlüssel dazu, da omnipräsent und großer Chef.
Doch er rechnet nicht damit, wozu eine schwer verletzte Frau in der Lage ist, die ohnehin nur noch den Tod vor Augen hat: Ich gehe heute da raus, werde meinen Trainingsfreundinnen und Freunden um den Hals fallen, die mich verloren glaubten, und seine Professionalität einfordern, mir aus meiner Leistungskrise herauszuhelfen.
Wird er mich rausschmeißen? Wird er mich schlagen, wie mein Arbeitskollege, der seine Gefühle für mich nicht in den Griff bekam und mitten auf einer Betriebsfeier betrunken über mich herfiel, und niemand hatte was gesehen?
Der bislang schönste Moment in meinem Leben, als es aus mir herausströmte und das Ende aller Probleme und Schmerzen in Sicht war, muss durch etwas anderes, weniger Krankes ersetzt werden.
Und so lange das nicht gelingt, sitzt die Todessehnsucht fest in meinem Kopf, bestätigt sich bei jedem neuerlichen Rückschlag, jeder neuen Enttäuschung, jeder Erniedrigung, Ausweglosigkeit.
Siehe dazu auch meinen Beitrag in einem Thread, der regelrecht für mich gemacht scheint:
https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 95#p241495
Liebe Grüße
-Diva