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Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 00:16
von Anne-Mette
Moin,

das ist ein Satz im Artikel

Projekt "Queer durch Sachsen" Die Coming-out-Beraterin

bei https://www.deutschlandfunkkultur.de/pr ... _id=447238

Gruß
Anne-Mette

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 07:35
von heike65
Ich finde es schon einmal toll das es solch ein Angebot gibt. Aber 1/3 Ablehnung für gleichgeschlechtliche Beziehungen, irgendwie sind da meine Vorurteile bestätigt

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 10:03
von Michi
heike65 hat geschrieben: Sa 27. Apr 2019, 07:35 Ich finde es schon einmal toll das es solch ein Angebot gibt. Aber 1/3 Ablehnung für gleichgeschlechtliche Beziehungen, irgendwie sind da meine Vorurteile bestätigt
Im nächsten Artikel wird sogar von 2/3 Ablehnung (.. Homosexualität "unnatürlich") geschrieben:

Ermordet, weil er schwul war?

In Südsachsen ist es offenbar noch viel schlimmer. Die Ursachen werden recht klar benannt:
  • christlich-fundamentalistische Haltungen, eindeutig auch homophobe Positionen in einigen freikirchlichen und evangelikalen Gemeinden
  • Betroffene fürchten Diskriminierung durch die Polizei
  • Rückzug staatlicher Stellen und Infrastruktur nsch der Wende
Wobei ich die ersten beiden Punkte auch als direkte Folge des dritten Punktes sehe.

Wenn Menschen angehängt und sich selbst überlassen werden, dann kommen Feindlichkeit und Hass gegen Minderheiten und Fremde dabei heraus. Die Bundesrepublik Deutschland trägt hier eine große Mitschuld, auch wenn das viele Politiker und Altbundesbürger nicht wahrhaben wollen.

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 10:07
von Michelle_Engelhardt
MichiWell hat geschrieben: Sa 27. Apr 2019, 10:03
Wenn Menschen angehängt und sich selbst überlassen werden, dann kommen Freundlichkeit und Hass gegen Minderheiten und Fremde dabei heraus....
Bitte editieren Sie Ihren Beitrag, Frau Well :mrgreen: (ki)

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 10:47
von Michi
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Sa 27. Apr 2019, 10:07
MichiWell hat geschrieben: Sa 27. Apr 2019, 10:03
Wenn Menschen angehängt und sich selbst überlassen werden, dann kommen Freundlichkeit und Hass gegen Minderheiten und Fremde dabei heraus....
Bitte editieren Sie Ihren Beitrag, Frau Well :mrgreen: (ki)
Da hat eindeutig die Autokorrektur hinterhältig zugeschlagen. :o Die pösen Nasa-Freimaurer-Reptiloiden sitzen auch bei Google, und wollen uns mit solchen trickreichen Korrekturen manipulieren. :shock: Das muss ich unbedingt dem AstroToni erzählen, dass der mal ein Video darüber macht. :mrgreen:

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 11:25
von Nicole Fritz
Hallo,

dann mal kurz eine Anmerkung einer Gründerin und Ex-Leiterin einer Selbsthilfegruppe.

Auf dem Land kommt keiner, wenn es eine solche Beratungsstelle gibt.

Beim Gründungstreffen der SHG Transidente Menschen in Simmern/Hunsrück war die Bude voll - Vertreter von Queer-Mitterhein, KISS, LGBTI und einige Leute, die ich von der SHG in Koblenz bereits kannte. Danach kamen noch einige, die bereits einschließlich OP alles hinter sich hatten, und schließlich kam keiner mehr. Inzwischen bin ich von der Leitung der Gruppe zurück getreten.

Zunächst suchte ich die Ursache bei mir. Einem non-binären Transvestiten traut man als richtiger Transmensch eben nicht. Dann erfuhr ich jedoch hier in Forum, dass es anderswo auf dem Land auch nicht funktioniert.

Es ist so: Wer gerade dabei ist sich zu outen, fährt lieber weit weg in eine größere Stadt als dass er riskiert von irgendwem gesehen zu werden. Wenn er dann dort in einer SHG Hilfe gefunden hat, geht er auch weiter dort hin. Dort ist auch der Austausch rege. Und wenn er doch einmal die Gruppe auf dem Land aufsucht, ist man vielleicht zu zweit oder zu dritt. Das überzeugt dann absolut gar nicht.

Zur Gründung der Gruppe gab es eine Pressemitteilung und ich habe überall großzügig Flyer verteilt. Organisiert wurde das alles von der KISS in Mainz. Vielleicht wäre es geschickter gewesen nur auf entsprechenden Plattformen im Internet (z. B. geschlossene Gruppen bei FB) auf die Gruppe aufmerksam zu machen. So wurden aber Neugierige auf den Plan gerufen.

Noch kurz zu Koblenz: Wenn da 20 Leute zu der Gruppe kommen, wohnen vielleicht zwei von ihnen in Koblenz.

Liebe Grüße
Nicole

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 12:45
von heike65
@ Nicole

also ich kann nicht bestätigen das die örtlichen sich nicht trauen, und wir treffen uns in einer öffentlichen Kneipe, also kein geschützter Raum, und Kappeln ist nun eine Kleinstadt in der man sich untereinander kennt.
Von den anwesenden stammen alle aus dem Umkreis von 20 km

Liebe Grüße

Heike
Ps, bei uns ist es allerdings ein Regenbogenstammtisch, also Trans ist dort nicht das alleinige Thema

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 13:17
von Nicole Fritz
Hallo Heike,

in Norddeutschland ist man da vielleicht offener als hier im Hunsrück. Traditionell hält sich der Hunsrücker möglichst aus allem raus. Es geht gerade in der (öffentlichen) FB-Gruppe "Lust auf Hunsrück" um die große Demo 1986 gegen die Atomraketen (an der ich auch teilnahm). Von etwa 200.000 Teilnehmern waren nur etwa 10.000 aus den Hunsrück.

Vielleicht hätte es auch mit einem ganz allgemeinen Regenbogen-Stammtisch in eine Kneipe besser funktionieren können. Ich bin praktisch die einzige Person, die in Simmern als erkennbar trans* herum läuft. Es sind aber ganz bestimmt deutlich mehr Homosexuelle geoutet. Doch die interessiert eine SHG für Transidente Menschen überhaupt nicht.

LG Nicole

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 13:30
von ExuserIn-2019-12-22
Nicht mehr lange Nicole, ich werde voraussichtlich Januar 2020 dort in unmittelbare Nachbarschaft ziehen, weil es mich beruflich dort hin verschlagen wird. Die Örtchen sind ja recht überschaubar und verschlafen. Das es die Leute da lieber nach Koblenz zieht kann ich verstehen.

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 13:36
von Nicole Fritz
Danke Marie
Keks-Marie hat geschrieben: Sa 27. Apr 2019, 13:30 ich werde voraussichtlich Januar 2019 dort in unmittelbare Nachbarschaft ziehen
.. 2019? Du meinst sicher 2020. Oder bist Du schon da?

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 13:40
von ExuserIn-2019-12-22
Jop, 2020. Mein Fehler. :D

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Fr 25. Sep 2020, 16:53
von JasminP
Hallo Mädels, zu denn Thema möchte ich auch was dazu sagen! Ich komme aus dem tiefsten Bayrische Wald, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, hier zu Outen, ist mit einem Spießrutenlauf zu vergleichen! Wenn es Beratungsbüros-etc. gibt muss ich locker 1-2std fahren! Ist halt mal so! Lg eure JasminP

Re: Auf dem Land gibt es kaum Beratungsangebote für queere Menschen

Verfasst: Fr 25. Sep 2020, 18:10
von Momo58
Ich glaube, dass es bezüglich Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen in Deutschland ein Nord-Süd-Gefälle gibt. Je südlicher, desto katholischer, desto konserativer. Ich komme aus einer Kleinstadt auf der Schwäbischen Alb. In unserer Stadt gibt es 3 Queergender, die sich nicht öffentlich zeigen. Ich bin in unserer Kleinstadt die einzige Frau mit transidentem Hintergrund und zeige mich öffentlich. Ich habe einen Aufruf gestartet, um festzustellen, ob sich eine SHG lohnt. Es lohnt sich nicht für 2-3 Interessenten.
Es gibt sonst nur noch eine unseriöse und sehr umstrittene selbsternannte Transaktivistin, die im nördlichen Bodenseeraum aktiv ist. Von ursprünglich fast 60 Interessenten sind nur noch 5 dabei. Dann gibt es noch eine einzige Beratungsstelle der dgti. Ein grösseres Netz an Beratungsstellen ist schon erstrebenswert, aber entscheidend ist die Qualität der Beratung.
Wenn ich eine gute SHG besuchen möchte sind Entfernungen von 80-100 km zu bewältigen oder auf SHG's in Österreich oder der Schweiz auszuweichen, was in der derzeitigen Corona-Situation problematisch ist.